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Krimi/Thriller: Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi
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Titel:      Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1692
Autor:      Rita Falk
ISBN-10(13):      3423248106
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2010-10-01
Edition:      1.
Number of pages:      240
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Ein Provinzkrimi. Originalausgabe
Erscheinungsjahr: 2010
Gewicht: 373 gr / Abmessungen: 210 mm x 135 mm x 26 mm
Von Falk, Rita

Der erste Fall für Franz Eberhofer ist ein ganz bizarrer. Da ist diese Geschichte mit den Neuhofers. Die sterben ja an den komischsten Dingen. Mutter Neuhofer: erhängt im Wald. Vater Neuhofer (Elektromeister): Stromschlag. Jetzt ist da nur noch der Hans. Und wer weiß, was dem noch bevorsteht ... Normalerweise schiebt Dorfpolizist Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen eine ruhige Kugel. Aber jetzt: Vierfachmord! Stress pur! Zum Glück kocht die Oma den hammermäßigsten Schweinebraten, wo gibt. Und das beste Bier gibt''s eh beim Wolfi.

   


Rezensionen
Jo mei, der Franz...

04.11.2010 Bewertung:  4.5 metAlpAnda vergibt 9 von 10 Punkten

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Niederkaltenkirchen ist ein kleines Dorf in Niederbayern. Polizist Franz, sein Papa und seine Oma Lenerl wohnen in diesem beschaulichen Dorf. Da, wo das Leben noch so richtig urig abläuft, wo man beim Metzger nicht nur die besten Leberkassemmeln in ganz Bayern bekommt, sondern auch den neuesten Tratsch erfährt. Wo gemütliches Beisammensein in der Wirtschaft bei einem Bier noch zum allabendlichen Unterhaltungsprogramm zählt.

Natürlich haben auch ein paar von den modernen Sachen Einzug in diese Idylle erhalten – der Lebensabend von Franz\' Oma ist davon bestimmt, ob der Zucker diesmal bei Aldi oder Lidl im Angebot ist. Und der Papa von Franz hört unheimlich gerne und unheimlich laut Beatles – immerhin ist die Oma eh taub und der Franz wohnt im Saustall nebenan – und dreht dazu einen Joint. Franz dreht seine Runden als Dorfgendarm in Begleitung seines Hundes Ludwig. Jedoch erschüttern mehrere mysteriöse Todesfälle innerhalb einer Familie die Idylle - und Franz ist davon überzeugt, dass es sich dabei um Morde handelt...


Rita Falk hat eine amüsante Lektüre erschaffen, eine erfundene Ortschaft unweit von Landshut, die aber wirkliche Züge von einem solchen Dörfchen wiedergibt – wenn auch auf eine witzige und überspitzte Art und Weise.

„Winterkartoffelknödel“ ist ein Provinzkrimi, die Kriminalgeschichte an sich ist aber gar nicht der ausschlaggebende Grund dafür, dass mir das Buch so gut gefallen hat. Ganz im Gegenteil, der Kriminalfall reißt einen nicht gerade vom Hocker, auch eine großartige und konstant bleibende Spannung bleibt hier aus. Ausgeklügelte Ermittlungstechniken und actionreiche Verbrecherjagd? Ach wo, wir sind hier in Niederkaltenkirchen und nicht in Hollywood! Jedoch sorgt die perfekte Kulisse dafür, dass man sich beim Lesen prächtig amüsiert. Der Schreibstil ist schön locker und entlockt dem Leser ein Schmunzeln nach dem anderen.

Nicht nur zur Wiesn-Zeit ist das Buch eine gute Empfehlung als leichte, humorvolle Lektüre. Der Schreibstil ist zwar dialektlastig, dank dem Glossar am Ende des Buches jedoch auch für einen Nicht-Bayer durchaus verständlich. Teilweise ist die Wortwahl jedoch etwas derbe, der Roman also nicht wirklich jugendfrei – wirkt dadurch aber umso authentischer.

Für Freunde von blutrünstigen und aufwendig aufgebauten Kriminalfällen ist der Roman zwar nicht geeignet, die Betonung beim \"Provinzkrimi\" liegt eindeutig auf \"Provinz\". Aber als eine leicht-lustige Lektüre für zwischendurch eindeutig eine gute Wahl.

Eine Schlussbemerkung für Nicht-Bayern: man sollte nicht alles ernst nehmen, was in „Winterkartoffelknödel“ über die Bayern und deren Lebensart steht!


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Provinzkrimi der anderen Art

05.11.2010 Bewertung:  5 cybelle2 vergibt 10 von 10 Punkten

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Niederkaltenkirchen. Irgendwo im tiefsten Bayern, nicht weit entfernt von Landshut. Hier lebt und arbeitet Franz. Er lebt auf dem Hof seiner Familie – zusammen mit seiner schwerhörigen und schlagfertigen Oma und seinem Vater, der zu jeder Tag- und Nachtzeit die Beatles hört und ab und zu mal einen Joint raucht. Franz führt ein sehr ruhiges Leben als Dorfpolizist. Ab und zu mal eine Prügelei, nie was wirklich ernstes. Auch hinter den tragischen Unfällen in der Familie Neuhofer vermutet er nichts böses. Vater Neuhofer wurde wohl die Routine zum Verhängnis, als er beim Anschließen des neuen Herdes vergaß die Sicherung rauszudrehen. Und das Mutter Neuhofer starke Depressionen hatte, war bekannt. Also auch nicht ungewöhnlich, dass sie sich im Wald erhängte. Selbst als der älteste Sohn unter einem Container begraben wird, denkt sich Franz nichts böses. Erst als sehr kurze Zeit später das Haus der Familie verkauft ist, der jüngste Sohn ein neues Auto fährt und bald darauf eine Tankstelle auf dem Neuhofer-Grundstück gebaut wird, fängt Franz langsam an hellhörig zu werden…

Die erste Seite des Buches war gewöhnungsbedürftig. Einerseits der bayrische Dialekt, andererseits der teils doch sehr derbe, aber auch einfach gehaltene Schreibstil. Doch bereits auf Seite 2 war ich total begeistert. Auch wenn der Erzählstil durchaus Geschmackssache ist – ich finde ihn gut und passend zum ganzen Buch. Ich könnte es mir mit einer normalen Erzählweise eigentlich gar nicht vorstellen. Die Geschichte wird sehr flüssig erzählt, immer wieder gespickt mit lustigen Anekdoten, die meist die Oma reißt. Die Charaktäre werden zwar nur sehr oberflächlich beschrieben, doch ich hatte recht schnell das Gefühl mitten in Niederkaltenkirchen zu sein. Für mich müssen Charaktäre nicht immer bis ins Letzte beschrieben sein. So macht es viel mehr Spaß sein eigenes Kopfkino laufen zu lassen. Schließlich gibt es wohl überall ein Niederkaltenkirchen. Immer wieder tauchen bayrische Worte auf. Sie stören den Lesefluss überhaupt nicht. Auch konnte ich als Norddeutsche alles problemlos verstehen. Sehr schön finde ich aber das Glossar am Ende mit einer Übersetzung aller wichtigen Worte. Super auch die Rezepte von der Oma, von denen ich sicherlich einige ausprobieren werde. Die Vita von Rita Falk fand ich unheimlich sympathisch. Etwas unpassend finde ich allerdings die Pfanni-Werbung – auch wenn es Kartoffelprodukte sind. Bin da altmodisch, für mich gehört einfach keine Werbeseite in ein Buch.

Der offizielle Untertitel heißt “Ein Provinzkrimi”. Provinz eindeutig, Krimi nur nebensächlich. Es kommt keine richtige Spannung auf, die für einen Krimi nötig wäre. Ich hatte schon nach der Hälfte des Buches eine Vermutung, wer denn der Mörder sein könnte – und so kam es dann auch. Trotzdem habe ich mich kein Stück gelangweilt. Im Gegenteil. So oft wie bei diesem Buch habe ich selten gelacht. Rita Falk schreibt kurzweilig, amüsant, charmant aber auch sarkastisch. Wer gute Unterhaltung mit Witz, Charme und ein bisschen Spannung sucht, ist hier genau richtig. Für eingefleischte Krimi-Fans, denen es nicht grausig genug sein kann, sind die Winterkartoffelknödel wahrscheinlich eher nichts.

Ich bin ein bisschen traurig Niederkaltenkirchen schon verlassen zu müssen. Aber ich werde mit dem nächsten Teil garantiert zurückkehren!

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!


cybelle2 hat insgesamt 4 Rezensionen angelegt.


Böses Spiel in Niederkaltenkirchen

03.12.2010 Bewertung:  4.5 SabrinaK1985 vergibt 9 von 10 Punkten

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Der strafversetzte Franz Eberhofer ist nun Dorfpolizist in Niederkaltenkirchen, meist geht es dort auch sehr ruhig zu. Doch dann fängt der Trubel an. Mercedes Dechampes-Sonnleitner zieht nach Niederkaltenkirchen, da sie dort das Sonnleitnergut geerbt hat. Und dann wären da noch die tragischen Todesfälle in der Neuhofer-Familie, oder war es am Ende doch kaltblütiger Mord? Franz und sein ehemaliger Kollege Rudi decken zusammen die ominösen Vorkomnisse in Niederkaltenkirchen auf.

 

\"Winterkartoffelknödel\" hält genau das, was schon die Leseprobe verspricht. Frisch, unterhaltsam, erstklassig´, lustig und kurzweilig! Franz, seine Familie und die Niederkaltenkirchener werden liebevoll beschrieben und dargestellt. Man schließt sie alle nach nur ein paar Seiten schon ins Herz. Ganz egal ob es die schwerhörige Oma ist, die für ihr Leben gerne Schnäppchen jagt, der etwas andere laut Beatles hörende Papa oder den sehr naiven Leopold mit seiner Roxana. Das Buch ist flüßig und gut geschrieben und die bayrische Mundart macht das ganze noch viel sympathischer.

Wer kein Problem damit hat auch bei einem Krimi mal zu lachen, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen! Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Fall vom Franz.


SabrinaK1985 hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.


Rita Falk - Winterkartoffelknödel

26.01.2011 Bewertung:  4 Stahlfixx vergibt 8 von 10 Punkten

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Über das Buch:
Franz Eberhofer, einst Kriminalbeamter in München, wurde wegen seiner unbeherrschten Art, zum (einzigen) Dorfpolizisten in seinem kleinen Heimatort Niederkaltenkirchen weggelobt. Dort lebt er zusammen mit seinem (kiffenden und Beatles hörenden) Vater und seiner schwerhörigen Großmutter. Auch sein Berufsleben verläuft in sehr ruhigen Bahnen, denn in Niederkaltenkirchen ist die (bayerische) Welt noch in Ordnung, zusammen mit Hund Ludwig dreht er gemächlich seine Runden. Eines Tages taucht die schöne Mercedes Dechampes-Sonnleitner auf und bringt Franz´ Hormone (und auch den Rest der männlichen Niederkaltenkirchner) etwas durcheinander. Als im Dorf die Familie Neuhofer, nach und nach, durch seltsame Unfälle dahingerafft wird, beginnt Franz daran zu zweifeln, dass die Familie Neuhofer nur einfach (immer) Pech hat, er versucht auf eigene Faust hinter die wahren Umstände der Unfälle zu kommen.

Meine Meinung:
\"Winterkartoffelknödel\" ist kein Krimi im eigentlichen Sinne, auch Provinzkrimi (wie auf dem Umschlag betitelt) trifft es auch noch nicht ganz - Provinz,  ja (sehr viel), Krimi, nein, nicht wirklich (kaum der Rede wert).
Trotzdem hat mir das Buch recht gut gefallen, wobei das daran liegt, dass das Buch komplett in (bayerischer) Umgangssprache formuliert ist. Der Satzbau mutet sicherlich dem Nichtbayern seltsam an, aber auch für mich als Eingeborene war es etwas \"strange\", denn normalerweise bin auch ich gewohnt, in \"ordentlichem\" Hochdeutsch zu lesen (das beginnt schon bei der Stellung der Wörter an sich), denn normalerweise ist die Wortstellung in Hochdeutsch etwas anders und auch  bayerische Ausdrücke und Redewendungen findet der Leser zu hauf. Deswegen habe ich mich auch köstlich amüsiert - (Vorsicht - Outing) ich spreche so, genau so wie die Einwohner von Niederkaltenkirchen (ja, schweres Schicksal, aber es ist so ;-)))).
Wenn man das so liest, merkt man, wie seltsam (fast schon etwas einfältig) wir Bayern doch im benachbarten \"hochdeutschen Ausland\" wirken müssen.

Zur Geschichte an sich gibt es relativ wenig zu sagen, die (Krimi-) Handlung ist recht unspektakulär, eigentlich vollkommen vorhersehbar und auch eigentlich vollkommen unspannend.
Hauptsächlich besteht das Buch aus kleinen Geschichten und Anekdoten rund um die Bewohner Niederkaltenkirchens gepaart mit einigen Ereignissen aus Franz Familie. Sympathieträger ist eindeutig die fast taube Oma (die aussieht wie eine Rosine und Gandalf ohne Bart), die zwar nichts hört, aber immer auf der Suche nach einem Schnäppchen ist und für die Familie Eberhofer kocht.
Franz erzählt die Geschichte aus seiner (politisch teilweise auch nicht ganz korrekten) Sicht, was objektiv gesehen oft auch etwas naiv und einfältig anmutet, die Perspektive wechselt auch nicht.
Die Charaktere sind ebenso einfach gestrickt, teilweise originell und/oder schrullig, aber auch volles Programm aus der (bayerischen) Klischeekiste (der geldgierige Ossi, die schöne verführerische \"Französin\", die rumänische…), gepaart mit jedmöglichem Vorurteil. Für ein Buch, das ich eher in die Klamauk-Ecke schieben würde, ausreichend, für mehr Anspruch sind jegliche Beschreibungen, Dialoge oder Ausführungen im Buch keinesfalls geschrieben.

Prinzipiell sind die gezeichneten Figuren, wie auch die Gesamtgeschichte recht lustig und überzogen, aber auch recht simpel und durchschaubar (so eine Art geschriebenes bayerisches Volkstheater).
Das Buch ist durchweg einfach und auch sehr schnell zu lesen, es sei denn der (dialektunkundige) Leser \"stolpert\" über den bayerischen Dialekt.
Das Buch darf man nicht unbedingt für \"bare Münze\" nehmen, denn auch in Bayern sind die neuzeitlichen Errungenschaften schon angekommen und grundsätzlich besteht auch ein bayerisches Dorfgefüge nicht nur aus \"Halbdepperten\" und gelebten Klischees.

Ein Glossar am Ende des Buches erleichtert den \"sprachlich ausländischen Nachbarn\", den fast schon inflationären Gebrauch von bayerischem Dialekt.
Ebenfalls finden sich einige Rezepte, von Gerichten, die die Oma im Buch so hingebungsvoll kocht, im Anhang, was ich (obwohl ich nicht unbedingt zur Koch- und Rezeptefraktion gehöre) durchaus für eine nette Idee hielt.
Die Umschlaggestaltung passt recht gut zum Buch, hat jedoch meinen persönlichen Geschmack nicht getroffen.

Insgesamt fand ich das Buch (für mich persönlich) urkomisch - schön, ein Buch das so geschrieben ist, wie ich rede. Für den Leser, der auf einen spannenden Krimi (mit Lokalkolorit) hofft, bietet das Buch recht wenig, aber anscheinend trifft das Buch nicht nur meinen sondern auch den Geschmack \"der Massen\", denn es verkauft sich anscheinend recht gut (schon seit einigen Wochen auf der \"Spiegel-Bestsellerliste\").


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


Sehr amüsante Knödel !!

03.05.2011 Bewertung:  5 CabotCove vergibt 10 von 10 Punkten

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Krimis mit Lokalkolorit meide ich eigentlich eher, aber mir ist Rita Falk so ans Herz gelegt worden, dass ich ihr eie Chance geben wollte – und ich war nicht nur überrascht, wie gut mir das gefiel, sondern auch, wie klasse sie Krimi mit Komödie vermengt.

 

Franz Eberhofer ist „Dorfgendarm“ in Niederkaltenkirchen. Er wurde in sein Heimatdorf strafversetzt, weil er 1) einen Kollegen nicht davon abgehalten hat, mit einem Kinderschänder nun sagen wir etwas rüder umzugehen und weil er 2), nachdem der selbst angeschossen wurde, weil er seine Waffe nie mitgenommen hat, damit ihm sowas nicht auch mal passiert, ständig mit der Waffe rumgefuchtelt hatte danach.

Nun also Niederkaltenkirchen – es passiert kaum etwas und mit einem Mal gibt es einen Dreifachmord ! „Die Leute sterben aber auch an komischen Dingen...“

 

Ansonsten schlägt sich Franz mit seinem älteren Bruder Leopold herum, der einen Buchladen besitzt. Bei seinen Besuchen immer sehr nervt (Typ Schleimbeutel) und dessen rumänische Frau Roxana ordentlich an Franz und anderen Kerlen herumbaggert.

Franz wohnt noch daheim mit Vater und Oma zusammen, wenn auch in einem abgetrennten Haus, aber Oma kocht noch für ihn mit. Mit ihren 85 ist sie noch sehr gewitzt und sorgt für allerlei Trubel. Von seinem Vater mit seinen ewigen Beatles-Platten ist Franz so genervt, dass er schon mal auf den Plattenspieler schießt, damit endlich Ruhe ist.

 

Ich habe gleich von Anfang an mehr als einmal laut lachen müssen, weil Rita Falk einfach so herrlich komödiantisch schreibt, dass man einfach gute Laune bekommt beim Lesen. Franz ist ein wenig trottelig, bringt sich immer wieder selbst in unmögliche Situationen und macht dem Leser so sehr viel Spass.

Nett von Frau Falk, dass für alle Nichtbayern am Ende des Buches ein Glossar findet, in dem die bayrischen Worte sehr nett, humorvoll und ausführlich erklärt werden.

Schöne Idee auch mit den Rezepten am Ende und das Cover finde ich auch sehr gut gewählt, auch die Innenseiten sind noch schön gestaltet.

 

Fazit: ein rundherum sehr lustiges Buch, das mich dazu veranlasst hat, auch noch „Dampfnudelblues“ zu lesen und ich bin sicher, dass mir das ebenso gut gefallen wird.


CabotCove hat insgesamt 39 Rezensionen angelegt.


Wunderbar Bayerisch

06.01.2012 Bewertung:  4 kerry3 vergibt 8 von 10 Punkten

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,so sieht schon das Cover des Buchs aus: ein Tisch mit rotkarierter Decke vor einer blau gemusterten Tapete, darauf zwei Haferltassen mit den Namen „Franz“  und „Oma“, an der Wand eine Kuckucksuhr – da weiß man doch gleich, wo der Roman spielt und fast könnte man meinen,  es handle sich um einen beschaulichen Heimatroman, wenn nicht die neben den Tassen liegenden Handschellen das urige Bild etwas stören würden.

Franz Eberhofer ist Polizist im kleinen Dorf Niederkaltenkirchen.  Nachdem er in München nach einem besonders belastenden Einsatz psychische Probleme bekam und deswegen dorthin versetzt wurde, schiebt er eine ruhige, aber auch langweilige Kugel: ab und zu ein Autounfall, Besoffenen den Führerschein nehmen… das sind so seine Hauptaufgaben. Wen wundert´s da, dass er hinter den etwas außergewöhnlichen Todesfällen in der Neuhofer-Familie mehr als nur Unfälle sieht und zu ermitteln beginnt. Sehr zum Ärger seiner Vorgesetzten, die in seinen Überlegungen nur Hirngespinste sehen und auch sein ehemaliger Münchner Partner Birkenberger, der mittlerweile Privatdetektiv ist, will ihm die Sache ausreden. Aber dass der Elektromeister Neuhofer aus Nachlässigkeit an einem Stromschlag stirbt, die Mutter sich danach im Wald erhängt und auf den älteren Sohn ein Container fällt, der sich von einem Kran gelöst hat… das will dem Franz einfach nicht als Zufall erscheinen. Zumal ein klares Motiv vorhanden ist: außer dem jüngeren Bruder Hans weigerten sich alle, das Neuhofer-Haus zu verkaufen, obwohl eine Firma großes Interesse am Bau einer Tankstelle auf diesem Grundstück hat. Ist der Hans nun ein Mörder? Oder ist er gar selber in Gefahr?

JA DIE LEUT` HALT
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Neben seiner kriminalistischen Tätigkeit ist Franz auch sehr in das Dorfleben integriert: er lebt im umgebauten Saustall seines Elternhauses, mit der Oma und dem Papa gleich daneben und hat so manchen Spaß und auch manches Problem mit Verwandtschaft und Freunden. Diese Dinge laufen für den Leser nicht im Hintergrund mit, sondern sind ein gleichgewichtiger Punkt des Romans. Und weil dem so ist, möchte ich an dieser Stelle die einzelnen Personen, die eine Rolle spielen vorstellen.

Da wäre zunächst die OMA. Oma hat selber das Zeug zur Kultfigur. Sie ist energisch und weniger die gute Seele des Hauses als vielmehr der Chef. Ihr größtes Hobby ist die Jagd nach Sonderangeboten, Gratiszugaben und Schnäppchen, so dass der Franz sie das eine oder andere Mal zu Aldi, Lidl und Co. fahren muss, weil sie dort von irgendetwas derzeit Billigem einen Vorrat anlegen will. Oma nimmt kein Blatt vor den Mund, ist aber im ganzen Dorf beliebt. Außerdem ist sie eine hervorragende Köchin, wie der Leser immer wieder erfährt, wenn Franz sich auf das Mittagessen bei ihr freut. Ein paar gutbürgerliche bayerische Rezepte, darunter auch das für Winterkartoffelknödel, findet der Leser im Anhang des Romans.

Der PAPA ist eher still und zurückgezogen, ein bisschen ein Jammerlappen. Mit seiner Beatles-Manie – er hört die Musik in voller Lautstärke zu den unmöglichsten Zeiten – treibt er seinen Sohn des Öfteren zum Wahnsinn.

Bruder LEOPOLD ist ein arroganter Lackaffe, der sich beim Papa einschleimt und nach Ende der Beziehung zu seiner rumänischen Freundin Roxana im Urlaub eine Thailänderin aufgabelt.  Franz braucht seinen Bruder nur von Weitem zu sehen und schon bekommt er die Krätze.

Wenn alles zu viel wird, geht er in die Kneipe zu WOLFI, wo er sein Feierabendbier bekommt und seine Freunde trifft: den Metzger SIMMERL, einen grundsoliden Mann, und den Heizungsbauer FLÖTZINGER, der kein Problem damit hätte, seine Frau Mary zu betrügen, wenn er sich nur nicht immer so dämlich anstellen würde bei den Frauen. Letzterem spannt  Franz den  „FERRARI“ aus – eine angeblich halbfranzösische Traumfrau, die als Nichte der Besitzerin kürzlich ins leerstehende Sonnleitner-Gut eingezogen ist, um es für einen Verkauf herrichten zu lassen und mit dem OSSI-KLAUS, einem Architekten(?) und ehemaligen Bofrost-Fahrer zusammen arbeitet.

Das passt Franz´ „Immer-mal-wieder“-Beziehung SUSI nicht wirklich, so dass er von ihr als Bürgermeister-Sekretärin nicht viel Hilfe bei seinen Ermittlungen erhoffen kann. Da nützt im dann doch der Ex-Partner BIRKENBERGER mehr, mit dessen Hilfe er auf Mallorca (ja, auch da verschlägt´s den Franz noch hin) das Rätsel letztendlich lösen kann.

IM DORF IST GANZ SCHÖN WAS LOS
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wie ihr seht. Rita Falk schreibt ungemein witzig und farbenfroh. Immer wieder musste ich beim Lesen schmunzeln oder sogar laut lachen. Und da mir die bayerische Mentalität nicht fremd ist, hatte der Roman in dieser Hinsicht auch einen großen Wiedererkennungswert.

Lesbar ist das alles auch für Norddeutsche, denn die Autorin vermeidet es, die Menschen bayerisch sprechen zu lassen. Die wenigen bayerischen Begriffe, die nur ein Einheimischer oder zumindest Süddeutscher versteht (wie zum Beispiel „Gschaftlhuber“, „Flidscherl“ oder „Herumschlawenzeln“) werden in einem Glossar am Ende übersetzt.

Dass Frau Falk genauso viel Wert auf die Alltagsschilderungen legt wie auf den kriminalistischen Aspekt, ist in meinen Augen ein zweischneidiges Schwert.
Zum einen erscheint dem Leser der Polizist Franz Eberhofer ungemein sympathisch und realistisch mit seinen ganzen Alltagsproblemen. Er ist kein Superheld, sondern eben auch mal müde oder genervt und nur noch Willens, in der Stammkneipe sein Bierchen zu zischen.
Andererseits nehmen diese bunten Schilderungen dem Krimi aber auch die Spannung: es gibt keine wirklichen Spannungsbögen, die Handlung verläuft immer zwar unterhaltsam, aber nicht übermäßig fesselnd und eher geradlinig. Ohne die Mordgeschichte könnte ich mir das Buch mit seinem Lokalkolorit und der unverblümten Sprache genauso gut als heiteren Roman vorstellen.

OANS, ZWOA…
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…oder 5 Sterne?

Ich habe „Winterkartoffelknödel“ gerne und mit Spaß gelesen, nachdem ich es geschafft habe, über den Tellerrand meiner Erwartungen an einen „Regionalkrimi“ hinauszuschauen. An der manchmal doch etwas deftigeren Sprache sollte man sich nicht stören, zum Beispiel wenn der Flötzinger mal wieder die Reihenfolge beim Flirten durcheinander bringt, der Auserkorenen als erstes die Frage „Willst du bumsen?“ stellt (und sich dann wundert, warum sie dankend ablehnt) – aber da sind wir heute aus dem Fernsehen Schlimmeres gewohnt. Witz und Humor wiegen für meinen Geschmack den Mangel an Spannung und Action auf.

Dennoch ziehe ich einen Stern ab, da das Buch als Krimi verkauft wird und Frau Falk selbst für einen Regionalkrimi etwas zu viel an Dorfleben und eine Spur zu wenig „Crime“ in den Roman gepackt hat und der eingefleischte und ausschließlich Krimifan sich beim Lesen langweilen dürfte.
Empfehlung also nur für diejenigen, die mal altbewährte Pfade verlassen und etwas Neues kennenlernen möchten.


kerry3 hat insgesamt 30 Rezensionen angelegt.


 
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