Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/rezionde/components/com_booklibrary/booklibrary.php on line 2910
Krimi/Thriller: Angsthauch
  Print


Titel:      Angsthauch
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2274
Autor:      Julia Crouch
ISBN-10(13):      3548283322
Verlag:      Ullstein Taschenbuch
Publikationsdatum:      2012-01-13
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      496
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Beste Freundin - grösste Feindin

22.01.2012 Bewertung:  4 kerry3 vergibt 8 von 10 Punkten

Userpic

Rose hat gerade erst eine schwere Zeit hinter sich gebracht: mit ihrem Mann Gareth, einem Künstler, hat sie ein altes, abgelegenes Bauerhaus in Wiltshire umgebaut und renoviert. Die Eheprobleme, die nicht nur, aber auch durch die ungewollte Schwangerschaft des zweiten Kindes scheint das Paar in den Griff bekommen zu haben und so freut sich Rose nun auf ein ruhiges und idyllisches Landleben mit ihrem Mann, Tochter Anna und Baby Flossie. Da erreicht sie ein Anruf ihrer Freundin seit Kindertagen Polly, die in Griechenland lebt: Pollys Mann Christos ist mit dem Auto tödlich verunglückt. Ein Schock für Rose, die Christos kannte und gern hatte. Polly hatte damals zu Studienzeiten den charmanten Künstler durch Rose kennen gelernt (wodurch die gerade erst entstehende Beziehung zwischen Rose und Christos im Keim erstickt wurde), Gareth wiederum war ein Studienfreund des Griechen, der ihn Rose vorgestellt hatte. Die beiden Paar hatten im Laufe der Jahre den Kontakt zwar etwas verloren, dennoch war immer eine gewisse Freundschaft vorhanden.

Als Polly Rose erzählt, dass sie Griechenland verlassen und mit ihren beiden Söhnen nach England zurück kommen will, fühlt sich Rose verpflichtet, ihrer Freundin zumindest vorübergehend Unterschlupf zu gewähren. Gareth, der Polly nicht besonders gut leiden kann, willigt seiner Frau zuliebe widerwillig ein, Polly im Nebengebäude wohnen zu lassen.

Als das Trio eintrifft und sich in besagtem Nebengebäude häuslich niederlässt, ist Rose zunächst erschrocken: Polly, die als früher erfolgreiche Rocksängerin mit Drogenkonsum und Magerwahn schon immer exzentrisch war, sieht völlig abgemagert, krank und verloren aus. Die Söhne, der 9-jährige Nico und sein kleiner Bruder Yannis erscheinen ziemlich vernachlässigt und wild und wecken in Rose Beschützerinstinkte. Diese und ihre Erinnerungen an die gemeinsamen Erlebnisse von ihr und Polly in der Jugend bringen Rose dazu, ihr Unbehagen über so manches Verhalten der drei zu unterdrücken, zudem entschuldigt sie alles mit der Trauer, die nach dem Tod des Mannes und Vaters sicher vorhanden sein muss.

Da Gareth sich aus allem heraushält und Polly ihr eigenes Ding ohne Rücksicht auf ihre Söhne oder Rose durchzieht (Mithilfe? Verantwortung übernehmen? Fehlanzeige), ist Rose extrem belastet. Dennoch läuft es erstaunlich gut, bis es zu einem schlimmen Unglück kommt: auf einem Ausflug mit Picknick soll Polly nur ein paar Minuten auf die kleine Flossie aufpassen. In dieser kurzen Zeit gibt sie dem Kind ein Glas mit ihren Beruhigungspillen zum Spielen. Das Glas geht auf, die Pillen fallen heraus und obwohl Polly Stein und Bein schwört, dass sie alle wieder eingesammelt hatte, muss das kleine Mädchen welche davon verschluckt haben. Flossie wird schwer krank, Rose muss mit ihr in die Klinik und obwohl sich schnell herausstellt, dass das Baby überleben wird, kann niemand sagen, ob sie nicht bleibende Schäden zurück behalten wird. Als ob das nicht genug Sorge für die Mutter wäre, muss Rose bei ihrer Rückkehr nach Hause feststellen, dass dort alles im Chaos versunken ist.

Rose ist am Ende ihrer Kraft und bei ihren Bemühungen, den Alltag ohne jegliche Unterstützung wieder zu ordnen wird sie selber sehr krank. Polly reißt das Ruder an sich, Gareth scheint wie umgewandelt zu sein und nun auf der Seite der vorher von ihm ungeliebten Freundin zu stehen und für Rose machen die Warnungen ihrer Freunde (Simon, der Vater einer Mitschülerin Annas und Karen, der Ärztin, die auch Flossie gerettet hat) Sinn. Bei dem Versuch, Polly zum Auszug aufzufordern wird sie jedoch von dieser mit einem Geheimnis aus Jugendtagen sanft erpresst: einem Geheimnis, das Rose schwer belastet und das sie nie mit Gareth geteilt hatte \' Polly war der einzige Mensch, der davon wusste. Die Dinge spitzen sich immer mehr zu, Rose scheint in großer Gefahr zu sein\'

MAN KANN AUCH ZU GUT SEIN
----------------------------------------

Ich muss sagen, Rose ist mir mit ihrem Gutmenschverhalten das eine oder andere Mal gehörig auf die Nerven gegangen. Verständnis hin, Harmoniebestreben her, wenn es an die eigene Substanz geht, muss man auch mal Tacheles reden. Vor allem ab dem Moment, wo Polly das Leben des Babys mehr als nur ein bisschen in Gefahr gebracht hat (ob aus Leichtsinn oder bewusst wird nie so ganz klar, aber das spielt letztendlich keine Rolle), wäre sie im hohen Bogen bei mir raus geflogen. Dann wäre das Buch allerdings nur halb so dick geworden. Auch die beiden Jungs wären für mich kein Grund gewesen, das nicht zu tun: Nico und Yannis taten mir zwar leid, aber meine eigenen Kinder hätten immer Vorrang. Nico vor allem zeigt teilweise eine ziemlich gestörte, schon fast psychopathische Ader \' man ist sich beim Lesen immer mal wieder nicht ganz sicher, ob nicht er statt Polly die große Gefahr darstellt und am Ende die Katastrophe herbei führt.

Gareth ist mir nicht besonders sympathisch. Er wirkt auf mich wie ein egozentrischer Waschlappen, dem alles, sogar seine Töchter egal sind, Hauptsache er kann tun was er will und wird nicht mit Problemen belästigt. Seine Frau unterstützt er in keinster Weise, er fällt ihr stattdessen in den Rücken, als sie Polly loswerden will. Nun ja, solche Männer soll es geben, aber was eher weniger nachvollziehbar ist, ist die Umkehr von \'Ich mag Polly nicht\' zum absoluten Polly-Befürworter. Von einem Tag auf den anderen setzt er sich für die Freundin seiner Frau, die er zuvor eher abgelehnt hat mit Leib uns Seele ein. Wie hat Polly das nur geschafft?
Mit Sex natürlich. Und da sind wir beim nächsten Bruch in der Logik. Polly wird zwar als eine Person mit charismatischer Ausstrahlung beschrieben, aber wo die her kommen soll ist mit schleierhaft. Denn gleichzeitig wird sie als das perfekte Klischee einer heruntergekommenen, permanent zugedröhnten und schmuddeligen Ex-Rocksängerin dargestellt. Spindeldürr, keine reizvollen Kurven, strubblige Haare, den halben Tag ungewaschen mit Schlabber-Schlaf-Shirts bekleidet \' so etwas soll Mann wirklich reizvoll finden? Die böse Hexe des Westens als unwiderstehliche Verführerin? Nun ja, ich bin Mann, was weiß ich. Immerhin hat sie Nachbar Simon zuvor schon mit ausgefallenen Sexpraktiken ins Bett bekommen (so ausgefallen anscheinend, dass Simon Angst vor ihr bekommt).

Das hört sich jetzt alles so an, als wäre dieser Thriller nicht wirklich gut. Stimmt aber nicht. Auch wenn das eine oder andere nicht so ganz logisch ist, zieht sich doch ein Spannungsbogen durch das Werk, dem man gut und gerne folgen kann. Wobei es keineswegs rasant und mit Action durchzogen voran geht, der Schrecken schleicht sich nur ganz langsam in den normalen Alltag. Bis zu Flossies \'Unfall\' auf Seite 166 ist die ganze Situation einfach nur unbehaglich. Doch dann kommen die Schläge immer schneller, die Handlung nimmt Fahrt auf und der Showdown\' ist erstaunlich. Ihr wollt ein Happy End? Ihr bekommt eines, aber nicht das, das ihr erwartet habt, sondern ein ganz anderes, nicht vorhersehbares. Und es ist zwar ein Happy End, aber eines, das den Leser mit einem Schaudern zurück lässt.

LESEN UND REZENSIEREN
---------------------------------
Bei meinen letzten Rezensionen habe ich festgestellt \' und hier geht es mir wieder so \' dass es gar nicht leicht ist, ein Buch zu bewerten und dabei objektiv zu sein. Es ist nämlich ein großer Unterschied, wie man ein Buch während und gleich nach dem Lesen aufnimmt oder wie man es beurteilt, wenn man es hat sacken lassen und \' zum Beispiel für eine Rezension \' darüber noch einmal nachdenkt.

Hätte man mich gefragt gleich nachdem ich es nach der letzten Seite zugeschlagen hatte, hätte ich spontan gesagt: 5 Sterne, auf alle Fälle lesen. Denn es hat mir wirklich Spaß gemacht, hat mich schaudern, mit fiebern und mitfühlen lassen, hat mich neugierig gemacht, wie es weiter geht. Ich hatte es in zwei Tagen durch und ich habe auch noch etwas anderes zu tun als zu lesen, aber dieser Roman hat mich wirklich gefesselt.

Wenn ich andererseits so drüber nachdenke, gibt es eben auch diese gewisse Unlogik, die die Handlung manchmal so unwahrscheinlich sein lässt, dass man sich nicht ganz hineinversetzten kann \' beim Lesen habe ich die wohl verdrängt. Außerdem ist keine der Personen so sympathisch (außer Anna und das Baby), als dass es eine Rolle spielen würde, wer am Schluss drauf geht und wer nicht. Eigentlich sollte aber doch zumindest Rose eine Identifikationsfigur bieten, der man alles Gute wünscht, oder nicht? Manche Seiten habe ich auch mehr oder weniger nur überflogen, weil \' was weiß ich? Weil nichts wirklich weiter ging oder weil ich von den handelnden Personen genervt war? Allerdings waren das eher wenige Seiten, also ist das nicht unbedingt relevant (ich bin auch ein ungeduldiger Mensch, wie ich zugeben muss)

In einer früheren Rezension habe ich einmal die Frage gestellt, wie sich ein Thriller überhaupt definiert und diese Frage ist auch hier wieder sehr interessant. Hier möchte ich anführen, was der englische Verlag zu Angsthauch sagt, denn das gibt ziemlich korrekt wieder, wie ich diesen Roman einschätzen würde:

\'Ein dunkles, saftiges, köstlich beunruhigendes, auf einen Rutsch durchzulesendes psychologisches Drama.\'

Von den 5 Sternen, die ich direkt nach dem Lesen vergeben hätte, muss ich einen nach meinen Überlegungen hier abziehen, wenn ich objektiv bewerten will. Eine Leseempfehlung kann ich aber absolut für alle geben, die bei einem Thriller keine Blutspritzorgien erwarten, sondern eher dem leisen Schrecken verfallen sind.


kerry3 hat insgesamt 30 Rezensionen angelegt.


nicht mal ein Hauch von Angst

05.02.2012 Bewertung:  1 Ivonnsche vergibt 2 von 10 Punkten

Userpic

Rose, Enddreißigerin, lebt mit Mann und 2 Kindern im ländlichen England. Als der Mann ihrer besten Freundin stirbt, nimmt sie diese und deren 2 Söhne bei sich auf. Gegen den Willen ihres Mannes, denn die Ehe hat nach Hausumbau und zweitem ungewollten Kind etwas gelitten. Gerade geht es wieder bergauf. Polly wickelt schnell alle Männer um den Finger und Rose droht ihre Stellung in der Familie zu verlieren.

 

Ich fand das Buch ziemlich enttäuschend. Es liest sich wie ein Hausfrauenroman gespickt mit erotischen Wünschen einer gelangweilten Hausfrau. Ein Thriller ist das definitiv nicht. Vielmehr dreht sich alles um die heile Hausfrauen- und Mutterwelt von Rose, die sich seitenweise darüber auslassen kann was es wohl zum Mittag gibt, welche Marken ihre Messer und vor allem ihr Herd hat und deren Lebensmittelpunkt es ist, sich um andere zu kümmern. Die wenigen Sexszenen wirken aufgedrückt und passen so gar nicht zur Grundstimmung, da es meistens außerehelicher Sex ist. Das reinste Bäumchen wechsle Dich. Viele Phrasen wiederholen sich. Das Buch strotzt vor Banalitäten, Belanglosigkeiten und Langeweile. Außerdem sind verdammt viele Logikfehler enthalten.

 

Das Buch hat bei mir nicht mal den Hauch von Angst hervorgerufen.

 


Ivonnsche hat insgesamt 12 Rezensionen angelegt.


Verschenktes Potential

07.02.2012 Bewertung:  3 anushka vergibt 6 von 10 Punkten

Userpic

Rose erhält einen Brief von ihrer besten Freundin Polly. Deren Ehemann ist gestorben und nun möchte sie von Griechenland zurückkehren nach England. Rose bietet ihr und ihren zwei Söhnen an, dass sie bei Rose, ihrem Mann Gareth und den beiden Töchtern wohnen können. Doch Roses Freundschaft mit Polly war schon immer ein zweischneidiges Schwert und schon bald wird aus der besten Freundin die schlimmste Feindin und Rose droht alles zu verlieren, dass ihr Glück ausgemacht hat.

Es fällt mir sehr schwer, dieses Buch zu beurteilen und zu bewerten. Der Autorin ist ein sehr gutes Psychogramm der Charaktere gelungen. Sie wirken alle lebensecht und die Geschichte zieht einen als Leser mit hinein. Die Spannung steigt langsam und stetig und man fragt sich zusammen mit Rose, ob wirklich immer Polly Schuld ist oder ob nicht doch alles auf ein Missverständnis zurückzuführen ist. Die genauen Beschreibungen treiben den Puls nach oben, da man nicht sicher sein kann, was und wem es passieren wird. Besonders der Fokus auf die Kinder lässt immer wieder das Herz stocken, wenn beispielsweise Rose bemerkt, dass Polly mit dem Baby Flossie allein ist. Als Leser kann man in Roses Paranoia voll mit einsteigen.
Allerdings ist dieses Buch in meinen Augen nicht wirklich ein Psychothriller im klassischen Sinn, sondern eher ein spannender Roman. Zudem ist plötzlich alles vorbei, als es gerade anfing, besonders interessant zu werden. Es steht eine Konfrontation bevor, bei der endlich einmal alles angesprochen wird und bei dem alle Protagonisten Stellung beziehen müssen. Doch scheinbar hatte die Autorin keine Ahnung, wie sie diese Situation auflösen soll, denn fast aus heiterem Himmel gibt es einen plötzlichen und völlig unglaubwürdigen Showdown, der zwar interessante Verwicklungen andeutet, die aber nicht mehr aufgegriffen werden. Auch ist immer wieder von Geheimnissen und Roses Vergangenheit die Rede. Letzten Endes kommt jedoch nur ein Geheimnis ans Licht und von Roses Vergangenheit erfährt der Leser nicht viel, und noch weniger von Pollys Verwicklung darin. Rose wird auch immer wieder von Bekannten vor Polly gewarnt, doch erfährt man nie, warum, denn Rose will es nicht wissen und der Leser ist das gesamte Buch über an Roses Erzählstrang gebunden.
Was mich darüber hinaus noch besonders störte, war der extreme Alkoholkonsum durch das gesamte Buch hindurch. Jeden Tag werden mehrere Weinflaschen geleert und obwohl immer wieder Szenen eingeschoben werden, in denen Rose ihr Baby stillt, trinkt sie kräftig mit und ist oft angetrunken. Das passte für mich überhaupt nicht zusammen, zumal sich Rose aus anderen Gründen Sorgen um die Gesundheit ihres Babys macht, sodass man von jedem vernünftigen Menschen erwarten würde, gerade in dieser Situation (wenn schon nicht selbstverständlich generell) auf Alkohol zu verzichten. Auch an anderen Stellen verhält Rose sich nicht nachvollziehbar irrational und man fängt an, an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Zudem tritt sie gerade am Anfang der Geschichte sehr selbstgerecht auf und zählt Polly - die gerade ihren Mann verloren hat! - auf, wie zufrieden sie mit ihrem Leben aus Mutter und Ehefrau ist. Da gönnt man ihr schon fast, was später alles passiert.

Alles in allem ist die Geschichte also spannend und gut geschrieben, andererseits mangelt es aber an bestimmten Ecken, sodass das Buch an Qualität einbüßt. Mich hat dieses Buch nicht restlos überzeugen können und ich finde es schade, dass nach einem guten Aufbau und einer interessanten Hinleitung der Showdown die Geschichte zerstörte. Zudem war für mich eine zur Hysterie neigende Protagonistin streckenweise keine Sympathieträgerin. Hier wäre eindeutig mehr möglich gewesen.


anushka hat insgesamt 6 Rezensionen angelegt.


Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde

27.02.2012 Bewertung:  3.5 coffee2go vergibt 7 von 10 Punkten

Userpic

Kurze Inhaltszusammenfassung:

Rose lebt mit ihrem Mann Gareth und ihren beiden kleinen Töchtern Anna und Flossie im frisch renovierten Landhaus. Bevor sich die Familie eingewöhnen kann, gerät Polly, die Jugendfreundin von Rose in eine Notlage nachdem ihr Mann stirbt und Polly zieht mit ihren beiden Söhnen in das Nebengebäude ein. Polly ist Musikerin, tablettensüchtig und hat einen extravaganten Lebensstil, sodass Rose auch ihre beiden Kinder mitbetreut. Gareth war zuerst nicht erfreut vom Besuch und zieht sich in sein Atelier zurück um dort die gesamten Tage und Nächte zu malen.

Polly hat eine „dunkle Seite“ an sich, wo sie auftaucht stiftet sie für Unruhe. So dauert es auch nicht lange und Flossie, die jüngste Tochter wird schwer krank und muss ins Krankenhaus, danach geht es Rose gesundheitlich und psychisch sehr schlecht. Die Ereignisse geraten immer mehr außer Kontrolle und Rose möchte, dass Polly mit ihren Söhnen wieder auszieht, doch dies ist schwieriger als gedacht.

 

Meine Meinung zum Buch:

Die Autorin hat es an manchen Stellen des Buches sehr gut geschafft, den LeserInnen tatsächlich einen „Angsthauch“ zu bescheren. Sie hat die einzelnen Charaktere sehr gut beschrieben, allerdings auch die üblichen Klischees bedient: Rose ist ein überfürsorglicher Familienmensch, möchte es immer allen Recht machen, kümmert sich um Kinder und Haushalt und hält ihrem Mann den Rücken frei, damit er sich künstlerisch betätigen kann. Trotzdem möchte sie nicht das Zepter aus der Hand geben und kann schlecht damit umgehen, wenn das Familienleben in einem anderen Rhythmus verläuft. Gareth ist ein typischer Künstler, der recht mürrisch und zurückgezogen ist, teilweise depressive Phasen hat, sich den ganzen Tag und manchmal auch nächtelang in sein Atelier zurückzieht um dort zu malen. Polly war eine erfolgreiche Musikerin, die jetzt nach dem Tod ihres griechischen Ehemannes an ihrem Come back arbeitet. Sie schläft gerne lang, ernährt sich hauptsächlich von Kaffee, Alkohol und Tabletten, ist tätowiert und immer schwarz gekleidet. Sie lässt ihren beiden Söhnen viel Freiraum und zeitweise vernachlässigt sie sie oder nimmt mit einer Selbstverständlichkeit an, dass sich andere um sie kümmern. Diese bunte Kombination aus Charakteren lässt schon vermuten, dass sich hier nicht immer alle einig sein können.

Die Autorin hat immer wieder kurze Rückblenden in die Vergangenheit von Rose und Polly gezeigt und vage Andeutungen, was passiert sein könnte, gemacht. Dies hat vor allem im langen Mittelteil, die Spannung aufrecht erhalten und das Interesse für den Schluss geweckt. Ich habe mir gedacht, dass die offenen Fragen, dann im Schlussteil des Buches aufgedeckt werden, was allerdings nicht der Fall war. Ebenfalls nicht vollständig aufgeklärt wurde, was mit Rose los war, da sie zwischenzeitlich gesundheitlich und emotional sehr angeschlagen war. Ich hatte beim Lesen die Vermutung, dass ihr jemand Tabletten untergemischt haben könnte. Oder war sie wirklich psychisch am Rande eines Nervenzusammenbruches? Hier können sich die LeserInnen auch selbst für eine passende Variante entscheiden.

Der Schluss des Buches kam recht plötzlich und war etwas undurchsichtig. Es blieben leider sehr viele Fragen ungeklärt und auch der plötzliche Zeitsprung (zwei Jahre später) war meiner Meinung nach nicht angemessen, da die Ereignisse nicht aufgeklärt wurden und auch die letzten Seiten lassen die LeserInnen mit einem offenen und undurchsichtigen Ende zurück, dies hat mir nicht so gut gefallen.

 

Cover und Titel:

Das Cover ist optisch sehr ansprechend gestaltet, allerdings konnte ich keinen Zusammenhang zwischen der jungen Frau am Cover, die leblos im Wasser liegt, und dem Inhalt des Buches erkennen. Der Titel passt gut zum Psychothriller.

 

Mein Fazit:

Das Buch ist für LeserInnen, die gerne außergewöhnliche Familiengeschichten mit ein wenig „thrill“ lesen, genau richtig.


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


Leider nicht ganz überzeugend

06.04.2012 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

Userpic

Rose lebt mit ihrem Mann Gareth und den beiden Töchtern Anna und Flossie in einem frisch renovierten Cottage. Nach der stressigen Umbauphase des kleinen Häuschens und der Geburt der kleinen Flossie, soll nun endlich Ruhe in das Familienleben einkehren. Bevor es dazu kommen kann, erhält Rose eine entsetzliche Nachricht: Christos, der Mann ihrer besten Freundin Polly, ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Rose zögert nicht lange, sondern lädt die Freundin und ihre beiden Söhne zu sich ein. Obwohl Gareth starke Bedenken hat, zieht Polly schließlich bei ihnen ein. Gareths Befürchtungen scheinen sich schon bald zu bewahrheiten, denn mit Polly weht ein anderer Wind im Haus. Zuerst sind es nur kleine Missverständnisse, die das Zusammenleben trüben. Doch als es zu einem lebensbedrohlichen Unfall kommt, sieht Rose ihre Freundin mit anderen Augen. Leider muss sie feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, Polly wieder loszuwerden....


|| Meine Meinung ||


Das Buch beginnt mit einem sehr kurzen Prolog, der mit der Überschrift \"Danach\" versehen ist. Diesen knappen Einblick kann man am Anfang der Lektüre natürlich noch nicht einordnen, doch dadurch wird das Interesse an der Erzählung spontan geweckt. Der Einstieg in die eigentliche Handlung gelingt mühelos. Man bekommt Hintergrundinformationen zu Rose und ihrem näheren Umfeld. Dabei erfährt man, dass die Familie gerade dabei ist, die Schwierigkeiten der letzten Zeit, die durch den stressigen Umbau des Hauses und die ungeplante Schwangerschaft von Rose ausgelöst wurden, hinter sich zu lassen. Alles wirkt harmonisch und es scheint so, als ob Rose endlich ihr Familienleben, die Vorteile des renovierten Hauses und die idyllische Umgebung genießen könnte. Doch schon bei der Ankunft von Polly schleicht sich beim Lesen ein ungutes Gefühl ein.

Es gelingt der Autorin hervorragend die Charaktere so facettenreich zu beschreiben, dass man gebannt deren Handlungen folgt und regelrecht mit ihnen mitfiebert. Rose und Polly scheinen so unterschiedlich zu sein, dass man sich kaum vorstellen kann, dass die beiden bereits von Kindesbeinen an beste Freundinnen sind. Da ist auf der einen Seite Rose, die perfekte Mutter und Hüterin des heimischen Herdes, die sich nur dann wohlfühlen kann, wenn alle zufrieden sind und auf der anderen ist Polly, eine glamouröse Person, deren Welt sich hauptsächlich um sich selbst und ihre Musikkarriere dreht. Ein harmonisches Familienleben gehört sicher nicht zu den Dingen, die Polly wichtig sind und deshalb ist es für sie selbstverständlich, dass Rose sich um ihre Kinder kümmert. Rose wirkt zunächst sehr sympathisch. Doch schon bald hat man das Gefühl, dass sie im Hinblick auf Polly viel zu naiv reagiert. Die Autorin gewährt allerdings Rückblicke in die Vergangenheit der beiden Frauen, sodass man nachvollziehen kann, warum Rose sich so für Polly einsetzt und ihr Familienleben damit in Gefahr bringt. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass Rose, die nicht nur für ihre eigenen Kinder, sondern auch für die von Polly immer ein offenes Ohr hat, zunehmend dem Alkohol verfällt und dabei keine Rücksicht darauf nimmt, dass Baby Flossie noch gestillt wird. Dieses Verhalten kostet Rose einige Sympathiepunkte und schon bald stellt man sich die Frage, ob Polly tatsächlich versucht, den Familienfrieden zu gefährden oder ob Rose sich das nur einbildet.

Die Spannung baut sich in diesem Buch nur langsam auf. Zunächst hat man deshalb auch nicht das Gefühl, dass man einen Psychothriller lesen würde. Doch das ändert sich bald. Denn erst spürt man nur den Hauch eines mulmigen Gefühls, doch im weiteren Verlauf steigert sich diese Ahnung und so gerät man unbemerkt in den Sog der Erzählung und verfolgt gebannt das böse Spiel. Beim großen Finale überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, überraschende Wendungen sorgen auch hier dafür, dass man das Ende kaum vorhersehen kann. Allerdings bleiben einige Fragen ungeklärt, sodass der Abschluss zunächst nicht ganz rund wirkt. Der zwei Jahre später handelnde Epilog gibt allerdings Anlass zu weiteren Spekulationen.

Insgesamt gesehen hat mir das Buch recht gut gefallen, denn ich habe beim Lesen ein mulmiges Gefühl gehabt und deshalb interessiert die Handlung verfolgt. Doch echter Nervenkitzel oder ein beklemmendes Angstgefühl um die Hauptprotagonistin wollten sich bei mir einfach nicht einstellen. Der finale Showdown konnte mich leider auch nicht restlos überzeugen, sodass das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala nur drei von fünf Bewertungssternen bekommt.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
Joomla templates by a4joomla