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Krimi/Thriller: Bauernfänger
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Titel:      Bauernfänger
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2050
Autor:      Joachim Rangnick
ISBN-10(13):      354861048X
Verlag:      List Taschenbuch
Publikationsdatum:      2011-06-10
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      384
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

2.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Bauernfänger
   


Rezensionen
Krimispezialität aus dem Allgäu

03.07.2011 Bewertung:  4 barbwire1de vergibt 8 von 10 Punkten

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Wie heißt es so schön, in den Bergen ist immer was los. Dies beweist Joachim Rangnick in seinem Bergkrimi “Der Bauernfänger ” vom ersten Kapitel an. Von Beruf Journalist und leidenschaftlicher Hobbyfotograf kommt Walcher so manches interessante Objekt vor die Linse, aber eine Leiche muss es ja nun nicht gerade sein. Walcher lebt im Allgäu und stösst bei einer seiner Touren auf eine zauberhafte Villa, die nur einen Fehler hat, eine Leiche. Unter dem Toten entdeckt Walcher einen Aktenordner mit Unterlagen einer sogenannten Company. Neugierig geworden, nimmt Walcher diesen Ordner an sich. Aber dabei scheint er beobachtet worden sein, denn nun passieren merkwürdige Dinge und es sterben einige Menschen. Auch Walcher´s Freundin gehört zu den Toten………..

Joachim Rangnick schreibt flüssig und versteht es, die Geschichte spannend zu machen. Ich habe mich nie gelangweilt und konnte dieses Buch nicht an die Seite legen.

Von mir bekommt dieses Buch 8 Sterne, für das schöne Cover und die spannende Story.


barbwire1de hat insgesamt 8 Rezensionen angelegt.


Deutlich erkennbar ein Erstlingswerk

23.02.2012 Bewertung:  2.5 rumble-bee vergibt 5 von 10 Punkten

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Was haben sich Verlag und Autor nur dabei gedacht? Hier wird ein altes Buch als neu ausgegeben - oder, besser gesagt, man kann als Leser sehr leicht übersehen, dass dem so ist. Nur im \"Kleingedruckten\" des Vorsatzblattes, und im Klappentext, steht es zu lesen. Dies ist die Neuauflage des ersten Falles von Robert Walcher, bereits vor mehreren Jahren unter dem Titel \"Die Lotto-Company\" erschienen. Gut, das erklärt so manches. Denn vor Kurzem erst war auf Vorablesen \"Der Ahnhof\" von selbigem Autor vorgestellt worden, und ich vermisste schon die Haushälterin und so manche Einzelheiten aus der damaligen Leseprobe. Auch wunderte ich mich, dass Vieles in diesem Band so unausgegoren daherkam.

Man hat an einzelnen Stellen wohl auch versucht, den Inhalt leicht umzuarbeiten und zu aktualisieren. Mehrfach beschlich mich eine solche Ahnung. Doch an mindestens einer Stelle ging dieser Schuss definitiv nach hinten los. Da musste ich doch tatsächlich lesen, Robert Walcher habe sich mit einem Gast über diverse Themen wie \"Fukushima\" unterhalten... Wie bitte?? Ja was denn nun?? Wenn dies ein alter Fall ist, und zwar der erste in einer Reihe von sechs Fällen, dann kann logischerweise damals Fukushima noch gar kein Thema gewesen sein! Denn ich glaube wohl kaum, dass ein Robert Walcher sechs Fälle in wenigen Monaten löst. Ein klassisches Eigentor, würde ich sagen...

Doch betrachten wir lieber zuerst die positiven Seiten des Buches. In der Anfangsphase, die leider nur wenige Kapitel dauerte, baute sich eine gemütliche Atmosphäre voller Lokalkolorit auf. Der Journalist Walcher bewegte sich mit stiller Selbstverständlichkeit im doch teils arg verschrobenen Allgäu, zwischen alten Bauernhäusern, noch älteren Tante-Emma-Läden und urigen Bewohnern. Ab und an tauchte diese Atmosphäre noch in späteren Kapiteln auf - doch dann nur noch sehr kurz. Schade, ich habe sehr genossen, mit welcher Gemütlichkeit der Autor diesen Flecken Erde vorgestellt hat.

Auch hat mir die Sprache an sich gut gefallen. Es gab immer mal wieder Wendungen, über die ich herzlich schmunzeln musste, und die man in einem Krimi sicher nicht so oft liest. Unvergesslich die Formulierung \"ein Phlegma auf vier Beinen\", welche sich auf ein Haustier bezieht! (Überhaupt fand ich, dass Walchers Kater Bärendreck der heimliche Held dieses Buches ist.) Auch mitten in ansonsten actionreichen Episoden kamen mitunter Wortschöpfungen vor, die ihresgleichen suchten.

Doch damit hat es sich für mich auch leider schon mit den positiven Seiten. Ich habe im Nachhinein versucht, mein leichtes Missbehagen an etwas festzumachen, es näher zu fassen zu bekommen. Ich glaube, es liegt daran, dass sich der Autor hier noch vorsichtig an das Genre \"Krimi\" herantasten musste. Das Buch steckt ein wenig zwischen zwei Stühlen. Denn eigentlich ist es ein Möchtegern-Thriller, der noch dazu ziemlich merkwürdig geplottet ist. Unter \"Krimi\" verstehe ich jedenfalls einen Ermittler, der voller gewiefter Schachzüge einem Bösewicht auf die Schliche kommt. Nichts davon hier. Robert Walcher sticht einfach (aus einem wirklich hanebüchenen Zufall heraus) in ein Wespennest, wobei die Schuldigen von Anfang an klar sind. Es geht im Wesentlichen nur noch darum, seine eigene Haut (und die anderer Menschen) zu retten. Und das gehört für mich eigentlich zu einem \"Thriller\".

Und auch der Aufbau der Handlung hat mich oft nicht überzeugt. Warum, bitteschön, muss die erste Leiche ausgerechnet (!) auf einem Ordner liegen, in dem alle belastenden Unterlagen enthalten sind?? Und der Name der Organisation steht gleich auch noch drauf. Na Prost Mahlzeit. Unlogischer geht es wohl kaum. Oft will mir das Handeln Walchers auch einfach nicht einleuchten. Es ist nicht nachvollziehbar, warum er sich überhaupt einmischt. Nur weil er als Hobby Fotos von alten Gebäuden macht, muss er doch nicht gleich brisante Unterlagen einstecken...? Auch später tut er dies hin und wieder. Mehrfach hatte ich auch den Verdacht, dass der Autor lediglich die Handlung vorantreiben wollte, und sich dementsprechend nicht groß um Wahrscheinlichkeit geschert hat. Welcher Boss eines Firmenimperiums würde einem Wildfremden (Walcher!) \"so einfach\" eine Lebensbeichte anvertrauen? Welcher Journalist würde \"so einfach\" (wiederum Walcher) einem dahergelaufenen Security-Menschen die Rettung seiner Geliebten anvertrauen, einem Mann, der für genau die Firma arbeitet, die Walcher eigentlich verfolgt?? Irgendwann hat bei mir das Verständnis ausgesetzt.

Ich habe an sich auch nichts gegen kurze Kapitel. Aber hier wirkte das wie ein Flickenteppich, eine Collage aus Arbeitsskizzen, die der Autor in einer Schublade gesammelt hatte. Man hat den Eindruck, er habe alle diese Zettel hervorgeholt, und daraus seinen ersten Roman gebastelt. Oft kommt auch (für mich) völlig Nebensächliches eingeschoben daher. Warum muss ich wissen, wohin Walcher mit Lisa in den Urlaub fliegt? Warum soll mich interessieren, was für eine Jugend einer der bezahlten Auftragskiller hatte - wenn er nur auf zwei Seiten vorkommt? Was hat die Renovierung des Mayer-Hauses mit der Kriminalhandlung zu tun? Und so weiter und so fort.

Noch zwei Punkte haben mich gestört. Krimi ist zwar Krimi, und Thriller ist Thriller, aber hier gab es definitiv zu viele Leichen, die teilweise sogar sinnlos waren. Besonders eine habe ich dem Autor sehr übel genommen! Und zweitens wird mir in diesem Buch einfach zu viel Alkohol getrunken. Man mag mich gerne für altmodisch halten, aber wer zu jeder, wirklich jeder, Gelegenheit Hochprozentiges in sich hineinschüttet, der hat bei mir an Glaubwürdigkeit als Kriminal-Held verspielt. Wein zum Mittagessen (einmal sogar zwei Flaschen!!), Sherry zum Nachmittag, Calvados mit dem Nachbarn, Bier am Abend... puh!!

Nun gut, Robert Walcher - sie haben genügend menschliches und kriminalistisches Potenzial, das will ich Ihnen gerne zugestehen. Aber in diesem Buch machen Sie noch eine unentschiedene Figur.

 


rumble-bee hat insgesamt 76 Rezensionen angelegt.


Der Schein des Lottoscheins

29.12.2012 Bewertung:  1.5 metAlpAnda vergibt 3 von 10 Punkten

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Journalist Robert Walcher hat ein Abkommen mit Frau Zehner aus dem Tante-Emma-Laden: statt das Geld in die Lotterie zu investieren, spendiert er den Betrag an die Opfer von häuslicher Gewalt. Zum Schein wird jedes Mal ein alter Lottoschein zwischen den Händen der Verkäuferin und des Käufers gewechselt.

Dass das ganze Lotto ein weitaus bedeutenderes, skandalöseres Scheingeschäft ist, erfährt Walcher, als er auf einer seiner Fotorouren eine männliche Leiche entdeckt. Sie liegt auf einem Ordner mit der Aufschrift „Company“. Beruflich bedingt neugierig, nimmt Walcher den Ordner an sich – und ist bald selbst tiefer in den Spinnweben der Company drin, als es ihm lieb wäre....

Die Zusammenfassung verspricht durchaus eine lesenswerte Story, und so machten mich der Klappentext sowie eine Leseprobe neugierig. Leider entwickelt sich die anfangs glorreich scheinende Idee des Autors in der Ausarbeitung zu einem teilweise unrealistischen Plot. Dass zwei Menschen ein Imperium mit weltweitem Einfluss auf Lug und Betrug im Lottogeschäft aufbauen, ist doch recht schwer vorstellbar.

Der Beginn der Geschichte, gespickt mit mysteriösen Zahlenfolgen, gewürzt durch den schaurigen Leichenfund, versprach eher eine Schnitzeljagd, doch man erfährt schon bald die komplette Geschichte, die auch noch zu einfach gestrickt ist. Die Erzählung plätschert nun dahin, nur ab und zu vom Terror unterbrochen. Die erzwungene Brutalität ist in meinen Augen überflüssig, ein paar Leichen weniger hätten auch schon gereicht.

Bei einem Krimi, der in kleinen Ortschaften in Allgäu spielt, erwartet man zudem sowas wie Lokalkolorit. Dieses kommt hier eindeutig zu kurz. Die Bodensee-Alpen-Kulisse ist zwar hintergründig vorhanden und Rangnick nimmt sich die nötige Zeit, die bezaubernde Landschaft auch für die Leser jenseits des Weißwurst-Äquators adäquat zu beschreiben. Doch die meisten Figuren könnten genauso gut ganz woanders leben – der Spielort ist im Endeffekt beliebig austauschbar.

Auf eine enttäuschende Erzählung kommt leider auch noch ein verwirrendes Ende.

Die Vorgeschichte sowie die Verfolger kennt der Leser sowieso fast von Anfang an, die Auflösung am Schluss, die Frage nach dem Warum ist enttäuschend einfach gestrickt.

Ich persönlich konnte mich zudem nicht recht mit dem Protagonisten Walcher anfreunden. Einerseits wird detailliert auf seine Lebensgewohnheiten eingegangen (Nacktduschen im Garten, Sherry als regelmäßige Abdeckung des Flüssigkeitsbedarfs), jedoch kommt die Figur grob geschnitzt rüber. Wann arbeitet er eigentlich? Auch das Verhalten seiner Freundin Lisa gegenüber ist befremdlich. Überhaupt ist Kater Bärendreck der Einzige, der Leben in Walchers Bude bringt.

An manchen Stellen handelt der Protagonist völlig unverständlich, was die Identifikation mit seiner Figur beinahe unmöglich macht. Er ruft z.B. bei einem Leichenfund nicht die Polizei, weil er Angst hat wegen Einbruch belangt zu werden – was ist denn schließlich wichtiger? Mit einer wichtigen CD geht er in ein Internet-Cafe und vergisst sie dort beinahe, ist aber auch noch auf den Betreiber sauer, der ihn in letzter Sekunde an die Scheibe erinnert.

So tollpatschig wie sich Walcher verhält, ist es völlig unverständlich dass der Killer ausgerechnet ihn nicht zu fassen bekommt, wo er doch so versierte Techniken hat und über viele Leichen gegangen ist.

Da ist es ja fast vorhersehbar, dass die Aufklärung nicht durch Walcher, sondern durch Zufälle geschieht. Walcher ist eher eine passive Figur, die das Geschehen beobachtet und sich von den Gegebenheiten treiben lässt. Zudem ist der Leser dem Walcher in seinem Wissen oft voraus, was die Geschichte fast schon langweilig macht.

Zusammenfassend kann man sagen: der Grundstein der Geschichte hätte durchaus einen solideren, komplizierten Aufbau vertragen können.


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


 
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