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Krimi/Thriller: Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
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Titel:      Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10053
Autor:      Jussi Adler-Olsen
ISBN-10(13):      3423247878
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2010-09-01
Edition:      1. Auflage.
Number of pages:      464
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Beschreibung:      Product Description
Einmal vorsichtig gelesen, sauber, fleckenfrei, nur minimale Lagerspuren,
Aus der Amazon.de-Redaktion
Carl Mørck, Leiter des Sonderdezernats Q der Kopenhagener Kriminalpolizei zur Aufklärung alter unaufgeklärter Verbrechen, findet eine zwanzig Jahre alte Ermittlungsakte auf seinem Schreibtisch. Wer sie ihm da hingelegt hat, ist nicht mehr nachzuvollziehen, und was er mit ihr soll, weiß Mørck zunächst auch nicht, denn der darin behandelte Mordfall an einem Geschwisterpaar scheint aufgeklärt: Jemand hat vor Jahren die Tat gestanden und ist seitdem im Gefängnis. Und doch wird Mørck neugierig, befasst sich mit der Akte und stößt bald auf Ungereimtheiten, die darauf schließen lassen, dass der falsche Täter hinter Gittern sitzt, oder zumindest nicht der einzige.

Als Mørck und sein Team (zu seinem kauzigen arabischen Assistenten Hafez el-Assad ist noch die in seine Abteilung zwangsversetzte Sekretärin Rose hinzugekommen, die Mørck jedoch lieber jetzt als gleich wieder loswerden möchte) den Fall aufzurollen beginnen, werden ihnen von höchster Stelle Steine in den Weg gelegt. Denn die damaligen Verdächtigen, die zur Tatzeit noch Schüler eines Eliteinternats waren und seinerzeit allzu schnell von aller Schuld reingewaschen wurden, sind heute respektabelste Mitglieder der dänischen Gesellschaft. Doch Mørck lässt nicht locker, und je tiefer er in diesen alten Fall und die Vergangenheit dieser feinen Herren vordringt, desto klarer wird ihm, dass es längst nicht nur um diesen einen Doppelmord geht – und dass er es mit kranken, mitleidlosen, ihren Kick im Töten suchenden Menschen zu tun hat, die eine große Gefahr darstellen.

Es sind zwei Ambivalenzen, die dieses Buch aus der Masse der Thriller herausheben: Da ist zum einen der Kontrast zwischen dem Ernst des Themas – Adler-Olsen verhandelt hier, auch wenn er es nicht ganz bis in die Tiefe auslotet, nicht weniger als das in Menschen schlummernde abgrundtief Böse – und der Leichtigkeit und dem ironischen Humor, mit dem Kommissar Mørck den Fall angeht und sich dabei immer wieder mit Assad und Rose kabbelt. Und da ist zum anderen die schwer erträgliche Zwiespältigkeit, der man als Leser einer der Figuren gegenüber ausgesetzt ist, die als die Personifizierung der Gefühllosigkeit und der Lust am Quälen gelten muss und der man doch, da sie selbst eine geschundene Seele ist und sich eine harte Sühne auferlegt, Mitleid und Sympathie entgegenbringt. Das macht den Roman richtig stark. -- Christoph Nettersheim

   


Rezensionen
Dänemark - die Zweite

07.09.2012 Bewertung:  4 mr.matze vergibt 8 von 10 Punkten

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Jussi Adler-Olsen – Schändung

0. Einleitung
1. Autor
2. Geschichte
3. Kritik
4. Fazit

0. Einleitung – Jussi Adler-Olsen – Schändung

 

Ich hatte mit dem dritten Teil „Erlösung“ von Jussi Adler-Olsen und seinem Protagonisten angefangen. Wie beschrieben wurde natürlich ab und zu auf die ersten beiden Teile Bezug genommen, aber dennoch nicht zu viel verraten. So habe ich dann irgendwie jetzt den zweiten Teil des Ermittlers Carl Morck und seinem Sonderdezernat Q in die Hände gekriegt und mich entschieden, die dänische Krimi-Serie abwärts zu lesen.

Schändung heißt der zweite Teil, der im dtv, dem deutschen Taschenbuchverlag, erschienen ist.

1. Autor – Jussi Adler-Olsen – Schändung

 

Jussi Adler-Olsen wurde 1950 in Kopenhagen geboren und studierte zunächst Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Filmwissenschaft; zum Schreiben kam er endgültig 1997 und ist mit seiner Krimireihe um den Ermittler Carl Morck zum meist verkauften dänischen Krimiautor geworden.

Mittlerweile wurde auch begonnen, die Reihe um das Sonderdezernat Q zu verfilmen. 

2. Geschichte – Jussi Adler-Olsen – Schändung

 

„Der Blutdurst der Jäger. Wie würden sie es machen? Ein einzelner Schuss? Nein. So gnädig waren die nicht, diese Teufel, so waren sie nicht ...“ So beginnt der Thriller und man hat diese Szene, die im Vorgriff das Geschehen beschreibt, immer mal wieder im Hinterkopf, wenn die Spannung ganz langsam, aber stetig ihren Höhepunkt entgegen strebt.

Zunächst aber geht es um einen brutalen Doppelmord an zwei Geschwistern, der in Rorvig passierte. Der Verdacht fällt damals schnell auf eine Gruppe von Schülern eines privaten Internats, das von betuchten Eltern für ihre Zöglinge bezahlt wird. Einer von ihnen gesteht und sitzt seitdem dafür im Gefängnis.

Erst Jahre später kommt der Fall wieder hoch. Über eine lange Reihe von Untersuchungen finden sich viele weitere Fälle, die mit dem vorliegenden in Verbindung gestanden haben könnten. Schnell werden Zweifel des Ermittlers Carl Morck genährt, dass stets nur einer der damaligen Internatsschüler dafür verantwortlich gewesen sein sollte. Pikant an der Sache wird, dass die Schüler von damals heute teils hoch angesehene Kräfte der Wirtschaft Dänemarks sind und von Zeit zu Zeit von den Titelseiten der Klatsch- und Tratsch-Presse herab lächeln.

Im Sonderdezernat Q arbeitet Carl Morck meist im Keller, was manchmal zu Verwerfungen führt. Stets an seiner Seite ist der mal gut und mal übel gelaunte arabische Assistent Hafez el-Assad und neu zur Verstärkung die Sekretärin Rose, auf die Carl Morck zunächst jeden Tag mehrfach verzichten möchte, aber irgendwie doch von ihren erstaunlichen, logisch-konstruktiven Fäh8igkeiten beeindruckt scheint.

Gemeinsam machen sie sich zunächst auf die Suche nach dem einzigen weiblichen Mitglied der damaligen Internatstruppe, was im Gegensatz zu den anderen Personen gar nicht so einfach ist, da die Frau mit dem Namen Kimmie wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Die anderen hingegen, sind präsent, machen sich unangreifbar und scheinen mit Macht, Geld und Einfluss sich jedem Ermittlungsgriff von Carl Morck entziehen zu können. Irgendwann wird aber allen Beteiligten klar, dass nicht nur Carl Morck und sein Team auf den Fersen der männlichen Internatstruppe ist, sondern auch Kimmie Jagd auf die ehemaligen Freunde von damals macht. 

3. Kritik – Jussi Adler-Olsen – Schändung

Wer schon einen der Bände von Jussi Adler-Olsen gelesen hat und sich Schändung vornimmt, wird wahrscheinlich in ähnlicher Weise begeistert oder enttäuscht sein. Denn im Vergleich zu seinem dritten Werk gibt es viele Muster, die man auch im zweiten Fall von Carl Morck wiedererkennt. Carl Morck ist dankenswerterweise nicht einer der Ermittler, die sich in eine lange Reihe skandinavischer Kommissare einreihen, deren Leben zu einem Großteil aus Alkohol und Weibergeschichten besteht.

Nun ist es nicht so, dass Carl Morck sich keine Gedanken um sein Leben machen würde. Und es ist auch nicht so, dass nicht seitenweise über seine Phantasien mit Mona, der Polizeipsychogin, die der Kommissar vergöttert, berichtet würde. Aber es geschieht glücklicherweise meist rechtzeitig der Weg zurück zum Hauptstrang, in dem Carl Morck das Verbrechen bekämpft und dabei mit einigen Unwegbarkeiten in seinem eigenen Revier und mit Störfeuern hat, die von der Gegenseite gelegt werden.

Die Geschichte selbst verwebt mehrere Handlungsstränge für den Leser auf sehr angenehm lesbare Art und Weise. So wird zum Einen die Jagd auf die drei Hauptverdächtigen durch Carl Morck in vielen Facetten beschrieben. Aus der Sicht der dritten Person ist man nah an den Gedanken des Leiters der Untersuchungen dran, durchlebt mit ihm Phasen der Frustration, der Anspannung und der Euphorie. Gepaart mit den Einblicken in das Seelenheil des Carl Morck, seinem privaten Umfeld ergibt sich ein stimmiges Bild des Mannes, dessen Frau ausgezogen ist, dessen Kollege bei einem Einsatz angeschossen wurde und seitdem querschnittsgelähmt ist und der sich seiner Polizeipsychologin, bei der er in Behandlung ist, gerne nähern würde, es aber nicht wirklich anzustellen weiß.

Die drei Hauptverdächtigen werden ebenso scharf gezeichnet. Alle sind sich Ihres Tuns bewusst und werden damit zum Sinnbild der bösen Reichen, die sich an der Gesellschaft bereichern und sich dieses Umstandes ohne schlechtes Gewissens bewusst sind. Ihre Jugendsünden und ihre Verbrechen sehen sie als Kick und als fast schon notwendiges Übel, dass das Leben für sie mitgebracht hat. Da sind die illegalen Jagdveranstaltungen fast schon nebensächlich, wenn man das versucht gegen die Gewalt- und Drogenexzesse aufzuwiegen. Was mit Prügeleien angefangen hat, wurde im Laufe der Zeit zu Mord und Totschlag.

Kimmie hingegen war früher Teil der Gruppe, hat sich aber mittlerweile abgesondert. Nicht nur von der Gruppe selbst, sondern auch vom Leben, wie es scheint, belegt durch den Dämmerzustand, der zwischen scharfem Intellekt und alltäglichem Wahnsinn der Straße hin- und herspringt. Sie hat die Geschehnisse nicht verarbeiten können, verfolgt aber einen stringenten Plan, der Carl Morck, die drei Verdächtigen involviert und schließlich grausam zusammenführt …

4. Fazit – Jussi Adler-Olsen – Schändung

Das Buch „Schändung“ von Jussi Adler-Olsen ist leichte Unterhaltung – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Spannungsbogen ist nicht so groß wie in seinem dritten Roman und vielleicht auch generell eher untypisch für dieses Genre. Letztendlich ist von Anfang klar, worauf das Finale Furioso hinausläuft, es sind die Zwischentöne, die das Buch aus meiner Sicht nie langweilig und lesenswert erscheinen lassen. Das dicke Buch lässt sich gut im Urlaub lesen – keine Hochspannung, aber gute Krimikost aus Dänemark.

 


mr.matze hat insgesamt 37 Rezensionen angelegt.


 
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