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Krimi/Thriller: Die toten Gassen von Barcelona: Krimi
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Titel:      Die toten Gassen von Barcelona: Krimi
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2108
Autor:      Stefanie Kremser
ISBN-10(13):      3462043250
Verlag:      Kiepenheuer & Witsch
Publikationsdatum:      2011-08-18
Edition:      1., Auflage
Number of pages:      246
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Barcelona dreimal anders

01.09.2011 Bewertung:  3.5 lenchen vergibt 7 von 10 Punkten

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Die Stadt Barcelona ist so gut bekannt wie unbekannt. Die freie Journalistin Anna Silber reist nach Barcelona. Ihr Plan A: einen Reiseführer „mal anders“ zu schreiben. Sie will einen der größten Urlaubsorte Europas von einer anderen Seite zeigen. Von der Seite, die dem Urlauber unbekannt ist. „Andere“ Straßen, „andere“ Sehenswürdigkeiten, „andere“ Wohnmöglichkeiten, „andere“ Restaurants und Bars, „andere“ Läden. Von Anfang an geht der Plan schief, weil Anna gerade am ersten Tag, bei der ersten Fahrt zu ihrer Wohnung eine vom Dach „geflogene“ Leiche praktisch vor ihre Füße bekommt. Willst du Barcelona mal anders? Zack! Eine Leiche ist da.

Daraus folgt, ganz spontan, der Plan B: der Mordkommission von Barcelona zu helfen, eine mysteriöse Reihe von Mordfallen aufzuklären. Weil nämlich Anna Silber „zufällig“ ein außergewöhnliches Kriminaltalent hat. Aus der Mischung von den beiden Plänen entsteht eine Geschichte, die Stefanie Kremser bunt und spannend beschreibt.

Es scheint hier drei separate Geschichten zu geben:
1.    Alternativer Urlaubsort Barcelona, mit Köchen, die alle Gerichte nur aus Süßigkeiten zubereiten, mit Künstlerinnen, die ihre gesamten Werke aus Filz produzieren, usw.
2.    Düstere Stadt Barcelona mit toten Gassen, durch den Kot beschmierten Briefkasten, schäbigen Treppenhäusern, kaputten Aufzügen und vom Leben abgeschnittenen Wohnungen, die zum Wohnen gar nicht mehr passen. Also ein großer Spielplatz der internationalen Immobilienmafia, die sich bemüht, die ganze Stadt zu einem Verkaufsobjekt zu verwandeln.
3.    Ein riesiger Tatort, auf dem ein Serienmörder nach unglaublichem Muster kaltblutige Morde „sät“.

Gut ist, dass diese „separaten“ Geschichten, die uns so viel über eine Stadt erzählen (übrigens auf knapp 240 Seiten), am Ende in eine ganzheitliche Geschichte fließen. Bis zu einem bestimmten Punkt könnte man sagen, dass es drei Bücher in einem Band sind, deren Seiten nebeneinander wie Unterlagen oder Löschpapierblätter nebst fragmentarischem Original durchgemischt sind. Und plötzlich wird alles zu einem. Jede Geschichte hat ein eigenes Geheimnis, aber alle Geheimnisse werden letztendlich mit einem einzigen Schlüssel geknackt. Ja, das ist toll.

Nicht besonders gut ist, dass der Mörder, der keine Spur hinterlässt und wie ein unbesiegbares Monster wirkt, im Finale relativ einfach erwischt wird, und zwar von Anna Silber allein. Große Spannung im Vordergrund führt zu einem relativ kleinen Funken bei der Lösung. Eigentlich wollte man etwas Größeres zum Nachtisch.


lenchen hat insgesamt 58 Rezensionen angelegt.


Hier ist mehr drin, als draufsteht

23.02.2012 Bewertung:  4 rumble-bee vergibt 8 von 10 Punkten

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Eines vorweg: dieses Buch täuscht! Sowohl durch sein Äußeres, als auch seinen - leider viel zu plakativen - Titel. Denn was erwartet man schon, wenn man - Überraschung - ein dünnes und lieblos gedrucktes Taschenbuch mit dem Titel \"Die toten Gassen von Barcelona\" in die Hand nimmt? Eben! Zudem fand ich die Leseprobe ein wenig seltsam und schwülstig. Doch alles in allem wurde ich sehr positiv überrascht.

Statt eines Trash-Thrillers habe ich hier einen gut durchdachten und \"angenehm anderen\" Krimi vorgefunden, der durch stilistisch ausgefeilte Sprache und einen erfreulichen Mangel an blutrünstiger Action besticht. Was mir in der Leseprobe noch seltsam erschien, macht im ganzen Buch durchaus Sinn. Denn in der Tat geht es, sogar beim Motiv des Täters, um Barcelona, um die Stadt und ihre Geschichte, ihre modernen Probleme, ihre den Touristen verborgene Seite. Somit war es durchaus stimmig, als \"Heldin\" und unfreiwillige Ermittlerin eine Journalistin und Verfasserin von Reiseführern auf den Plan zu schicken.

Zu bemängeln ist eigentlich nur, dass der Plot an einigen Merkwürdigkeiten und allzu vielen Zufällen aufgehängt ist. Für mich war es ein wenig \"dick aufgetragen\", dass die Heldin Anna Silber ausgerechnet im vorigen Jahr ihre gesamte Familie verloren hat, dass ihre Mutter ausgerechnet selber aus Barcelona stammte, und dass Anna ausgerechnet bei ihrem Vater, einem Privatdetektiv, in die Lehre ging. Und, natürlich, dass der Lebensgefährte ihres Freundes ausgerechnet der Leiter der Mordkommission ist.

Doch das wird durch die flüssige und sehr stimmungsvolle Handlung dann doch wieder aufgewogen. Zuerst wundert man sich, warum Anna, die eigentlich nach den Wurzeln ihrer Mutter suchen wollte, und außerdem einen Auftrag für einen Reiseführer in der Tasche hat, sich so sehr treiben lässt, und ihre Nase sofort in einen Fall von Serienmorden steckt. Aber im Laufe des Buches überzeugte mich Anna. Sie ist eben keine professionelle Ermittlerin, sondern eine Person, die sich von Stimmungen und menschlichen Schicksalen sehr beeinflussen lässt. Und das hat zu diesem Fall, zu dieser Stadt einfach gut gepasst. Das kann man näher nicht erläutern, ohne zu viel zu verraten.

Anna beschreibt den Fall aus der Ich-Perspektive, und das erlaubte es der Autorin, durch und durch subjektive Stimmungen einzuflechten. Seien es flanierende Einheimische, Hausbesetzer, heruntergekommene Altbau-Viertel, Straßen und Plätze, oder kulinarische Raffinessen - ich bin Anna gerne durch diese Stadt gefolgt, und konnte manches direkt vor mir sehen. Sicher ein anderes Bild von Barcelona, nicht so mystisch-verklärt wie bei Zafón, aber dennoch plastisch und realistisch.

Gut gefallen hat mir auch die Struktur des Buches. Die \"Anna-Kapitel\" wechseln sich ab mit kursiv gesetzten, sehr düsteren Einschüben, die - man ahnt es gleich - aus dem Leben des Täters berichten. Zuerst kann man wenig damit anfangen, aber wenn man sehr genau liest, entdeckt man in jedem folgenden \"Anna-Kapitel\" wieder einen kleinen Hinweis, der sich auf die Welt des Täters bezieht. Raffiniert gemacht! Außerdem sind jedem \"Anna-Kapitel\" zwei Zitate vorangestellt, die - wie man später merkt - aus der Handlung des Kapitels stammen, und die symptomatisch für das Geschehen in diesem Kapitel sind. Ungewöhnlich, aber atmosphärisch stimmig!

Das Ende wird angenehm offen gelassen - was Anna betrifft. Der Täter wurde zwar gefasst, und zwar in einem packenden Showdown, aber Annas weiterer Lebensweg ist nicht ganz klar. Es gibt da ein gewisses Angebot - doch wird sie es annehmen? Und wird sie sich nun für einen der zwei Männer, in die sie sich im Laufe des Buches verguckt, entscheiden? Ich kann nur vermuten, dass die Autorin sich hier ein Türchen offen halten wollte, um eventuell weitere Bände mit Anna Silber zu verfassen. Zu wünschen wäre es!

Abschließend möchte ich nur anmerken, dass ich dem Buch wünsche, dass es doch noch als Hardcover erscheint. Ich finde die Wahl, es zuerst als Taschenbuch herauszubringen, ausgesprochen unglücklich. Das erweckt einfach einen falschen Eindruck! Und das Cover hätte vom Layout her auch ansprechender gestaltet werden können. Zwar ist mir der Sinn der Marien-Statue durchaus klar, aber die Schrift ist im Verhältnis zum Bild proportional sehr unschön verteilt. Nun denn - alles Gute, Anna Silber! Vielleicht liest man sich mal wieder!

 


rumble-bee hat insgesamt 76 Rezensionen angelegt.


Ein Frauenkrimi

29.12.2012 Bewertung:  3.5 metAlpAnda vergibt 7 von 10 Punkten

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Anna Silber hat nach dem Tod ihrer Familie einiges im Leben zu verarbeiten und neu zu ordnen - da kommt ihr der Auftrag, einen Reiseführer über Barcelona zu schreiben, gerade recht. Sie soll nach Barcelona reisen und vor Ort nach ultimativen Tipps abseits des Touristenstroms für alternative Stadtbesucher suchen. Doch als ihr guter Bekannter Rafael sie vom Flughafen abholt und zu sich nach Hause bringen will, geraten sie in einen Stau, verursacht durch einen Leichenfund in der Gasse, wo Rafael wohnt. Sehr schnell gerät Anna in den Strudel der Ereignisse, auch weil Rafaels Lebensgefährte Quim bei der Kriminalpolizei arbeitet. Der tödliche Sturz, fder zunächst nach einem Selbstmord aussieht, entpuppt sich bald als ein Teil der Serie, wobei der Täter nach einem bestimmten Muster vorgeht...

"Die toten Gassen von Barcelona" ist zwar ein Krimi, aber auch ein Reiseführer und ein Liebesroman zugleich. Denn Anna irrt durch Barcelona und die Autorin beschreibt mit Liebe zu Detail diese sehenswerte Stadt. Natürlich begegnet Anna dabei auch dem ein oder anderen attraktiven Mann...

Der Roman liest sich leicht und schnell, nicht nur durch die vergleichsweise niedrige Seitenzahl (knapp 250) bedingt. Man gerät zusammen mit Anna schnell ins Geschehen und kommt der Lösung des Rätsels Schritt für Schritt näher. Der Kriminalfall an sich war in meinen Augen etwas zu einfach gestrickt, doch die liebenswerte Erzählungsweise, die Beschreibung der Stadt sowie Annas Erlebnisse lassen den Roman trotzdem nie langweilig erscheinen.

An manchen Stellen wirkte die Erzählung zudem etwas realitätsfremd - dass man bei der Kripo eine Außenstehende fast vollwertig ins Team aufnimmt, in die Internas einweiht und sogar zu lebensgefährlichen Zugriffen mitnimmt, glaube ich eher nicht, auch wenn es sich um die Tochter eines Privatdetektivs handelt.

Doch abgesehen von einigen Schwächen ist der Roman von Stefanie Kremser eine lesenswerte Lektüre, wobei Frauen als Leserzielgruppe wohl in erster Linie angesprochen werden sollen.


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


 
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