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Krimi/Thriller: Schnitt: Psychothriller
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Titel:      Schnitt: Psychothriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2489
Autor:      Marc Raabe
ISBN-10(13):      3548284353
Verlag:      Ullstein Taschenbuch
Publikationsdatum:      2012-05-11
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      448
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Gnadenlos spannendes Psychothriller-Debüt

06.06.2012 Bewertung:  4.5 Pharo72 vergibt 9 von 10 Punkten

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Erst elf Jahre ist Gabriel Naumann alt, als seine Neugier siegt und er in den Keller geht, dessen Betreten ihm sein Vater stets streng verboten hat. Er wird Zeuge eines grausamen Mordes und entkommt mit seinem kleinen Bruder David nur knapp aus dem brennenden Elternhaus. Seine schlimmen Erlebnisse verdrängt er komplett aus seinem Gedächtnis. Nunmehr 40 Jahre alt, lebt er glücklich mit der erfolgreichen Journalistin Liz Anders, die ein Baby von ihm erwartet. Dann wird Liz von einem Psychopathen entführt und die Erinnerung an jene verhängnisvolle Nacht ist seine einzige Chance, sie zu retten.

Meine Meinung:

Der in Köln lebende Marc Raabe legt hier mit „Schnitt“ seinen ersten Psychothriller vor und ihm gelingt damit ein sensationelles Debüt. Seine Erfahrungen im Bereich der Fernsehproduktion kann er dabei gekonnt einbringen. Überhaupt läuft der ganze Roman sehr bildhaft wie ein wahnsinnig spannender Film vor dem Auge des Lesers ab und es ist unmöglich das Buch wegzulegen, ist man einmal in der Handlung gefangen. Mit Berlin ist auch ein Schauplatz gewählt, der viel Wiedererkennungswert hat.

Relativ kurze Kapitel, die abwechselnd Einblick in die Situation von Gabriel, Daniel oder Liz bieten und oft mit einem Cliffhanger enden, verschaffen dem Roman ein gehöriges Tempo. Besonders gefallen hat mir, dass der Leser anfangs völlig im Dunklen tappt, was genau Gabriel nun eigentlich gesehen und erlebt hat. Diese Frage löst sich erst ganz zum Schluss. Auch bleibt lange ungewiss, inwieweit Gabriel, der ständig mit einer inneren Stimme in Person von Luke Skywalker, seinem Kindheitsheld, Zwiesprache hält, überhaupt zurechnungsfähig ist.

Polizeiarbeit wird im Roman allenfalls als stümperhaft beschrieben, was aber nicht schlimm ist, denn die Hauptfiguren, vor allem Liz, sind taff genug, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Grausamkeiten sind teilweise recht anschaulich beschrieben, weshalb der Leser hier nicht gar zu empfindsam sein sollte.

Insgesamt kann ich diesen Psychothriller nur wärmstens empfehlen. Endlich hatte ich mal wieder ein Buch in der Hand, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte.


Pharo72 hat insgesamt 83 Rezensionen angelegt.


Spannendes Thriller-Debüt

19.06.2012 Bewertung:  5 KimVi vergibt 10 von 10 Punkten

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Der elfjährige Gabriel weiß, dass er nichts im Labor seines Vater zu suchen hat. Doch als die Eltern streiten, scheint der Zeitpunkt günstig, endlich mal einen verbotenen Blick zu riskieren. Schritt für Schritt nähert er sich der sonst verschlossenen Tür im Keller des Hauses. Gabriel ahnt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass diese Entscheidung sein ganzes Leben verändert wird. Denn das, was er im Keller sieht, ist so schrecklich, dass sein Gehirn die Erinnerung daran einfach löscht.

Fast dreißig Jahre später wird er sich den Schrecken der Vergangenheit stellen müssen. Denn sein mühsam aufgebautes Leben droht aus den Fugen zu geraten, als seine schwangere Freundin Liz in die Hände eines geheimnisvollen Psychopathen gerät. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt. Gabriel weiß, dass er es nur dann gewinnen kann, wenn die Erinnerungen zurückkehren....


Meine Meinung


In seinem Erstlingswerk versteht es Marc Raabe vom ersten Moment an Spannung aufzubauen. Denn im Prolog gewährt er einen kurzen Einblick in die schicksalhafte Nacht, in der der damals elfjährige Gabriel den Entschluss fasst, einen Blick in das verbotene Labor seines Vaters zu werfen. Man verfolgt gebannt, wie der Junge die Stufen hinabsteigt - doch was dann geschieht, bleibt lange im Dunkeln. Dadurch gelingt der Einstieg in den Thriller problemlos und das Interesse an der Handlung ist von Anfang an geweckt.

Nach dem spannenden Prolog folgt ein Zeitsprung, sodass man sich im Geschehen der Gegenwart, fast dreißig Jahre nach dem schicksalhaften Abend, wiederfindet. Dem Autor gelingt es mühelos, die aufgebaute Spannung zu halten und sie durch rasante Szenenwechsel und relativ kurze Kapitel, die an entscheidenden Stellen stoppen, noch zu steigern. Das aktuelle Geschehen wird im Präsens erzählt, dadurch hat man das Gefühl hautnah dabei zu sein und die Ereignisse genau zu beobachten. Rückblicke oder Erinnerungsfetzen heben sich durch die dort verwendete Vergangenheitsform von der aktuellen Erzählung ab.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Durch die detaillierten, aber keinesfalls ausufernden Beschreibungen,  kann man sich Handlungsorte und Protagonisten lebhaft vorstellen. Dadurch kann man mühelos in die Handlung eintauchen und sich nur schwer vom Gelesenen lösen. Marc Raabes Hauptakteure überzeugen durch ihre Lebendigkeit. Sie haben Stärken, aber auch Schwächen und wirken dadurch menschlich. Man entwickelt Sympathien und spontane Abneigungen. Doch manchmal fällt es auch schwer, die Protagonisten einzuschätzen. Allerdings erhöht diese Ungewissheit den Spannungslevel enorm. Der Autor gibt die Hintergründe des Thrillers nur ganz langsam und häppchenweise preis. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man bis kurz vor Schluss im Dunkeln tappt.

Mich konnte dieses Debüt durch eine spannende Handlung, rasante Szenenwechsel, lebendige Charaktere und eine kaum vorhersehbare Auflösung überzeugen. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Sterne und freue mich bereits jetzt auf weitere Bücher des Autors.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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