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Krimi/Thriller: Der Fledermausmann: Harry Holes erster Fall
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Titel:      Der Fledermausmann: Harry Holes erster Fall
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2311
Autor:      Jo Nesbø
ISBN-10(13):      3548253644
Verlag:      Ullstein Taschenbuch
Publikationsdatum:      2002-02-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      414
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

1.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Der Fledermausmann.
Aus der Amazon.de-Redaktion
Vierzigtausend Jahre lebten die Aboriginies isoliert in ihrer Heimat. Bis die ersten Engländer kamen, das unbebaute Land verächtlich als Terra nullius bezeichneten und es an sich rissen. Damit war der Friede vorbei und die Zeiten unzähliger Ungerechtigkeiten begannen.

Der alkoholkranke Polizist Harry Hole wird aus Norwegen nach Australien geschickt, um den Mord an einer jungen Norwegerin aufzuklären. Er bekommt Unterstützung von seinem australischen Kollegen Andrew, ein Aboriginie. Andrew führt Harry durch Sydney, er lernt den homosexuellen Otto und Toowoomba kennen, der für Andrew beinahe wie ein Sohn ist –- wie Andrew sind die beiden Aboriginies. Die Nachforschungen zeigen, daß der Mord an der Norwegerin kein Einzelfall war, sondern daß es die Polizisten mit einem Serientäter zu tun haben, der eine Vorliebe für blonde Frauen hat. Für Harry ist der Hauptverdächtige der Ex–Freund der Norwegerin, ein Drogendealer. Doch erst viel zu spät erkennt er, daß sein Partner bemüht ist, ihn auf die eigentlich richtige Spur zu bringen. Bei der Suche nach dem Täter verliert Harry sein Herz an die Schwedin Brigitta. Nach langer Zeit kann er sich endlich wieder öffnen. Bis die große Katastrophe ihren Lauf nimmt.

Sehr gefühlvoll und weich erzählt der norwegische Autor diesen Thriller. In fast lyrischen Passagen beschreibt er die Schönheiten Australiens und die Liebesgeschichte zwischen seinem Helden und Brigitta. Doch genauso sensibel, wie Nesbø es versteht, kleine Paradiese entstehen zu lassen, versteht er es, seine Hauptfiguren in die Katastrophe zu stürzen. Sehr intelligent vermischt Jo Nesbø den Krimi mit Betrachtungen über die Aboriginies, ermöglicht Einblicke in ihre Kultur, Philosophie und ihre Probleme.

Schritt für Schritt wird der Leser –- ebenso wie Harry Hole –- in die Tiefen und Geheimnisse des Landes und des rätselhaften Mordfalles geführt. Man wird hin– und hergerissen zwischen einer traumhaften Welt der australischen Mythologie aus der uralten "Zeit der Träume" und den Abgründen blutiger und brutaler Realität. Was fast sanft und ruhig beginnt, endet in einem unglaublich spannenden, zerstörerischen Strudel. --Susanne Solau

   


Rezensionen
Harry Hole zum Ersten - Australien! Warum nicht Mongolei?

20.02.2012 Bewertung:  1.5 mr.matze vergibt 3 von 10 Punkten

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Der Fledermausmann - eine Einleitung

Irgendwann kommt man an den Bestsellerlisten eben doch nicht vorbei. Nachdem McFadyen und Adler-Olsen schon meinen Weg gekreuzt haben, war es irgendwann auch eine Leihgabe von einem der Bücher von Jo Nesbo (man verzeihe, dass ich seinen Namen einfach so eindeutsche, wie ich es durchgängig machen werde). Danach hat meine Frau die Bücher, beginnen mit dem ersten Band, einigermaßen zügig gelesen und war nicht euphorisiert, aber durchaus angenehm überrascht. Bettlektürenfutter also, das ich mir dann in einer freien Zeit auch zu Gemüte führen wollte.

Medimops lieferte den Band 1 von Jo Nesbo - der Fledermausmann: lest selbst, was mir widerfahren ist ...

Harry Hole und der Fledermausmann - eine inhaltliche Beschreibung

Jo Nesbo lässt uns an den geschichten und ungewöhnlichen Fällen eines norwegischen Kommissars teilhaben. Harry Hole heißt der gute Mann und ist oberflächlich betrachtet mit einigen wenigen Platituden beschrieben. Norweger ist er, so weit, so gut. Blond, scharfsinnig, wenn es sein muss auch gewalttätig. Und alkoholkrank. Oder zumindest in einer Phase seines Lebens, wo er darüber nachdenkt, welche Rolle der Alkohol in seinem Leben spielt und ob diese Rolle eine gute Rolle für ihn darstellt ...

Harry Hole wird zu Beginn der Geschichte in Australien abgeworfen. Dort ist er mit dem Auftrag bestückt, den Mord an seiner Landsfrau Inge Holter aufzuklären, die unter zunächst ungeklärten Umständen zu Tode kam. Unterstützt wird Hole dabei von einer Reihe australischer Kollegen, allen voran dem Aborigine Andrew, der ihm auf vielen Fahrten und bei vielen Besuchen in Bars und Kneipen dem bekennenden Nichthistoriker einiges über die Geschichte und Kultur Australiens zu vermitteln versucht. Andrew begleitet Harry Hole nicht durch die australische Kulturgeschichte, sondern auch durch das Nachtleben Sydneys, lernen dabei viele Menschen wie den homosexuellen Otto, den Toowoomba kennen, der für Andrew wie ein Sohn ist und als ehemaliger Boxer sich einen Namen gemacht hat. Dass beide irgendwann dahinterkommen, dass es sich bei dem Mord an der Norwegerin Inge Holter nicht um eine Einzeltat, sondern um ein Mosaik in einer ganzen Serie von Morden handelt, macht die Nachforschungen nicht einfacher.

Die schöne Schwedin Birgitta, eine Kollegin von Inge Holter, wird nicht nur zur Gesprächspartnerin hinsichtlich des Falls, sondern auch zur sexuellen Gespielin von Harry Hole während seines Aufenthalts. Die Ermittlungen gehen seinen Weg, während es beinahe unentdeckt zur Anbahnung einer Katastrophe kommt, die seinen Höhepunkt neben allen Eskapaden rund um Schlägereien, undurchsichtigen Beziehungen und einer Menge Alkohol fast schon schleichend zelebriert. 

Der Fledermausmann - ein erster Eindruck

 

\"Der Fledermausmann\" von Jo Nebo ist in der Originalausgabe bereits 1997 unter dem Titel \"Flaggermusmannen\" erschienen, die deutsche Ausgabe kam erstmals 1999 bei Ullstein auf den Markt. Eine Hardcoverausgabe gab es nicht, stattdessen erschien die Folge 1 der Harry-Hole-Serie als Taschenbuch unter wechselnden Buchcovern und ist derzeit zu einem Standardneupreis von 9,95 Euro bei allen Buchanbietern und Läden erhältlich.

Die Handlung in Australien, irgendwo in den neunziger Jahren in Sydney angesiedelt, hat bei mir keine Erinnerungen an unsere Australienreise geweckt. Im Gegenteil - viel von dem, was wir über Australien gelernt und von Australien gesehen haben, finden wir eben nicht im Buch wieder. Vielleicht waren an den richtigen Ecken in Australien, aber eben an den falschen Plätzen oder auf der falschen Seite.

Gelobt wird oftmals der Erzählstil von Jo Nesbo. Man bewege sich hin- und hergerissen zwischen australischer Mythologie, menschlicher Abgründe, wundervoller Natur und düsterer Atmosphäre von Seitenstraßen am Kings Cross. Nur ist in meinen Händen ein Buch aufgeschlagen, dass sich in Längen verliert, Personen zu Hauptsträngen entwickelt, nur um sie danach über Kapitel hinweg aus den Augen zu verlieren und eine Hauptperson, dessen seitenlange Beschreibung von Alkoholeskapaden mir schlicht und ergreifend auf die Nerven geht - das habe ich alles selbst (schon besser) erlebt. Glaubwürdigkeit kommt an dieser Stelle leider nicht auf. Und so viel Genialität, dass ich dem Autor eine deutlich fiktive Überzeichnung zutraue, entdecke ich leider auch nicht. Schade eigentlich, dass Nesbo dann doch zu sehr am realen Sydney bleiben will, aber die vielen Fäden, die er auslegt, nicht wirklich in der Hand behalten kann.

Der Fledermausmann - etwas unter der Oberfläche geschürft

Die Figur von Harry Hole wird im ersten Roman der Harry-Hole-Reihe deutlich und scharf, ausschmückend und ausführlich, gezeichnet. Man kernt viel über Harry - über seine Sorgen mehr als über seine Freuden, seine Laster mehr als über seine Fähigkeiten, seine Menschenkenntnis, die seine Instinkte hervortreten lässt und seine Widerstandsfähigkeit, wenn er trotz zweier gebrochener Rippen nur lapidar behauptet, er bräuchte nur ein paar Stunden Schlaf, damit alles wieder in Ordnung wäre.

Andrew, der Aborigine, begleitet Harry eine ganze Weile und steht für das schön, das alte Australien, das wie Andrew selbst einige Geheimnisse zu bieten hat, die nur teilweise aufgelöst werden können. So manche Geschichte erkennt man wieder, an manche Orte erinnert man sich - aber eben nicht an alle und manchmal lege ich das Buch beiseite und denke mir, ob das wirklich der geeignete Ort ist, um den kleinen Norweger nach einem Mörder suchen zu lassen. Auch in den Seitenstraßen von Oslo hätte man hier sicher prima ermitteln können.

Denn Australien habe ich durch dieses Buch nicht wieder entdeckt oder gar lieben gelernt, dafür war mir die Erzählung zu sehr auf das Land gezwungen abgestellt. Große Literatur wäre es gewesen, wenn man auch die Natur der Mongolei so schon hätte beschreiben können. Hat er aber nicht, der Nesbo.

Erzählstil? Ja, vorhanden, ausschmückend, nett, aber nicht großartig. Und die ständige Vermischung von englischen Flüchen, Ausrufen und Halbsätzen im deutschen (und wahrscheinlich auch im norwegischen original) ist anfangs noch ganz abwechslungsreich, später aber auch nur ein krusives Schulterzucken, spätestens auf Seite 200 hätte ich darauf trotz des möglichen Stilbruch drauf verzichten können.

Der Fledermausmann - ein Versuch eines Fazits

Meine Frau hat die Harry Hole-Reihe mit den ersten fünf Bänden regelrecht verschlungen. Wenig Tiefgang, aber durchaus leichte, gut von der Hand gehende Lektüre, bei der man schon aufmerksam lesen muss, damit es am Ende nicht gar zu schnell geht und man Handlungsstränge und Personen aus den Augen verliert.

Ich kann mich dem nur sehr halbherzig anschließen. Für mich hatte das Buch durchaus seine Längen, über Seiten und ganze Kapitel hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich eben nicht wusste, was der Autor mir eigentlich sagen will, wo die Reise hingeht oder ob es sich lohnt, die leicht verdrehte Kurzgeschichte eines Kapitels, in dem sich wieder mal jemand ein paar Rippen bricht und sich geräuschvoll über irgendeine Auslegware irgendeiner Absteige am Kings Cross in Sydney erbricht, nochmals zu lesen. Wenn Jo Nesbo erst in Fahrt kommen musste, denn die anderen Bände sollen noch oder zumindest besser sein, dann habe ich den jungen Mann in seinem ersten Roman aber wirklich auf jeder Ehrenrunde begleitet, die er über dem Autorenflughafen als Warteschleife gedreht hat. Und es interessiert mich in der Tat schon ein wenig, was aus Harry Hole wird: dem norwegischen Alkoholiker, der eigentlich stets allein, auf eigene Faust und ungewöhnlich ermittelt, dem im ersten Band schon ein paar Rippen gebrochen sind und der, wenn er in dem Tempo weitermacht, eigentlich nach dem zehnten Kriminalfall alle seine Zähne fehlen müssten. Aber vielleicht ist er ja ein Hai und die Zähne wachsen ihm nach - wundern würde es mich nicht ... oder zumindest nur kurz!


mr.matze hat insgesamt 37 Rezensionen angelegt.


 
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