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Krimi/Thriller: Die Mädchenwiese: Thriller
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Titel:      Die Mädchenwiese: Thriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10029
Autor:      Martin Krist
ISBN-10(13):      3548283535
Verlag:      Ullstein Taschenbuch
Publikationsdatum:      2012-08-10
Number of pages:      416
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Nur dadurch lebt der Mensch ...

16.08.2012 Bewertung:  5 Pharo72 vergibt 10 von 10 Punkten

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Im idyllischen Finkenwerda im Spreewald schleicht eine verrückt vor sich hinbrabbelnde Alte in den Wald und findet eine Mädchenleiche. Sie weiß genau, wer dafür verantwortlich ist und versucht die Tat zu verbergen, indem sie den geschändeten Körper versteckt. Lisa, ein 16-jähriges Mädchen, ist genervt von der Einöde und schleicht sich aus dem Haus, um das Wochenende mit ihrem neuen Freund zu verbringen. Sie kehrt nicht zurück.

Alex Lindner beging als Kommissar einen schwerwiegenden Fehler auf der Jagd nach der „Bestie“, verfiel dem Alkohol und wurde suspendiert. Inzwischen hat er die Kneipe seiner Eltern in Finkenwerda übernommen. Er ist es, der als erstes einen Zusammenhang herstellt, als mehrere junge Mädchen vermisst werden. Offenbar ist die Bestie zurück und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Die Wahrheit ist jedoch schrecklicher, als er sie sich hätte vorstellen können.

Meine Meinung:

Bei einem neuen Verlag mit neuem Namen startet ein bekannter in Berlin lebender Schriftsteller mit dem Thriller „Die Mädchenwiese“ durch. Er hat erst kürzlich eine interessante Biografie über die Lebensgeschichte von Kurt Cobain veröffentlicht und so kommt seine Vorliebe für Nirwana auch in diesem Buch zum Tragen.

Der Roman verspricht auf seiner Rückseite Hochspannung bis zur letzten Seite und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Für mich persönlich ist „Die Mädchenwiese“ einer der besten Thriller, die ich in diesem Jahr gelesen habe, und das waren nicht wenige.

Aufgrund des Aufbaus ist es fast unmöglich, das Buch zwischendurch wegzulegen, will man doch bei jedem Handlungsstrang, der nicht selten mit einem Cliffhanger endet, unbedingt wissen, wie es weiter geht. An den Wechsel der Handlungsebene zwischen relativ kurzen Abschnitten gewöhnt man sich schnell, jedoch wäre eine etwas deutlichere Kennzeichnung (Sternchen dazwischen oder ähnliches) günstig gewesen, zumal oftmals auch ein Seitenwechsel vorliegt und hier die Unterscheidung nicht einfach ist.

Die Kapitel erzählen abwechselnd das aktuelle Geschehen sowie die Lebensgeschichte der Berta Kutscher. Letztere ist nicht minder spannend und schockiert durch ihre Brutalität. Ein wenig irritiert war ich davon, dass Berta stets als gebrechliche Greisin dargestellt wird, obwohl sie in Bezug auf die Chronologie der Geschichte gerade mal in den 50-igern sein dürfte.

Insgesamt fließt das Blut nicht gerade in Strömen im Roman, jedoch sind einige Szenen der Gewalt und Folterung so plastisch beschrieben, dass dem Leser der Atem stockt. Zu empfindlich sollte man hier also nicht sein. Dennoch gehören sie einfach dazu und wirken nicht extra plakativ hervorgehoben.

Das Finale treibt den Puls gehörig nach oben, vorher gelegte falsche Spuren machen die Identität des Täters zu einer Überraschung und es wird mal wieder deutlich, dass  viel Leid verhindert werden könnte, wenn man sich einfach mal die Zeit nehmen würde, jemandem richtig zuzuhören. Für mich war „Die Mädchenwiese“ ein Pageturner im besten Wortsinne, den ich jedem Thrillerliebhaber nur wärmstens empfehlen kann.


Pharo72 hat insgesamt 83 Rezensionen angelegt.


Generationenübergreifender Wahn

02.09.2012 Bewertung:  5 NiliBine70 vergibt 10 von 10 Punkten

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Inhalt:

Willkommen im kleinen, schnuckeligen, verträumten Finkenwerda. Hier, wo sich Fuchs und Has Gut Nacht sagen, ist die Welt noch in Ordnung… Schön wärs. Nur leider Gottes hat dieses verschlafene, kleine Nest ein Geheimnis. Die Töchter des Dorfes verschwinden, werden ermordet, verstümmelt. Und das nicht erst seit gestern. Doch das darf niemand aus dem großen Berlin oder sonst woher erfahren. Fraglich, ob sich das bewerkstelligen lässt.

Alex Lindner, in sich gekehrter Kneipenwirt und ehemaliger Polizist, hat eine Vergangenheit, die mit einem ähnlichen Fall zu tun hat. Und deswegen wird er misstrauisch beäugt. Nicht von seinen Freunden, mit denen er sich trifft und ab und zu seine Zeit verbringt. Seine Sorgen sind zurzeit aber ganz andere, finanzieller Natur und er versucht mit Händen und Füßen, das Erbe seiner Eltern, die Gastwirtschaft, wieder auf einen grünen Zweig zu bringen. Doch werden ihm da mehr Steine in den Weg gelegt, als er meint, verkraften zu können. Und dann bekommt er mysteriöse Post, ein Mann behauptet, sein richtiger Vater zu sein. Für Alexander droht sein bisheriges Leben zur Lüge zu verkommen und das stürzt ihn wiederum in Verzweiflung.

Als dann Lisa, Tochter von Laura und Schwester von Sam, Nichte eines Ex-Kollegen von Alex, verschwindet, scheint die Vergangenheit sich ihren Weg in die Gegenwart zu suchen und grausige Gewissheit zu werden, als man auch noch eine entstellte Mädchenleiche findet. Wobei der Finder der Leiche der kleine Sam ist, der verzweifelt versucht, sich Gehör bei den Erwachsenen zu verschaffen, hat er doch hochinteressante Beobachtungen vorzuweisen. Doch niemand glaubt ihm. Alle Welt stempelt seine Worte als Hirngespinste ab. Und der Junge hat doch bloß Angst um seine große Schwester und glaubt, er müsse sie auf eigene Faust finden, wenn die Erwachsenen ihm nicht zuhören und sich nur auf sich selbst konzentrieren. Doch ob Lisa noch zu retten ist, das bleibt fraglich. Und auch, wer hinter dem ganzen, grausamen Spiel steckt, das hier gespielt wird, im ach so gemütlichen Finkenwerda.

Meine Meinung:

Generationenübergreifender Wahn

Zunächst einmal möchte ich eine Warnung aussprechen. Das wunderbar zart und schön anmutende Cover ist so absolut gegensätzlich zum Inhalt, lasst Euch also nicht verleiten, hier an ein seichtes Büchlein zu glauben. Zwischen diesen Buchdeckeln steckt ein harter, unerbittlicher Thriller, der einen manchmal sehr in Rage versetzt, sodass sich die Nüstern blähen und Adern rauskommen und einer schmerzhaften Wahrheit. Der Finger wird auf die Wunde der Borniertheit der Erwachsenen genauso gelegt, wie auf Vorurteile gegenüber bestimmten Menschen, der Problematik zerrütteter Familien, dem Überfordertsein allein erziehender Mütter, genauso wie auf die Schwierigkeiten, die sich durch den Kleinstadt“mief“ ergeben.

Es gab bestimmte Personen, auf die habe ich einen echten Hass entwickelt und am liebsten wäre ich hingegangen und hätte sie geschüttelt, gefragt, warum sie den Worten eines Jungen nicht mal 5 Minuten ihr Ohr schenken und Glauben schenken. Kinder sind nicht nur fantasierende, dumme Wesen. Sie nehmen vieles auch viel feiner wahr, wie wir Erwachsenen, die sich um alles mögliche scheren müssen und leider verlernt haben, unsere Umwelt noch so wahrzunehmen.

Dann wurde auch auf die Rollenverteilung von Mann und Frau in der Mitte des letzten Jahrhunderts hingewiesen, wie wenig Rechte die Frau da hatte, wie sehr sie sich dem Willen des Mannes unterzuordnen und zu seinem Gusto da zu sein hatte. Und das verpackt wie gesagt in einen Thriller, der weitaus mehr in sich hatte, als man zunächst vermuten mag.

Bedingt durch kurze, knackige Kapitel war es manchmal schwierig, aufgrund der Einteilung in der Leserunde, sich selbst zu bremsen, wollte man doch weiter lesen, wissen, wie sich alles miteinander verzahnt und wer da letztendlich der oder die Übeltäter sind. Vermutungen gibt es im Laufe der Geschichte einige, aber eben auch ganz fein erdachte falsche Fährten.

Fazit:

Ich bin begeistert und deswegen gibt’s auch nur ein solches Fazit: Ein intelligent ersonnener, knallharter Thriller, mit genügend Blut und Hintergrund, um einem die Zornesröte manchmal ins Gesicht zu treiben und am liebsten in einem Rutsch dabei zu halten. Deswegen gibt es eine ganz klare Empfehlung hier von mir!


NiliBine70 hat insgesamt 188 Rezensionen angelegt.


 
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