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Sachbuch: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
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Titel:      Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Kategorien:      Sachbuch
BuchID:      522
Autor:      Bastian Sick
ISBN-10(13):      3462034480
Verlag:      Kiepenheuer & Witsch
Publikationsdatum:      2006-09
Edition:      29
Number of pages:      256
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Die deutsche Sprache kennt zwar nur vier Fälle, darfür aber über tausend Zweifelsfälle. Heiße es Pizzas oder Pizzen? Gewinkt oder gewunken? Wann schreibt man Storys und wann Stories? Hat der Genitiv noch einen Chance - trotz des Dativs und dem Dativ zum Trotz?
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die deutsche Sprache liegt uns offensichtlich fast allen am Herzen, wie man an der ebenso endlosen wie hitzigen Debatte über die Rechtschreibreform erkennen kann. Einerseits. Andererseits ist leider ein oft unbedachter und liebloser Umgang mit ihr zu beklagen. Die Sprache kann sich ja nicht wehren, nicht einmal gegen schlimmste Vergewaltigungen -- man denke nur an den brutalstmöglichen Sprachschrott unserer Politiker. So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, wobei er letzteren vor allem in tabellarischen Zusammenfassungen am Ende seiner Kolumnen auslebt. Dabei ist das doch wohl der Idealfall eines Sachbuchs: wo man lachen und schmunzeln und gleichzeitig jede Menge lernen kann. Zum Beispiel, wo das Eszett seinen Namen herhat und warum die Deutschen als einzige diesen wunderlichen Buchstaben benutzen. Oder wie man eingebürgerte Fremdwörter konjugiert -- warum es zwar „ich recycle“ heißt, aber nicht „du recyclest“. Und auf die verzwickte Frage, ob „gedownloadet“ oder „downgeloadet“ richtig ist -- wer hätte sich das noch nie überlegt --, weiß Sick die verblüffend einfache Antwort: „Weder noch, es heißt ‚heruntergeladen’“. Und wieso der Zwiebelfisch ausgerechnet Zwiebelfisch heißt, erfährt man naturgemäß auch. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet 47-mal charmante Aha- und Haha-Erlebnisse und ist jedem Sprach-User heißestens zu empfehlen. --Christian Stahl
Amazon.de Audiobook-Rezension
Dem Bastian Sick sein Audiobuch ist voll empfehlbar -- Hörvergnügen pur! …das waren gleich drei stilistische Patzer in einem Satz. Und so hat sich der Zwiebelfisch-Kolumnist das wohl nicht gedacht mit seiner Sprachaufklärung: dass man die faux pas (wie geht jetzt dieser Plural?) absichtlich und zum Spaß begeht. Denn bei aller Unterhaltung, die Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod bietet, geht es dem Autor sehr wohl darum, uns sensibler zu machen im tagtäglichen Umgang mit Sprache. Auch wenn das manchmal sisyphoshaft wirkt angesichts der medialen Sprachflut, die uns unaufhörlich umspült und beeinflusst. Zum Beispiel eben diese PURormanie, die in allen Werbe- und Marketingtexten um sich gegriffen hat. Oder der gnadenlose Kampf der Suffixe, bei dem –bar über –lich, –abel und –sam zu triumphieren droht. Dabei ist gar nicht entscheidend, dass man Bastian Sick in allem zustimmen mag -- etwa wenn er erklärt „Sinn machen“ ginge im Deutschen grammatikalisch nicht; „Freude machen“ geht aber doch auch --, sondern dass er uns anregt, über unseren Sprachgebrauch nachzudenken und zu diskutieren.

Gerade mal die Hälfte der Kolumnen aus dem Buch hat es in das Hörbuch geschafft, schade. Und auch auf die Tabellen am Ende mancher Kolumne muss man in diesem Medium naturgemäß verzichten. Entschädigt wird man durch ein Interview mit dem Autor im Booklet. Und vor allem durch die Stimme Rudolf Kowalskis. Der bekannte Schauspieler macht das wunderbar: zurückgenommen und mit feiner Ironie, da kommt der zwiebelfischige Witz dieser kleinen Sprachplädoyers mit den eingestreuten Geschichten noch um einiges besser zur Geltung. Pures Hörvergnügen eben, aber das sagte ich ja schon.

Spieldauer: ca. 152 Minuten, 2 CDs, gekürzte Fassung --Christian Stahl

   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicDieses Büchlein ist herrlich, einfach nur herrlich. Bastian Sick findet Lücken in der Deutschen Sprache, die eigentlich Schwarze Löcher sind. Auch wenn sich der Deutsche aller Studien zum Trotz seiner Sprache sicher wähnt, zeigt das Lesen oder das bloße Durchblättern des Buches, daß Redewendungen, die uns lange in Fleisch und Blut übergegangen sind, Nonsens sind oder einfach keinen Sinn machen. Nein, halt: sie ERGEBEN keinen Sinn. Sinn "machen" tuts nur im Englschen... Heißt es nun das, der oder die Nutella? Bekommt der Brotaufstrich, die Kakaocreme oder das Süße überhaupt einen Artikel? Ein weiteres Beispiel sind die uns so liebgewordenen Apostrophe und Anglizismen, die eben vor allem eines sind: nicht deutsch.
Schon allein die Überschriften der einzelnen Kapitel verraten die Wortgewandtheit und Sprachliebe Bastian Sicks:
- Im Bann des Silbenbarbaren
- Bratskartoffeln und Spiegelsei
- Brutalsmöglichst gesteigerter Superlativissimus...
Ganz zu Recht trägt die Sammlung der Kolumnen den Untertitel "Ein Wegweiser durch den Irrgarten der Deutschen Sprache". Und beim Lesen wird mir als Deutsch-Fan und allzeit-Einser-Deutsch-Schülerin vor allem eines klar: wenn schon mir viele Fehler in der heutigen Sprache auffallen, dann muß der arme Autor schreiend durch die Welt laufen!

Jede Woche gibts neue Absurditäten unter:
http://www.spiegel.de/zwiebefisch

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  4 Zelda vergibt 8 von 10 Punkten

UserpicMit "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" zieht Bastian Sick gegen die deutschen Sprachbarbaren zu Felde, die überall zu finden sind: im Fernsehen, in der Werbung, in der Zeitung und im Alltag (ganz besonders beim täglichen Blick in den Spiegel).

Das Buch ist ideal zum Mitnehmen, die einzelnen Kapitel sind nicht nur lehrreich sondern eignen sich auch fantastisch, um die eine oder andere Minute zu überbrücken, da sie in sich abgeschlossen sind.
Ein Großteil dieser Kapitel hat mich vollständig begeistert und auch auf den einen oder anderen Fehler hingewiesen, den ich <i>anscheinend</i> gemacht habe. Bei anderen jedoch wird die Pedanterie etwas zu weit getrieben, sei es bei gewachsenen Redewendungen ("aus dem Nähkästchen plaudern") oder bei Wortkreationen, die in den letzten Jahren entstanden sind, wie das eigentlich englische "Sinn machen". Bastian Sick kann dazu stehen wie er will, allerdings fällt er hier und da etwas in Polemik ab, was einige Kapitel schlichtweg nicht mehr lesenswert macht, wenn er Sprache anprangert, die so nicht direkt falsch ist, noch zumal es sich dabei immer um einen dynamischen Prozess handelt.

Letztendlich werde ich vieles immer noch falsch machen, teil sehenden Auges, weil mir die entsprechenden Formulierungen gefallen ("nicht wirklich") oder schlicht aus Unwissenheit, aber ich habe so einiges mitgenommen und werde sicherlich auch die Fortsetzung lesen allein schon, um nicht vollständig in die Sprachbarberei abzugleiten.

Zelda hat insgesamt 179 Rezensionen angelegt.


 
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