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Krimi/Thriller: Das Wesen: Psychothriller
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Titel:      Das Wesen: Psychothriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1705
Autor:      Arno Strobel
ISBN-10(13):      3596186323
Verlag:      Fischer
Publikationsdatum:      2010-11-11
Edition:      1
Number of pages:      368
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
UP MS Exch. 5.5 Sv.Enterp.+25 Cl e. CPUP/ von Exchange 5.5 S
   


Rezensionen
Und die Wut war wieder da....

10.11.2010 Bewertung:  5 KimVi vergibt 10 von 10 Punkten

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Im Januar 1994 wird die vierjährige Juliane Körprich ermordet aufgefunden. Für den Kriminalkommissar Alex Seifert ist es der erste Mordfall in dem er gemeinsam mit seinem erfahreneren Partner, dem Oberkommissar Bernd Menkhoff, ermittelt. Durch Zeugenaussagen gerät der Psychiater Dr. Lichner ins Visier der Ermittler. Oberkommissar Menkhoff ist sofort davon überzeugt, dass der Psychiater Julianes Mörder ist. Verbissen sucht er nach Beweisen. Seinem jungen Kollegen Seifert kommen jedoch Zweifel, dennoch wagt er nicht, seinen älteren Partner zu kritisieren und die Ermittlungen in andere Bahnen zu lenken. Doch Menkhoff scheint mit seinem Verdacht richtig zu liegen, denn plötzlich tauchen Beweise auf, die Dr. Lichner schwer belasten. Das Gericht verurteilt den Psychiater zu über zehn Jahren Gefängnisaufenthalt. Doch Lichner beteuert seine Unschuld.

 

Im Juli 2009 ermitteln die Kommissare Seifert und Menkhoff noch immer gemeinsam. Kurz vor Feierabend erreicht die Partner ein anonymer Hinweis. Ein unbekannter Anrufer gibt an, dass aus einer Wohnung ein Kind verschwunden ist. Die beiden fahren umgehend zur genannten Adresse und erleben eine Überraschung. Denn die Wohnungstür öffnet der als Kindermörder verurteilte Psychiater Lichner. Er ist mittlerweile auf freiem Fuß und vom Besuch der Beamten irritiert. Lichner gibt an, keine Tochter zu haben. Er hat sofort die Vermutung, dass die beiden ihm etwas anlasten wollen. Widerwillig lässt er zu, dass die Kommissare sich in seiner verwahrlosten Wohnung genauer umsehen. Die beiden finden keine Anzeichen, die auf ein Kind hindeuten und müssen ihre Suche ergebnislos abbrechen. Doch Menkhoff lässt nicht locker. Genauere Ermittlungen ergeben schießlich, dass Lichner doch eine Tochter hat. Eine Nachbarin gibt an, Lichner mit einem kleinen Mädchen gesehen zu haben. Doch der Psychiater streitet alles ab. Erneut beginnt Kommissar Menkhoff den Psychiater verbissen zu verfolgen....

 

Meine Meinung


Das Buch beginnt im Jahr 2007 mit einem Prolog. Hier beobachtet man einen Mann, der nach über dreizehn Jahren Gefangenschaft die Justizvollzugsanstalt verlässt. Der Mann scheint ziemlich wütend zu sein. Dann wechselt das Geschehen ins Jahr 2009. Aus der Ich-Perspektive des Kriminalkommissars Alex Seifert betrachtet man den Einstieg in aktuellen Fall. Dieser Handlungsstrang wird allerdings durch Rücksprünge in das Jahr 1994 unterbrochen. Hier erfährt man, welche gemeinsame Vergangenheit die beiden Ermittler und der damals verurteilte Psychiater Lichner haben. Diese Rückblenden werden ebenfalls in der Ich-Perspektive, aus der Sicht des seinerzeit noch unerfahrenen Kommissars Seifert, erzählt. Diese beiden Perspektiven bestimmen abwechselnd die Handlung, bis der Leser genug Information über den alten Fall gesammelt hat und den Wissenstand des Ich-Erzählers Seifert teilt.  Die Erzählung ist in relativ kurze Kapitel unterteilt, die mit dem Datum und manchmal auch der Uhrzeit der Handlung überschrieben sind. Diese Angaben helfen dabei, die Übersicht bei den häufigen Perspektivenwechseln zu behalten. Trotzdem wirken die ständigen Wechsel am Anfang etwas verwirrend, doch nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und kann den Ereignissen problemlos folgen.

 

Der Einstieg in diesen Psychothriller ist zunächst eher gemächlich. Langsam sammelt man wichtige Hintergrundinformationen . Doch schon nach kurzer Zeit steigt die Spannung deutlich an. Durch die häufig wechselnden Perspektiven und die kurzen Kapitel, die an entscheidenden Stellen stoppen, gerät man beinahe unbemerkt in den Sog der Handlung und kann sich kaum vom spannenden Geschehen lösen. Mit hohem Tempo fliegt man über die Seiten und zieht erste Schlüsse aus dem Gelesenen. Doch Arno Strobel versteht es geschickt falsche Fährten auszulegen, denen man bereitwillig folgt. Die Handlung hält also einige Überraschungen bereit und wirkt nicht vorhersehbar. Besonders erwähnenswert dabei ist, dass sie  durchgehend spannend ist und ohne großes Blutvergießen auskommt.

 

Die Protagonisten wirken authentisch. Eine besondere Beziehung baut man natürlich zu dem Ich-Erzähler Seifert auf. Seine Gedanken und Gefühle erlebt man hautnah mit. Da in ihm die Zweifel an der Schuld des verurteilten Kindermörders Lichner nie ganz ausgeräumt wurden, übertragen sich diese Gefühle auch auf den Leser. Sein Partner Menkhoff ist schwer einzuordnen. Einerseits wirkt er sympathisch und glaubwürdig, doch im nächsten Moment lassen seine Handlungen ihn in einem anderen Licht erscheinen, sodass man Menkhoff eher misstrauisch betrachtet. Auch bei Dr. Lichner fällt es schwer eine Entscheidung zu treffen. In einem Moment ist man von seiner Unschuld überzeugt, doch dann schleichen sich ganz leise die ersten Zweifel an. Die damalige Lebensgefährtin von Dr. Lichner, die zerbrechlich wirkende Nicole, löst zwischen Menkhoff und Lichner Rivalität aus, denn Kommissar Menkhoff empfindet einiges für die Zeugin. Mit diesen Hauptprotagonisten, die durch ihre Schwächen und Stärken glaubwürdig und lebendig wirken, gelingt es Strobel, den Leser immer wieder in die Irre zu führen und Zweifel zu säen.

 

Mein Fazit


Krimis und Thriller gehören zu meiner bevorzugten Lektüre und deshalb habe ich natürlich schon unzählige Vertreter des Genres gelesen. Selten habe ich ein Buch so schnell verschlungen wie \"Das Wesen\" von Arno Strobel. Durch die ständigen, geschickten Perspektivenwechsel und die durchgehend spannende Handlung, habe ich das Buch beinahe in einem Rutsch durchgelesen und mir damit die halbe Nacht um die Ohren geschlagen, da ich einfach erfahren musste, wie es endet. Ich vergebe deshalb fünf von fünf Bewertungssternen und spreche eine begeisterte Leseempfehlung aus.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Das Wesen des Menschen

13.11.2010 Bewertung:  4 Toschi3 vergibt 8 von 10 Punkten

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Als die Kommissare Seifert und Menkhoff durch einen anonymen Tipp zu einem Vermisstenfall gerufen werden, haben sie ein großes Déjà-vu: der Verdächtige Dr. Lichner war bereits vor 15 Jahren Hauptverdächtiger in einem Fall von Kindesentführung und Mord. Vor zwei Jahren entlassen behauptet er immer noch, damals unschuldig verurteilt worden zu sein. Und bei den aktuellen Ermittlungen kommen Seifert Zweifel: war Dr. Lichner damals wirklich der Täter? Und ist er es im aktuellen Fall? In diesem Thriller erzählt Arno Strobel parallel in zwei Zeitebenen: zum einen ermitteln Seifert und Menkhoff im Fall des Mordes an einem kleinen Mädchen im Jahr 1994, zum anderen ermitteln die selben Kommissare gegen den selben Mann 2009 wegen Kindesentführung.

 

Geschickt stellt Strobel dabei heraus, wie sich die Charaktere in dieser Zeit entwickelt haben. Dabei fällt es dem Leser nicht schwer, die Handlungsstränge zu trennen.

 

Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen. Er schreibt sehr flüssig, die Handlung ist eng gesteckt, es kommt keine Langeweile auf. Durch die zum Teil sehr kurzen Kapitel treibt Strobel den Leser durch das Geschehen und hält die Spannung aufrecht.

 

Die Geschichte ist geschickt erdacht. Doch auch wenn das Ende mit einigen Überraschungen aufwartet, ist ein Teil der Handlung leider vorhersehbar. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch.

 

Fazit: ein toller Thriller. Arno Strobel spielt ganz vorn in der deutschen Krimi-Liga mit.


Toschi3 hat insgesamt 81 Rezensionen angelegt.


Das Wesen

14.11.2010 Bewertung:  4 goat vergibt 8 von 10 Punkten

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Das Buch beginnt mit einem Prolog im April 2007. Ein ehemaliger Häftling verlässt nach über dreizehn Jahren Haft die Justizvollzugsanstalt Hagen und seine erste Empfindung in der neugewonnenen Freiheit ist eine unbändige Wut ...

Zwei Jahre später steht das Ermittlerduo Kriminalhauptkommissar Bernd Menkhoff und Alex Seifert vor einem Mehrfamilienhaus in Aachen. Sie gehen einem anonymen Hinweis nach, der sie zu einer Wohnung führt, aus der ein Mädchen verschwunden sein soll. Als sie an der Tür klingeln, stehen sie plötzlich dem Mann gegenüber, den sie vor 15 Jahren des Mordes an einem vierjährigen Mädchen überführt haben, Dr. Joachim Lichner, ein einst angesehener Psychiater. Er bestreitet jedoch vehement, Vater eines Kindes zu sein. Die Indizien sprechen gegen ihn, jedoch reichen die Beweise nicht aus, um den Mann, der noch immer seine Unschuld beteuert, festzuhalten.

Der Fall wird immer verzwickter und selbst Kommissar Seifert ist sich nicht mehr sicher, ob damals wirklich der richtige Täter verurteilt wurde, denn die belastende Aussage vor 15 Jahren kam ausgerechnet von Lichners damaligen Lebensgefährtin Nicole Klement, die kurz darauf ein Verhältnis mit seinem Partner Menkhoff einging. Dieser ist zwar mittlerweile verheiratet und Vater einer Tochter, doch das Geheimnis um diese Dame scheint auch nach so lange Zeit nicht gelöst zu sein, denn diese hat den Kontakt zu Dr. Lichner wieder aufgenommen. Kommissar Seifert wird das Gefühl nicht los, damals etwas Wichtiges übersehen zu haben ...

Arno Strobel springt in seinem Roman immer wieder zwischen dem Fall im Jahre 1994 und dem gegenwärtigen Geschehen im Jahre 2009 hin und her. Um möglichst viel Spannung zu erzeugen, sind die Kapitel recht kurz gehalten und für meinen Geschmack waren sie etwas zu kurz. Für mich hatte das in diesem Fall eher den gegenteiligen Effekt. Es hat mich gestört, ständig aus der jeweiligen Handlung so schnell wieder herausgerissen zu werden. Andererseits wären sonst die Parallelen zu den beiden Fällen vielleicht nicht so deutlich aufgezeigt worden.

Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend und es fiel mir schwer das Buch zwischenzeitlich aus der Hand zu legen, denn der Autor versteht sich sehr gut darauf, den Leser zu verunsichern, was seine Figuren angeht. Sie sind so gut beschrieben, dass man denkt, sich ein gutes Bild von ihnen gemacht zu haben, nur um dann festzustellen, dass man seine Meinung wieder revidieren muss. Und das ist genau das, was ich an Psychothrillern so liebe. Arno Strobel ist ein Meister seines Fachs. Allerdings gibt es die eine oder andere Kleinigkeit, die mich stört und an der er noch ein bisschen feilen könnte, um NOCH überzeugender zu werden.
Kommissare, die ihrer Frau zu Hause bis ins kleinste Detail über die laufenden Ermittlungen berichten, kommen nicht so glaubwürdig rüber. Oder der etwas zu überladene Schluss, wo wieder ganz tief in der \"Klischeekiste\"gewühlt worden ist. Und für einen gelungenen Abschluss wird alles wieder passend zurecht geschrieben. Bitte etwas weniger Dramatik und dafür überzeugendere Szenen, die der Geschichte auch gerecht werden. Ein guter Psychothriller braucht kein übertriebenes Crescendo, sondern überzeugt durch die leisen Töne - so wie Arno Strobel es eigentlich auf den vorherigen 300 Seiten bereits bewiesen hat.

\"Das Wesen\" ist ein spannender und überzeugender Thriller, der mit ein paar Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, die nicht weiter schlimm sind und eine Empfehlung meinerseits nicht beeinträchtigen. Die beiden Ermittler sind so sympathisch, dass ich mir vorstellen könnte, ihnen auch in weiteren Romanen von Arno Strobel zu begegnen.


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


Das Wesen

19.11.2010 Bewertung:  4.5 antjemue vergibt 9 von 10 Punkten

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Kürzlich waren wieder 100 Vorableseexemplare eines Thrillers zur Verlosung ausgeschrieben, der in mein Beuteschema passte.

Der Klappentext

„Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast - unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn - für die Ermittler und den Täter von damals. Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar - ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache.“

klang vielversprechend und mit meinem Leseeindruck nach Konsum der Leseprobe, landete ich im Lostopf. Die Glücksfee war mir hold. Wenige Tage später hielt ich mein Exemplar von Arno Strobel \"Das Wesen\" in der Hand und konnte, nach Beenden von zwei anderen Rezensionsexemplaren, mit der Lektüre beginnen.

Das Wesen

1994 wird die vierjährige Juliane Körprich ermordet aufgefunden. Als Täter wird der Psychiater Dr. Joachim Lichner überführt und verurteilt. Für Kriminalkommissar Alexander Seifert war dieser Fall die erste Mordermittlung an der Seite von Kriminaloberkommissar Bernd Menkhoff. Damals spielte die Lebensgefährtin Lichners, Nicole Klement, bei der Überführung eine große Rolle. Später waren Nicole und Bernd einige Zeit ein Paar.

2009 – Kriminalhauptkommissar Menkhoff, inzwischen mit Theresa verheiratet und Vater einer 5-jährigen Tochter, erhält kurz vor Dienstschluss einen anonymen Anruf, in dem von einem verschwundenen kleinen Mädchen die Rede ist. Als sein Partner, Kriminalhauptkommissar Seifert und er bei der angegebenen Adresse nach dem Rechten schauen, öffnet ihnen Dr. Lichner...

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem ein Häftling nach 13 Jahren, einem Monat und 10 Tagen aus der JVA Hagen entlassen wird. Der Mann verspürt eine unbändige Wut. Ein zu Unrecht Verurteilter?

Kurze Zeit später erfahre ich durch die aus der Perspektive von Kriminalhauptkommissar Alexander Seifert erzählten Geschichte, dass es sich dabei um den Psychiater Dr. Joachim Lichner handelte, der vor mittlerweile zwei Jahren aus der Haft entlassen wurde.

Sowohl Menkhoff, als auch Seifert sind entsetzt Lichner so plötzlich vor sich zu sehen, aber sind sie das auch aus der gleichen Motivation heraus? Menkhoff und Lichner liefern sich sofort heftig, zynische Wortgefechte, aus denen ich - noch bevor ich von Nicole Klement erfahre - schnell heraus lese, dass da eine Frau im Spiel war. Und obwohl mir als Leser der Kriminalhauptkommissar Bernd Menkhoff wesentlich sympathischer ist, als der ehemalige Psychiater, frage auch ich mich, ob damals wirklich alles mit rechten Dingen zuging.

Ab jetzt wird mir die Geschichte erst einmal in zwei Handlungssträngen präsentiert. In Einem erfahre ich die aktuellen Ereignisse aus der Jetztzeit. Im Anderen erzählt Alex das, was 1994 vom Mord an der kleinen Juliane bis zu Lichners Verurteilung geschah.

Alexander Seifert war damals ein Jungspund, der gerade dem erfahreneren Ermittler Menkhoff zugeteilt worden war. Und obwohl die beiden neben der beruflichen Partnerschaft mittlerweile auch eine tiefe Freundschaft verbindet, hatte er damals letzte Zweifel an Lichners Schuld. Diese Zweifel werden jetzt neu geweckt.

In einem sehr flüssigen, gut lesbarem Stil führt mich der Autor durch die Handlung und spielt dabei ständig mit meinen Gefühlen. Er sät in mir heftige Zweifel, sowohl an der Schuld des Psychiaters, als auch an der Integrität des Kriminalhauptkommissars Menkhoff. Ich befinde mich bis zum nervenaufreibenden Showdown in einem ständigen Wechselbad.

Mit Lichners Verurteilung endet die Vorgeschichte. Nun konzentriert sich alles auf die Jetztzeit. Bereits als die Handlungsstränge noch parallel laufen, ist eine stetige unterschwellige Spannung sprürbar. Doch so richtig atemlos fesselnd wird die Geschichte erst ab diesem Zeitpunkt. Der Plot steuert unaufhaltsam auf den Höhepunkt zu.

Als Leser glaubt man zu diesem Zeitpunkt bereits die Lösung zu kennen und fiebert lediglich der Ergreifung von Täter und der Rettung des kleinen Mädchens entgegen. Doch dann wird alles noch einmal ganz anders.

Arno Strobel

hat seinen Psychothriller in 65 relativ kurze Kapitel eingeteilt. Jedes dieser Kapitel beginnt mit Datum und Uhrzeit. So weiß ich, besonders in der Phase, in der die Handlungsstränge noch nebeneinander laufen, immer genau, in welcher Zeit ich mich gerade befinde. Außerdem konnte man jedes Kapitel bequem zu Ende lesen, ohne einen der Handlungsstränge richtig zu unterbrechen. Ab der Mitte des Buches fällt es dann sowieso schwer, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen.

Der 1962 in Saarlouis geborene und heute mit seiner Familie bei Trier lebende Autor, begann erst mit fast 40 Jahren zu schreiben und tut dies noch immer nebenberuflich. Hauptberuflich arbeitet er in Luxemburg und betreut IT-Projekte einer großen deutschen Bank.

Strobel ist mit „Das Wesen“ – auch die Titelwahl erklärt sich im Buch – ein feiner Psychothriller gelungen, mit dem er sich auf Augenhöhe zu Autoren wie Sebastian Fitzek und Wulf Dorn begibt. Das Lesen dieser Geschichte hat mich jedenfalls dazu animiert, mir jetzt auch endlich seinen Debüt-Thriller „Der Trakt“ zu bestellen, der zwar schon lange auf meiner Merkliste herum dümpelt, sich diesen Platz aber bisher mit unzähligen anderen Büchern teilen musste.

Ihr möchtet selbst mal kurz reinlesen?

Eine vom Verlag bereitgestellte Leseprobe findet Ihr unter folgendem Link: http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-596-18632-7.pdf

Fischer Taschenbuchverlag 2010
ISBN 978-3-596-18632-7
355 Seiten
Als Taschenbuch für 8,95 € überall im deutschen Buchhandel erhältlich.


antjemue hat insgesamt 45 Rezensionen angelegt.


\"Sie müssen das Wesen erkennen\" (Strobl, S. 225).

21.11.2010 Bewertung:  4.5 coffee2go vergibt 9 von 10 Punkten

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Kurze Inhaltszusammenfassung:

Der Psychiater Dr. Lichner wird nach einer 13jährigen Haftstrafe, wegen des Mordes an einem kleinen Mädchens, aus dem Gefängnis entlassen und schon bald darauf verschwindet wieder ein kleines Mädchen. Die beiden Ermittler von damals arbeiten wieder an dem Fall und versuchen herauszufinden, ob der Hauptverdächtige von damals wieder involviert ist oder ob es sich um einen Racheakt handelt.

 

Meine Meinung zum Buch:

„Das Wesen“ von Arno Strobel lässt sich sehr zügig lesen, da die Gliederung in kurze Kapitel sowie die häufigen Zeitsprünge von 1994 auf 2009 dazu animieren. Die Hauptcharaktere, wie den zwielichtigen Psychiater Dr. Lichter, seine eingeschüchterte Freundin Nicole und den besessenen Kommissar Menkhoff fand ich ansprechend beschrieben, obwohl alle drei auf mich sehr unsympathisch wirkten. Der zweite Kommissar Seifert war eher farblos beschrieben und wirkte, trotz seiner nun schon 15jährigen Berufserfahrung unsicher und emotional schwach. Grundsätzlich hätte ich mir im Buch noch das Einbinden von weiteren Personen bzw. das häufigere oder ausführlichere Vorkommen von weiteren Charakteren gewünscht. zB Hätten die Zeugenbefragungen mehr Raum einnehmen können oder auch die beiden Ehefrauen der Ermittler hätten für meinen Geschmack öfters vorkommen können. Für mich waren die Handlung und auch die Verdachtsmomente, wer gehört zu den Guten und wer zu den Bösen, etwas zu sehr auf die wenigen Hauptcharaktere beschränkt. Gefallen haben mir die verbalen Dialoge zwischen dem Psychiater und Kommissar Menkhoff, die beide aufgrund ihres unsympathischen Charakters schwierig einzuschätzen waren, dadurch wurde die Spannung über das Buch hinweg aufrecht gehalten. Gut gelungen fand ich auch die Auflösung des Falles am Ende des Buches, die sehr ausführlich geschildert wurde und einen Plot bereit hielt.

 

Titel und Cover:

Das Cover finde ich ansprechend und gut gelungen, es spiegelt die menschlichen Abgründe wieder, auch der Titel ist stimmig und wird im Buch erläutert, außerdem gefallen mir Titel, die kurz und schlüssig sind.

 

Fazit:

Ein gelungener Psychothriller, der spannenden verbalen Schlagabtausch zwischen einem verbitterten, besessenen Kommissar und einem zwielichtigen Psychiater liefert.

Die Leseprobe am Ende zu Arno Strobels neuem Buch ist natürlich wieder sehr verführerisch und macht jetzt schon Lust, das folgende Buch von ihm auch zu lesen. Gemein, dass es noch so lange dauert, bis es erscheint.


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


Arno Strobel - \"Das Wesen\"

23.11.2010 Bewertung:  3 Stahlfixx vergibt 6 von 10 Punkten

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Über das Buch:
1994 - ein kleines Mädchen wird ermordet aufgefunden, die Kommissare Alex Seifert (ein Neuling) und Bernd Menkhoff (ein alter Hase) suchen im Umfeld des Kindes nach dem Mörder und werden nach einer Zeugenaussage fündig, der in der Nachbarschaft wohnende Psychiater Dr. Lichner wird, nach dem sich Menkhoff stark für seine Überführung engagiert hat, bei einem Indizienprozess, für 13 Jahre inhaftiert.
15 Jahre später erhält Kommissar Menkhoff einen anonymen Anruf, dass ein Mädchen verschwunden ist, der Anrufer nennt die Adresse, wo das Kind, bzw.seine Eltern wohnen sollen und legt auf. Als die beiden die Angaben überprüfen, fahren sie zu genannter Adresse und Dr. Lichner öffnet die Tür…  und die Ermittler finden heraus, er hat eine kleine Tochter…

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit einem Prolog aus dem Jahr 2007, ein Mann wird aus einer Justizvollzugsanstalt entlassen, er ist voller Hass und sinnt auf Rache. Wer dieser Mann ist, darauf wird nicht eingegangen, doch wird dem Leser relativ schnell klar, dass es sich bei dem ehemaligen Häftling um Dr. Lichner handeln müsste.

\"Das Wesen\" hat mir etwas besser gefallen, als Arno Strobels Psychothriller-Debüt \"Der Trakt\", welches mir einfach zu sehr Frauenbuch als Thriller war. Im Anschluss an \"Der Trakt\" konnte man bereits eine Leseprobe dieses neuen Thrillers von Arno Strobel lesen und die Leseprobe hat mich damals durchaus angesprochen, die ersten Seiten sind (wieder) als sehr spannend zu bezeichnen.
Aber auch schon wie beim Vorgängerbuch hatte ich meine Probleme mit dem Buch und den handelnden Personen \"warm\" zu werden. Aus Arno Strobel und mir scheint es (literarisch) irgendwie nichts zu werden. Ich höre und lese relativ viele gute, oder sehr gute Kritiken über Arno Strobels Bücher, bei mir funktioniert Arno Strobels Stil des Geschichtenerzählens nicht richtig, ich halte die Bücher für durchaus interessant und lesenswert, kann mich aber der allgemeinen Euphorie nicht anschließen, für mehr als (diesmal) eine gute Grundidee und einen etwas besseren durchschnittlichen deutschen Thriller, reicht es meiner Meinung nach einfach nicht aus.

Die Geschichte wird (prinzipiell) in zwei Zeitebenen, im Jahr 1994 und im Jahr 2009, erzählt (nur im Prolog wird einmalig die Zeitebene 2007 verwendet). In der  ersten Hälfte des Buches wechselt der Leser in kurzen Kapiteln stets zwischen den Jahren 1994 und 2009. 1994 wird die Geschichte der verschwundenen 4 jährigen Juliane und die Ermittlungen rund um ihr Verschwinden erzählt. 2009 begleitet der Leser Menkhoff und Seifert, wie sie wieder auf Dr. Lichner treffen, der sich wieder verdächtig benimmt. Die zweite Hälfte des Buches erzählt dann nur noch aus dem Jahr 2009.
Die Spannung resultiert anfangs weitgehend daraus, dass die beiden Geschichten parallel erzählt werden, die (relativ) kurzen Kapitel wechseln in der Regel mit einem Cliffhanger und natürlich möchte man als Leser wissen wie die einzelnen Erzählstränge weitergesponnen werden und wird so sehr gut \"bei der Stange\" gehalten.
Betrachtet man allerdings die beiden Geschichten losgelöst voneinander sind sie zwar durchaus recht spannend, aber nicht wirklich außergewöhnlich.
Weiterhin erzeugt Arno Strobel Spannung, indem er Alex Seifert schon 1994 an Menkhoffs Ermittlungsarbeit zweifeln lässt, Alex ist schon anfangs nicht 100%ig von Dr. Lichners Schuld überzeugt (behält seinen Verdacht aber für sich, da er sich als Neuling nicht unbeliebt machen möchte) und auch 2009 mehren sich die Anzeichen,  dass evtl. Menkhoff etwas übermotiviert und voreingenommen gegenüber Dr. Lichner ist. Als Leser ist man sich stets nicht im Klaren, ob Dr. Lichner eventuell zu unrecht beschuldigt wurde oder ob er wirklich dafür verantwortlich ist, was ihm vorgeworfen wurde, aber auch bei Menkhoff kann sich der Leser nicht wirklich sicher sein, welches Spiel er spielt.
Und ich glaube hier ist der Knackpunkt, warum auch dieses Buch bei mir nicht funktioniert, ähnlich wie bei \"Der Trakt\", weiss man als Leser nie wirklich, wer zu den \"Guten\" oder wer zu den \"Bösen\" gehört, fast jedes Kapitel wechseln auch die Verdachtsmomente, dieses stete \"verdächtig on-off\" - dieses Kapitel scheint er ein \"Guter\" zu sein, im nächsten Kapitel scheint er es nicht zu sein, sorgt anscheinend bei den meisten Lesern für besondere Spannung, bei mir sorgt es dafür, dass keiner der so dargestellten Charaktere mir wirklich nahe kommt, keiner wächst mir ans Herz, mit niemanden fiebere ich wirklich mit - ich bin Betrachter, stehe daneben, bin aber nicht im Geschehen.
Auch die Hauptcharaktere sind meiner Meinung nach nicht besonders gut angelegt, das größte Manko ist allerdings, dass für mich wirklich niemand wirklich sympathisch rüberkommt.
Da ist zum einen der Verdächtige Dr. Lichner ein durch und durch unsympathischer Mensch, arrogant und voller Selbstüberschätzung. Dann die Ermittler - Menkhoff, der gegenüber dem Verdächtigen übermotiviert, dessen Lebensgefährtin anbaggernd und eigenbrötlerisch (aber alles andere als sympathisch) wirkt. Alex Seifert bleibt farblos, er scheint sich in den 15 Jahren, die zwischen den beiden Fällen nicht wirklich entwickelt zu haben, er ist nicht in der Lage seine Verdachtsmomente gegenüber Menkoff zu benennen, oder einmal \"auf den Tisch zu hauen\" - viel von seinem Privatleben wird nicht viel beschrieben, aber wenn, dann jammert er sich bei seiner Lebensgefährtin aus (hmm, ganz nett, aber taugt auch nicht wirklich als (einziger) Sympathieträger).
Eine etwas größere Rolle nimmt noch die ehemalige Lebensgefährtin Dr. Lichners ein, Nicole Klemmend, die wahrscheinlich schön und geheimnisvoll wirken soll.
Es gab auch einige Nebenfiguren (Zeugen, etc.) die durchaus auch Potential gehabt hätten mehr Erwähnung zu finden.
Damit sind alle größeren Rollen vergeben, die aber (wenn sich schon auf wenige beteiligte Personen beschränkt wird) durchaus etwas mehr Tiefe und Geschichte haben hätten können.

Das Buch ist sprachlich einfach gehalten und leicht und schnell zu lesen. Meiner Meinung nach wurden etwas zu viele Cliffhanger bemüht, es passiert etwas - cut - nächstes Kapitel, wenn´s spannend wird - cut… Bei so vielen Wechseln ist es ganz sinnvoll, dass die Kapitel stets mit Datum und Uhrzeit überschrieben sind.
Die Dialoge fand ich teilweise (wie auch schon bei \"Der Trakt\") einfach etwas hölzern und gestelzt.
Das Ende ist zwar stimmig, die Zusammenhänge werden für den Leser endgültig (und unter weiteren Wendungen) gelüftet, war aber zu dem weitesgehend unaufgeregten Rest des Buches etwas zu tief in der Klischeekiste gewühlt (ist natürlich auch Geschmacksache und mir persönlich kann man es im Bezug auf ein gutes Ende auch nur recht schwer \"recht machen\").
Den Titel fand ich etwas irreführend, ich hätte spontan auf Science Fiction getippt.

Die Geschichte ist prinzipiell gut erdacht und intelligent angelegt, für meinen Geschmack allerdings etwas zu konstruiert und nicht optimal umgesetzt. Ein Buch das mehr auf das (Psycho-) Duell zwischen zwei (leider unsympathischen) Menschen (Menkhoff + Lichner) setzt, als auf blutige Effekte. Ein solider deutscher Psychothriller, mit meiner Meinung nach eindeutig verschenktem Potenzial.


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


Arno Strobel \" Das Wesen\"

26.11.2010 Bewertung:  4 Bücherwurm82 vergibt 8 von 10 Punkten

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Der anonyme Anrufer


Inhalt:
Der Thriller beginnt mit einem Prolog im Jahr 2007, wo der Psychiater Dr. Lichhner nach einer Haftstrafe von 13 Jahren endlich aus der JVA Hagen entlassen wird.
Juli 2009
Kommissar Menkhoff wird von seinem Kollegen Seifert wie jeden Abend nach Dienstschluss  nach Hause gefahren. Kurz bevor sie bei Menkhoff vor fahren geht das Handy des Kommissar`s. Ein anonymer Anrufer der behauptet es sei ein 2 jähriges Kind verschwunden. Beide machen sich auf den Weg zu der angegebenen Adresse, wo sie erschrocken feststellen müssen das dort der Psychiater Dr. Lichner wohnt, den sie vor 15 Jahren wegen Kindesmord verhaftet haben. Alles deutet darauf hin das Lichner wieder der Täter ist. Das Ermitteln beginnt, was wohl nicht sehr einfach ist, wie es erst den Anschein haben sollte.
Meinung:
Anrno Strobel hat mal wieder einen sehr einfachen und flüssigen Schreibstil, so das das Buch sehr gut zu lesen ist.  Der Erzähler erzählt von 3 verschiedenen Jahren mit ein und denselben Personen. Die Jahre wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab, sodass man am Anfang erst einmal überlegen muss in welchem Jahr man denn jetzt ist. Aber durch den einfachen Schreibstil von Arno Strobel kommt man sehr schnell in die Geschichte  rein. In jedem Kapitel wird man mit einem Indiz gefüttert, sodass die Spannung immer mehr steigt weil man ja noch mehr wissen will als in dem Moment preis gegeben wird.
Fazit:
An diesem Thriller sollte keiner einfach vorbei gehen ohne ihn zu kaufen, denn dieser Roman zeigt sehr gut, das nicht alle Menschen das sind was Sie dir versuchen zu zeigen.

Bücherwurm82 hat insgesamt 7 Rezensionen angelegt.


Der menschlichen Seele Abgründe...

03.12.2010 Bewertung:  4.5 SabrinaK1985 vergibt 9 von 10 Punkten

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1994: Oberkommissar Bernd Menkhoff und Kriminalkommissar Alex Seifert sind mit der Aufklärung des Mordes an Juliane Körprich beauftragt worden. Die Leiche des kleinen Mädchens liegt in einem Müllsach, wie weggeworfen, in einem Waldstück. Sie wurde erdrosselt. Durch Hinweise aus der Nachbarschaft werden die Kommissare auf den Psychiater Dr. Lichner aufmerksam. Mit Hilfe von Dr. Lichners Lebensgefährtin, Nicole Klement, kann Oberkommissar Bernd Menkhoff Dr. Lichner festnehmen und vor Gericht stellen. Er wird für 15 Jahre verurteilt.

2009: Hauptkommissar Menkhoff erhält einen anonymen Anruf, in dem von einem vermissten Mädchen die Rede ist, außerdem gibt ihm der anonyme Anrufer noch eine Adresse durch. Menkhoff und Seifert machen sich direkt auf den Weg. Die genannte Adresse liegt in einem heruntergekommenen Viertel. Als sie klingeln öffnet ihnen ein alter Bekannter die Tür: Dr. Lichner. Dieser leugnet jedoch, dass er ein Kind habe. Die zwei Kommissare überzeugen sich davon, dass kein Kind in dieser Wohnung ist und beginnen in diesem Fall zu ermitteln, alte Wunden reißen auf und das Grauen nimmt seinen Lauf....

Arno Strobels Psychothriller \"Das Wesen\" ist spannend und modern geschrieben, und fließend zu lesen. Man wird von der ersten Seite an dieses Buch gefesselt und will es nicht mehr aus den Händen legen. Der Spannungsbogen wird konsequent aufgebaut und ebbt erst kurz vor dem Ende des Buches, dem fulminanten Finale, ab. Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen, der erste spielt 1994 und beschäftigt sich mit der Aufklärung des Mordes an Juliane Körprich. Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart, in diesem ermitteln Menkhoff und Seiffert wieder gegen Lichner, da ein weiters Kind verschwunden sein soll. Die Kombination mit dem Rückblick auf den alten Mordfall und den Ermittlungen zu den aktuellen Geschehnissen ist wunderbar ausgearbeitet. Die zwei Handlungsstränge drehen sich umeinander und werden zu einem großen Ganzen. Beide Handlungsstränge die Geschichte werden aus der Ich-Perspektive von Kommissar Alex Seifert erzählt. Seine Aussagen und vor allem Gedankengänge lassen uns tief in diese spannende und geheimnisvolle Geschichte eintauchen. Man entwickelt direkt Sympathie für diesen freundlichen und einfühlsamen Menschen, an deseen Hoffnungen als auch Zweifeln man teilhat. Auch die anderen Protagonisten wie Bernd Menkhoff, Nicole Klement und Dr. Lichner sind sehr gut ausgearbeitet und spiegeln eine Vielfalt an menschlichen Verhaltensweisen, Stärken und Schwächen wieder. Aber auch die Abgründe der menschlichen Seele tun sich auf.

Was mir an der Fischer-Taschenbuchausgabe auch sehr gut gefallen hat, sind direkt zu Anfang des Buches der kurze Lebenslauf mit Bild von Arno Strobel, sowie das kurze Interview zu \"Das Wesen\". Am Ende findet man noch eine Leseprobe seines neuen Psychothrillers, auch dieser verspricht schon auf den wenigen Seiten ein spannendes und nervenaufreibendes Lesevergnügen.

\"Das Wesen\" ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben und lässt uns in die ungeahnt düsteren Abgründe der menschlichen Seele blicken! Bösartig, beängstigend, spannend!


SabrinaK1985 hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.


Erkenne das Wesen!

18.12.2010 Bewertung:  3 roccosmom vergibt 6 von 10 Punkten

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Kriminalhauptkommissar Bernd Menkhoff bekommt einen ominösen und anonymen Anruf, dass ein Mädchen seit mehreren Tagen verschwunden sei. Die männliche Stimme am Telefon nennt eine Adresse bei der er und sein Partner Seifert einen vor 15 Jahren verurteilten Kindermörder antreffen, welcher seit kurzem wieder auf freien Fuß ist. Dieser beteuert damals wie heute unschuldig zu sein. Während Ereignisse von 1994 plötzlich in einem neuen Licht erscheinen beginnt 2009 ein Wettlauf mit der Zeit…

In seinem neuen Buch beschreib Arno Strobel zwei parallele Fälle, die 15 Jahre auseinander liegen. Die Konstante ist dabei der Psychiater Dr. Lichner. Vor Jahren überführten die Partner Menkhoff und Seifert ihn, nachdem sie den Beweis für einen Kindsmord in seinem Auto gefunden haben. Kaum entlassen führt die Spur einer Kindsentführung wieder zu Dr. Lichner. Doch dabei kommen auch Zweifel auf, ob Lichner damals wirklich der Täter war.  Waren seine ständigen Unschuldsbeteuerungen vielleicht doch echt? Seifert, der die letzten 15 Jahre immer gezweifelt hat kommt ins Grübeln und gerät in ein aussichtsloses Dilemma. Da die ganze Handlung auch aus Kommissar Seiferts Perspektive geschrieben ist, kann man seinen inneren Konflikt dabei sehr gut nachvollziehen.

 

Was mir gut gefallen hat, war, das Herr Strobel beim Zeitebenenwechsel auch an die Entwicklung seiner Figuren gedacht hat, was das ganze so authentischer gestaltete. Jedoch hat es mich dann wieder stellenweise gestört schon wieder in der Zeit springen zu müssen. Da hätte ich mir dann vielleicht doch längere Kapitel gewünscht, oder halt weniger „damals“. Zum Glück haben der kurzweilige Schreibstil und die vielschichtige, gewiefte Story einiges wieder gut gemacht.

 

Das Cover dieser handlichen Taschenbuchausgabe liegt komplett im dunklen und zeigt nur eine schwach beleuchtete Treppe. Einnehmend ist hauptsächlich der große, geprägte Schriftzug DAS WESEN.

Gerade durch diese Schlichtheit weckt das Buch die Neugierde und passt optisch perfekt zu DER TRAKT.

 

Ich war zwar nicht wirklich enttäuscht, aber man kann schon sagen dass ich etwas mehr erwartet habe. Nachdem mich DER TRAKT damals wirklich begeistert hat, war im Vergleich dazu DAS WESEN weniger dramatisch und die Story schwächelte ein wenig. Daher diesmal von mir nur 3 von 5 Sternen.


roccosmom hat insgesamt 134 Rezensionen angelegt.


Geniales konstruiertes Psychoduell

09.01.2011 Bewertung:  5 Pharo72 vergibt 10 von 10 Punkten

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Ein kleines Mädchen verschwindet und ein anonymer Anruf führt die ermittelnden Kommissare Menkhoff und Seifert in die Aachener Zeppelinstraße. Dort öffnet ihnen der Psychiater Dr. Joachim Lichner, der bereits über 13 Jahre für den Mord an einem kleinen Mädchen inhaftiert war. Hat er sich erneut verdächtig gemacht? Ein Psychoduell zwischen dem redegewandten Psychiater und dem von seiner Schuld überzeugten Kommissar beginnt, indem die Exgeliebte beider Männer, Nicole Klement, eine große Rolle spielt.

Nach seinen ebenso zu empfehlenden Kirchen-Thrillern „Magus – Die Bruderschaft“ und „Castello Cristo“ legt Arno Strobel mit „Das Wesen“ seinen nunmehr zweiten Psychothriller vor. Noch besser als im Roman „Der Trakt“ gelingt es dem Autor mit den Erwartungen der Leser zu spielen. Durch den ständigen Wechsel zwischen den Zeitebenen des fünfzehn Jahre alten und des aktuellen Entführungsfalls wird eine unglaubliche Spannung erzeugt. Man findet sich selber in der Rolle des Ermittlers wieder, versucht Fehler zu entdecken und wird doch immer wieder überrascht.

Bravourös gelingt es Arno Strobel durch kleine Andeutungen die Neugier jeweils so weit zu schüren, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Die jeweils recht kurzen und sehr flüssig zu lesenden Kapitel verführen zu immer noch einem weiteren, bevor die Augen zufallen.

Den Beschreibungen der Stadt Aachen ebenso wie des Polizeiapparates merkt man die intensive Recherche des Autors vor Ort an. Die Charaktere, vor allem der Kommissare, mit all ihren Selbstzweifeln und Schwächen sind sehr gut herausgearbeitet. Am liebsten möchte man sie nach Ende des Buches nicht loslassen und vielleicht gibt es ja mal ein Wiedersehen.

In seinem nächsten Psychothriller wird der Leser jedoch erstmal nach Hamburg entführt, wie man der enthaltenen Leseprobe entnehmen kann, welche bereits extreme Gänsehaut verursacht und die Spannung bis zum Erscheinen des Buches kaum ertragen lässt.


Pharo72 hat insgesamt 83 Rezensionen angelegt.


Unschuldiges schuldiges Wesen

12.04.2011 Bewertung:  4 metAlpAnda vergibt 8 von 10 Punkten

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Kurz vor dem Feierabend überprüfen die Kriminalkommissare Alex Seifert und Bernd Menkhoff nach einem anonymen Anruf eine Wohnung, aus der ein Kind entführt worden sein soll. Doch hinter der Tür tritt ihnen ein alter Bekannter entgegen – Dr. Lichner, den die beiden aus einem Fall, der eineinhalb Jahrzehnte zurück liegt, sehr gut kennen...
Das Seltsame ist aber, dass der Doktor behauptet, kein Kind zu vermissen, da er gar keine Kinder habe! Die beiden Ermittler fühlen sich veräppelt, denn schon im vorigen Mordfall hat der Psychiater ein kluges, durchdachtes Spiel mit der Polizei gespielt. Aber vor allem Alex Seifert, der jüngere der beiden Kommissare, ist skeptisch – denn der Mordfall von vor fünfzehn Jahren ließ bei ihm so einige Fragen offen. Wurde damals nicht vielleicht doch der Falsche eingesperrt, da sein Kollege Bernd in seiner Wut auf den Psychiater versucht hat, diesen mit allen möglichen Mitteln zu belasten???


Die Handlung verläuft in zwei Strängen, zeitversetzt – das „Heute“ und die Ermittlungen im Mordfall von 1994 laufen parallel, immer im Wechsel Kapitel für Kapitel. So erfährt der Leser die Hintergründe und die vorangegangene Geschichte portioniert. Auf den ersten Seiten mag es noch verwirrend sein, sich in diesen Zeitsprüngen bei den relativ kurzen Kapiteln zurechtzufinden, jedoch finde ich dieses stilistische Mittel sehr gut gewählt, denn so wird der Leser ganz langsam an die Lösung herangeführt. Diese erfährt man übrigens wirklich ganz am Schluss – und der Fall ist ganz anders ausgegangen, als ich es erwartet hätte. Arno Strobel versteht es, geschickt „falsche Fährten“ einzusetzen, sodass es wirklich bis zur letzten Seite spannend bleibt.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, insbesondere die beiden Kommissare gewähren dem Leser einen Einblick in ihr privates Leben jenseits der Mord- und Entführungsfälle – doch auch das Privatleben ist eng mit den Ereignissen in der Vergangenheit verbunden...

Der Roman liest sich sehr flüssig, für mich schienen im Vergleich zum Vorgänger „Der Trakt“ auch weniger ausschweifenden Detailbeschreibungen darin zu sein. Der Kriminalfall ist zwar nicht besonders verstrickt, aber sehr spannend umgesetzt. Nicht so gut fand ich jedoch, dass nach dem Lesen ein paar Fragen offen blieben, außerdem ist der „Schluss vom Schluss“ meiner Ansicht nach etwas kitschig gehalten und passt nicht recht zum Rest des Romans.


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Psychothriller mit überraschenden Irrungen und Wendungen

21.09.2011 Bewertung:  5 Nazena vergibt 10 von 10 Punkten

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Die beiden Polizisten Seifert und Menkhoff erhalten einen anonymen Anruf, dass ein Kind entführt worden wäre. Bei der Wohnung angekommen, werden sie unangenehm überrascht: der Psychiater Lichner wohnt dort- den die beiden vor 15 Jahren des Kindsmordes überführt haben. Während Seifert insgeheim Zweifel an der Schuld hatte, hat Menkhoff ihn aufs Blut gehasst und alles getan, ihn hinter Gitter zu bringen. Jetzt stehen sich die Parteien weder gegenüber- doch Lichner beteuert, er habe gar kein Kind; zeigt sich aber wieder Mals den Ermittlungen unkooperativ. Während Menkhoff zusehends emotionaler agiert und Lichner unbedingt „drankriegen“ will, häufen sich die Hinweise, dass jemand Lichner eins auswichen will. Doch während der Ermittlungen wird auch der alte Fall wieder aufgewärmt. War Lichner damals wirklich der Täter? Wie war seine Lebensgefährtin in den Fall verwickelt, die bildschöne, aber labile Nicol; in die sich Menkhoff unsterblich verliebt hatte? Erst auf Menkhoffs Drängen hin wiederrief sie ihre Alibi-Aussage und belastete Lichner schwer, weshalb er auch verurteilt wurde. Seifert misstraut seinem Partner immer mehr, Menkhoff kann seine berufliche Distanz nicht mehr waren und Lichner scheint absichtlich zu provozieren. Dann kommt es zu einer persönlichen Katastrophe für Menkhoff, und natürlich kann es für ihn nur einen Schuldigen geben: Lichner.

Zu Beginn dachte ich, hier liegt ein weiterer 08/15- hochintelligenter Bösewicht gegen etwas tumbe Polizisten- Psychothriller vor. Doch der Autor versteht es sehr geschickt, den Leser in die Irre zu führen: wenn so viele Beweise gegen einen Verdächtigen vorliegen, muss er unschuldig sein- oder? Besonders, wenn immer wieder betont wird, Menkhoff wäre für die Verhaftung verantwortlich, in dem er Lichner Beweise unterschob. Menkhoff hat ein echtes Vertrauensproblem, wodurch Seiferts Vertrauen in seinen älteren und erfahreneren Kollegen wiederholt erschüttert wird. Hat er damals wirklich den Falschen in den Knast gebracht?

Das Buch ist interessanterweise auf 2 Ebenen geschrieben: die erste- der Kindsmord vor 15 Jahren, die 2.- die momentane Kindsentführung. Die Ermittlungen werden parallel geschildert, so dass der Leser ein enormes Defizit gegenüber den Polizisten hat- besonders, da aus Seiferts Perspektive geschrieben wird und Menkhoff so seine Geheimnisse hütet. Ab der Hälfte glaubt man, das ganze Gewirr überschaut zu haben und zu wissen, wer der Täter ist- nur um dann erneut gewaltig in die Irre geführt zu werden.

Die Charakterentwicklung ist sehr gut gemacht und durchdacht: jeder handelt glaubhaft mit seinen Schwächen und Fehlern, Tugenden und Eigenschaften. Auch die Polizisten machen Fehler, erstaunen aber auch wieder mit ihren Ermittlungserfolgen. Die psychologischen Erklärungen zu Nicole sind sehr interessant und maßgeblich in den Storyverlauf eingeflochten. „Das Wesen“ war mein erster Strobel, doch bestimmt nicht mein letzter, und ich freue mich auf den nächsten Band.


Nazena hat insgesamt 88 Rezensionen angelegt.


Solides Schriftsteller-Handwerk, tendenziell überbewertet

24.02.2012 Bewertung:  3 rumble-bee vergibt 6 von 10 Punkten

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Normalerweise stehen drei Sterne bei mir schon für eine schlechte Bewertung. Doch hier sollen sie Neutralität ausdrücken - und Respekt vor dem durchaus soliden Handwerk, das der Autor hier abliefert. Doch für mehr Sterne reicht es bei mir beim besten Willen nicht, leider. Fast tut es mir selber leid. Doch im Vergleich zu den wirklichen Stars der Szene (wozu bei mir beispielsweise Zoran Drvenkar oder Andrea Maria Schenkel gehören) kann der Autor noch deutlich aufholen.

Immer wieder ist in Rezensionen von der unglaublichen Spannung die Rede, die dieses Buch ausstrahlt. Ja und Nein! Sicher, auch ich habe es innerhalb von zwei Tagen gelesen.Doch finde ich, dass diese \"Spannung\" eher ein Nebenprodukt der Konstruktion dieses Buches war, und nicht etwa aus der eigentlichen Handlung resultierte. Genauer erklärt: wir haben hier zwei Handlungsebenen, eine spielt 1994, eine 2009. Beide werden nun, völlig regelmäßig und unspannend, nahezu mathematisch, abwechselnd erzählt. Das System kennt man! Sicher kommt dadurch ein Lese-Sog zustande. Aber: ich habe mir mal die Mühe gemacht, mehrere Abschnitte aus der älteren Handlung hintereinander weg zu lesen. Und heraus kam: ein höchst normales Produkt. Schon tausendfach so gelesen.

Mein zweiter Kritikpunkt betrifft die Dialoge. Das kenne ich nun wirklich besser! ich konnte mir oft einfach nicht vorstellen, dass Menschen so reden, auch noch in hoch emotionalen Momenten. wiederum verstehe man mich bitte nicht falsch: sicher, das, WAS die Kommissare dachten und fühlten, war durchaus nachvollziehbar. Aber wie sie es ausdrückten, wirkte auf mich einfach nur hölzern.

In einem Interview sagte der Autor, er habe sich eigens für diesen Zeitabstand von 15 Jahren zwischen den zwei Handlungsebenen entschieden, weil er die Entwicklung der Figuren von damals zu heute zeigen wollte. Nur leider ist mir das nicht aufgefallen. Der Ich-Erzähler Alex Seifert ist für mich im \"heute\" genau derselbe wie damals. Mir ist nicht ersichtlich, inwiefern er gereift oder verändert sein sollte.Im Gegenteil, in stressigen Momenten knickt er ein, und erzählt Details aus der laufenden Ermittlung weinerlich seiner Frau...

Aber das Buch hat natürlich auch gute Seiten! Der Plot ist, an und für sich, schlüssig und intelligent durchdacht. Auch fand ich es durchaus erholsam, dass ab der Mitte des Buches die ständigen Sprünge zurück in die Vergangenheit aufhörten. Ab diesem Zeitpunkt ging es nur noch \"vorwärts\", und das tat dem Buch gut! Allerdings fand ich es dann manchmal ein klein wenig albern, extra ein neues Kapitel anfangen zu lassen, wenn nur wenige Stunden vergangen waren (die Uhrzeiten standen nämlich immer dabei). Aber das kann auch eine Entscheidung des Lektors gewesen sein, ich weiß es nicht.

Arno Strobel hat ein recht gutes Händchen dafür, liebenswert-schrullige Nebenfiguren zu \"erdenken\". Das hat mir gut gefallen! Die Nachbarin mit den roten Haaren, sowie die einsame Oma, hätte ich gerne öfter getroffen. Auch die Empfangsdame in der Praxis hatte es in sich...! Weiter so, Arno Strobel!

Die Entscheidung für die Ich-Perspektive, erzählt aus der Sicht vom Assistenten des Kommissars, war eine weise Entscheidung. So konnte ein größtmögliches Maß an Objektivität sowie dezent gestreutem Zweifel gewahrt werden. Das kennt man ja schon von Conan Doyle: dort ist auch Dr. Watson der Erzähler, und eben nicht Sherlock Holmes.

Vielleicht, nur vielleicht, hat Herr Strobel es in den letzten Kapiteln mit \"Cliffhangern\" ein wenig übertrieben. manches wurde angedeutet, nur damit der Leser das Buch auch ja nicht mehr aus der Hand legt. Aber schließlich ist das Buch als \"Thriller\" auf den Markt gebracht worden, und da erwartet man das.

Sehr gut fand ich auch den Einfall, der (vermuteten) Missbrauchs-Ursache ganz zum Schluss noch einen Dreh zu geben, so dass letztlich doch alles anders war als gedacht - aus Gründen der Fairness neuen Lesern gegenüber werde ich das nicht näher erläutern. Und auch die Gegenüberstellung von zwei Sturköpfen, einerseits dem Kommissar, und dem schmierigen Hauptverdächtigen, fand ich als Idee ziemlich gelungen. Es hätte allerdings noch besser wirken können, wenn, ja wenn das Charakter-Duell weniger über die Dialoge stattgefunden hätte.

Ist dies nun ein Verriss? Nein, den Eindruck möchte ich auch wieder nicht entstehen lassen. Eine enthusiastische Lobeshymne ist es aber auch nicht. Sagen wir so: es ist das Protokoll einer Lese-Erfahrung, von der ich mir eigentlich (noch) mehr erhofft hätte.


rumble-bee hat insgesamt 76 Rezensionen angelegt.


 
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