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Krimi/Thriller: Die toten Frauen von Juárez
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Titel:      Die toten Frauen von Juárez
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2410
Autor:      Sam Hawken
ISBN-10(13):      3608502122
Verlag:      Tropen Bei Klett-Cotta
Publikationsdatum:      2012-03-15
Edition:      1., Aufl.
Number of pages:      317
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Roman
Erscheinungsjahr: 2012
Übersetzung: Körber, Joachim
Von Hawken, Sam / Übersetzt v. Körber, Joachim

Ciudad Juárez, Mexiko, an der Grenze zu Texas. Zahlreiche Frauen verschwinden. Einheimische sagen, es seien mindestens 5000. Nur etwa 400 von ihnen wurden bislang gefunden vergewaltigt und getötet. Sam Hawken verbindet die wahre Geschichte um die toten Frauen mit der Story von Kelly Courter, einem gescheiterten Boxer, der alles daransetzt, die Wahrheit herauszufinden ...

Viele, die etwas auf dem Kerbholz haben, flüchten nach Ciudad Juárez: auch Kelly Courter, Boxer aus den Vereinigten Staaten. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen oder dem Verkauf von Drogen.
Estéban, der Bruder seiner Freundin Paloma, versorgt ihn regelmäßig mit Stoff. Bald greift er selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet.
Als kurz darauf ihre misshandelte Leiche gefunden wird, trifft ihn die harte Realität wie ein Schlag. Er wird verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt. Erst als Rafael Sevilla, ein befreundeter
mexikanischer Polizist, sich des Falls annimmt, kommt Licht in das dunkle Geheimnis der Frauenmorde von Ciudad Juárez.

   


Rezensionen
Gut, aber zuviele spanische Begriffe nerven etwas

09.04.2012 Bewertung:  3 Tialda vergibt 6 von 10 Punkten

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Rezension:

Würde kein Titel auf dem Buch stehen, würde man aufgrund der Gestaltung trotzdem sofort sofort erkennen, dass die Geschichte in Mexiko spielt – denn das Cover ist im Stil des “Día de los Muertos” – dem mexikanischen Totentag, mit Knochen und Skeletten, wobei der im Buch aber nicht vorkommt.

 

“Die toten Frauen von Juárez” war seit langem ein Buch, das ich gelesen habe, das keinen Prolog hatte, sondern gleich direkt startete. Dafür ist es in vier Teile aufgegliedert, die alle einen spanischen Titel haben, wo wir schon bei der Sache wären, die mich an diesem Buch am meisten gestört hat.

 

Wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich alles verstehen können. Ich möchte wissen, was die Leute untereinander sprechen und ich möchte wissen, was jedes einzelne Wort bedeutet – was in dieser Geschichte so nicht funktioniert und mich teilweise sogar etwas ärgerlich gestimmt hat. Es tauchen immer wieder spanische Worte auf und oft sogar ganze Sätze, die irgendwelche Einheimischen zu einem der Protagonisten, dem Amerikaner Kelly, der übrigens spanisch versteht, sagen. Bei Worten, die immer wieder auftauchen, wie z.B. maquiladora – Montagebetriebe, erschließt sich einem der ungefähre Sinn schon irgendwann. Aber bei Sätzen habe ich, als jemand der nicht spanisch spricht, nichts verstanden. Es ist mir klar, dass es Sinn macht z.B. Gerichte oder Dinge die es nur in Mexiko gibt, mit dem spanischen Begriff zu nennen – aber dann wäre zumindest ein Anhang mit den jeweiligen Übersetzungen angebracht.

 

Der Schreibstil an sich war angenehm zu lesen und auch oft spannend. Obwohl es vor allem in der ersten Hälfte um ein Thema geht, das mich eigentlich nicht interessiert, nämlich Boxkämpfe, fiel es mir leicht, weiterzulesen. Erst als Kelly Courter dann nicht mehr die Hauptrolle spielt, sondern der mexikanische Polizist, Rafael Sevilla, der zu ermitteln beginnt, zieht sich die Geschichte unangenehm in die Länge und wird immer langweiliger. Das Ende ist aber wieder fesselnd und nicht für zarte Gemüter geeignet, da Vergewaltigung, Drogen und Gewalt eine große Rolle spielen.

 

Was noch erwähnt werden sollte, ist, dass sich das Buch auf die tatsächlich existierenden Frauenmorde von Ciudad Juárez stützen. Die Stadt hat eine enorm hohe Kriminalitätsrate und seit 1993 gibt es eine nicht endende Mordserie an meist jungen Frauen – viele der Fälle wurden nie aufgeklärt. Deshalb hat der Autor, Sam Hawken, sein Buch auch den toten Frauen von Juárez gewidmet, da diese Morde neben den Drogenkriegen immer mehr untergehen.

 

Fazit:

Ein Krimi über ein sehr aktuelles Thema, bei dem es allerdings eindeutig von Vorteil ist, wenn man ein paar Worte spanisch kann, da der Lesespaß sonst womöglich darunter leidet.


Tialda hat insgesamt 386 Rezensionen angelegt.


Eine mexicanische Tragödie.

23.04.2012 Bewertung:  4.5 brillenbaby vergibt 9 von 10 Punkten

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eine mexicanische Tragödie bildet den Rahmen für Sam Hawkens Roman über die toten Frauen von Juárez. Hier - in der Grenzstadt zu El Paso in den USA - herrscht die Mafia der Drogenbosse mit den Waffen der Gewalt, Brutalität und Menschenverachtung. Immer wieder werden Frauen und Mädchen vermisst, die niemals lebend zurückkehren und deren Verschwinden keiner aufklärt. Man weiß, dass solche Dinge passieren, spricht aber nicht darüber. Sie sind die \"Mujeres sin voces\", für die nur eine kleine Truppe Engagierter kämpft - nahezu machtlos, wie David gegen Goliath. Auch Kelly Courter, ein heruntergekommener amerikanischer Boxer, weiß von solchen Frauen, die jedoch wenig Raum einnehmen in seinen Gedanken. Er arbeitet für den Dealer Estéban als Drogenkurier und spielt in der Boxarena den punchingball für mexicanische Champions, die ihn - den \"bolillo\" - voll Begeisterung auf die Matte schicken. Blutige Spiele für eine Menge in Ekstase, deren Gröhlen das Letzte ist, was er hört, bevor es dunkel vor seinen Augen wird. Aber die Pesos stimmen, das Geld, das er verdient, um sich vielleicht einmal eine Zukunft mit Estébans Schwester Paloma, seiner Geliebten, aufzubauen. Der ständige Kontakt mit \"motivosa\", jedoch, dem Stoff, aus dem die Träume sind, wird auch ihm zum Verhängnis, bringt ihn auf die rauschhafte Bahn zur härteren Droge. Als Paloma dann plötzlich so unauffindbar ist wie die zahlreichen Frauen vor ihr, gerät Kelly ebenso in Verdacht wie ihr Bruder Estéban, Schuld an ihrem Verschwinden zu tragen.

Erst Rafael Sevilla, ein befreundeter mexicanischer Polizist, setzt sich auf die Spur der verschwundenen Frauen und versucht unter Einsatz seines Lebens, die Machenschaften der Täter zu entlarven. Er bewegt sich damit in einer Welt, die ihr eigenes Gesetz hat, in der man bereit sein muss zu töten, wenn man sein Leben behalten will.

Sam Hawken hat mit nachhaltigen, teils hart gewählten Worten ein unglaublich eindringliches Buch geschrieben. Schon die Grenzstadt Juárez wirkt durch seine Darstellung trostlos, schmutzig und grau, eine Ansammlung von lärmenden Fabriken und ärmlichen Wohnhäusern, in denen die Menschen ihre heruntergekommenen, zerschlagenen Körper ausruhen, denen nur Drogen und Alkohol ab und zu rauschhaftes Vergessen schenken. Die Schauplätze sind düstere, blutige Box - und Hahnenkampfarenen, in deren verräucherter Luft Männer ein brutales Vergnügen suchen, die selber nicht mehr wert sind als eine Schmeißfliege auf den Jackets der Drogenbosse und auch so von ihnen behandelt werden.

Insgesamt kann man sich kaum befreien von dieser deprimierenden Darstellung, die nicht viel Raum für positive Gedanken bietet. Erbarmen, Entsetzen und Abscheu sind sehr dominant während des Lesens. Nur zum Ende hin spürt man ein wenig aufatmende Genugtuung, als Sevilla seinen Weg beschreitet, der den Frauen von Juárez endlich Gehör verschaffen wird - un vía de esperanza - ein Weg der Hoffnung.

Ein großes Stück aufrüttelnder Literatur.


brillenbaby hat insgesamt 25 Rezensionen angelegt.


Die toten Frauen von Juárez...

12.06.2012 Bewertung:  4 smayrhofer vergibt 8 von 10 Punkten

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... sind leider traurige Realität in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez. Sam Hawken nähert sich dieser Geschichte auf eine ganz eigene Art: Kelly Courter, ein amerikanischer Boxer, der schon bessere Tage gesehen hat, verdient sich dort seinen Lebensunterhalt mit zwielichtigen Boxkämpfen und dem Dealen von Drogen. Seine Freundin Paloma Salazar arbeitet bei einer Organisation, die sich mit dem Schicksal der verschwundenen Frauen beschäftigt. Auch Kelly wird täglich damit konfrontiert, wenn mal wieder ein neues Flugblatt mit dem Konterfei eines verschwundenen Mädchens auftaucht, doch ist zunächst relativ teilnahmslos. Als Kelly mit einem Comeback-Versuch scheitert, dröhnt er sich aus Frust mit Heroin zu und bemerkt nicht einmal, dass Paloma verschwindet…

Als Palomas Leiche gefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Kelly und Palomas Bruder Estéban, der auch mit harten Drogen dealt. Schnell werden beide verhaftet. Der Bundespolizist Sevilla, der eigentlich für Drogen zuständig ist und in der Vergangenheit immer wieder versucht hat, über Kelly an die Hintermänner der Drogenlieferungen zu gelangen, schaltet sich in den Fall ein. Während Kelly und Esteban im Gefängnis gefoltert und fast zu Tode geprügelt werden, kommen Sevilla und Enrique Palencia – ein städtischer Polizist, der neben Sevilla der einzige ist, der die beiden Verdächtigen für unschuldig hält – der Wahrheit in diesem Fall Stück für Stück näher…

Die wahre Geschichte der verschwundenen Frauen ist natürlich harter Tobak, und dementsprechend ist auch dieses Buch nichts für zartbesaitete Zeitgenossen. Gewalt, Sex und Drogen spielen eine gewichtige Rolle; und der Autor trägt mit seiner direkten Art auch dazu bei, dass man das Bild dieser zum Teil trostlosen Stadt, in der jeden Moment etwas Schreckliches passieren kann, direkt vor Augen hat. Insofern gelingt es Sam Hawken sehr gut, diese explosive Atmosphäre einzufangen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass dies immer noch ein Kriminalroman und kein Sachbuch ist, insofern ist es nicht der Anspruch des Autors, das Geheimnis um die toten Frauen von Juárez zu lösen oder darüber zu spekulieren. Vielmehr will Hawken - wie er auch im Nachwort darlegt - das Schicksal der Frauen, das in letzter Zeit immer mehr vom Drogenkrieg verdrängt worden ist, wieder in das öffentliche Bewusstsein rücken. Und das ist auch mein einziger Kritikpunkt, denn letzteres gelingt ihm meiner Meinung nach nur zum Teil, da das Buch einfach ein guter Thriller ist, und das Schicksal der Frauen (leider) nur eine Nebenrolle spielt. Trotzdem halte ich das Buch für absolut lesenswert!


smayrhofer hat insgesamt 13 Rezensionen angelegt.


 
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