Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/rezionde/components/com_booklibrary/booklibrary.php on line 2910
Krimi/Thriller: Stimmen in der Nacht: Roman
  Print


Titel:      Stimmen in der Nacht: Roman
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2479
Autor:      Laura Brodie
ISBN-10(13):      3423249129
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2012-06-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      336
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Roman
Erscheinungsjahr: 2012
Einsteiger/Laien
Übersetzung: Mümmler, Britta
Abmessungen: 210 mm x 135 mm
Von Brodie, Laura / Übersetzt v. Mümmler, Britta

Ein dichter, intensiver Roman, aus den Stimmen der Protagonistinnen wunderbar komponiert, der ein Geflecht aus Schuld, Reue und dem Wunsch nach Sühne und Vergebung freilegt.

Eine harmlose Studentenparty in einer kleinen amerikanischen Universitätsstadt endet mit einem Ausbruch von Gewalt im Haus der Dozentin Emma. Ihre kleine Tochter Maggie hat alles mit angesehen.
Zehn Jahre später kommen die Erlebnisse von damals wieder hoch: Maggie, inzwischen fünfzehn, wird von alten Albträumen gequält, hat Probleme in der Schule, schwänzt den Unterricht. Sie selbst weiß nur, dass ihr ihre neue Mathelehrerin, die ihr nie ins Gesicht sieht, unheimlich ist. Warum löst Grace, die Lehrerin, die altbekannten Ängste in Maggie aus, die längst überwunden schienen? Und was ist vor zehn Jahren wirklich geschehen?

   


Rezensionen
Wenn eine Nacht alles ändert...

27.05.2012 Bewertung:  5 kerry3 vergibt 10 von 10 Punkten

Userpic
Emma Greene ist Dozentin am College der kleinen Stadt Jackson und Mutter der fünfjährigen Maggie. Mit ihrem Mann Rob lebt sie abgeschieden in einem schönen Haus mit idyllischem Grundstück. In einer lauen Sommernacht, Rob ist nicht zu Hause, bemerkt sie drei angetrunkene Studenten auf ihrem Grundstück und geht zu ihnen hinaus, um sie weg zu schicken. Den einen, Jacob Stewart, kann sie gut leiden, das anwesende Mädchen Sandra kennt sie kaum, der dritte Student Kyle Caldwell jedoch ist ihr zuwider, weiß sie doch, dass er ein Dieb ist und hat ihn in Verdacht, ihr vor Wochen ein Armband in ihrem Büro gestohlen zu haben. Als Kyle und Sandra darum bitten, kurz die Toilette benutzen zu dürfen, bevor sie gehen, gestattet Emma dies und wartet mit Jacob in der Eingangstür. Bei der Rückkehr der beiden entdeckt sie, dass Kyle ein paar Spielsachen von Maggie eingeschoben hat und wird wütend – noch wütender wird sie allerdings, als sie an Sandras Handgelenk ihr Armband entdeckt und sie droht, Kyle dem Ehrenkomitee des Colleges zu melden, was dessen Abschluss in 7 Tagen verhindern würde. Jacob, der seinen Freund schützen möchte, versucht Emma umzustimmen und drängt sich in die schon halb geschlossene Haustür, die Situation eskaliert und mündet in rohe Gewalt… und die kleine Maggie hat alles beobachtet.

Mit diesem fesselnden Prolog beginnt der zweite Roman „Stimmen in der Nacht“ der amerikanischen Autorin Laura Brodie, die mit ihrem Erstling „Ich weiß, du bist hier“ großen Erfolg erzielte, mit dem Faulkner Wisdom Award ausgezeichnet wurde und auch in Deutschland zum Bestseller avancierte. Sowohl der Prolog als auch der Klappentext (\"Eine harmlose Studentenparty in einer kleinen amerikanischen Universitätsstadt endet mit einem Ausbruch von Gewalt im Haus der Dozentin Emma. Ihre kleine Tochter Maggie hat alles mit angesehen.Neun Jahre später kommen die Erlebnisse von damals wieder hoch - und die alten Ängste erwachen erneut in Maggie. Was ist damals wirklich geschehen?\") ließen mich davon ausgehen, dass ich es mit einem ausgesprochen spannenden Thriller zu tun hatte. Brodies atmosphärischer Schreibstil ließ mich die Bedrohung geradezu physisch spüren und seit längerer Zeit hielt ich endlich einmal wieder ein Buch in den Händen, von dem ich mir vieles versprach: Entspannung und Ablenkung vom Alltag, Unterhaltung mit Tiefgang und angenehmes Gruseln. Das Versprechen wurde gehalten, aber ganz anders, als ich es mir gedacht hatte…

NEUN JAHRE SPÄTER


----------------------------------------?----------
ist Maggie zu einem hübschen, aber schüchternen Teenager herangewachsen, der gerade eben auf die High-School gewechselt ist. Nach dem grausamen Vorfall, der mit Tod und dem völligen Zusammenbruch des gewohnten Lebens der Greenes endete, hatte das Mädchen jahrelang Alpträume, die mit Hilfe von Therapie verschwanden. Doch nun haben die schlimmen Träume wieder begonnen und Maggie sucht auf Drängen ihres Vaters, mit dem sie seit Jahren alleine lebt, erneut ihren Therapeuten auf, der sie zum Sprechen bringen und herausfinden will, was in dieser Nacht tatsächlich passierte. Maggie hält seit damals manches zurück, das sie gesehen hat. Sie selber führt ihre Träume darauf zurück, dass sie Stress hat und zwar verursacht durch das Unbehagen, das sie in Gegenwart ihrer neuen Mathematiklehrerin Mrs. Murdock hat. Maggie mag diese Frau nicht, kann es aber nicht so richtig festmachen, warum das so ist, außer dass sie es seltsam findet, dass Mrs. Murdock ihr anscheinend nicht in die Augen sehen kann.

Tatsächlich stellt sich einige Zeit später heraus, dass Maggie sehr wohl einen Grund hat, Grace Murdock nicht zu mögen: es handelt sich bei der Lehrerin um niemand anderen als um Sandra McCluskey, der Studentin, die damals mit Kyle und Jacob auf dem Grundstück der Greenes gewesen war. Äußerlich stark verändert seit dieser Zeit und frisch geschieden ist sie als Mathematiklehrerin unter ihrem Ehenamen und Verwendung ihres zweiten Vornamens zurück nach Jackson gekehrt, um dort festzustellen, dass sie ausgerechnet die Tochter von Emma Greene unterrichten muss. Als Maggie ihr mit einem Zettel „Ich weiß, wer sie sind“ zu verstehen gibt, dass sie sie erkannt hat, versucht Grace – von Schuldgefühlen zerfressen – mit Maggie Kontakt aufzunehmen und das Mädchen zu einer Aussprache zu bewegen. Grace will Abbitte leisten und aufklären, was damals wirklich geschah und wer Schuld an dem Drama hatte…

HALBZEIT


---------------------------------

beim Roman und an dieser Stelle möchte ich nicht weiter auf den Inhalt eingehen: es kommt die absolute Überraschung und die möchte ich denjenigen, die das Buch gerne lesen würden nicht verderben. Soviel kann ich aber sagen: ich hatte aus dem Prolog meine Schlüsse gezogen, was in der besagten verhängnisvollen Nacht passiert war, alles schien sonnenklar, auch wenn es die Autorin nicht genauestens beschrieben hatte. Aber manchmal kommt es eben ganz anders, als der Leser denkt und diese unerwartete Wendung, die jedoch weder unrealistisch noch an den Haaren herbeigezogen ist, haute mich echt aus den Socken. Hut ab, Frau Brodie, das war ein Geniestreich!

Wenn ich mir meine Inhaltsbeschreibung der ersten Romanhälfte durchlese, stelle ich fest, dass diese nicht besonders spektakulär kling. Und spektakulär ist das Ganze auch nicht, es gibt keine weiteren Leichen, kein Blut, keine Entführungen, Angriffe oder andere direkten Bedrohungen, keine Kommissare, die ermitteln oder ein Verbrechen zu verhindern versuchen. Dennoch erhält die Autorin eine durchgehende Spannung aufrecht, die mir es fast nicht möglich gemacht hat, das Buch für eine Weile beiseite zu legen. Maggie und Mrs. Murdock sind über die Vergangenheit miteinander verbunden, beide stehen unheimlich unter Druck, was so eindrücklich vermittelt wird, dass man gar nicht anders kann, als ständig mit zu fiebern.

Immer klarer wurde mir beim Lesen aber, dass es sich nicht wirklich um einen Thriller oder auch „nur“ um einen Krimi handelt, sondern eher um ein Psychodrama. Auch in der zweiten Hälfte von „Stimmen in der Nacht“ ist die Vergangenheit das Hauptthema und nicht etwa schreckliche Geschehnisse, die nun in der Gegenwart geschehen könnten. Wer einen Thriller sucht, der möglichst gruselig ist und der unterhält, ohne dass man auch nur eine Sekunde nachdenken müsste, der ist mit diesem Roman nicht so gut bedient. Denn Laura Brodies Werk ist alles andere als oberflächlich, sondern wirft im Gegenteil Fragen auf, denen ich mich nicht entziehen konnte, wie zum Beispiel: Was ist Notwehr und wie weit darf sie gehen? Kann man von einem Menschen, der sich bedroht fühlt, Vernunft erwarten? Kann man Schuld oder Unschuld wirklich bemessen und beurteilen?

Das sind längst nicht alle Fragen, die im Verlauf des Buchs aufkommen und nicht alle werden eindeutig beantwortet (was auch gar nicht möglich wäre). Trotzdem es sich um einen Unterhaltungsroman handelt, der mich auch hervorragend unterhalten hat, habe ich doch diese Überlegungen zwischendurch genossen und fand es ausgesprochen anregend. „Stimmen in der Nacht“ würde ich sicher auch für einen Lesezirkel als diskussionswürdiges Buch empfehlen, genauso wie als entspannende Lektüre für den Urlaub – diese Mischung macht aus dem Buch etwas Besonderes, das sich von der Masse abhebt.

Was ich ebenfalls außergewöhnlich fand war, dass es keine eindeutig „Guten“ und „Bösen“ gibt. Eigentlich kann man sich mit fast jeder Person, die eine größere Rolle in dem Roman spielt auf die eine oder andere Weise identifizieren oder zumindest hinein fühlen, auch wenn einem der Eine vielleicht etwas sympathischer ist (wie zum Beispiel Maggie), der Andere vielleicht auch manchmal nervt oder eine gewisse Ungeduld oder Unverständnis in mir hervor gerufen hat.

ZUM ABSCHLUSS


----------------------------------------?---

Ihr habt vielleicht gemerkt, dass „Stimmen in der Nacht“ mich wirklich begeistert hat. In den letzten Wochen habe ich im Gegensatz zu meinen Gewohnheiten eher wenig gelesen, was nicht am Wollen lag, sondern daran, dass ich viel um die Ohren hatte und mich nicht so richtig auf einen Roman konzentrieren und abschalten konnte. Dieses Buch habe ich an einem Tag durchgelesen, weil ich mich von den 333 Seiten einfach nicht los reißen konnte. 5 Sterne sind hier meiner Meinung nach nicht zu hoch gegriffen und wer nach meiner Rezension denkt, dieser bei dtv premium erschienene Roman könnte etwas für ihn sein, wird die 14,90 Euro dafür sicher nicht falsch anlegen.

 


kerry3 hat insgesamt 30 Rezensionen angelegt.


Überraschende Wendung

27.06.2012 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

Userpic

In der letzten Woche vor dem College-Abschluss bemerkt die Dozentin Emma abends drei Studenten auf ihrem Grundstück. Sie fordert die kleine Gruppe auf, sich einen anderen Ort für ihr Beisammensein zu suchen. Unter einem Vorwand gelingt es den Studenten allerdings, sich Zugang zum Haus zu verschaffen. Entsetzt muss Maggie, die fünfjährige Tochter der Dozentin, mit ansehen, wie die Situation eskaliert und in einem grauenhaften Blutbad endet. Neun Jahre später kommen Maggies Albträume zurück. Plötzlich muss sie sich ihren alten Ängsten erneut stellen. Doch warum ausgerechnet jetzt? Ist die neue Mathematiklehrerin etwa der Auslöser dafür?


Meine Meinung


Laura Brodies Roman startet mit einem hochspannenden Prolog, der vermuten lässt, dass es sich bei der Erzählung um einen Thriller handelt. Man beobachtet, wie die schicksalhaften Ereignisse des damaligen Abends ihren Lauf nehmen und kann die unterschwellige Bedrohung beim Lesen förmlich spüren. Das Interesse an der Handlung ist damit sofort geweckt. Man stellt eigene Vermutungen darüber an, welche grausamen Szenen sich wohl im Haus abgespielt haben mögen.

In der Gegenwart muss Maggie sich ihren erneuten Albträumen stellen. Bisher hat sie mit niemandem darüber gesprochen, was damals wirklich geschehen ist. Maggie ist eine sehr sympathische Hauptprotagonistin. Man merkt, wie sehr die Albträume sie belasten und leidet förmlich mit ihr. Dadurch fällt es leicht, sich auf die Handlung einzulassen. Man folgt gebannt dem Geschehen und kann es kaum erwarten, der Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Laura Brodie versteht es dabei hervorragend falsche Fährten auszulegen, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Eine kaum vorhersehbare Wendung sorgt schließlich dafür, dass man das bisher Gelesene noch einmal komplett überdenken muss. Leider lässt ab diesem Moment die aufgebaute Spannung schlagartig nach. Die Handlung plätschert dann eher gemächlich vor sich hin und verliert sich sogar etwas in langatmigen Ausführungen und Nebensächlichkeiten.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Stellenweise ist er allerdings etwas zu detailliert, sodass man beim Lesen der entsprechenden Szenen gelegentlich in Gedanken abschweift. Die Charaktere sind durchweg glaubhaft beschrieben. Man kann sich mit ihnen identifizieren und ihre Handlungen nachvollziehen. Da man das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, bekommt man einen umfassenden Eindruck von den Beteiligten.

Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen gut unterhalten. Nicht weniger, doch leider auch nicht mehr. Nach dem spannenden Einstieg und der ziemlich überraschenden Wendung, fiel die aufgebaute Spannung für meinen Geschmack zu sehr ab. Der weitere Verlauf konnte mich leider kaum noch fesseln. Obwohl ich weiß, dass es sich bei der Erzählung um einen Roman und nicht um einen Thriller handelt, kann ich mich deshalb nur zu einer mittelmäßigen Bewertung durchringen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
Joomla templates by a4joomla