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Krimi/Thriller: Die Chemie des Todes
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Titel:      Die Chemie des Todes
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10321
Autor:      Simon Beckett
ISBN-10(13):      3805208111
Verlag:      Wunderlich
Publikationsdatum:      2006-02-17
Edition:      5
Number of pages:      432
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Interessantes Exemplar für interessante Leser.
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David Hunter war einst Englands berühmtester Rechtsmediziner. Nach dem Unfalltod seiner Frau und der gemeinsamen Tochter hat er London den Rücken gekehrt und sich in Manham, einem kleinen Dorf in der Grafschaft Devon, als einfacher Allgemeinmediziner niedergelassen. Weder sein Arbeitgeber, der alte Dr. Maitland, noch die Dorfbewohner wissen etwas von seiner Vergangenheit.

Drei Jahre sind seitdem vergangen, als von zwei Jungen die Leiche der ortsansässigen Schriftstellerin Sally Palmer entdeckt wird. Die Ermordete wurde mit zwei angesteckten Schwanenflügeln aufgefunden. Auf Drängen des örtlichen Chief Inspector Mackenzie obduziert Hunter den Leichnam. Währenddessen verschwindet eine zweite Bewohnerin des Dorfes. Die Verdächtigungen der Einheimischen richten sich zuallererst gegen David Hunter, den in ihren Augen immer noch Fremden ...

Die Chemie des Todes erzeugt Spannung durch gewohnte, aber gelungen zusammen gestellte Zutaten. Ein überschaubarer Kreis von möglichen Tätern, Dorfbewohner, die sich gegenseitig verdächtigen sowie mehrere falsche Fährten, die der Autor geschickt auslegt. Das gerichtsmedizinische Moment ist interessant beschrieben, ohne jedoch zu sehr ins Detail zu gehen. Stark auch die Darstellung der zunehmenden Hysterie im Ort, die durch einen zur Selbstjustiz aufrufenden Pfarrer noch geschürt wird. Lobend zu erwähnen ist auch die sprachlich einfühlsame Übersetzung von Andree Hesse.

Aber es gibt auch eine deutliche Schwäche in dem Erstlingswerk des britischen Autoren. Sehr schade ist, dass Simon Beckett unnötigerweise so ziemlich alle bekannten Klischees des in den letzten Jahren so erfolgreichen Psychopathen-Genres benutzt. Durch diese Anhäufung verlieren die Handlung an Glaubwürdigkeit und der Roman an Qualität. Fazit: Die Chemie stimmt nicht ganz in Die Chemie des Todes. --Christian Koch

   


Rezensionen
Forensiker bei der Arbeit!

16.10.2013 Bewertung:  4.5 mr.matze vergibt 9 von 10 Punkten

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David Hunter also. Nachdem ich Simon Beckett vor Jahren mal angelesen hatte und dann wieder zur Seite gelegt hatte, gab ich unter südlicher Sonne der Romanfigur der Profiler-Serie eine neue Chance. Und siehe da – es hat sich gelohnt.

 

Becketts Romanfigur David Hunter ist Spezialist auf dem Gebiet der Forensik und war bereits in früheren Zeiten in Bosnien, im Kongo und im Irak. Doch Hunter hat sich zurückgezogen – so sehr schmerzte der Unfalltod seiner Frau und seiner Tochter und so nahm der überqualifizierte Arzt eine Stelle im kleinen beschaulichen englischen Örtchen Norfolk, um eine Vertretungsstelle des in die Jahre gekommenen Landarztes anzutreten. Beschaulich bleibt es nur bis zu dem Tag, als zwei Jungen beim Spielen eine grauenvoll zugerichtete Leiche entdecken. Der örtliche Polizeiinspektor zieht David Hunter gegen seinen Willen tiefer in die Ermittlungen hinein, als ihm lieb ist. Nach anfänglicher Gegenwehr erwacht in Hunter jedoch der kriminalistische Geist. Was folgt, ist ein Eintauchen in die spießige Dorfidylle, in dem jeder jeden verdächtig, längst vergessene Geschichten an die Oberfläche gelangen und es nicht irgendjemanden gibt, der nicht auch seinen Nachbarn überwacht und im Visier hat. Die Kirche spielt eine ganz besondere Rolle und David Hunter gerät zunehmend in Gefühlsabhängigkeiten, aber auch ins Visier der eigenen Ermittlungen. Der Plot steuert einem dramatischen Höhepunkt zu, in dem es David Hunter wie in einen Tornado einsaugt und die kleine Dörflichkeit danach nie wieder dieselbe sein wird.

 

Wie fand ich die Story?

 

Die Story ist zynisch betrachtet ein Pendant zu norwegisch-schwedischen Krimis, wenn man sie anglo-amerikanifiziert. Die Geschichte beginnt langsam, mit einem Rückblick auf das Leben eines Mannes, dessen Weg in die Abgeschiedenheit man mitgehen möchte. Leicht zuckend registriert man die Blitzlichter und Lichtblitze, die das neue Leben des David Hunter verdunkeln, der Mord, der sein Leben wieder elektrifiziert, ist nahezu die logische Folge des Plots, der David Hunter in den Mittelpunkt der Geschichte rückt, den Leser mitnimmt auf eine Achterbahnfahrt, die spannend und atmosphärisch gleichermaßen ist.

 

Die Seiten fließen einem durch die Finger, während man Hunter in dem Zwiespalt zwischen privaten Gefühlen und forensisch-analytischer Präzision begleitet. Der Kontakt zu den Einwohnern ist zwischen Hass, Mitleid und Sorge, während man stets ein ungutes Gefühl verspürt, wenn Hunter nach seiner Zäsur im Leben auf die nächste Katastrophe zusteuert.

 

Die Sprache des Buches ist einfach gehalten, „Forensik for Dummies“ vermittelt gut recherchiertes Wissen und verleiht dem Beginn der Hunter-Reihe etwas mehr als nur Pseudowissenschaftliches, ohne arrogant herüberzukommen. Figuren sind scharf, aber nicht übertrieben gezeichnet und werden wohl viele, die nach leichter Literatur suchen, einige schöne Stunden bescheren.

 

Das Erstlingswerk der Reihe zieht einige Nachfolger nach sich – bisher drei, es bleibt aber zu hoffen, dass David Hunter noch mehrfach auf Spurensuche geht. Mittlerweile weiß man genug über ihn, seine Fähigkeiten und sein Leben. Vergleiche mit Sherlock Holmes sind vielleicht übertrieben, durch die geographische Nähe und den akribischen Spürsinn, aber nicht untertrieben. Vielleicht fehlt Hunter noch ein Watson um die Illusion perfekt zu machen, aber bisher genießt man Hunters Assistent sein zu dürfen. Ein sehr guter Erstlingsfall für David Hunter!


mr.matze hat insgesamt 37 Rezensionen angelegt.


 
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