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Krimi/Thriller: Zeugin der Toten: Kriminalroman
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Titel:      Zeugin der Toten: Kriminalroman
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1910
Autor:      Elisabeth Herrmann
ISBN-10(13):      3471350373
Verlag:      List Hardcover
Publikationsdatum:      2011-03-02
Edition:      Hardcover
Number of pages:      432
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Rezensionen
Spannender Spionageroman

06.03.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Judith Kepler arbeitet in einer Gebäudereinigung. Sicher kein Traumberuf für jedermann, doch Judith ist gut in ihrem Job. Sie wird nicht nur zu normalen Reinigungsarbeiten gerufen, sondern auch zu Wohnungen, in denen Verstorbene längere Zeit unentdeckt lagen. Judith hat in ihrem Arbeitsleben viel gesehen, denn zu ihrem Einsatzgebiet gehören auch Tatorte, an denen es zu gewaltsamen Todesfällen kam. Routiniert tilgt sie die Spuren des Todes und versetzt die Räume wieder in einen bewohnbaren Zustand.

 

An ihrem aktuellen Einsatzort wird Judith nicht nur mit den Spuren eines grausamen Mordes, sondern auch noch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Judith wuchs in der ehemaligen DDR auf. Unter geheimnisvollen Umständen wurde sie damals in ein Kinderheim in Sassnitz eingeliefert. Eine mehr als trostlose Kindheit, ein Leben auf der Strasse und eine Drogenkarriere folgten. Mittlerweile hat Judith ihr Leben wieder im Griff. Doch nun stößt sie im Nachlass der brutal ermordeten Frau auf ihre angeblich verschollene Heimakte. Als sie dann noch einen Mann dabei erwischt, nachts Überwachungskameras vom ehemalige Tatort zu entfernen, gerät Judith in den unaufhaltsamen Sog längst vergangener Ereignisse....

 

Meine Meinung


Das Buch beginnt mit einem Rückblick in das Jahr 1985. Die kleine Christel Sonnenberg wird unter großer Geheimhaltung in ein Kinderheim in der damaligen DDR gebracht. Dort verliert Christel ihre Identität und wird zu Judith Kepler. Die mit der Aufsicht betraute Erzieherin Martha Jonas wird unter Druck gesetzt und muss sich nun an diesem üblen Spiel beteiligen. Niemand erfährt, was mit der richtigen Judith Kepler geschehen ist und auch die Herkunft der kleinen Christel bleibt im Dunklen. Dann wechselt die Handlung zum aktuellen Geschehen und man lernt die mittlerweile erwachsen gewordene Judith kennen und bekommt einen Einblick in ihre berufliche Tätigkeit. Der Einstieg in den Krimi von Elisabeth Herrmann gelingt recht mühelos, denn die längst vergangenen Ereignisse im Kinderheim schockieren auf der einen Seite, doch gleichzeitig gerät man in den Bann der Handlung und möchte unbedingt erfahren was damals geschehen ist. Gemeinsam mit der Hauptprotagonistin Judith deckt man Geheimnisse von ungeahntem Ausmaß auf.

 

Das Buch beginnt bereits sehr interessant. Gerade anfangs steigert sich die Spannung von Seite zu Seite. Allerdings muss man dem Handlungsverlauf konzentriert folgen, um die Übersicht über die involvierten Geheimdienste und ihre Agenten nicht zu verlieren. Da die Spione verschiedene Decknamen verwenden, fällt auch die Personenzuordnung nicht immer leicht. Wenn man sich allerdings eingelesen hat, und sich die ersten Handlungsfäden miteinander verknüpfen, kann man sich der spannenden Verfolgungsjagd, die sogar bis nach Schweden führt, kaum noch entziehen.

 

Der Schreibstil von Elisabeth Herrmann ist flüssig und angenehm lesbar. Es gelingt der Autorin eindrucksvoll, die jeweiligen Situationen so detailliert zu beschreiben, dass man sich Handlungsorte und Personen lebhaft vorstellen kann.  Die Hauptprotagonistin Judith hat in ihrem Leben schon einiges mitgemacht. Sie hat eine ganz eigene Art damit umzugehen und weckt beim Lesen Sympathien. Judith wirkt sehr lebendig und ihre Handlungen manchmal spontan. Dadurch kann man sich gut in die Hauptprotagonistin hineinversetzen und dem spannenden Katz- und Mausspiel folgen.

 

Elisabeth Herrmanns neuestes Buch ist kein klassischer Kriminalroman, bei dem man sich mit einem Ermittler auf die Suche nach einem unbekannten Täter macht. In \"Zeugin der Toten\" versucht Judith Kepler die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden. Sie stößt dabei auf Hinweise einer längst vergangenen Geheimdienstaktion, in die nicht nur die Stasi und der BND verwickelt waren. Fans von spannenden Spionageromanen dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.

 

Ingesamt gesehen hat mir dieser Roman sehr gut gefallen. Ich habe damit spannende Lesestunden verbracht und bewerte ihn deshalb mit vier von fünf möglichen Sternen. Den einen ziehe ich ab, da die Handlung manchmal recht verwirrend war. Dennoch kann ich ihn guten Gewissens weiterempfehlen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Zeugin der Toten- (für mich) überraschend, aber nicht schlecht

13.04.2011 Bewertung:  3.5 Nordlicht vergibt 7 von 10 Punkten

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Kurzbeschreibung (amazon)

Spuren eines quälend langsamen Todes, Blutlachen wie Seen, Hände, die
verzweifelt Halt suchen. Judith Kepler hat viel gesehen. Sie wird
gerufen, wenn die Spurensicherung geht. Sie macht aus Tatorten wieder
bewohnbare Räume. Sie ist ein Cleaner. In der Wohnung einer grausam
ermordeten Frau begegnet sie ihrer eigenen Vergangenheit. Die Tote
kannte Judiths Geheimnis. Unter mysteriösen Umständen war Judith als
Kind in ein Heim gebracht worden. Herkunft unbekannt. Immer im Schatten
dabei, die Staatssicherheit. Als Judith Fragen zu stellen beginnt, gerät
sie in das Visier mächtiger Gegner.



Eigene Meinung

Inhalt

Die \"Cleanerin\" Judith Kepler stößt in der Wohnung einer Ermordeten auf ihre eigene Akte aus dem DDR-Kinderheim \"Juri Gagarin\", in dem sie vom 5. bis zum 15.Lebensjahr untergebracht war. Sie ist erschüttert darüber, dass diese Dokumentation ihrer unschönen Kindheit nicht wie erwartet seit der Wiedervereinigung im Reißwolf gelandet ist und sie setzt alles daran, herauszufinden, wie die ermordetete Frau an ihre Akte gekommen ist. Außerdem will sie die verschütteten Erinnerungen an ihre ersten fünf Lebensjahre wachrütteln und etwas über ihre Eltern in Erfahrung bringen.
Im Laufe ihrer Ermittlungen zeigt sich, dass Judiths Familie in die gegenseitige Spionage zwischen DDR und BRD verwickelt war, ihre Untersuchungen bescheren ihr allerhand Aufregung und lebensgefährliche Situationen, da es immer noch Menschen gibt, die bestimmte Vorgänge aus der Zeit des Kalten Krieges nicht aufgedeckt sehen wollen.

Aufbau

Der Prolog ist in den Achtziger Jahren angesiedelt. Die fünfjährige Judith - damals hieß sie noch anders- kommt unter mysteriösen Umständen ins Kinderheim und bekommt eine neue Identität verpasst. Der Hauptteil des Romans spielt in der Gegenwart, Judith ist inzwischen Mitte Dreißig und arbeitet nach einer \"abgeschlossenen\" Drogenkarriere als Cleanerin. Kürzere Rückblicke in die Vergangenheit sind immer wieder in die laufende Romanhandlung eingeflochten.

Persönliche Beurteilung

Nach dem Klappentext und der Leseprobe erwartete ich einen Krimi/Thriller, der im forensischen Milieu spielt (weitergehende Ermittlungen, die sich aus dem Zustand der zu reinigenden Wohnungen von Toten ergeben). Dies ist überhaupt nicht zutreffend. Es handelt sich hier um einen sehr komplex aufgebauten Spionageroman, den man schon aufgrund der verwickelten Beziehungen der zahlreichen Romanfiguren mit großer Konzentration und angepasstem Tempo lesen muss. Ich tat mich etwas schwer, weil ich bei Spionage- und Gegenspionagethemen nicht immer vollkommen durchblicke.
Trotz gewisser Verständnislücken fand ich den Roman aber recht fesselnd, was nicht zuletzt an der Actionlastigkeit einiger Abschnitte und dem wirklich gelungenen, flüssigen Erzählstil der Autorin lag.

Fazit

Wer sich für Spionage im Allgemeinen und das Verhältnis von DDR und BRD zueinander in den Achtziger Jahren interessiert, hat hier einen sehr ansprechenden, lesenswerten Roman vor sich. In der Erwartung, mehr über den Beruf eines Cleaners zu erfahren und einen gewöhnlichen Krimi schnell weglesen zu können, sollte man jedoch eher nicht an dieses Buch herangehen.
Auch wenn \"Zeugin der Toten\" nicht ganz meinen Erwartungen entsprach, werde ich die Autorin im Auge behalten.


Nordlicht hat insgesamt 44 Rezensionen angelegt.


 
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