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Krimi/Thriller: Blutstein: Kriminalroman
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Titel:      Blutstein: Kriminalroman
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1831
Autor:      Johan Theorin
ISBN-10(13):      3492054188
Verlag:      Piper
Publikationsdatum:      2011-01
Edition:      Hardcover
Number of pages:      448
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
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Beschreibung:      Product Description
Kriminalroman
Erscheinungsjahr: 2011
Aus d. Schwed. v. Schöps, Kerstin
Gewicht: 622 gr / Abmessungen: 209 mm x 137 mm x 40 mm
Von Theorin, Johan / Übersetzt v. Schöps, Kerstin

Unwiderstehliche Atmosphäre und psychologische Hochspannung machten seine ersten Kriminalromane "Öland" und "Nebelsturm" zu internationalen Bestsellern. Jetzt legt Johan Theorin sein neues Buch vor, "Blutstein" ein Kriminalroman über die dunklen Mythen einer Insel und ein grausiges Familiengeheimnis.

Rot wie Blut schimmert die Gesteinsschicht im Steinbruch von Stenvik. Jeder auf Öland kennt die Legenden von den Bluttaten, die diesen Stein gefärbt haben sollen. Auch Per Mörner kennt sie, und dennoch beschließt er, mit seinen Töchtern im Frühjahr nach Stenvik zu ziehen. Nach einem gescheiterten Brandanschlag auf seinen Vater Jerry sieht Per sich gezwungen, auch ihn zu sich auf die Insel zu holen. Doch Per kann nicht verhindern, dass Jerry schon kurz darauf vor seinen Augen getötet wird. Der Vater schien seinen Mörder gekannt zu haben wer aber könnte ihn so gehasst haben, dass er das Risiko einging, ihn in aller Öffentlichkeit zu töten? Per Mörner lässt die Frage keine Ruhe. Und was er herausfindet, erschüttert ihn zutiefst

Pressestimmen:
"Der schwedische Autor ist ein Meister der subtil unheimlichen Stimmung. Seine Figuren spiegeln das Bild der Insel: schroff, eigenwillig und ohne überflüssige Schnörkel. Blutstein ist nicht nur ein Krimi, sondern auch ein fesselnder Roman über Familie, Einsamkeit und das Altern." Buchjournal "Johan Theorins Thriller sind so kühl und düster, dass es einen unwillkürlich fröstelt." Hamburger Morgenpost "Johan Theorin lässt begegnen und trennt, beobachtet genau, drosselt das Tempo, um es bald wieder zu beschleunigen. Schade, dass der nächste schon

   


Rezensionen
Frühling

17.01.2011 Bewertung:  5 antjemue vergibt 10 von 10 Punkten

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Als Ende des vergangenen Jahres auf einer meiner Lieblingsseiten im Netz Vorableseexemplare des dritten Teils des Jahreszeiten-Quartetts, „Blutstein“ von Johan Theorin ausgeschrieben wurden, konnte ich schon nach der Ankündigung die Veröffentlichung der Leseprobe kaum erwarten. Hatte ich doch schon vor geraumer Zeit mit großer Begeisterung den ersten Teil „Öland“ gelesen. Das demnächst erscheinende Taschenbuch von Teil zwei „Nebelsturm“ steht auch schon lange auf der Merkliste.

Der Klappentext

„Rot wie Blut schimmert die Gesteinsschicht im Steinbruch von Stenvik. Jeder auf Öland kennt die Legenden von den Bluttaten, die diesen Stein gefärbt haben sollen. Auch Per Mörner kennt sie, und dennoch beschließt er, mit seinen Kindern im Frühjahr nach Stenvik zu ziehen. Nach einem gescheiterten Brandanschlag auf seinen Vater Jerry sieht Per sich gezwungen, auch ihn zu sich auf die Insel zu holen. Doch Per kann nicht verhindern, dass Jerry schon kurz darauf vor seinen Augen getötet wird. Der Vater schien seinen Mörder gekannt zu haben – wer aber könnte ihn so gehasst haben, dass er das Risiko einging, ihn in aller Öffentlichkeit zu töten? Per Mörner lässt die Frage keine Ruhe. Und was er herausfindet, erschüttert ihn zutiefst…“

versprach mir einen eigenständigen Kriminalroman, den ich auch ohne Kenntnis der Geschehnisse in „Nebelsturm“ lesen könnte, die Leseprobe (http://www.piper-verlag.de/media/0000465278.pdf) bestätigte mir dies dann auch. So formulierte ich den für die Teilnahme an der Verlosung notwendigen Leseeindruck und fieberte dieser regelrecht entgegen. Die Glücksfee hatte ein Einsehen, ich bekam die erlösende Email und kurz vor dem Jahreswechsel traf das Buch bei mir ein.

Frühling auf Öland

Eine Hauptfigur des Romans, Per Mörner, zeigt mir der Autor schon in seinem kurzen aber spannungsgeladenen Prolog. Da befindet er sich in einer akuten Gefahrensituation, deren Ausgang mir natürlich noch nicht verraten wird.

Unmittelbar darauf mache ich die Begegnung mit alten Bekannten. Gerlof Davidson und seine Tochter Julia, waren die Hauptprotagonisten in „Öland“. Gerlof hat Todesahnungen und erinnert sich an Situationen aus seinem Leben. Der 85-jährige Mann möchte seine letzten Tage nicht mehr im Seniorenheim verbringen. So verlässt er dieses und lässt sich von Julia zurück in sein Haus nach Stenvik bringen. Auch dort kommen aufgrund einiger Dinge, die sich verändert haben, Erinnerungen an die Vergangenheit hoch.

Dann lerne ich Per Mörner besser kennen. Per ist Vater von 13-jährigen Zwillingen. Von der Mutter der Kinder geschieden, versucht er es trotzdem besser zu machen, als sein eigener Vater. Er liebt seine Kinder und kümmert sich auch regelmäßig um sie. Derzeit ist ein Kurzurlaub in das von ihm geerbte Sommerhaus auf Öland geplant. Leider geht es seiner Tochter Nilla derzeit nicht so gut. Sie liegt zu Untersuchungen wegen ihres schlechten Allgemeinzustandes im Krankenhaus. So muss er erst einmal allein mit seinem Sohn Jesper auf die Ferieninsel aufbrechen. Bei einer kurzen Rast geschieht etwas, was das bisher etwas angespannte Verhältnis zwischen Vater und Sohn bessert (ich würde es als Glück im Unglück bezeichnen) und beiden die Bekanntschaft mit Max und Vendela Larsson beschert.

Später müssen sie dann feststellen, dass sie auf Öland sogar Nachbarn sind. Während Max sich als ein sehr egoistischer und cholerischer Mensch entpuppt, verarbeitet die anfangs sehr unsichere, Tabletten abhängige und Allergie geplagte Vendela mit Hilfe der Sagen von Elfen und Trollen ihre schreckliche Kindheit, die sie auf der Insel verlebte.

Noch einen Protagonisten möchte ich nicht unerwähnt lassen. Jerry Morner, ein ehemaliger Pornokönig, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Gerhard Mörner heißt und der leibliche Vater von Per ist. Obwohl er seinem Sohn nie ein guter Vater war, kann Per nicht Gleiches mit Gleichem vergelten. Er hilft ihm und gerät dadurch selbst in große Gefahr...

Schon zum zweiten Mal hat es der 1963 in Göteborg geborene und auch heute dort lebende Autor

Johan Theorin

geschafft, mich von Anfang bis Ende an eines seiner Bücher zu fesseln. Seit seiner Kindheit verbring Theorin jeden Sommer auf Öland. Die mystische Landschaft inspirierte ihn zum Schreiben seiner Öland-Romane. Der erste Teil (der Herbstroman) wurde, ausgezeichnet mit dem „Glasschlüssel“ für den besten skandinavischen Kriminalroman des Jahres, ein internationaler Erfolg. „Nebelsturm“ (spielt im Winter) erhielt in Schweden den Preis für den besten Kriminalroman des Jahres und wurde mit dem Dagger Award für den besten internationalen Kriminalroman prämiert.

Preisverdächtig

Und auch „Blutstein“ muss sich meiner Meinung nach, keinesfalls verstecken. Ebensolche Auszeichnungen wären für mich jetzt nicht direkt verwunderlich. Wie schon damals nach „Öland“ bin ich fasziniert. Dabei geht es auch hier wieder eher ruhig, aber eben sehr, sehr stimmungsvoll zu. Der Autor erzeugt eine unglaublich atmosphärische Spannung.

Dabei füttert er mich mit einer Vielzahl von Informationen, die auf mich jedoch nie langatmig wirken, aber permanent auf falsche Fährten führen. Interessiert und neugierig verfolgte ich jeden Handlungsstrang bis zur Aufklärung des aktuellen und des alten Verbrechens. Selbst die fantastisch anmutenden Erfahrungen Vendelas mit den Elfen wirkten so realistisch auf mich, dass ich nach der Auflösung am Ende des Buches regelrecht traurig war, dass sie doch nur in alten Sagen existieren.

Auch die menschlichen Konflikte hat der Autor sowohl bei Per, als auch bei Vendela und Gerlof meisterlich dargestellt. Die Zerrissenheit von Per im Verhältnis zu seinem Vater, seine Sorge um die kranke Nilla, Vendelas Liebe zu ihrem Hund, Gerlofs Scham beim Lesen der Tagebücher seiner verstorbenen Frau, alles war menschlich mit jeglichem Für und Wider.

Für den Leser ohne die Vorkenntnisse aus den Vorgängerromanen, sind die Gedanken, die sich Gerlof Davidson bei seiner Entscheidung das Altenheim zu verlassen und bei seiner Rückkehr in Stenvik macht, sicher einfach nur die Erinnerungen eines alten Mannes. Vielleicht machen diese und die auf der hinteren Rückklappe des Schutzumschlages zu lesenden Informationen ihm Lust auf mehr. Mir persönlich brachten sie die Erinnerung an die Geschehnisse im ersten Buch zurück. Ich empfand sie jedoch nicht als störend und sie waren auch der einzige Bezug darauf, dass es vorher schon einmal etwas gab.

Die Veränderungen die in Julias Leben inzwischen eingetreten sind, waren später auch nur wie nebenbei erwähnt und lassen mich hoffen, im zweiten Teil demnächst vielleicht mehr darüber zu erfahren. Meiner Meinung nach kann man mit „Blutstein“ auch problemlos in das Jahreszeitenquartett einsteigen. Von mir gibt es für das Buch jedenfalls eine 100%ige Empfehlung. Der Winterroman ist für mich ja jetzt schon fast greifbar, ich freue mich aber auch schon auf den Sommer.

Piper Verlag 2011
Übersetzung Kerstin Schöps
ISBN 978-3-492-05418-8
444 Seiten
Als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen derzeit nur als gebundene Ausgabe im deutschen Buchhandel erhältlich.


antjemue hat insgesamt 45 Rezensionen angelegt.


Ein etwas anderer Krimi

06.02.2011 Bewertung:  4.5 Caro1893 vergibt 9 von 10 Punkten

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Eine idyllische Insel, eine geheimnisvolle Vergangenheit und ein Unbekannter der Rache übt.
Zum Inhalt:
\"Blutstein\" erzählt mehrere einzelne Geschichten, die am Ende alle zusammenlaufen. Zuerst einmal wird die Geschichte vom alten Gerlof erzählt. Dieser möchte nicht mehr im Altersheim wohnen, sondern unbedingt wieder nach Hause. Daheim findet er die Tagebücher seiner Frau, die schon vor langer Zeit gestorben ist, und beginnt darin zu lesen. Er erfährt Dinge, die er eigentlich gar nicht wissen wollte und schämt sich immer mehr, dass er in der Vergangenheit gräbt. Man könnte meinen, dass der alte Gerlof nur eine Randrolle einnimmt, aber gegen Ende übernimmt er noch einmal eine wichtige Aufgabe.
Währenddessen begegnet uns Per Mörner. Per Mörner ist geschieden und hat zwei Kinder - Zwillinge. Seine Tochter liegt schwer krank im Krankenhaus, sein Sohn wohnt die meiste Zeit bei der Mutter. Per Mörner wohnt währenddesssen ganz allein auf der Insel Öland und fühlt sich nicht selten sehr einsam. Als dann sein ungeliebter Vater, Jerry Morner bei ihm auftaucht, wird einiges durcheinander gewirbelt. Morner hat eine schmutzige Vergangenheit, die ihn nicht loszulassen scheint. Per Mörner beginnt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und fördert immer mehr unangenehme Details zutage.
Am Rande der Geschichte taucht auch noch die verträumte Vendela auf. Diese wohnt auch, wie alle anderen auf der Insel Öland, zusammen mit ihrem Mann und ihrem kranken Hund. Schon einmal, nämlich als Kind, wohnte Vendela dort, hat aber keine schönen Erinnerungen an diese Zeit. Das Einzige was ihr geblieben ist, ist ihr Glaube an die Elfen, die den Menschen in jeder Situtation helfen, wenn man nur ein kleines Opfer dalässt und genug darum bittet. Schon als Kind scheint das bei ihr auf unheimliche Weise funktioniert zu haben.
Laufen die Geschichten am Anfang noch alle nebeneinander her, treffen die Personen nach und nach aufeinander und ihre Geschichten verknüpfen sich.
Meine Meinung:
Mir hat \"Blutstein\" sehr gut gefallen. Es war mein erstes Buch von Theorin, obwohl das glaube ich schon seit drittes ist. Schon im Prolog gibt es einen Paukenschlag, man möchte unbedingt wissen wie es zu dieser Situation kam und wie diese ausgeht. Danach \"plätschert\" die Geschichte ein bisschen dahin, was mich eigentlich nicht sonderlich gestört hat, da man die ganze Zeit eine unterschwelllige Spannung spürt. Ich hatte das Gefühlt, dass man immer ein bisschen in Sicherheit gewiegt werden soll. Sobald man sich damit abgefunden hatte, dass gerade nicht so viel passiert, kommt der nächste Paukenschlag. \"Blutstein\" ist vielleicht auch kein Krimi im eigentlichen Sinn. Wer erwartet, dass hier die ganze Zeit Spannung herrscht, könnte vielleicht auch enttäuscht werden. Manchmal tritt die Krimihandlung, wie schon gesagt eben in den Hintergrund und man erfährt einiges aus dem Privatleben der Figuren. Mich hat das nicht gestört, so versteht man wenigstens, warum die Personen so sind wie sie sind und was sie dazu gemacht hat. Ich finde es schön, dass die Vergangenheit der Protagonisten beleuchtet wird, macht das doch die Figuren lebendiger und greifbarer. Auch, dass sie nicht immer Erfolg haben und auch bei ihnen mal etwas schief geht wirkt ehrlich und realistisch. Denn bei wem klappt schon alles?
Auch die Sagengestalten, die Elfen und die Trolle, fande ich sehr schön in die Geschichte eingebunden. Immer wieder gibt es eine Rückblende zu Vendelas Kindheit, in der sie scheinbar viele Begegnungen mit den Elfen hatte. Die Verknüpfungen der einzelnen Geschichten sind gut gelungen und verständlich. Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut, ich habe das Buch praktisch in einem Rutsch durchgelesen. Auch die etwas düstere Atmospähre von Öland fande ich sehr gelungen und passend.
Das Ende ist vielleicht ein kleines bisschen \"too much\", wenn man es mit dem Verlauf der Geschichte vergleicht. Ein bisschen weniger Feuer hätte genügt. Trotzdem finde ich das Ende sehr schön gewählt und freue mich über den Ausgang der Geschichte. Zum Glück habe ich hier noch einen Krimi von Theorin stehen, so kann ich bald wieder in die Welt von \"Öland\" abtauchen.
Fazit:
Ein spannender Krimi, für alle die nicht andauernd blutige Action brauchen und gerne Schwedenkrimis lesen.


Caro1893 hat insgesamt 5 Rezensionen angelegt.


Johan Theorin: Blutstein

10.02.2011 Bewertung:  5 Nordlicht vergibt 10 von 10 Punkten

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Zum Inhalt (Klappentext)

Rot wie Blut schimmert die Gesteinsschicht im Steinbruch von Stenvik. Jeder auf Öland kennt die Legenden von den Bluttaten, die diesen Stein gefärbt haben sollen. Auch Per Mörner kennt sie, und dennoch beschließt er, mit seinen Kindern im Frühjahr nach Stenvik zu ziehen. Nach einem gescheiterten Brandanschlag auf seinen Vater Jerry sieht Per sich gezwungen, auch ihn zu sich auf die Insel zu holen. Doch Per kann nicht verhindern, dass Jerry schon kurz darauf vor seinen Augen getötet wird. Der Vater schien seinen Mörder gekannt zu haben wer aber könnte ihn so gehasst haben, dass er das Risiko einging, ihn in aller Öffentlichkeit zu töten? Per Mörner lässt die Frage keine Ruhe. Und was er herausfindet, erschüttert ihn zutiefst.

Eigene Beurteilung

\"Blutstein\" (Originaltitel \"Blodläge\") ist nach den Vorgängerromanen \"Öland\" und \"Nebelsturm\" der dritte Band aus Theorins Jahreszeitenzyklus, die Handlung spielt sich wieder auf Öland ab und ist diesmal im Frühling angesiedelt.
Im Mittelpunkt des Romans steht der geschiedene Per Mörner, der auf Öland das Sommerhaus eines Verwandten geerbt hat und jetzt dort den Frühling mit seinen dreizehnjährigen Zwillingen Jesper und Nilla verbringen möchte. Per hat viele Probleme: seine Tochter ist an einer seltenen Krebsart erkrankt und verbringt die meiste Zeit im Krankenhaus, außerdem wird Per von seinem Vater Jerry, zu dem er nie ein gutes Verhältnis hatte, um Hilfe gebeten. Jerry hatte Per und seine Mutter verlassen und als gutverdienender Zeitschriftenproduzent in der Erotik- ,bzw. Pornobranche in Saus und Braus gelebt, ohne sich um seine Familie zu kümmern. Jetzt fühlt er sich bedroht und erwartet Hilfe von Per.
Dieser ist zunächst unwillig, lässt sich aber doch in die Sache verwickeln, nachdem auf das Fotostudio des Vaters ein Brandanschlag verübt wird, bei dem zwei Menschen umkommen.
Außer Per gibt es noch andere neue Nachbarn in der Siedlung am alten Steinbruch: ein junges Ehepaar mit Baby sowie der Schriftsteller Max Larsson und seine Frau Vendela haben sich dort Häuser gebaut. Zwischen Max und Vendela bestehen Spannungen, die immer stärker werden.

In den normalen Romantext sind alternierend im Präsens geschriebene Kapitel aus der Kindheit von Vendela eingefügt, die ihren Charakter und ihre gegenwärtigen Probleme erklären. In ihrer unglücklichen Kindheit hatte sich Vendela vor der tristen Realität in eine Phantasiewelt geflüchtet, in der sie mit den Elfern, die auf Öland hausen sollen, Kontakt aufzunehmen versuchte. Als Erwachsene sucht sie eher bei Beruhigungsmitteln Zuflucht, gerät aber auch wieder in den Bann des Elfenglaubens.
Als Verbindungsglied zu den beiden Vorgängerromanen ist auch wieder der alte Gerlof Davidsson mit von der Partie. Er hat das Altersheim verlassen, wohnt wieder in seinem Sommerhaus am Steinbruch und ist trotz seiner körperlichen Gebrechlichkeit geistig rege. Er hilft Per gern bei seinen Nachforschungen.

\"Blutstein\" beginnt im Prolog mit einer spektakulären Szene: der schwer verletzte Per Mörner wird mit Benzin übergossen und soll angezündet werden. Der Hauptteil des Krimis schildert die Ereignisse, die zu dieser Szene geführt haben. Dabei lebt die Handlung von einer subtilen Spannung, kommt aber ohne Brutalitäten und Blutvergießen aus. Durch den Wechsel der Perspektiven (Per Mörner, Vendela Larsson) und der Erzählzeiten (Gegenwart , Vergangenheit: Vendelas Kindheit ) bietet die Romanhandlung Abwechslung. Bei den Enthüllungen über die zwielichtigen Berufspraktiken von Jerry Mörner werden gesellschaftskritische Töne angeschlagen. Der Schluss des größtenteils ruhig erzählten Krimis bietet dann wieder Hochspannung.

Wie schon in den beiden ersten Romanen empfinde ich die weitgehend unblutige Art der Spannungserzeugung bei Theorin als äußerst wohltuend, dadurch unterscheidet sich dieses Buch von den immer brutaleren Thrillern, die derzeit den Markt überschwemmen. Auch durch die Einbeziehung mystischer Elemente (Elfen, Trolle) - ohne dabei den Boden der Realität zu verlassen - heben sich Theorins Krimis von der breiten Masse ab.

Für mich bilden alle drei Öland-Romane Highlights meiner Lektüre, für die ich gern  5 Sterne  vergebe.


Nordlicht hat insgesamt 44 Rezensionen angelegt.


Blutstein

30.03.2011 Bewertung:  4.5 augustmaus vergibt 9 von 10 Punkten

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Wer \"Blutstein\" zur Hand nimmt und einen normalen Krimi erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden, denn \"Blutstein\" ist wesentlich mehr. Man kann sogar sagen, dass dies hauptsächlich die Geschichten von Per, Vendela und Gerlof ist, die jeder auf seine Weise mit seiner Vergangenheit und Gegenwart hadern. Verbunden sind sie alle durch ihre Vergangneheit auf Öland, auf der Insel, auf der sie nun zufällig aufeinander treffen und zwischen denen im Laufe der Geschehnisse eine Freundschaft erwächst. Und die rätselhaften Vorgänge um Pers Vater - eben die Krimikomponente der Geschichte - trägt zur Verbindung zwischen ihnen bei.

 

So aufrüttelnd und brutal der Prolog beginnt, mit umso leiseren Tönen geht es weiter. Im Roman herrschen weder Blutrünstigkeit noch herausragende Brutalität vor. Man könnte fast sagen, der Brandanschlag auf Jerrys Firmensitz und der fingierte Autounfall, der zu seinem Tod führt, kommen so ganz nebenbei daher, obwohl das so jetzt auch nicht stimmt, sie dominieren nicht die gesamte Handlung und doch führen sie dazu, dass Per anfängt in der Vergangenheit seines Vaters zu graben. Und sie sind ganz sicher damit die Ursache für das dann doch rasante Finale, in dem die Szene, die zu Beginn geschildert wurde, zu Ende gebracht wird.

Eigentlich schon parallel dazu wird die Geschichte von Vendela erzählt, die sich durch ihre Kindheit traumatisiert und von einem dominanten Ehemann schikaniert halb in eine Traumwelt der Feen zurückzieht. Hierher kommt auch der Titel des Buches \"Blutstein\", denn nach einer Sage entstand der blutrote Streifen Gestein in dem Steinbruch durch einen Krieg zwischen Elfen und Trollen, in dem viel Blut vergossen wurde und den Stein rot gefärbt hat.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn auch wenn der Krimi nicht unbedingt im Vordergrund steht fand ich es dennoch sehr spannend und habe es fast in einem Rutsch ausgelesen. Die Geschichte lebt von den Beschreibungen und der erzeugten Atmosphäre. Die Johan Theorin sprachlich hervorragend an den Man zu bringen versteht.

 

Jedem, der Krimis mit \"viel drumherum\" mag, sei dieses Buch ans Herz gelegt, diejenigen, die es gerne besonders ransant mögen, sollten sich lieber etwas anderes aussuchen.


augustmaus hat insgesamt 8 Rezensionen angelegt.


 
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