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Krimi/Thriller: Der Wolkentempel
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Titel:      Der Wolkentempel
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1541
Autor:      Patrick Woodhead
ISBN-10(13):      3499254301
Verlag:      rororo
Publikationsdatum:      2010-09-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      416
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Der Wolkentempel
Aus der Amazon.de-Redaktion
1989 stirbt der zehnte Panchem Lama. Sofort wird in Tibet nach seiner Reinkarnation gesucht und in Gestalt des sechsjährigen Gedhun Choekyi Nyima auch, vom amtierenden Dalai Lama anerkannt, gefunden. Aber die chinesischen Besatzer des Landes beschuldigen den Leiter des Suchkomitees des Verrats und weisen den Jungen samt seiner Familie aus. Der Aufenthaltsort seines damals ebenfalls sechsjährigen Nachfolgers ist heute unbekannt – angeblich halten ihn die chinesischen Behörden „zu seiner eigenen Sicherheit“ in Haft.

Vor diesem historisch-ideologischen Konflikt zwischen dem buddhistischen Tibet und dem kommunistischen China hat der britische Autor Patrick Woodhead seinen Thriller Der Wolkentempel angesiedelt. Er erzählt die Geschichte zweier Bergsteiger, die bei einer lebensgefährlichen Kletterpartie im Himalaya glauben, einen unbekannten Berg entdeckt zu haben. Auf ihm steht, nebelumhüllt, das letzte von den Besatzern noch unentdeckte Heiligtum des Landes. Getrieben vom Entdeckerdrang und verfolgt von chinesischen Militärs, machen sich die Abenteurer auf die gefährliche Suche, um das Geheimnis zu ergründen. Und dabei spielt ein kleiner Junge, auf dessen kindlichen Schultern das Schicksal Tibets ruht, eine große Rolle...

Patrick Woodhead ist selbst ein Abenteurer. Er hat den Südpol besucht, den Atlantischen Ozean im Kajak überquert und war Erstbezwinger einiger Gipfel in Tibet und Kirgisien. Vermutlich gelingt es ihm deshalb so gut, in Der Wolkentempel die immensen Anstrengungen der Bergsteigerei glaubwürdig zu beschreiben. Aber das ist nur ein kleiner, zusätzlicher Reiz des Buchs. Vor allem ist Der Wolkentempel ein klug konstruiertes und flott geschriebener Roman mit brisantem historischem Hintergrund: ein Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite in einem Fluss weglesen kann. -- Stefan Kellerer

   


Rezensionen
Ein Junge ist der Schlüssel - und alle wollen ihn haben

31.08.2010 Bewertung:  4 roccosmom vergibt 8 von 10 Punkten

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 Die Bergsteiger Luca und Bill wollen zur Spitze des Makalu – des fünfthöchsten Berges der Erde. Sie sind auf der letzten Etappe und müssen fünfundzwanzig Meter vor dem Ziel umdrehen, weil Bill mit dem Sauerstoffmangel in dieser Höhe nicht zurecht kommt.  Kurz vorher erhascht Luca jedoch noch einen Blick auf eine Pyramide – mitten im Himalaya-Gebirge. Sie wirkt wie von Menschenhand gemacht. Luca möchte diese Pyramide unbedingt besteigen und fängt an zu recherchieren. Als er einen erneuten Aufstieg im Himalaya-Gebirge riskieren will, geraten er und Bill zwischen die Fronten. Auf der einen Seite sind die Chinesen des Pekinger Terrorregimes.  Allem voran der sadistische General Zhu, dem nichts mehr Spaß macht als Menschen zu quälen. Auf der anderen Seite ein kleiner Junge, auf dem die Hoffnung Tibets liegt.

 

Erstmal muss ich sagen, das mich besonders das Vorwort („Fluten steigen, Wasser schwillt. …“) beeindruckt hat. Und beeindruckend war auch der Roman selbst!

Es ist sehr interessant zu erfahren,  wie sich die drei verschiedenen Handlungsstränge immer mehr miteinander verweben. Die zentrale Rolle spielt Luca, einer der Bergsteiger. Aber auch die Handlungen um die tibetischen Mönche, die Reinkarnation des Panchem Lamas und über die Chinesische Miliz sind überaus spannend verarbeitet. Dabei lauern überall Verschwörungen, Angst und Misstrauen. Es wird deutlich wie man gegen die eigene Überzeugung handeln und wie friedliches Verhalten kippen kann, wenn man von Angst getrieben wird.  Dabei die fantastische Kulisse des tibetischen Hochlands und Tibets Buddhismus. Eine wunderbare Mischung, die einem eine ganz neue Welt eröffnet.

An den sehr authentischen Beschreibungen über das Bergsteigen und die damit verbundenen Gefahren merkt man auch dass der Autor sich mit Extremsportarten und den daran hängenden Gefahren auskennt.

 

Das Cover sieht leicht magisch aus. Man sieht wolkenverhangene Berge, und den Tempel, der im Schatten liegt und in dessen Eingang jemand steht. Der Titel ist geprägt, was optisch sehr gut aussieht. Absolut mein Geschmack!

„Der Wolkentempel“ hat mir als Thriller gut gefallen. Die Geschichte ist rasant und entwickelt sich schnell. Gut könnte ich mir einen Nachfolgeband vorstellen, den ich auf jeden Fall auch wieder lesen würde!


roccosmom hat insgesamt 134 Rezensionen angelegt.


Guter Thriller aber mehr nicht

08.11.2010 Bewertung:  3 suse9 vergibt 6 von 10 Punkten

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Nur einen Augenblick taucht die riesige Pyramide zwischen den Wolkenbergen auf. Doch dieser reicht aus, um Lucas Interesse zu wecken. Von einem Trugbild geht er nicht aus, auch wenn es unwahrscheinlich scheint, dass so ein offensichtlich von Menschenhand erschaffenes Bauwerk hier auf den Gipfeln des Himalaya, den nur talentierte Bergsteiger erklimmen können, existiert. Kaum in seiner Heimat zurück, beginnt er mit Nachforschungen und niemand hält ihn von einer erneuten Reise nach Tibet und Suche nach diesem Mysterium zurück. Dabei merkt er nicht, dass er längst ins Visier des chinesischen Sicherheitsdienstes geraten ist.

Es ist nicht so einfach, für \"Der Wolkentempel\" eine Rezension zu schreiben. Mir hat das Buch gut gefallen. Es gab Spannung, wo es spannend sein sollte, Geheimnisse, wo sie passten, Action, die nicht so aufgesetzt wirkte, und der Roman war auch einfach und verständlich geschrieben. Dennoch fehlt ihm etwas, was relativ schwer zu benennen ist - das I-Tüpfelchen so zu sagen. Der Autor beschreibt die rauen Berge Tibets so anschaulich, dass ich die Anstrengung der Bergsteiger spüren kann. So ist es umso unglaubwürdiger, dass ihre ungeschulten Verfolger sie ebenfalls nahezu ohne eine Schramme bewältigen können. Wenn zu Beginn des Romans ein Spannungsbogen aufgebaut wurde, der es mir kaum erlaubte, das Buch wegzulegen, hatte ich im Weiteren das Gefühl, dass Handlungsstränge teilweise zu oberflächlich verfolgt, Zusammenhänge zu wenig dargestellt wurden. Einiges blieb für mich sogar völlig unaufgeklärt. Der Schluss war dann auch nicht genug ausgearbeitet. Er war hastig und lieblos dargestellt. Vielleicht wollte der Autor seinem Leser keinen zu dicken Wälzer vorlegen, um ihn nicht zu überfordern. Für mich hätte es ein bisschen ausführlicher sein können, denn das Thema war ein interessantes und die Geschichte spannend.

Alles in allem ist \"Der Wolkentempel\" ein guter Thriller, spannend und einfach zu lesen, ohne jedoch eine große Herausforderung darzustellen.  Hollywood wird schon was daraus machen.


suse9 hat insgesamt 12 Rezensionen angelegt.


Abenteuer zwischen Natur und Kultur

11.11.2010 Bewertung:  4 Toschi3 vergibt 8 von 10 Punkten

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Die Bergsteiger Luca und Bill entdecken auf einer Tour in Tibet eine rätselhafte Bergpyramide. Kaum wieder zu Hause, bereitet Luca eine neue Tour vor - zu dieser Pyramide.

In Tibet: ein kleiner Junge, Babu, soll als Nachfolger des Panchen Lama ausgerufen werden, des obersten Glaubensführer nach dem Dalai Lama. Der Chinesische Geheimdienst versucht, dieses mit aller Macht zu verhindern und ihren eigenen Nachfolger zu inthronisieren.

Auf dem Weg zur Bergpyramide, dem Wolkentempel, kreuzen sich die Wege aller. Es kommt zu einem spannenden Wettlauf um das Leben des Jungen und das Schicksal Tibets.

 

Der Roman von Patrick Woodhead ist eine spannende Mischung aus Abenteuerroman und Thriller. Nach der Einführung, in der ein junger Mönch die Zerstörung seines Klosters im Rahmen der Kulturrevolution durch die Chinesen miterleben muss, berichtet der Autor aus drei verschiedenen Erzählperspektiven: die Geschichte der Bergsteiger, des jungen Babu und des chinesischen Geheimdienstes fließen im Lauf der Geschichte zusammen bis hin zu einem spannenden Finale.

 

Die Geschichte ist spannend erzählt. Zu keiner Zeit fällt es schwer, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, etwas mehr Tiefgang wäre für die bessere Nachvollziehbarkeit einiger Entscheidungen wünschenswert.

 

Der Schreibstil des Autors ist sehr gut. Die Sätze sind flüssig zu lesen, trotz der komplexen Geschichte muss sich der Leser nicht durch gestelzte Formulierungen quälen. Die Kapitel sind nicht zu lang, so dass die Spannung aufrecht erhalten bleibt. Da sich das Buch locker liest, hätte die Handlung etwas mehr ausgearbeitet sein können. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern wäre hier mehr mehr.

 

Fazit: ein spannender Abenteuerroman in einer fernöstlichen Umgebung. Dieses Buch ist eine Empfehlung für alle, die sich in das Ungewohnte begeben wollen.


Toschi3 hat insgesamt 81 Rezensionen angelegt.


Auf der Suche nach dem Pyramidenberg

29.03.2011 Bewertung:  4 augustmaus vergibt 8 von 10 Punkten

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Tibet : Die Tibeter werden durch die Chinesen unterdrückt, aber der Widerstand ist noch nicht gebrochen. Nach dem Tod des zehnten Panchen Lama - dem geistigen Führer der Tibeter - wird erstaunlich schnell in einem kleinen Jungen seine Reinkarnation gefunden. Es beginnt ein Wettlauf der Tibeter gegen die Chinesen um das Leben des Jungen.
Luca und Bill, beides leidenschaftliche Bergsteiger, entdecken auf einer Klettertour in Tibet zufällig einen von einem Bergring umgebenen Pyramidenberg. Zurück in England lässt Luca das Bild des mysteriösen Berges nicht los und er überredet Bill zu einer neuen Expidition um diesen zu finden und zu besteigen. So kreuzen sie zufällig den Weg von Shara und mit dieser Begegnung verknüpfen sich die Schicksale von Babu, dem erlften Panchen Lama, Bill, Luca und auch Shara ...

Als Thriller würde ich dieses Buch nicht unbedingt beschreiben, auch wenn es durchaus die ein oder andere \"eklige\" Szene gibt, jedoch ist es ein spannenden Abenteuerroman. Man merkt, dass der Autor selbst ein Abenteurer ist. Er versteht es, die Personen insbesondere Luca und Bill für den Leser lebendig zu machen und die Strapazen der Klettertouren zu beschreiben. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Patrick Woodhead weiß, wovon er schreibt, auch wenn er das Leben der Menschen und die politischen Umstände in Tibet beschreibt.

Wie es sich gehört, gibt es im Roman die Bösen und die Guten, aber dennoch, wie es in der Wirklichkeit nunmal ist, zeigt sich, dass es auf jeder Seite auch Ausnahmen gibt. Das macht das Ganze glaubwürdig, die Personen menschlich.

Fazit : Ein spannender Abenteuerroman in einer etwas ungewöhnlichen Umgebung mit glaubhafter Handlung. Das Buch hat mir gut gefallen.


augustmaus hat insgesamt 8 Rezensionen angelegt.


Der Wolkentempel

02.08.2011 Bewertung:  4 Themistokeles vergibt 8 von 10 Punkten

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Der Roman \"Der Wolkentempel\" beginnt mit einem Angriff auf ein buddhistisches Kloster in mitten eines Gebirges in Tibet. Ein junger Mönch namens Regas wäre den chinesischen Truppen beinahe entkommen, jedoch wurde er doch noch erwischt und musste die Zerstörung des Klosters mit ansehen, was auch das letzte war, was er in seinem Leben sah, da die Chinesen ihn blendeten.

Die weitere Geschichte setzt Jahre später ein und läuft in drei Handlungsträngen. Zum einen handelt er von den zwei britischen Bergsteigern Luca und Bill, die bei dem Versuch einen der Berge des Himalaya, den Makalu, zu bezwingen gescheitert sind, da Bill Probleme bekommen hatte. Kurz vor dem Abstieg hatte Luca einen merkwürdigen Berg gesehn, welcher sich in sein Gedächtnis eingebrannt hat. In einem anderen Handlungsstrang versuchen tibetische Mönche die Reinkarnation des Panchen Lama vor den chinesischen Truppen zu verstecken, da dies die endgültige Einnahme Tibets durch die Chinesen verhindern soll. Der letzte Handlungsstrang beschäftigt sich mit den chinesischen Einsatzkräften welche sich auf der Suche nach der Reinkarnation des Panchen Lama befinden. Zu diesen Truppen gehören der eiskalte Hauptmann Zhu und der Offizier Chen.

Wieder in London angekommen, lässt der Berg, den er gesehen hat, Luca nicht mehr los und er stellt weitere Nachforschungen an und reist mit Bill erneut nach Tibet um den Berg ausfindig zu machen und zu besteigen. In Tibet angekommen setzen sie sich mit einem alten Bekannten zusammen, der ihnen hilft, zu ihrem Unglück jedoch haben die Chinesen den Tipp bekommen, dass ausländische Bergsteiger die Reinkarnation des Panchen Lama verstecken und folgen Luca und Bill. Diese sind derweil in der Nähe des gesuchten Bergmassivs angekommen und treffen dort auf eine mysteriöse Frau, Shara, die ebenfalls das Massiv erklimmen will.

 

Das Buch ist im Allgemeinen sehr gut geschrieben und es ist sehr gut gemacht, wie sich die erst sehr unabhängig voneinander verlaufenden Handlungstränge. Die auch nicht unbedingt zusammengehörig erkannt werden, immer mehr zusammenlaufen und verschiedene, erst unwichtig erscheinende Komponenten dann doch noch einen wichtigen Bestandteil in der Geschichte aufnehmen. Insbesondere der Prolog ist einer der Teile der zunächst als ziemlich unabhängig erscheint, dann aber doch noch eine mehr als relevante Rolle spielt.

Auch der Schreibstil ist sehr gut, da sich das gesamte Buch sehr schön flüssig herunterlesen lässt und man auch oft gar nicht aufhören mag, da es dem Autor auch einige Male gelingt, dass er die Kapitel so beendet und so geschickt durch andere Handlungsstränge unterbricht, dass man dringen wissen will, wie es weiter geht.

Das Ende, wenn teilweise auch vorhersehbar, wie es die Enden von Büchern häufig sind, bietet jedoch noch einige Überraschungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte und trotzdem sehr passend waren.

Alles in alle hat mir das Buch überraschend gut gefallen. Die Charaktere waren zwar teilweise nicht besonders tief aufgebaut, jedoch konnte man sich zu genüge ein Bild von ihnen machen, dass reichte um ihr verhalten gut verstehen zu können. Auch bleiben manche Dinge relativ oberflächlich und werden nicht so recht tiefgängig, was jedoch der Atmosphäre des Romans und dem Verständnis keinen Abbruch tut und zudem erfährt man, wenn man sich noch nicht intensiv mit dem Thema Buddhismus und Tibet-Konflikt auseinandergesetzt hat, viele interessante Dinge in diese Richtung und auch wenn man sich damit auskennt, können neue, interessante Fakten auftreten.


Themistokeles hat insgesamt 66 Rezensionen angelegt.


Klischeeüberladen

21.09.2011 Bewertung:  2 Nazena vergibt 4 von 10 Punkten

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Luca und Bill sind Bergsteiger. Bei einer klettertour in Tibet sieht Luca knapp vor der Gipfelbesteigung einen pyramidenförmigen Berg. Wieder in England, versucht er mehr herauszufinden, doch auf allen Satelittenkarten ist die Region wolkenverhangen. Neugierig reisen die beiden wieder nach Tibet und in das Tal. Dabei stoßen sie auf ein uraltes Kloster, dass auf die Reinkarnation ihres geistigen Oberhauptes wartet. Die Chinesen haben aber ihre eigenen Kandidaten und scheuen vor nichts zurück. . .

Die Landschafts- und Bergbeschreibungen in dem Buch sind sehr malerisch, storytechnisch bin ich aber ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Das Buch ist weder besonders aufregend, noch spannend oder anspruchsvoll zu lesen. Bei dem Thema hätte ich etwas buddhistische Philosophie erwartet, aber es wurde nichts dergleichen angesprochen. Außer das die beiden Protagonisten endlos durch die Berge kraxeln, passiert im Grunde genommen nichts. De Schemaverteilung ist stereotypisch: böse Chinesen, verfolgte Tibeter mit einem weltbewegendem Geheimnis . . . nichts, was man nicht schon mal gelesen hätte.


Nazena hat insgesamt 88 Rezensionen angelegt.


Gute Balance zwischen Inhalt und Anspruch

24.02.2012 Bewertung:  4 rumble-bee vergibt 8 von 10 Punkten

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Nach der Leseprobe war ich noch skeptisch, muss dies nun aber revidieren. Ich fand das Buch überraschend gut, flüssig und routiniert geschrieben.

Eine Vermutung hat sich bestätigt. In der Tat liegt der Hauptakzent der Handlung auf den beiden Bergsteigern Luca und Bill. Sie wollen eigentlich \"nur\" einen geheimnisvollen Berg in Tibet besteigen, und geraten dabei mitten in eine politisch sowie religiös brisante Situation. Denn erstens befindet sich ausgerechnet auf diesem Berg das letzte geheime Kloster Tibets, und zweitens soll dort der gerade erst entdeckte Panchen Lama vor den Chinesen versteckt werden.

Mir hat es gefallen, dass sie nur zufällig mit diesen brisanten Themen konfrontiert werden, und von sich aus gar keine politische oder religiöse Motivation hatten. So wird für den Leser sehr gekonnt eine Balance gehalten zwischen Inhalt (Bergsteiger-Handlung) und Anspruch (die Jagd auf den Panchen Lama). Es wirkt wesentlich glaubhafter, zwei \"neutrale\" Menschen damit konfrontiert zu sehen - ihr eigener Zweifel und ihr Unverständnis spiegeln das des Lesers.

Die Grundidee des Buches hat mich also schon einmal überzeugt. Wie stand es nun mit dem Plot und Spannungsaufbau? Hier kann ich nur ein Wort verwenden, das ich schon weiter oben angeführt habe: routiniert. In beinahe süchtig machender Weise werden die Handlungsstränge um die Bergsteiger einerseits und die chinesischen Verfolger andererseits miteinander verflochten, mit zunehmendem Tempo. Beinahe ist dies aber wieder ein Nachteil, weil man sich bei genauem \"Hinlesen\" die weiteren Verstrickungen schon fast \"ausrechnen\" kann. Doch vielleicht ist dies nur ein persönlicher Eindruck von mir als - ebenso routiniertem - Vielleser.

Wie steht es mit den Charakteren? Hier muss ich zum ersten Mal meine Bewertung im Mittelfeld ansiedeln. Man merkte doch sehr deutlich, dass der Autor sich mit dem Thema \"Bergsteigen\" am besten auskennt, und diese beiden Charaktere, Bill und Luca, sind dementsprechend am \"rundesten\" ausgefallen. Sehr gut gefallen hat mir auch die Nebenfigur des Restaurantbesitzers, René! Ferner: Die Chinesen sind \"die Bösen\", die Tibeter \"die Guten\". Allerdings hat der Autor dies dadurch auszugleichen versucht, dass er innerhalb der beiden Lager, Chinesen sowie Tibeter, Spaltungen hat auftreten lassen. Bei den Chinesen stehen sich der grausame Hauptmann Zhu und Lieutenant Chen gegenüber, der dem Leser schon gleich zu Beginn als Zweifler vorgeführt wird. Und richtig, später wird er einem der Bergsteiger helfen. Im Lager der Tibeter, der Mönche, gibt es auch eine Spaltung. Der alte Abt des Klosters steht für die wahren religiösen und spirituellen Werte, wohingegen Rega, der in seiner Jugend von den Chinesen gefoltert wurde, eher hasserfüllt und auf Rache fixiert ist. Dies wird gegen Ende des Buches in einer Revolte auf die Spitze getrieben, deren Ausgang ich hier nicht verraten möchte.

Kommen wir zur Atmosphäre, womit ich vor allem Lokalkolorit und das Kloster in den Bergen meine. Wiederum fällt meine Bewertung teils-teils aus. Die Handlung, die im Landesinneren, also in Lhasa und unterwegs, spielt, ist sehr überzeugend gelungen; man merkt, hier war der Autor vermutlich schon selbst, oder hat sich berichten lassen. Der Handlung im Kloster allerdings haftet ein wenig das Mystische und Verklärte an; hier konnte der Autor wohl nur vermuten. Nach allem, was ich über Buddhismus und tibetische Klöster weiß, kann ich nur sagen, das manches leidlich wahrscheinlich ist.

[ACHTUNG, SPOILER] Leider, leider muss ich zum eigentlichen Kern der Handlung, der Idee des \"Schatzes\", sagen, dass dies historisch definitiv Humbug und aus der Luft gegriffen ist. Zu Buddhas Lebzeiten wurde NIE etwas aufgeschrieben, dies geschah erst 500 Jahre später! und der \"8fache Pfad\" ist nicht etwa ein Konglomerat von Büchern, sondern einfach der ausformulierte Kern der buddhistischen Lehre; in etwa vergleichbar mit den 10 Geboten oder der Bergpredigt. Vermutlich kann man das überlesen, da es sich \"nur\" um einen Thriller handelt, aber mich hat es schon ein wenig geärgert. [SPOILER ENDE]

Zu Schreibweise und Sprache. gut, dies war ein Thriller, und bei solchen Büchern erwartet man wohl seltener schöne Sprache oder längere Beschreibungen. Dennoch, ein wenig \"knapp\" fand ich die Ausdrucksweise schon. Immer stur an der Handlung entlang, gerade mal ein oder zwei weiterführende Absätze oder Betrachtungen. Ich empfand die Ausdrucksweise eben als sehr \"zupackend\", und es wird wohl eine Frage dessen sein, was man in einem Thriller erwarten darf, und ob man Thriller gewöhnt ist oder nicht. Als reiner Roman-Leser hätte ich hier vermutlich einen Punkt abgezogen.

Mein Fazit fällt dennoch insgesamt positiv aus, da ich das Buch innerhalb von zwei Tagen problemlos verschlungen habe, und mich gut unterhalten fühlte. Wie gesagt, als reiner Thriller - top, als Roman - mittel bis gut.


rumble-bee hat insgesamt 76 Rezensionen angelegt.


 
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