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Krimi/Thriller: Der Janusmann
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Titel:      Der Janusmann
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2313
Autor:      Lee Child, Wulf Bergner
ISBN-10(13):      3764501812
Verlag:      Blanvalet
Publikationsdatum:      2005-03-29
Edition:      1., Aufl.
Number of pages:      480
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Groschenroman - nur dicker und besser!

21.02.2012 Bewertung:  4.5 mr.matze vergibt 9 von 10 Punkten

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== Der Janusmann – eine Einleitung ==

 

Dieses Buch erhielt ich als Rezensionsexemplar – lange lag es da und schaute mich ab und zu an und flüsterte mir zu: „Lies mich doch endlich, du Couch-Potatoe!“, aber irgendetwas streubte sich in mir. Obwohl ich das perfekte Leseopfer wäre.

Denn Krimis mag ich, ganze Krimiserien mit der gleichen Hauptfigur auch, je mehr desto besser. Und wenn es gleich so viele Krimis gibt wie vom Helden Jack Reacher, dann scheint es ideal. Vielleicht hat mich abgehalten, dass „Der Janusmann“ Roman Nummer 7 aus der Jack Reacher-Reihe ist und mir die ersten 6 gewissermaßen fehlen, aber schließlich traute ich Lee Child, den ich zuvor noch nicht kannte, zu dass er mir die Sache näher bringen könnte.

 

== Der Janusmann – eine inhaltliche Beschreibung ==

 

Vor sechs Jahren quittierte Jack Reacher den Dienst, damals einer der Topermittler bei der US-amerikanischen Militärpolizei. Jack tauchte unter ohne dass man ihn gefunden hätte oder er gefunden werden wollte. Doch Jack wäre nicht Jack, wenn er nicht aus triftigen Gründen aus seinem selbst gewählten Exil kommen würde.

 

Per Zufall begegnet er nämlich einem Mann, den er seit Jahren für tot hielt – oder das zumindest fest annahm. Hatte er ihn doch selbst vermeintlich getötet. In einem Anfall von rasender Wut und Selbstjustiz,  da der Landesverräter Quinn eine Kollgin Reachers sadistisch aus dem Leben genommen hatte.

 

Als er nun feststellen muss, dass Quinn alles andere als tot ist, hat er erneut eine offene eRechnung auf dem Tisch. Es beginnt eine mörderische Jagd, in der es viel um Verbündete, Vertraute, Rivalen, Deckung und Vertuschung beginnt.

 

== Der Janusmann – meine Eindrücke ==

 

Lee Child war mir bis dato unbekannt. Und das hatte auch Gründen, denn der studierte Jurist hat eine ganze Weile nicht geschrieben, sondern beim Fernsehen gearbeitet. Erst 1995 kehrte er den TV-Studios den Rücken und landete mit seinem ersten Jack Reacher-Roman gleich einen Bestseller. Zwischenzeitliche Krönung seiner Leistung war der Anthony Award, einer der angesehensten Preise für Spannungsliteratur.

 

Jack Reacher also. Als Ich-Erzähler muss dem mehr oder weniger alten Krimihasen erst einmal der Perspektivwechsel gelingen, sind doch all zu viele Thriller brav aus der Außenperspektive erzählt. Aber es klappt – wir gehen mit Jack Reacher auf die Jagd.

 

Dass in dem Thriller mehr Gesetze übertreten werden, mehr Leichen den Weg säumen, als wir uns das vielleicht wünschen wollen, mag den einen oder anderen abschrecken, aber das ist es manchmal, was man von den knapp 480 Seiten verlangt und Lee Child liefert ab. Die Handlungen, die Lee Child in Person von Jack Reacher  manchmal alle eröffnet, die Geschwindigkeit, in der all das passiert, laden nicht gerade dazu ein, das Buch nur querzulesen, sondern stets am Ball zu bleiben. Und auch das gelingt Lee Child.

 

Quinn, der Hauptfeind aller Leser, ist ganz klischeehaft mit Narben übersät. Ein eher geringes Übel, wähnte ihn Jack Reacher doch vor Jahren schon mit drei Kugeln im Bauch durch den Ozean treiben als mausetot. Die Verstrickungen und Verschwörungen, unter denen Quinn nun doch wieder unter den Lebenden weilte, führen Jack Reacher durch so manche Überraschung während seiner Jagd.

 

Dass man diese miterleben darf, empfindet man als Leser durchaus und erfreulicherweise als Privileg. Der Stil ist ausschmückend, aber nicht billig, die Personen einigermaßen scharf gezeichnet. Wenn nicht, verschwinden sie meist einige Seiten später aus dem Buch und man stellt sich gleichermaßen wieder auf Neues ein. Sehr schön!

 

== Der Janusmann – unter der Oberfläche und der Versuch eines Fazits ==

 

Manchmal wirkt Lee Childs  „Der Janusmann“  doch wie ein Groschenroman. Nur dicker. Und besser. Und wenn Tobias Gohlis von DIE ZEIT schreibt, dass es Autoren gebe, die ihn süchtig machen und Lee Child einer von Ihnen wäre, dann steht dies wahrscheinlich zurecht nicht hinten auf dem Buchrücken, sondern vorne auf dem Buchdeckel.

 

Die 480 Seiten, die im Blanvalet-Verlag erschienen sind, wurden 2005 in der ersten Auflage veröffentlicht.  Der Preis von 8,95 Euro ist Standard, glücklicherweise bekommt man diese Bücher gebraucht um einiges günstiger. Das ist der Segen, wenn es Bücher eben nicht in die Spiegel-Bestseller-Liste schaffen und mehr zum Volks- denn zum Geheimtipp werden. So ist es auch mit dem Janusmann. Ich werde Jack Reachers Fälle sicher bald von vorn beginnen und an selber Stelle berichten.

 

 

 


mr.matze hat insgesamt 37 Rezensionen angelegt.


 
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