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Reportage: Auf ganzer Linie
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Titel:      Auf ganzer Linie
Kategorien:      Reportage
BuchID:      487
Autor:      Keith Lowe
ISBN-10(13):      3453198026
Verlag:      Heyne Verlag
Publikationsdatum:      2001
Edition:      HC
Number of pages:      0
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Originalverpackt, Neu!!!
Aus der Amazon.de-Redaktion
Es ist fünf Uhr morgens in Morden, eine Haltestelle der Londoner U-Bahn, Northern Line. Andy, Protagonist in Keith Lowes Erstlingswerks Auf ganzer Linie, hat ein Problem. Vielmehr: Er hat 265 Probleme! Denn obwohl er am nächsten Tag seine Angebetete, Rachel, heiraten soll, hat sich Andy mit Rolf, einem ganz besonderen Exemplar eines Londoner U-Bahn-Freaks, auf eine verrückte und augenscheinlich aussichtslose Wette eingelassen: Er macht sich auf, an einem Tag alle 265 Stationen des Londoner U-Bahnnetzes abzufahren und damit den Weltrekord einzustellen. Sein Einsatz: Monatskarte, Kreditkarte, Pass und das Ticket für den Eurostar, der ihn zu seiner Hochzeit nach Paris bringen soll.

Das ist der Plot zu einem Road Movie der besonderen Art, den Keith Lowe, hauptberuflich Lektor eines britischen Verlagshauses, mit einem sicheren Gespür für Tempowechsel und natürlich nicht ohne eine große Portion schwarzen, britischen Humors vor seinen Lesern ausbreitet.

Andy bleibt nicht lange allein: Sehr bald gesellt sich Brian zu ihm, ein Penner, der in der "Tube" lebt. Aus den anfänglichen Annäherungsschwierigkeiten dieses vordergründig ungleichen Paars entwickelt sich nach und nach eine Freundschaft: anfangs noch auf dem Zweck der Reise begründet, im Verlauf des Abenteuers jedoch zunehmend durch gegenseitiges Vertrauen und Verständnis geprägt.

Skurrile, lustige, melancholische und dramatische Ereignisse begleiten den Weg der beiden durch Londons Untergrund. Ihre Reise wird mehr als einmal durch die berühmt-berüchtigten kleinen und großen Katastrophen, die die überalterte U-Bahntechnik zu bieten hat, unterbrochen oder gar an den Rand des Scheiterns gebracht. Noch dazu sabotiert Rolf, das ist jedenfalls Andys erklärte Überzeugung, den Trip nach Kräften und ist anscheinend immer erstaunlich gut über den Verlauf der Reise unterrichtet. Währenddessen schildert Lowe in Einblendungen immer wieder Tagesablauf, Gedanken und Befürchtungen Rachels, die sich im Verlauf der Geschichte immer häufiger fragt, wie zum Teufel sie sich mit diesem Spring-ins-Feld einlassen konnte.

So ganz nebenbei erfährt der Leser viel Wissenswertes über London, seine Einwohner, die jüngere Geschichte und natürlich eine Menge mehr über die Londoner U-Bahn an sich, vielleicht weniger von Bedeutung, aber dennoch häufig interessant und fast immer amüsant. Und man ist überrascht, dass annähernd alles, was man über London und seine Bewohner bislang aus Rund um Big Ben, Monty Python und anderen Quellen erfahren hat, in Auf ganzer Linie Bestätigung und Abrundung erfährt. Und unwillkürlich fühlt man sich als Teilnehmer des Spiels Scotland Yard.

Die Melange wird von Keith Lowe grandios serviert: Glaubhafte, da nicht überzeichnete Figuren, wechselnde, realistische Schauplätze und wohl kalkulierte Spannungsbögen, die es dem Leser schwierig machen, das Buch aus der Hand zu legen -- man muss einfach mit Rachel und Andy dem Happy-End (?) entgegen fiebern. --Jörg Thatje

   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicEine Wette unter Männern ist Ehrensache! Und so kommt es, daß Andy um 5 Uhr morgen darauf wartet, daß die U-Bahn-Station Morden geöffnet wird. Denn mit seinem Freund Rolf hat er gewettet, daß er es schafft, an einem Tag alle 265 Stationen der London Underground anzufahren; als Beweis muss er von jeder Station ein Foto schießen. Machbar - sicher. Aber an diesem Tag? Denn es ist nicht irgendein Tag: kurz nach Mitternacht will Andy mit seiner Verlobten Rachel in den Nachtzug nach Paris steigen und gemeinsam wollen sie zu ihrer Hochzeit fahren. Wenn mans eben nicht schafft, dann ist die Wette verloren? Nun, ganz so einfach ist es leider nicht. Denn Rolf hat als Unterpfand sehr, SEHR wichtige Dinge einbehalten, die Andy sich Hinweisen folgend an verschiedenen Stellen abholen kann: darunter relativ unbedeutende Dinge wie Wohnungs- und Autoschlüssel, aber auch die Zugtickets und Andys Paß! Sein anfänglicher Optimismus verläßt Andy jedoch schnell und je weiter der Tag fortschreitet, umso mehr sieht er seine Felle wegschwimmen. Aber er muss es einfach schaffen!

Es gibt die Kaputten, die ganz Kaputten - und dann gibt’s noch die U-Bahn-Fanatiker. Rolf und Andy sind solche. Andy etwas treuherzig und Rolf umso durchtriebener. Der Roman ist - wie nicht anders zu erwarten, eine Hommage an die Londoner U-Bahn, der Finger steckt permanent wartend in der aktuellen Seite, während man nach vorn oder hinten zur Umschlaginnenseite blättert, um die gerade aktuellen Haltestellen bzw. Streckenabschnitte zu finden. Selbstredend erfährt man dabei sehr viel Wissenswertes, Rekordverdächtiges über dieses riesige U-Bahn-Netz. Nicht empfehlen würde ich das Buch jemandem, der London und demzufolge auch die U-Bahn (noch) nicht kennt. Denn der/demjenigen könnte es passieren, daß ihr/ihm die Lust auf einen Besuch komplett verlorengeht. Zimperlich darf man nicht sein - Angst etwa vor Menschenmassen, schrägen Gestalten, sich schnell schließenden Türen und engen Gängen ist die beste Voraussetzung, daß "Auf ganzer Linie" zum schlimmsten Buch wird, daß Sie je gelesen haben. Der Schluß ist zu erwarten, aber wie so oft überhaupt nicht entscheidend. Als Erstlingsroman absolut gelungen. Ein wundervolles Buch!

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