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Sachbuch: "Ich musste sie kaputt machen.": Anatomie eines Jahrhundert-Mörders
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Titel:      "Ich musste sie kaputt machen.": Anatomie eines Jahrhundert-Mörders
Kategorien:      Sachbuch
BuchID:      10992
Autor:      Stephan Harbort
ISBN-10(13):      9783548374796
Verlag:      Ullstein eBooks
Publikationsdatum:      2013-10-11
Number of pages:      384
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Kurzbeschreibung
Der Name Joachim Georg Kroll steht für eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte. In mehr als zwei Jahrzehnten tötete der Serienmörder mehrere Frauen und Mädchen, bevor er von der Polizei gefasst wurde. Mit analytischer Schärfe untersucht der bekannte Kriminalist Stephan Harbort den Fall des »Jahrhundertmörders«. Dabei entsteht das beeindruckende Psychogramm eines Mannes, der zeit seines Lebens von seinen Trieben gesteuert wurde.
   


Rezensionen
Kindheitserinnerungen

30.07.2017 Bewertung:  5 NiliBine70 vergibt 10 von 10 Punkten

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Inhalt:

Über 20 Jahre hat Joachim Georg Kroll ganz Deutschland mit seinen grausamen Morden in Atem gehalten. Stephan Harbort zeichnet seine Geschichte minutiös nach und versucht, Erklärungen auch dem Leser nahe zu bringen, warum sich ein unscheinbarer Mann derartig zu einem Monster entwickeln konnte und musste. Ein schonungsloses Psychogramm.

 

Meine Meinung:

 

Kindheitserinnerungen

 

Als das Buch zu mir kam und ich in diese Augen auf dem Cover sah, da bekam ich eine Gänsehaut. Diese sollte mich 384 Seiten lang nicht mehr verlassen und noch begleitet von Entsetzen und echten Erinnerungen bis zum Schluss bleiben.

 

Meine Intention, mich für eins der Rezensionsexemplare zu bewerben war klar. Ich verfolge die Arbeit des Autoren schon geraume Zeit und bin generell an der Aufklärung, wenn es um Serienmorde geht, sehr interessiert. Und dann habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht, wenn es eine Sendung im TV war, dass ich die Augen der Mörder sehen will. Sie reden hören will, warum sie etwas tun, wie sie es tun etc. Ich suche nach dem menschlichen Funken, den ich immer noch irgendwo erhoffe.

 

Auch hier war es so. Wo ist der Mensch, der all das getan hat. Der hauptsächlich Kinder und Frauen brutalst ermordet hat. Sich an ihnen verging.

 

Er war offenbar ein Suchender. Er suchte nach Erlösung, so unvorstellbar das klingen mag, aber das ist für mich die Kernaussage. Er war fehlgeleitet, schon ganz früh wurde er offenbar im Stich gelassen, auch von seinen Eltern, seinem Vater, dort erfuhr er auch nur Ablehnung...

 

Und schwups finde ich mich wieder, selbst analysieren zu wollen. Doch das überlasse ich besser dem Autor.

 

Mir bleiben beim Lesen Erinnerungsfetzen, die hoch kommen. 1976, als Kroll gefasst wurde, war ich 6 Jahre. Ich kann mich natürlich nicht mehr ganz explizit an ihn erinnern. Aber der Name und was er getan hatte, das war hier in Duisburg immer ein Thema. Und damals ganz besonders in der Zeit vor seiner Ergreifung. Da wurde hier verstärkt darauf geachtet, dass wir Kinder nie allein irgendwo rumliefen, nie allein spielten und es war ein ständig latentes Misstrauen allen Fremden gegenüber zu spüren.

 

Wenn ich das dann jetzt in Einklang mit dem Gelesenen bringe, dann gruselts mich besonders. Nun bin ich ja schon ein paar Tage älter, nehme das ganze bewusster wahr und bin über die ganzen Vorgänge, über das, was Kroll getan hat und wie er trotzdem so lange Zeit durch die Netze der Behörden schlüpfen konnte, mehr als schockiert! Wie nah das ganze meinem persönlichen Umfeld tatsächlich war, wird mir erst jetzt bewusst und erschreckt mich!

 

Der Titel ist meiner Meinung nach sehr aussagekräftig. Stephan Harbort seziert wirklich die Vorkommnisse und man ist als Leser sehr sehr nah bei allem Geschehen dabei. Für manchen vielleicht zu nah. Man muss sich von vorneherein darüber im Klaren sein, dass es sich um einen Triebtäter handelt, für den die Grenzen des „normalen“ nicht gegolten haben!

 

Aber es ist auch interessant, die Verstrickungen innerhalb der Ermittlungsbehörden einmal von einem Insider dargestellt zu bekommen. Gerüchte sind ja immer da, aber tatsächliches Wissen ist ja doch noch eine ganz andere Hausnummer!

 

Kann ich das Buch empfehlen? Sollte ich es? Ich weiß es nicht! Ich habe es verschlungen, weil ich keine rosarote Brille aufhatte und mir irgendwie klar war, dass nicht ganz so leichter Stoff auf mich zu kommt, weil ich interessiert bin an der Aufklärung solcher Fälle. Und natürlich ein Interesse an der Arbeit von Stephan Harbort besteht.

 

Fazit:

 

Die sehr fundierte Chronologie der Untaten eines deutschen Serienmörders, nichts für zarte Gemüter.

 

Bewertung:

 

5 von 5 Nilpferden

 

Danke an Stephan Harbort für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum


NiliBine70 hat insgesamt 180 Rezensionen angelegt.


 
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