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Reportage: Ein Engländer in Paris: Mein Jahr mit den Franzosen
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Titel:      Ein Engländer in Paris: Mein Jahr mit den Franzosen
Kategorien:      Reportage
BuchID:      488
Autor:      Stephen Clarke
ISBN-10(13):      3822506664
Verlag:      Kabel
Publikationsdatum:      2005
Edition:      6
Number of pages:      320
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Beschreibung:      Aus der Amazon.de-Redaktion
„Isch binn Bärrnahr, isch binn vehanntwottlisch fürr die Kommünikassjohsbereisch ...“ -- Oje!, wenn dieses Werk mal nicht zu ernsthafteren politischen Verstimmungen zwischen Frankreich und Großbritannien führt. Ein Freund hatte ihn vor dem neuen Job gewarnt. In der Londoner Niederlassung einer französischen Bank hatte man alle britischen Mitarbeiter auf einen Schlag entlassen, nachdem England Frankreich aus der WM gekickt hatte. Soviel zum Chauvinismus. Doch Paul West, designierter Marketingchef einer englischen Cafehaus-Kette in Frankreich, bleibt hart. Hätten seine künftigen französischen Vorgesetzten auch nur geahnt, dass die „atemberaubende Unterwäsche“ der „zauberhaften“ Französinnen die eigentliche Triebfeder dieses Stellungswechsels waren, sie hätten es sich vielleicht zweimal überlegt.

In Paris angekommen, stößt „Poll“ auf Myriaden tumber, englisch radebrechender Kolleg/Innen, soweit das verletzte Ohr reicht. Anekdotenhaft und wie am Reißbrett konstruiert, werden nun Punkt für Punkt die gängigsten Klischees abgehakt. Der schimmelige Stinkekäse, die wabernden Knoblauchschwaden allerorten und -- natürlich! -- die „atemberaubenden“ Französinnen, deren Dessous und Strapse direkt dem Erotikfachhandel zu entstammen scheinen. Mehr und mehr vernachlässigt unser Marketingchef seinen Job zugunsten zwischenmenschlischer Forschungszwecke. „Du wissen, Poll, du spreschen mit einer Frau, die at an keine ‚culotte‘?“ -- Mit solchen Olala-Infos aus dem Munde der „atemberaubenden“ Marie (inklusive laszivem Augenaufschlag), werden wir in diesem recht eindimensionalen Reiseführer reichlich versorgt. Selbst britische Leser fanden ihren Landsmann als französischen Anbaggerer nur bedingt komisch.

Kein Zweifel, Stephen Clarkes A Year In The Merde (Originaltitel), hat durchaus auch seine charmanten und amüsanten Passagen. Im Wesentlichen aber bietet sein Erkundungstrip ins Wesen der Franzosen soviel Erhellendes wie der Besuch eines deutschen Urlaubers in Ballermanns Schinkenstraße. Gehäufte Vorurteile, dazu eine fragmentarische Erzählstruktur, die den inneren Zusammenhang vermissen lässt. Der berühmte feine englische Humor erweist sich diesmal als eher grob gestrickt. --Ravi Unger

   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  4 Anonym vergibt 8 von 10 Punkten

UserpicDie spinnen, die Franzosen. So zumindest glaubt Paul West, als er im September 2002 einen Einjahresvertrag als Marketingexperte in Paris unterschreibt. Er soll einem französischen Unternehmen dabei helfen, in Paris englische Teestuben zu eröffnen. So weit, so gut. Nur leider sind seine Kollegen allesamt komplett unmotiviert, sein Chef ein durchtriebener Mistkerl, dessen Tochter eine Nymphomanin und Pauls Liebesleben als solches ganz und gar nicht so, wie er sich das in der Stadt der Liebe vorgestellt hatte. Nach und nach wird er immer mehr zum Pariser. Aber reicht das aus, um auf Dauer einen Fuß in die Tür zu kriegen - sowohl beruflich als auch privat?

Die Geschichte ist schnell erzählt und die Zutaten sind eigentlich beliebig wählbar: zwar mit ganz anderen Problemen, aber wahrscheinlich ebenso ratlos wäre ein Deutscher in Nepal oder ein Belgier in Österreich - hier verschlägt es einen Engländer nach Paris. Da ich die Franzosen, ihre Art und ihre Sprache nicht mag, habe ich dieses Buch mit sehr viel Mitleid für den armen Paul West gelesen. Clarks Roman trägt mehr als nur zufällige autobiographische Züge. Wie man im Klappentext erfährt, hat er eigentlich nur sein (leicht überzogenes) Tagebuch an ein paar Freunde verteilen wollen. Inzwischen ist das Buch ein internationaler Bestseller und der Autor lebt mit seiner französischen Verlobten noch immer in Paris. Clarke nimmt bei seiner Ausdrucksweise kein Blatt vor den Mund und gibt außerdem detailgetreu das wieder, was Franzosen in Englisch und er selbst in Französisch radebrechen. Mancher Nachsatz ist zuviel des Guten und zieht eine gemachte Bemerkung ins Lächerliche; ein verbaler Tritt quasi, wenn der Gegner schon am Boden liegt. Und er setzt ein gewisses französisches Grundvokabular beim Leser voraus, das bei Manchem (wie mir z.B.) einfach nicht vorhanden ist. Meist werden die fremden Ausdrücke zwar erklärt, manchmal aber eben auch nicht. Eine Kleinigkeit, ein paar Sätze und Bemerkungen nur, die mir aber sehr viel von dem unbeschwerten Lesen verdorben haben, waren die geschmacklosen Kommentare, die Clarke zum Irakkrieg abgibt. Menschen sterben ohne Vorwarnung und er läßt dumme Sprüche darüber ab. Meiner Meinung nach total überflüssig. Ansonsten ist "Ein Engländer in Paris", im Original übrigens "One year in the merde" ein kurzweiliges und sehr lustiges Buch, der Preis ist mit EUR 17,90 für ein 300seitiges Taschenbuch allerdings recht happig.

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