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Krimi/Thriller: Schafkopf: Kriminalroman
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Titel:      Schafkopf: Kriminalroman
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1473
Autor:      Andreas Föhr
ISBN-10(13):      3426663988
Verlag:      Knaur HC
Publikationsdatum:      2010-09-10
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      448
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Einmal gelesen, innen sauber, aber deutlichere Spuren am Einband, Buch in sich minimal krumm, das versuchen wir, durch gute Lagerung wieder abzustellen, Schnitte leider etwas angestaubt und minimal fleckig.
   


Rezensionen
Tiefe Abgründe im beschaulichen Mangfalltal

23.07.2010 Bewertung:  4.5 antjemue vergibt 9 von 10 Punkten

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Vor längerer Zeit bewarb ich mich bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur als Testleserin. Eine Antwort auf die Bewerbung erhielt ich nicht. So hatte ich das eigentlich schon abgeschrieben. Umso erfreuter war ich, als Mitte Juli ohne vorherige Ankündigung ein Päckchen mit dem Kriminalroman


„Schafkopf“


von Andreas Föhr und einem Schreiben des Verlages bei mir eintraf.


Es passte gut, dass ich gerade mit einem anderen Buch aus dem Genre Fantasy fertig war und davon wieder ein bisschen Abstand brauchte. Da kam mir ein Krimi gerade recht und ich begann sofort zu lesen:


In einem kleinen bayrischen Ort am Tegernsee – man sollte ja eigentlich denken, dort ist die Welt noch in Ordnung – geschehen eigenartige Dinge. Da wird einem jungen Mann im Beisein eines sich gerade erbrechenden Polizisten der Kopf weggepustet. Junge Burschen verprügeln ihre Freundinnen und Anwälte verdienen besseres Geld als Dachziegelverkäufer…


Der Kriminalroman beginnt mit einem Prolog. Wir schreiben den 15.06.2007 abends. Ein Rechtsanwalt erhält von seinem Schwiegervater eine Tasche, deren Inhalt sehr gehaltvoll ist. Zur gleichen Zeit spielen in einem Wirtshaus im Mangfalltal vier der später immer wieder auftauchenden Protagonisten eine Partie Schafkopf, während die beste Freundin der Lebensgefährtin des Wirtes heimlich die Vorbereitungen zur Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund trifft.


Im ersten von insgesamt 70, relativ kurz gehaltenen, Kapiteln befinden wir uns dann in der Gegenwart, welche am 4. Oktober 2009 beginnt. Hier geschieht der Mord an Stanislaus Kummeder, der mir aus dem Prolog schon als der gewalttätige Freund der flüchtenden Kathi Hogmüller bekannt war. Unmittelbar nach dem Mord beginnen die Ermittlungsarbeiten und ich lerne nach und nach weitere Protagonisten kennen.


In der Folge wechselt der Autor immer wieder genau im richtigen Moment die Schauplätze. Dazu verwendet er in allererster Linie Zeitsprünge und konzentriert sich dabei im Wesentlichen auf drei Zeiträume. Die gegenwärtigen Ermittlungen, die Nacht des besagten 15.06.2007 und Ereignisse, die Wochen und Tage vor dem 4. Oktober 2009 geschahen. Damit ich als Leser auch wirklich immer gleich weiß, wo ich mich gerade befinde, steht dann am Anfang des Kapitels Datum und Uhrzeit. Dass und wie sehr die Ereignisse zusammenhängen, erfahre ich als Leser nur häppchenweise und erlebe dabei auch die eine oder andere Überraschung.


In einem sehr bildhaften, flüssigen Schreibstil werde ich als Leser durch das Geschehen geführt. Ich kann mir dabei sowohl die handelnden Figuren, als auch die jeweilige Umgebung, in der sie sich gerade befinden, sehr deutlich vorstellen. Erzählungen und Beschreibungen sind auch in ordentlich deutscher Sprache verfasst. Dialoge dagegen oft in bayrischem Dialekt, der je nach Protagonist, mehr oder weniger ausgeprägt ist. Anfangs war das für mich, genau wie die typisch bayrischen Namen, ein wenig befremdlich, doch nach der Einlesephase gehörte es dann regelrecht dazu und machte mir den regionalen Bezug beim Kopfkino nur noch deutlicher.


Damit es dem Leser nie langweilig wird, lässt sich der Autor einiges einfallen. So tauchen, neben dem scheinbar lüsternen Opa des Chefs der SoKo, auch eine Kräuterhexe und ein Medium auf. Man könnte fast sagen, dass jedes Klischee bedient wird. Aber das brachte Abwechslung und war auch nur ein kurzes Zwischenspiel. Die zwischenmenschlichen Belange der Ermittler, Täter und Opfer, die immer wieder gekonnt verwoben wurden, halfen beim Verstehen von Motivationen und sorgten für unerwartete Wendungen in dem am Ende sehr schlüssigen Krimi.


Lediglich eine Hauptperson kam - meiner Meinung nach - in der Charakterisierung etwas zu kurz weg. Nicht dass es für die Handlung wirklich wichtig gewesen wäre, aber wenn es um den Polizisten Kreuthner ging, hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass hier vom Autor etwas vorausgesetzt wird, was für mich als Leser nicht hundertprozentig greifbar ist.


Einen aufklärenden Hinweis dazu fand ich bereits im Buch, später dann auch bei meinen Recherchen im Netz. Kreuthner scheint eine entscheidende Rolle im ersten Roman des Autors „Der Prinzessinnenmörder“ zu spielen. Allerdings hat mich dies jetzt eher neugierig gemacht, als dass es mich ernsthaft stören würde.


Insgesamt empfand ich den Krimi „Schafkopf“ als eine sehr angenehme und empfehlenswerte Unterhaltungslektüre.


Über den Autor Andreas Föhr las ich sowohl auf dem Buchumschlag, als auch auf der Knaur Verlagsseite im Internet, dass er 1958 geboren wurde, in Haar bei München lebt, verheiratet ist und keine Kinder hat. Bevor er sich 1991 dem Schreiben widmete studierte er Jura, promovierte und arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt.


Andreas Föhr verfasst erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen, Schwerpunkt ist dabei der Bereich Krimi. Als Referenzen sind „SOKO 5113“, „Ein Fall für zwei“ und „Der Bulle von Tölz“ genannt.

 

„Schafkopf“ ist bereits sein zweiter Kriminalroman. Das Debüt „Der Prinzessinnenmörder“ wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.


Knaur Verlag 2010
ISBN 978-3-426-66398-1
447 Seiten
Als broschierte Ausgabe ab September 2010 im deutschen Buchhandel für 14,95 € erhältlich.


Leseprobe: http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-66398-1/index.html


antjemue hat insgesamt 45 Rezensionen angelegt.


 
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