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Krimi/Thriller: Unter allen Beeten ist Ruh: Ein Schrebergarten-Krimi
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Titel:      Unter allen Beeten ist Ruh: Ein Schrebergarten-Krimi
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1979
Autor:      Auerbach & Keller
ISBN-10(13):      3548610374
Verlag:      List Taschenbuch
Publikationsdatum:      2011-04-15
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      400
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Beschreibung:      Product Description
Unter allen Beeten ist Ruh
   


Rezensionen
Inselkoller und Lokalkolorit

17.04.2011 Bewertung:  4.5 Annibunny vergibt 9 von 10 Punkten

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Die erste Zusammenarbeit der deutschen Autorinnen Auerbach und Keller wirkt äußerlich nicht unbedingt wie ein Krimi. Das in hellen Farben gehaltene Cover zeigt eine ältere Frau, die (skeptisch? misstrauisch?) aus ihrem Häuschen auf einen Tisch im Garten mit einem Stuhl und einer Tasse blickt. Ein kleines Vogelhäuschen in der Hecke und ein Vögelchen, das das Apostroph im Titel ersetzt, vervollständigen das harmlose Bild.

Statt der gewohnten Kurzbeschreibung bietet die erste Seite neben der Kurzbiographie der Autorinnen ein Interview mit der Protagonistin. Dieses deutet an, dass die vorliegende Geschichte vermutlich als Auftakt zu einer Serie geplant ist, da Frau Bolle wohl noch über weitere Fälle stolpern soll.

Nach der Widmung werden, wie bei einem Theaterstück, die Protagonisten der Geschichte vorgestellt. Die kleinen Sätze erklären sich natürlich erst im Laufe des Buches, sodass ich beim Lesen immer mal wieder nach vorne geblättert habe, um nochmal nachzuschauen, wie welcher Charakter beschrieben wurde.

Den Einstieg in die Geschichte macht eine bissige Episode, in der Lutz Erdmann, ein offensichtlich höchst unsympathischer und schmieriger Immobilienhai versucht, der rüstigen Dorabella von Schlittwitz ihre Schrebergartenparzelle abzuquatschen. Gleich zu Beginn wird der Leser klar in die zwei großen Fronten der Geschichte eingeführt und empfindet Bewunderung für den offensichtlich starken Zusammenhalt in der eingeschweißten Schrebergartengemeinde.

Im ersten Kapitel lernen wir dann Pippa Bolle kennen - eine Übersetzerin in den mittleren Jahren, die einige Pfunde zuviel und einen in Italien sitzengelassenen Ehemann mit sich rumschleppt. Außerdem wird man in die unterhaltsame Nachbarschaftsgemeinschaft der Transvaal 55 eingeführt, die ein Musterbeispiel für Toleranz darstellt.

Sosehr Pippa auch das Zusammenleben in dieser bunten Gemeinde genießt, sosehr sehnt sie sich doch nach Ruhe für ihre Arbeit und willigt gerne ein, als ihre beste Freundin ihr die Schrebergartenhütte ihres Vaters anbietet. Diese liegt auf der fiktiven Insel Schreberwerder, in der Nähe von Berlin. Wie in jeder Schrebergarten- und Campingsiedlung gibt es auch hier Dauerwohner und Wochenendgäste und es wird schnell klar, dass ein immer tieferer Keil zwischen den Nachbarn anwächst: Wer auch nur laut überlegt, an Lutz Erdmann zu verkaufen und seine Pläne eines Hanf-Resorts zu unterstützen, wird gleich schlechtgemacht und nahezu geächtet.

Nach einer großen Party beim Fiesling kommt es auch gleich zum ersten Todesfall und natürlich ist klar: Erdmann muss der Mörder sein! Dieser verstärkt auch noch das Misstrauen, indem er auf der Trauerfeier ein falsches Testament vorlegt, welches aber umgehend entkräftigt wird. Nun ist aber Pippas Spürsinn geweckt: Wie kann jemand, der in Italien weilt, in Schreberwerder ein Testament beglaubigen?

Mit Feingefühl und logischem Denken arbeitet sich Pippa zur Entwirrung der mysteriösen Todesumstände voran, als auch schon das nächste Unglück geschieht und die Polizei beginnt, der Inselgemeinschaft auf den Zahn zu fühlen.

Das Ende der Buches bildet neben der Danksagung und der gewohnten Werbung eine Leseprobe zu \"Mutti steigt aus\" von Tessa Hennig.

Fazit:

Pippas Einstand in die Ermittlerwelt hat mir sehr gut gefallen. Die Autorinnen haben einen flüssig zu lesenden Schreibstil, der sich aber auch dadurch hervorhebt, dass es keine Übersetzung aus dem Englischen ist und einfach sprachlich besser ist. Die Protagonisten wirken durchaus überzeugend, wenn auch vielleicht manchmal nicht tiefgründig genug, aber das hätte vermutlich den Rahmen des Buches gesprengt.

Leider kann ich nicht die volle Punktzahl vergeben, da mich doch noch einiges gestört hat. Wie kann es sein, dass das strittige Testament mit einem Geocache vergraben wird, einen Tag bevor es geschrieben wurde? Wieso bleibt Pippas Bruder Freddy nicht seiner anfänglichen Beschreibung treu? Wo er zu Beginn noch als wortkarg beschrieben wird, ist er zum Ende hin nur ein ganz normaler Polizist, der sich nicht besonders hervorhebt. Warum wird aus Angelika zwischendurch Angelina? Ist das ein Spitzname oder ein Schreibfehler? Die \"Flöhe\" der Familie Kästner mögen vielleicht ganz niedlich sein, irgendwie wird der Bezug auf den berühmten Namenspaten auf Dauer aber anstrengend.

Alles in allem ist \"Unter allen Beeten ist Ruh\'\" ein sehr unterhaltsames, sehr empfehlenswertes Debütwerk zweier Autorinnen, die ihre sympathische Hauptdarstellerin hoffentlich noch weitere spannende Fälle lösen (und sich vielleicht auch neu verlieben?) lassen.


Annibunny hat insgesamt 3 Rezensionen angelegt.


Unter allen Beeten ist Ruh

02.08.2011 Bewertung:  4 Themistokeles vergibt 8 von 10 Punkten

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Inhalt: Pippa Bolle, grade frisch getrennt von ihrem italienischen Mann Leo ist wieder zurück in ihrer Heimatstadt Berlin und dem Haus in dem ihre Eltern leben, da es für keine eigene Wohnung reicht, der Transvaal 55. Das Besondere an diesem Haus ist der bunte und multikulturelle, sich aber prächtig verstehende Mix der dort wohnt und wo eine Art Wochenmarktflaire herrscht. Pippa jedoch geht der ganze Trubel an die Substanz, denn diese versucht eine Übersetzung zu erledigen und nutzt die Gelegenheit auf eine beschauliche Schrebergarteninsel auszuwandern. Dort jedoch angekommen muss sie schnell merken, dass der erste Schein der Ruhe trügerisch war, denn ein skrupelloser Geschäftsmann versucht eine Hotelinsel aus Schreberwerder zu machen und auch die Bewohner haben es faustdick hinter den Ohren. Nach kurzem ist es dann selbst mit der noch vorhandenen Ruhe vorbei, denn es wird eine Leiche gefunden, die nicht die einzige bleiben wird und es stellt sich nur noch die Frage, wer war es und warum!
Meinung: Der Roman hatte irgendwie was ganz eigenes, was aber ziemlich sympathisch war. Zum einen waren zwar alle Bewohner von Schreberwerder irgendwie komisch, aber großteilig sehr sympathisch, Herrn Erdmann ausgenommen. Als dann auch noch einer der nettesten Charaktere umkam, fragte ich mich schon, was da wohl am Ende noch so bei rauskommt. Ebenfalls fand ich es zum anderen sehr gut, dass zwar die Atmosphäre und der Charakter einer solchen Schrebergarteninsel in Berlin super vermittelt wurde, dies aber nicht so gezwungen durch Dialekte, wie es in andern Büchern der Fall ist. Des weiteren war der Roman auch irgendwie spannend und zugleich an manchen Stellen so aberwitzig und komisch, dass es einfach eine tolle Mischung gab. Letztendlich konnte man zwar ein wenig ahnen, wer denn der Böse war, aber trotzdem muss ich sagen, dass das Buch toll ist und auch irgendwie was wo man nicht viel nachdenken muss, aber durchaus kann.


Themistokeles hat insgesamt 66 Rezensionen angelegt.


Daaaas macht die Berliner Luft, Luft, Luft....

24.02.2012 Bewertung:  4 rumble-bee vergibt 8 von 10 Punkten

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Nä, wat war det schön. Fast hätte ich dieses entspannte und entspannende Buch an einem einzigen Tag in mich aufgesogen - nur aus Termingründen wurden zwei Tage daraus.

Doch eine Einschränkung muss ich von vornherein machen. Ich finde die Bezeichnung als \"Krimi\" gleich auf dem Umschlag ein wenig unglücklich. Es stimmt zwar, dass die Heldin unabsichtlich in kriminelle Geschehnisse stolpert, doch ein Krimi im eigentlichen Sinne ist es doch nur halb. Erstens einmal braucht das Buch geschlagene 100 Seiten, bis es überhaupt zu einem Zwischenfall kommt. Und weiterhin ermittelt Pippa Bolle nicht wirklich. Sie bewegt sich nur mit lauter Fragen im Kopf durch die Geschichte, mehr oder weniger wie die anderen Figuren. Erst ganz am Schluss hat sie eine Art \"Erleuchtung\", und bringt den Täter dazu, sich zu verraten.

Ich würde das Buch eher als eine Art \"Berliner Komödie\" mit erfrischenden Krimi-Einsprengseln bezeichnen. Und unter diesem Aspekt, dem hauptsächlich humoristischen, ist das Buch auch sehr gelungen!

Das wird schon allein durch den Titel des Buches, und die witzig gewählten Pseudonyme der Autorinnen deutlich. \"Unter allen Beeten ist Ruh\" ist eine Anspielung auf ein Goethe-Gedicht, und \"Auerbachs Keller\" war ja bekanntlich eines von Goethes Lieblingslokalen. Dann gab es auch noch ein einleitendes \"Dramatis Personae\", also eine Aufzählung aller teilnehmenden Figuren, mit sehr lustigen Beschreibungen. Nachgerade wie in einem Theaterstück - vielleicht wiederum eine sehr ironische Hommage an Goethe.

Das Buch besticht insgesamt durch viele liebevoll gestaltete Einzelheiten. Es ist sehr warmherzig geschrieben, man versank förmlich in der Atmosphäre auf dieser Schrebergarten-Insel zwischen lauter skurrilen Figuren mit viel Lokalkolorit. Und gerade dadurch gerieten für mich persönlich die Krimi-Elemente eindeutig ins Hintertreffen. Besonders nett fand ich, dass immer mal wieder auch bekannte Krimis veralbert werden. Der geübte Leser wird das schnell erkennen - gewisse Szenen wirken wie frisch aus der Feder von Agatha Christie oder anderen! Besonders die Auflösung am Schluss. Man meinte förmlich Margaret Rutherford als Miss Marple vor sich zu sehen. Das hat mich sehr erheitert. Und Luis Krawuttke, den ständig eifrig berlinernden Grantler, habe ich auch ins Herz geschlossen. Zwar wirkt er - wie manche Figuren hier - streckenweise ein wenig überzeichnet, doch das war wohl gerade die Absicht der Autorinnen.

Man darf sich auf weitere Bücher mit Pippa Bolle freuen. Denn mit großer Freude las ich gleich im Vorsatzblatt des Buches ein fiktives \"Interview\" mit Pippa, in welchem sie andeutet, dass Auerbach und Keller gerne weiter von ihr berichten dürfen. Wirklich sehr nett gemacht. Allerdings hoffe ich, dass die Autorinnen sich in Zukunft eindeutiger für ein Genre entscheiden werden - Krimi oder Komödie. Denn auf Dauer könnte das sonst leicht zu einer unverdaulichen Mischung geraten. Insgesamt aber sage ich: Daumen hoch!

 


rumble-bee hat insgesamt 76 Rezensionen angelegt.


 
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