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Krimi/Thriller: Schrei nach Stille
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Titel:      Schrei nach Stille
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      162
Autor:      Anne Chaplet
ISBN-10(13):      3471772820
Verlag:      List Hardcover
Publikationsdatum:      2008-08-13
Edition:      2. Auflage
Number of pages:      336
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Blindfisch /// Tista vergibt 7 von 10 Punkten

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Da ist Sophie, die in die Jahre gekommene 68erin, die ein dunkles Geheimnis umgibt. Sie hat ein Buch geschrieben, über die damalige Zeit - beruht es auf  wahren Begebenheiten?
Sie kommt zurück an den Ort, in dem sie ihre "wilden Jahre" verlebt hat - ein spießiges Dorf, in dem die Nachbarn alles mitbekommen und zusammn halten gegen die Außenseiter.
Vieles passiert - viele Kleinigkeiten, viel Verschiedenes - lange muss der Leser warten, bis er genau erfährt, was Sophie belastet...... was damals in den 68er  Jahren wirklich passiert ist.
 Es gibt viele einzelne Stränge in diesem Buch, die mich am Anfang irritiert, sich dann aber doch alle zusammengefügt haben.  Da ist DeLange, das Gastarbeiterkind und jetzt Kriminalhauptkommissar, der Probleme mit seinen Töchtern hat und der nicht gut auf seine geschiedene Frau zu sprechen ist (die dann auch noch sterbenskrank wird) .Da ist Bremer,  den es auch in dieses Dorf  verschlagen hat - der eine Geliebte und eine sehr gute Freundin hat und beide spielen für ihn eine große Rolle. Der verschwundene Junge, oder die direkten Nachbarn von Sophie, die ziemliche Eheprobleme haben!
Ich fand, es waren zu viele verschiedene Handlungen  und dann diese "Zufälle", dass z.B. DeLange sich plötzlich an einen uralten Fall erinnert der ihn dann auch zu Sophie führt, haben mir nicht so gefallen..
Die Figur der Sophie ist sehr "dunkel, depressiv und wirr" - auch wenn sich natürlich am Ende herausstellte, warum!
Genial sind zwischendurch diese äußerst eindrucksvollen Beschreibungen von "Kleinigkeiten".Gleich im ersten Kapitel die Beschreibung der fallenden Wassertropfen - die hat man richtig vor Augen und hört sie leise in die Wanne tropfen.
Anne Chaplet hat ihre Fans - und denen wird das Buch sehr gut gefallen!

Blindfisch /// Tista hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt.


Rezension

05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

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Zum Inhalt:..........

Sophie Winter, eine erfolgreiche Schriftstellerin Anfang 60, bewohnt seit einiger Zeit in Groß-Roda, Oberhessen, ein verfallenes Haus. Hier lebten vierzig Jahre zuvor drei junge Hippies, die den Dorfbewohnern mehr als unwillkommen waren. Als sich auch noch ein Mädchen aus dem Ort mit den unkonventionellen Zugezogenen anfreundete, eskalierte die Situation. Kurz darauf verschwand ein weibliches Mitglied der Hippiegemeinschaft spurlos. Sophie, die in ihrem Buch die Dörfler des Mordes an der Vermissten anklagt, versucht die damaligen Schuldigen durch ihre Anwesenheit zu provozieren. Denn sie kennt die Geschichte nicht nur aus zweiter Hand. Ihr Nachbar Paul Bremer interessiert sich ebenfalls für die Wahrheit und auch ein Kommissar aus Frankfurt wird durch Zufall in den Fall hineingezogen. Zeitgleich verschwindet ein Junge aus dem benachbarten Klein-Roda und die Ereignisse überschlagen sich...

Meine Meinung:............

"Schrei nach Stille" hebt sich wohltuend vom üblichen Krimi-Einheitsbrei ab. Anne Chaplet gelingt es grandios, die Mechanismen des dörflichen Zusammenlebens zu entlarven. Auch die Diskrepanz zwischen Landbevölkerung und den zugezogenen Städtern sowie die sich daraus zwangsläufig ergebenden Konflikte sind sehr gut herausgearbeitet. Nach der Lektüre hat man für die Haltung beider Seiten Verständnis. Eine Gut-Böse-Konstellation ist in diesem Buch nicht zu finden. Neben den sozialkritischen Aspekten ist der Roman aber vor allem eins, nämlich sehr spannend. Und das, obwohl die Autorin auf die gängigen Blutbade gänzlich verzichtet. Statt dessen durchziehen mysteriöse Vorkommnisse das gesamte Buch und durch die für einen Krimi ungewöhnlich plastischen Naturbeobachtungen wirken Sophies Haus und seine Umgebung sehr lebendig und bedrohlich. Chaplets Sprache ist sowohl bildreich als auch fantasievoll, was das Lesen sehr interessant gestaltet. Es gibt im Ganzen drei Personen aus deren Sicht die Geschehnisse erzählt werden. Neben der geheimnisvollen Hauptfigur Sophie Winter wären da noch der ehemalige Werbefachmann Bremer, der erst seit kurzem in der Gegend wohnt und Kommissar Giorgio DeLange. Man erfährt viele persönliche Details aus dem Leben der drei, die die Geschichte angenehm auflockern. Ziemlich schnell wird klar, dass Sophie Probleme mit ihrem Gedächtnis hat. Der Grund dafür wird allerdings erst auf den letzten Seiten ersichtlich, vorher hängt der Leser etwas in der Luft. Am Schluss verbinden sich die einzelnen Handlungsstränge sinnvoll miteinander und die Auflösung der beiden Vermisstenfälle ist überraschend und anders als erwartet, jedoch sehr passend.

Fazit:.........

Ein stimmungsvoller Kriminalroman mit einer gelungenen Spannungskurve und mystischen Elementen. Sehr zu empfehlen!


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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicDas Buch
Ich muss gestehen das Bild auf dem Schutzumschlag erinnert mich eher an die Grufti Generation der 90er Jahre als an die 68er und ist zusammen mit den roten Lettern und dem Titel eher etwas abschreckend. Die Bezeichnung Kriminalroman verbilligt das ganze noch etwas mehr und würde so niemals in meinen Händen landen! In diesem Fall habe ich gelernt meinen Augen zu misstrauen, denn auch der Text auf der Rückseite ist ein wenig verwirrend und gibt nicht den Tatsächlichen Ablauf der Romans wider. Warum ich es dennoch gelesen habe? - Alleine der Schreibstil hat mich überzeugt!
Inhalt
Eine ältere Dame zieht, nachdem sie ein Buch veröffentlicht hat, in ein kleines Dorf in Hessen. Keiner will sie dort haben obwohl sich das Buch sehr erfolgreich verkauft. Es liegt nicht daran, dass die Einwohner neidisch sind und auch nicht an der Tatsache dass es in ihrem Haus spuken soll. Vielmehr ist es das Buch was die Nachbarn so unruhig werden lässt, denn es erzählt die Geschichte von zwei Frauen und einem Mann die sich in den wilden 60ern für freie Liebe aussprechen und von einem ganzen Dorf gemobbed werden. Das Buch endet mit einem Mord. Ein älterer Polizist liest ebenfalls diesen Bestseller und erinnert sich an einen Fall der sich wohl so ähnlich zugetragen haben soll - in einem Dorf in Hessen. Mit nur einem kleinen Unterschied: In Wirklichkeit gab es keinen Mord sondern eine Vermisstenanzeige und die junge Frau wurde niemals gefunden. Woher kennt die Schriftstellerin die ganzen Details und steckt hinter ihrem Buch die ganze Wahrheit?
Chaplets Schreibstil ist so ausschmückend und faszinierend schön, dass es mir am Anfang gar nicht erst um die Geschichte ging. Die Worte der Autorin lassen Bilder vor den Augen entstehen. Dieses Buch liest sich nicht, es spielt ein großes Kino. Eine faszinierende Geschichte: spannend, unterhaltsam und niemals langweilig.
Gleich zu Beginn wird der Leser in das kleine hessische Dorf entführt in dem die Nachbarn von Sophie Winter - der Bestsellerautorin - so unvorstellbar kalt und unfreundlich wirken, dass man automatisch Mitleid mit der älteren Dame bekommt.
Man lernt Kapitel für Kapitel die wichtigsten Nachbarn aus ihrer eigenen Perspektive kennen jedoch bleiben die Tatsachen noch unangetastet, nur das düstere Gefühl macht sich breit. Jedes Kapitel verändert die Geschichte und so nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen. Dadurch bleibt die Geschichte niveauvoll und spannend bis zur letzten Seite. Niemals vergisst die Autorin ihre ausschmückenden Details.
Anne Chaplet liebt es zu schreiben und sie liebt ihre Geschichte das spürt man in jedem Wort, desto eigenartiger kam mir ab und zu ihre Wahl der Worte vor die nun gar nicht zu ihrem gehobenen Schreibstil passen wollten: "Er kriegte einen Job" - Warum "bekam" er ihn nicht? Dieses "kriegte" anstelle von bekam oder noch schöner erhielt brachte mich wirklich zum Nachdenken. Vielleicht redet man in Hessen so? Ich weiß es nicht und möchte es auch nicht kritisieren, denn jeder Mensch hat seinen eigenen Stil und vielleicht mag Anne Chaplet lieber etwas kriegen als es zu bekommen?
Mehr habe ich weder an der Geschichte noch an dem Schreibstil von Anne Chaplet, die in Wirklichkeit Cora Stephan heißt, nicht auszusetzen. Im Gegenteil: Das Buch ist wirklich sehr gut durchdacht denn es funktioniert genau so wie es sollte. Ich schreibe absichtlich dass es funktioniert, denn das Buch ist aufgebaut wie ein guter Film: Der Regisseur versucht Gefühle zu erzeugen. Wenn er möchte dass wir einen Menschen lieben und mit ihm leiden so zeigt er seine Umgebung auf eine Art die uns dazu zwingt diese von ihm auserkorene Person zu lieben. So macht es auch Anne Chaplet und man ist wirklich erschüttert wenn man am Ende eine bittere Enttäuschung erlebt - nicht weil das Buch so schlecht ist, sonder weil Anne uns dazu zwingt jemanden zu lieben der letztendlich keine Liebe verdient oder vielleicht doch? Finden Sie es am besten selbst heraus!
Ich empfehlen dieses Buch Menschen die mehr wollen als einen Krimi und vor allem denen die keine Krimis mögen - nach diesem Buch werden sie zumindest einen Kriminalroman lieben! So wie ich :)

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3 Anonym vergibt 6 von 10 Punkten

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"Schrei nach Stille" behandelt die Geschichte des Sommers 1968 in dem drei Hippies das kleine Dörfchen Klein-Roda mit ihrer ungewöhnlichen Lebensphilosophie aufmischen, was den Dorfbewohnern natürlich überhaupt nicht recht ist.
40 Jahre später schreibt Sophie Winter, eine der damaligen Hippies, ein Buch über ihre Sicht der Ereignisse aus dem Jahr 1968, das für viel Wirbel sorgt. Als sie dann auch noch in ihr altes Haus von damals zieht, geschehen merkwürdige Dinge und ein Kind verschwindet. Paul Bremer und Hauptkomissar DeLange ermitteln unabhängig voneinander und decken die wahren Geschehnisse des damaligen Sommers auf. Zunächst einmal sei gesagt, dass das Buch der bereits fünfte Teil einer Reihe rund um Paul Bremer ist. Für jemanden, der die Vorgänger nicht kennt, ist es recht schwierig ins Buch rein zu kommen, da viel Hintergrundwissen einfach vorrausgesetzt wird. Für mich war es leider so. Ich kannte die bisherigen Bände nicht und konnte bis ca. zur Mitte des Buches mit den meisten Hauptpersonen nichts anfangen, ausgenommen DeLange, der wohl in diesem Band erstmalig auftritt. Dieser wurde von der Autorin gut beschrieben.
Das Buch wird generell aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Zunächst einmal aus der Sicht von Sophie Winter. Diese Passagen sind ein wenig wirr und konfus und obwohl diese Person wohl die einzige erzählende ist, die eigentlich das komplette Wissen über alle Geschehnisse haben müsste, erfahren wir von ihr nur wenig konkretes.
Paul Bremer, der in Klein-Roda lebt, bringt ein wenig Einblick ins Dorf und seine Bewohner und deren Sicht der Geschehnisse des Jahres 1968.
Der neue Ermittler DeLange klärt dann schlussendlich nahezu den kompletten Fall. Als Nebenhandlung geht es noch um sein Privatleben mit seinen Töchtern und seiner (Ex)-Frau, was eigentlich überhaupt nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun, dem aber doch große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zu erwähnen sei noch der Schreibstil von Chaplet. Dieser ist nämlich ein ungewöhnlicher, woran wahrscheinlich nicht jeder Freude haben wird. Mir hat dieser abgehackte Stil soweit gut gefallen, nur an einigen Stellen störte er mich ein wenig, vor allem dann, wenn der vorherige Text unglaublich flüssig war und dann nur noch abgehackte Sätze kamen.
Ansonsten beschreibt Chaplet sehr bildreich und nüchtern die Umgebung, so dass sich der Leser gut in die Umgebung einfühlen kann. Der Schluss war mir persönlich an einigen Stellen zu vorhersehbar und an anderen Stellen nicht allzu gut nachvollziehbar.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3 Anonym vergibt 6 von 10 Punkten

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Keinen wirklichen Zugang gefunden

Sophie Winter lebt erst seit Kurzem in Klein-Roda, einem kleinen Dorf in Hessen. Jeder kennt dort jeden, aber sie lebt sehr zurückgezogen und hat kaum Kontakt zu den Bewohnern. Es stellt sich heraus, dass sie schon einmal dort gelebt hat – nämlich 1968 in einer Hippie-Kommune. Damals wurden sie und ihre beiden Mitbewohner vom Dorf schikaniert und es deutet zunächst alles darauf hin, dass sich dies fortsetzt.

Ihre Erinnerungen an den „Summer of Love“ hat Sophie in dem gleichnamigen Buch festgehalten. Im Dorf stößt sie damit jedoch nur auf Widerstand und Ablehnung, da sich die Menschen in ihren Erzählungen wieder erkennen und bloßgestellt fühlen. So scheint auch schnell klar zu sein, wer Sophies Alltag immer wieder boykottiert.

Im Laufe des Buches werden jedoch immer mehr Einzelheiten aufgedeckt, die ein ganz neues Licht auf das Geschehen werfen...

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe bis zum Ende keinen Zugang zu diesem Buch gefunden. Leider.

Am Anfang fand ich den Schreibstil noch richtig klasse. Die Grundstimmung des Buches wurde wunderbar deutlich und der Leser wird nicht einfach in die Handlung „hineingeworfen“, sondern allmählich mit den bereits bekannten Sachverhalten vertraut gemacht. So weit so gut.

Unglücklicherweise ändert sich der Stil nicht. Das Handlung treibt vor sich hin. Die Kapitelanfänge stellen jedes Mal einen Szenenwechsel dar – das ist ja an sich kein Problem, aber dadurch ist es mir nicht möglich gewesen, in die Handlung einzutauchen. Die Kapitel sind überwiegend sehr kurz. Das macht das Lesen zwar angenehm, aber die wirklich toll ausgearbeiteten Charaktere wirken nicht wirklich.

Die Beschreibung der Personen und die Einblicke ihre Gedankenwelten gelingen der Autorin wirklich hervorragend – dies war es letztlich auch, was mich das Buch zu Ende lesen ließ. Die innere Zerrissenheit Sophies und die inneren Konflikte Bremers und DeLanges erzeugen eine Tiefe, die man selten bei Romanfiguren vorfindet. Um so bedauerlicher ist es, dass dies durch bereits erwähnte Szenenwechsel meist unterbrochen wird, um erst später irgendwann fortgesetzt zu werden.

Außerdem positiv hervor zu heben ist in meinen Augen der Aufbau des Buches. Die durchaus vorhandene Spannung wird aufrecht erhalten, da sich die einzelnen Handlungsstränge mit dem Fortschreiten der Handlung immer weiter annähern. Es ergeben sich Beziehungen zwischen einzelnen Personen, die teilweise nicht zu erwarten waren. Für Überraschungsmomente ist also gesorgt.

Dazu gehört auch das für mich überraschende Ende. Den Ausgang des Buches hätte ich so nicht erwartet. Die allmähliche Herleitung der tatsächlichen Geschehnisse verhindert einen konstruiert wirkenden Abschluss der Geschichte und wertet das Buch durchaus auf.

Dennoch ist „Schrei nach Stille“ für mich insgesamt nur durchschnittlich, da die positiven Aspekt das Negative in meinen Augen nicht gänzlich wett machen können und ich eben keinen Zugang zum Buch gefunden habe.


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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

UserpicSophie, ein wenig merkwürdig die Frau, schreibt ein Buch über anscheinend wahre Erlebnisse. Auf der einen Seite werden diese Geschehnisse verfilmt und man hat mit dem italienischen Kommissar DeLange zu tun, der alleinerziehender Vater ist und damit fertig werden muss, dass er seinen Kindern die schwere Krankheit ihrer Mutter erklärt, auf der anderen Seite ist da Paul Bremer, der für mich schwerer einzuordnen war und irgendwie "Mädchen für alles ist", in Klein-Roda, dem Ort, in dem Sophie nun wieder wohnt, und wo sich die Geschehnisse zu wiederholen scheinen. Und dann gibt es da auch noch den verschwundenen Jungen Luca. "Schrei nach Stille" ist ein recht ungewöhnlicher und gewöhnungsbedürftiger Krimi gewesen. Ich habe mich oftmals gefragt, worauf das ganze hinauslaufen soll und einige Erklärungen kamen mir schwammig vor. Die Stimmung des gesamten Buches über ist sehr deprimierend, aber die Stimmung in dem kleinen Ort Klein-Roda wurde gut festgehalten, das kann ich als Dörflerin sagen. Außerdem hat mir noch sehr gefallen, dass das Buch an keiner Stelle zu übertrieben war. Die Schilderungen kamen alle recht authentisch an.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

UserpicDas dem Buch vorangestellte Zitat von Theodor Heuss passt ausgezeichnet zu Anne Chaplets neustem Buch „Schrei nach Stille“.

Sophie Winter ist eine ältere Schriftstellerin, die sich vom Geld ihres Buches „Summer of Love“ ein verlassenes Haus im nordhessischen Dorf Klein-Roda gekauft hat. Die Dorfbewohner begegnen ihr mit der gleichen misstrauischen Ablehnung, wie den Hippies, die einst 1968 in diesem Haus lebten. Es wird schnell klar, dass sie nicht zufällig in dieses Haus gezogen ist und ihr Roman keine erfundene Geschichte beschreibt.

In „Summer of Love“ beschreibt sie wie 1968 drei junge Hippies nach Klein-Roda zogen, welche Konflikte zwischen den Dorfbewohn ern und den Hippies entstanden und legt nahe, dass eines der beiden Hippie-Mädchen von den Einwohnern in den Tod getrieben worden wäre. Die Dorfbewohner verbinden mit diesem Haus nicht nur wegen der Hippies unangenehme Erinnerungen und begegnen Zugezogenen ohnehin nicht gerade offen und herzlich. Davon kann auch ihr Nachbar Paul Bremer ein Lied singen, denn obwohl er schon lange in Klein-Roda wohnt, gehört er nicht richtig dazu. Erst durch das Buch erfährt er, was hier 1968 geschah und einiges andere mehr, das er vielleicht lieber nicht über liebgewonnene Nachbarn gewusst hätte.

Bei der Leseprobe war ich mir noch sicher, dass ich recht schnell den Überblick über die vielen eingeführten Personen und die unterschiedlichen Erzählperspektiven haben würde. Für mich wurde das Lesevergnügen leider dadurch getrübt, dass ich gelegentlich zurückblättern musste, um den Überblick zu behalten.rn Hätte ich die Lektüre nicht mehrmals für einige Tage unterbrechen müssen, wäre das sicher anders gewesen. Die oft fehlende Kennzeichnung von wörtlicher Rede und den SMS trug zur Verwirrung bei.

Für mich ist „Schrei nach Stille“ nicht wie auf dem Klappentext versprochen: „Ein eindringliches Porträt der Bundesrepublik in einer ihrer größten Umbruchsphasen (...)“, sondern ein sehr gelungenes Porträt des Lebens in einem Dorf vor vierzig Jahren und heute. Die Nebenhandlung nimmt soviel Raum ein, dass es sich meiner Ansicht nach nicht um einen Krimi handelt, sondern um einen (sehr lesenswerten) belletristischen Roman.

Ein sehr beeindruckendes Buch, das ich gerne gelesen habe und auch schon weiterempfohlen habe.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  4.5 Binea vergibt 9 von 10 Punkten

UserpicVerruchtes Cover, gegensätzlicher Titel....
… klingt nach einem spannendem Buch, welches Erfolg haben könnte. Obwohl ich keine Krimis bevorzuge, da mir die meisten zu Seicht sind, muss ich sagen das mir bei diesem der Anfang schon mal sehr gut gefällt.
Das war meine Meinung zur Leseprobe - nun hab ich das ganze Buch gelesen, besser gesagt in fast einem Ritt verschlungen.
Der Anfang des Buches beginnt mit einer ausführliche Beschreibung der Umgebung, der Geräusche, Gerüche, Gefühle....ein gelungenes Kopfkino, was mich durch diese wunderbare Schreibweise zu 100 Prozent in dem Buch versinken lies.
Sophie Winter, die Autorin des Buches "Summer of Love" wohnte bereits in der Hippi-Zeit in Klein-Rhoda, dem Ort der die größte Rolle in Ihrem Leben spielt. Schon damals wohnte Sie, bekannt als Angel, mit der schönen Sascha und Charles in dem scheinbar verfluchtem Haus. Bereits in der Hippizeit waren Sie dem ganzen Dorf ein Dorn im Auge, da Sie für Unruhen sorgten. Als nun auch noch Ihr erfolgreiches Buch verfilmt wird und Sie in das Geisterhaus zurückkehrt, werden die Nachbarn/Dorfbewohner aufmerksam und erinnern sich an den Sommer 68. Plötzliche Fragen treten auf und Sophie Winter ist Gesprächsthema Nr. 1. Der Polizist DeLange, welcher als Berater am Filmset tätig ist, lernt Sophie Winter kennen und merkt das etwas nicht stimmt.
Erzählt Sie in Ihrem Buch eine frei erfundene Geschichte oder doch über Ihre Vergangenheit? Wo ist der seit ein paar Tagen vermisste Luca? Was ist mit Sascha passiert, dem Hippi-Mädchen, dass seit 40 Jahren als vermisst gilt ? Kann die Akte Alexandra Raabe doch noch geschlossen werden? Fragen über Fragen welche beantwortet werden wollen.
In den Vier sorgfältig ausgewählten Abschnitten des Buches - Nach dem Sturm, Nach der Liebe, Vor dem Schnee, Vor der Stille - werden nach und nach die Zusammenhänge der drei Protagonisten deutlich. In einer fesselnden Erzählweise und kurzen aber aussagekräftigen Kapiteln wird der Leser gefesselt und erst am Schluss wird Licht ins Dunkel gebracht.

Die Autorin Anne Chaplet (Cora Stephan) lebt in Oberhessen und erhielt bereits zweimal den deutschen Krimipreis. www.anne-chaplet.de

Fazit: Ein sehr zu empfehlendes Buch was aufgrund der oft unheimlichen und düsteren Atmosphäre dem Leser eine Gänsehaut beschert.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

UserpicWie gut, dass ich die ersten zwei Romane der Serie schon kannte, so hatte ich wenigstens ein kleines bißchen Hintergrundwissen, was die Charaktere anbelangt.
"Schrei nach Stille" hat mir insoweit gut gefallen, dass die übliche dörfliche Ignoranz wirklich gut dargestellt wurde. Als Dörfler kann ich das wohl sagen. Auch die Geschichte an sich war gut erzählt, leider ließ die Spannung für mich ein wenig zu wünschen übrig. Interessant war es, ja, aber spannend?
Hinzu kommt noch, dass der Erzählstil ein recht ungewöhnlicher und eigener war. Wirklich hilfreich war dieser allerdings nicht. Im Gegenteil. Für ein flüssiges Leseerlebnis hat er nicht gesorgt, er war an vielen Stellen eher hemmend.
Die neuen Charaktere fand ich allerdings recht gut beschrieben. Allen vorran DeLange, der mir wirklich gut gefallen hat. Sophies Verworrenheit hat mir ebenfalls gut gefallen, allerdings fand ich sie auch ein wenig unglaubwürdig, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass niemandem ein solches Verhalten auffallen würde, wie es in diesem Buch offenbar geschehen ist.
Das Ende war dann recht gut, wenn auch einigermaßen vorhersehbar. Allerdings auch etwas unbefriedigend für Verfechter des Rechtssystems.
Insgesamt eine recht solide Geschichte mit einigen Mängeln.

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05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

UserpicVergangenheitsbewältigung der anderen ArtrnrnrnSchrei nach Stille Anne Chapletrnrn"Summer of love" so lautet der Titel des Romans von Sophie Winter.rnUnd was in diesem Sommer der Liebe 1968 passiert ist, davon handelt der neueste Roman von Anne Chaplet.rnSophie Winter ist vor kurzem nach Klein-Roda gezogen, in das geheimnisvolle Haus, welches eine unheilvolle Vergangenheit hat, über die die Einwohner des Dorfes lieber den Mantel des Vergessens ausbreiten.rnSie ist bei den Nachbarn nicht beliebt, wird geschnitten und ausspioniert. Und bald passieren die ersten seltsamen Dinge......rnrnUnd dies alles muss mit den Ereignissen des Jahres 1968 zusammenhängen.rnrnZeitgleich verschwindet ein Junge aus dem Dorf, in Frankfurt lernen wir den neuen Protagonisten Giorgio DeLange kennen, Paul Bremer wird in Klein-Roda in das Geschehen mit hineingezogen, die Fäden laufen zusammen bis zum bitteren Ende.rnrnMir war nicht bewusst, dass es sich bei "Schrei nach Stille" um den neuesten Teil einer Serie von Anne Chaplet handelt. Von daher war der Einstieg nicht unbedingt einfach, es fehlte einem teilweise einfach das Vorwissen um die Hauptpersonen wie Bremer und Karen Stark.rnDas hat sich aber ziemlich schnell gelegt und ich war von dem Buch und dem Schreibstil von Anne Chaplet begeistert. Kurze Kapitel, eigenwillige Einschiebungen wie SMS Dialoge, Gedankengänge usw. haben für mich die Spannung erhalten und für kurzweiliges Lesevergnügen gesorgt.rnZudem hat mich DeLange ziemlich begeistert, ich finde, er ist ein gelungener und ausbaufähiger Protagonist.rnAnne Chaplet versteht es, Charaktere glänzend zu schildern und aufzubauen. Vieles steckt hier im Detail, man sollte das Buch aufmerksam lesen und sich keine Hinweise entgehen lassen.rnrnFür mich war dieses Buch der Anreiz, nun nach und nach auch die weiteren Teile der Serie lesen zu wollen.rnrnrn

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

UserpicNach einem starken Beginn mit bildhafter Sprache lässt der Spannungsbogen leider schnell nach. Zwar sind die drei Erzählstränge für sich sehr interessant, doch wirkte die Zusammenführung der Bruchstücke auf den letzten Seiten des Buchs auf mich sehr konstruiert und mit vielen Mutmaßungen aufgefüllt.
Den Titel empfinde ich als sehr passend. Das Oxymoron "Schrei nach Stille" spiegelt durch seine Gegensätzlichkeit auch die Position von Sophie Winter wieder. Auf der einen Seite eine erfolgreiche Autorin, andererseits jedoch eine verwirrte Frau, die sich im Alltag nur mühsam mit Hilfe von Zetteln zurechtfindet. Diesen Charakter fand ich daher sehr gut ausgearbeitet und lesenswert.
Verwirrend fand ich Paul Bremer und die Darstellung seiner Beziehung zu Anne in Form von SMS Bruchstücken. Seine Erzählpassagen hemmten meiner Meinung nach den kompletten Erzählfluss und hätten sicherlich mehr Potenzial gehabt.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Charakter des Giorgio DeLange auch in weiteren Büchern ausgebaut wird. Von ihm würde ich gerne mehr lesen.
Insgesamt fand ich den Roman zu konstruiert und abgehackt um wirkliche Spannung aufzubauen. Schade – hier ist die Chance entgangen aus einer guten Story auch ein gutes Buch zu machen.

Fazit:
Ein durchschnittlicher Krimi ohne große Höhen und Tiefen, aber mit interessanten Ansätzen.


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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3 Maren vergibt 6 von 10 Punkten

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Sophie Winter hat ein Buch über eine wahre Begebenheit geschrieben. „Summer of Love“ spielt in den späten 60ern und hat drei Hippies zum Thema, die in einem kleinen Dorf die freie Liebe leben. Das stößt bei den Dorfbewohnern auf große Ablehnung. Dann verschwindet eine der Frauen spurlos, es gibt keine Hinweise, lediglich Vermutungen, doch alle Ermittlungen verlaufen bald im Sande und werden schließlich eingestellt.

Als nun „Summer of Love“ verfilmt werden soll, wird dabei der alte, reale Fall wieder aufgerollt. Giorgio DeLange, ein Kripo-Beamter, der als Berater am Filmset ist, vermutet mehr hinter der Sache und beginnt zu ermitteln.

Nach und nach löst sich der Fall.

Ich hatte anfangs große Mühe mit dem Schreibstil. Anne Chaplet schreibt in kurzen, oft sehr abgehackt wirkenden Sätzen. Das passt zwar an einigen Stellen ganz gut (besonders bei denen aus Sophie Winters Perspektive), an vielen anderen aber weniger, es kam oft kein schöner Lesefluss auf.

Die Kapitel sind sehr kurz, einige nur zwei Seiten und neue Kapitel beginnen stets auf einer neuen Seite, so dass der Roman deutlich weniger Umfang hat, als man auf den ersten Blick vermutet.

Die Handlung ist teilweise verwirrend, vor allem am Anfang wird nicht so recht klar, wer nun die Hauptperson ist und wo die Geschichte hinsteuert. Es ist auch wenig krimitypisch, zwar spielt der Fall des verschwundenen Hippie-Mädchens dann eine große Rolle, aber viel Raum nimmt auch Giorgio DeLanges Privatleben ein.

Spannung kam für mich erst ab der zweiten Hälfte etwa auf. Die Auflösung fand ich dann etwas enttäuschend, da hätte ich doch mehr erwartet und da wurde dann auch alles recht schnell abgehandelt.

Als sehr störend empfand ich die ständigen Gedankengänge der Personen, die oft nur wahllos eingeworfen wirkten, die Geschichte nicht voranbrachten und den Lesefluss störten.

Fazit: Ich hab mich beim Lesen nicht gelangweilt und es schnell durch gehabt, was aber auch an dem recht geringen Umfang liegt. Wirklich berühren konnten mich aber weder die Geschichte noch eine der Figuren.


Maren hat insgesamt 176 Rezensionen angelegt.


Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

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Anne Chaplet's „Schrei nach Stille war mein erstes Buch dieser Autorin, auf das ich schon sehr gespannt war, da mich das Thema „Summer of Love“ - Sex, Drugs and Rock'nRoll in Deutschland sehr interessiert hat und ich den Klappentext sehr ansprechend und spannend fand.


Schlimmer als die enttäuschten Wünsche sind die erfüllten. Was, wenn es nichts mehr zu wünschen gibt?“


Die Bestseller-Autorin Sophie Winter zieht in ein heruntergekommenes Haus im hessischen Klein-Roda. Für die Dorfleute ist sie eine Fremde. Das Buch, das sie geschrieben hat, erzählt ihre eigene Geschichte – die Geschichte von 3 Außenseitern, die im Jahr 1968 in dem Dorf gewohnt haben und schließlich von den Einwohnern vertrieben wurden. Das Buch ist zugleich die eigene Bewältigung ihrer Vergangenheit und die späte Rache an den Dorfbewohnern. Und jetzt scheint die Geschichte sich zu wiederholen – es gibt wieder Vorkomnisse. Wer denkt, das Dorf hätte sich in den letzten 40 Jahren wesentlich weiter entwickelt, täuscht sich. Doch im Laufe der Geschichte beginnt man sich zu fragen, was wirklich geschieht und was ihrer fortschreitenden Demenz zuzuordnen ist.

Zeitgleich verschwindet ein Junge aus dem Dorf, der 12-Jährige Ausreißer Luca und auch das Leben der beiden Ermittler nimmt einen nicht unwesentlichen Teil des Buches ein.


Die Geschehnisse von 1968 werden aus 2 Perspektiven ermittelt – auf der einen Seite steht der Polizeibeamte Jo DeLange, der Berater bei der Verfilmung von Sophie Winters Buch „Summer of Love“ ist. Auf der anderen Seite Paul Bremer, wie Sophie Winter selber nur ein „Zugezogener“ in dem kleinen Dorf. Bis zum Ende des Buches finden die beiden nicht zueinander, sondern die Fäden ihrer Ermittlungen werden geschickt von gemeinsamen Freunden / Bekannten verknüpft. Eine sehr ungewöhnliche und interessante Art einen Kriminalfall aufzuklären, entspricht überhaupt nicht dem klassischen Stil, hat mir aber sehr gefallen hat. Auch der geistige Verfall der Sophie Winter und das Verwirrspiel um Reales und eingebildetes ist sehr schön beschrieben worden. Man kommt erst gegen kurz vor Ende auf mögliche Lösungsansätze, von daher ist das Buch vom Anfang bis zum Schluss sehr spannend.

Nicht gefallen hat mir dagegen die düstere Atmosphäre des Buches, die nach dem Lesen ein beklemmendes Gefühl hinterlassen hat. Alle Akteure wirken frustriert, überfordert oder krank.

Anfangs hatte ich außerdem Probleme, in das Buch hineinzukommen – was daran gelegen haben mag, das „Schrei nach Stille“ schon der fünfte Teil um Paul Bremer ist und ich die anderen vier vorher nicht gelesen habe. Auch in den Schreibstil mußte ich mich erst einlesen – der Erzähl-Stil schwankt bei den Perspektiven der einzelnen Personen. So waren für mich die Kapitel um Paul Bremer leichter zu lesen als die von DeLange. Die Passagen um Sophie Winter waren teilweise recht langatmig und detaillgetreu, aber passend um die Person dahinter zu beschreiben.

Der Krimi, der eigentlich nicht nur ein Krimi ist, war nicht schlecht, aber anstrengend zu lesen. Bis ich zu einem weiteren Buch der Autorin Anne Chaplet greifen werde wird wohl einige Zeit vergehen.


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Schrei nach Stillle - Anne Chaplet

02.09.2009 Bewertung:  3.5 goldfisch vergibt 7 von 10 Punkten

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Das hessische Dorf Klein-Roda hat eine neue Einwohnerin. Die Schriftstellerin Sophie Winter, deren Buch “Summer of Love“ für viel Aufsehen gesorgt hat und das jetzt verfilmt wird. Die Dorfbevölkerung empfängt sie nicht gerade mit offenen Armen, denn in ihr Roman spielt hier, im Jahr 1968, und endet damit, dass die Einwohner die Schuld am Tod ein junges Hippie-Mädchen tragen. So begegnet sie ihr mit dem gleichen Misstrauen wie ihrer fiktive Hippie-WG vor vierzig Jahren.

Mich fasziniert, wie beklemmend die Stimmung in dem alten Haus geschildert wurde und wie Anne Chaplet auch im Rest des Buches mit Sprache und Atmosphäre spielt. Ich lese gerne Bücher, in denen Rückblicke in die Vergangenheit eine wichtige Rolle spielen. Bei “Schrei nach Stille“ wurde ich nicht enttäuscht. Geschickt werden längst vergangene Ereignisse nach vierzig Jahren nochmal ans Tageslicht geholt und wirken dort auf einmal ganz anders. In den ersten Kapiteln wimmelt es nur so von losen Enden, die viel Spannung erzeugen. Diese wurde bis zum Ende des Romans auf oft unerwartete Weise zusammengeführt. Fast nichts war so, wie es am Anfang schien.

Die Figuren werden plastisch beschrieben. Menschen mit Ecken und Kanten und einer eigenen, glaubwürdigen Vergangenheit. Es war bedrückend zu lesen, wie Sophie Winter sich von den Einkünften des Buches und der Filmrecht ihr Traumauto leistet, ein Haus kaufen kann, versucht sich der Vergangenheit zu stellen und gleichzeitig merkt, dass sie ihr Gedächnis verliert. Endlich könnte sie ihr Leben genießen, doch das ist ihr nicht vergönnt. Auch der alleinerziehende Kriminalkommissar DeLange hat es nicht leicht und seine persönlichen Probleme nehmen zwar viel Raum ein, aber meiner Meinung nach nicht zu viel.

“Schrei nach Stille“ spielt in einer Zeit, die ich selbst nicht bewusst miterlebt habe und vermittelt mir, wie es damals wirklich hätte sein können. Ein Aufeinandertreffen von Landbevölkerung und Hippies aus der Großstadt. Am Schluß bleibt die Frage, ob sich in den letzten vierzig Jahren auf dem Land und in der Stadt wirklich viel geändert hat.

Das Buch macht Lust auf weitere Bücher von Anne Chaplet, von der ich bisher noch nichts gelesen hatte. Ein Roman, den ich mit Sicherheit weiterempfehlen werden. Nächstes Mal weiß ich dann, dass mich kein reiner Krimi erwartet, sondern hoffentlich wieder ein spannender Roman.


goldfisch hat insgesamt 9 Rezensionen angelegt.


Summer of Love

04.06.2010 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

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In einem kleinen hessischen Dorf wird die Dorfgemeinschaft noch ganz groß geschrieben. Jeder weiß über seinen Nachbarn Bescheid und Neuzugezogene haben es nicht leicht in diese Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Im Gegenteil, sie werden erst vorsichtig und misstrauisch betrachtet und gehören selbst nach Jahren noch nicht richtig dazu.

 

Vor vierzig Jahren bekamen das auch drei junge Menschen zu spüren, die dort in einer Villa in der Dorfsiedlung ihren \"Summer of Love\" verbrachten. Zwei junge und hübsche Frauen lebten dort mit einem Mann zusammen. Die drei Hippies wurden aufgrund ihres Lebenswandels, von den Dorfbewohnern geschnitten, bedroht und sogar angegriffen. Denn von freier Liebe und Drogenkonsum hielt man in dem kleinen Dorf nicht viel. Eines Tages verschwand eine der beiden Frauen spurlos und ihr rätselhaftes Verschwinden konnte niemals aufgeklärt werden.

 

Nun wohnt die erfolgreiche Autorin Sophie Winter in genau diesem Haus und wird von den Dorfbewohnern misstrauisch beäugt. Denn Sophie hat einen Roman veröffentlicht, der überraschend viel mit den damaligen Ereignissen im Dorf gemeinsam hat. Die Hauptprotagonistin in Sophies Roman wurde sogar von den engstirnigen Dorfbewohnern zu Tode gehetzt. Nun wird Sophies Roman sogar verfilmt. Kriminalhauptkommissar Giorgio DeLange steht der Filmcrew beratend zur Seite. Denn die Polizeiarbeit am Ende der 60er Jahre soll im Film so identisch wie möglich wirken. Doch die vielen Übereinstimmungen zwischen Romanvorlage und dem damaligen Verschwinden der jungen Hippi-Frau lassen DeLange die alten Akten anfordern. Denn er hat den Verdacht, dass vielleicht ein Körnchen Wahrheit in der Geschichte liegen könnte und auch jetzt wird in dem kleinen Ort wieder jemand vermisst. Ein zwölfjähriger Junge wird dort schon seit Tagen von der örtlichen Polizei gesucht. Seine Mutter lebt in einer entsetzlichen Angst.

 

Auch die Romanautorin Sophie wird in dem kleinen Häuschen telefonisch belästigt und bedroht. Türen sind plötzlich nicht mehr verschlossen, Schränke werden ausgeräumt und Sachen verschwinden. Als Sophie ein tot abgelegtes Tier im Haus findet, stellt sich die Frage in welches Wespennest sie mit ihrem Roman gestochen hat....

 

Meine Meinung

 

Das ist der erste Roman den ich bisher von Anne Chaplet gelesen habe und somit auch der erste Band aus der Paul Bremer Reihe. Leider fehlt mir dadurch der Hintergrund der ja in den vorhergehenden Bänden geschaffen wurde. Man kann \"Schrei nach Stille\" auch einzeln lesen und dem aktuellen Fall gut folgen, doch sinnvoller wäre es sicher die Bände in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen. Denn so fehlten mir natürlich die Hintergrundinformationen zu Paul Bremer und seinem familiären Hintergrund, seinem Beziehungsleben und der eigentlichen Aufgabe in der Dorfgemeinschaft. Ebenso erging es mir mit  der Staatsanwältin Karen Stark, einer guten Freundin von Paul Bremer, die wohl in den anderen Bänden ebenfalls eine große Rolle gespielt hat.

 

Zunächst musste ich mich an den Erzählstil der Autorin gewöhnen, denn dieser zeichnet sich durch kurze und knappe Sätze aus. Doch nachdem ich mich \"eingelesen\" hatte, gefiel mir dieser Stil überraschend gut. Der Autorin ist es meiner Meinung nach gut gelungen, die Atmospäre des alten Hauses zu beschreiben und auch die negative und entstirnige Haltung der Dorfgemeinschaft. Die Einstellung und Lebensweise der Dorfbewohner hat sich auch in den vergangenen vierzig Jahren nicht groß verändert. Der Hass und das Misstrauen der Dorfbewohner war an einigen Stellen förmlich spürbar. Auch die Gedankengänge der Romanautorin Sophie Winter, ihre beginnende Demenz und ihr beinahe verzweifeltes Aufbegehren gegen die Krankheit wurden überzeugend geschildert. Gut gefallen haben mir auch die relativ kurzen Kapitel, denn diese verführten mich dazu, das Buch innerhalb kürzester Zeit zu beenden.

 

Nun habe ich ja eigentlich erwartet einen Kriminalroman zu lesen. Doch leider kann ich diesen Roman für mich persönlich, nicht in diese Sparte einordnen. Denn dazu fehlt mir hier doch einiges an Ermittlungsarbeit und auch im Bereich Spannung. Der vermisste Junge spielt nur eine kleine Randfigur und umfassende  Ermittlungen finden in diese Richtung nicht statt. Das Geschehen dreht sich hier um den lange vergangenen Sommer 1968. Nach und nach lüftet sich das Geheimnis um die verschwundene Frau. Auch das Privatleben des Kriminalhauptkommissars DeLange wird hingehend beschrieben und auch seine Gedanken die sich um diesen alten Fall drehen. Doch echte Kriminalermittlungen findet man in diesem Roman nicht.

 

Insgesamt war dieser Roman gut lesbar und konnte  deshalb auch innerhalb von zwei Abenden  von mir beendet werden. Die Figuren Stark, Bremer und DeLange waren mir sehr sympathisch. Doch da ich mir von diesem Krimi einfach mehr erhofft hatte, bewerte ich ihn nur mit sechs von zehn Sternen.


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