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Krimi/Thriller: Der Wald ist Schweigen
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Titel:      Der Wald ist Schweigen
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1347
Autor:      Gisa Klönne
ISBN-10(13):      3548263348
Verlag:      Ullstein
Publikationsdatum:      2006-09-13
Edition:      5
Number of pages:      400
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Der Wald ist Schweigen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein Tatort wie inszeniert: der Ermordete liegt, von Krähen schon zerfressen und entstellt, nackt auf einem Hochsitz, mitten im waldreichen Bergischen Land. „Wenn sie die Augen schließt, glaubt sie die Angst des Toten noch zu fühlen, ein rasendes, irrlichterndes Aufbegehren.“ Für Judith Krieger, Kölner Kommissarin mit Kummer in Job und Liebe wird es eine harte Nuss.

Das ist sicher immer ein Risiko: verschiedene Schauplätze, das Hin- und Herspringen, die Parallelführung verschiedener Handlungsfäden und schließlich das Zusammenführen, der Höhepunkt, der Schlusspunkt. Da muss das Mosaik stimmig sein. Und es ist stimmig! Gisa Klönne meistert dies zielstrebig und schafft noch mehr: da ist und bleibt nicht nur über 360 Seiten ein wirklich überzeugender Spannungsbogen, da entwickelt sich nicht nur eine Geschichte, deren Sinn und Gehalt Hand und Fuß hat, sondern es erwachsen aus dem Krimi ansehnliche Porträts von Menschen. Über die, besonders Frauengestalten, sagt die Autorin aus Köln viel, nicht immer in fließender, klarer oder besonders auffälliger Sprache, im Gegenteil, oft sind die Sätze kurz, unscheinbar, wie schnell und hastig dahin gesprochen und aufgeschrieben, um sie bloß nicht zu vergessen. Dennoch werden die Bilder dieser Frauen sehr präzise und scharf, eindrucksvoll und überzeugend.

Da ist die Kommissarin, die früher „ein echter Knaller“, mit „Killerinstinkt“ war, die mit ihrem Kollegen vor zwei Jahren den Dienst tauscht und hilflos miterlebt, wie dieser beim Einsatz in eben jener Nacht erschossen wird. Parallel trennt sich ihr Freund von ihr, weil Menschen bei der Polizei nun mal stets keine Zeit fürs Private haben. Dann ist da Diana Westermann, von manchem alten Hasen in ihrer leitenden Stellung als junge Försterin beneidet. Mitten im Wald lebt sie mit Hund Ronja allein, erhält anonyme Anrufe, fühlt sich verfolgt und beobachtet. Und schließlich Laura, das junge Mädchen, das in einem Yoga- Ashram ganz in der Nähe des Tatortes wohnt, verkorkstes Elternhaus, unglücklich verliebt und sehr beeinflussbar. „Eine schreckliche Angst hat von ihr Besitz ergriffen, seitdem diese Kommissarin den Toten ... beschrieben hat. Eine Panik, die ihr die Kehle zuschnürt.“

Ein Krimi, der wirklich flott zu lesen ist, atmosphärisch eine Menge heraufbeschwört und eine Geschichte mit Klasse hat. Vor allem aber: hier kommt eine echte und ernst zu nehmende Konkurrenz zu allen wohlbekannten Crime-Profis aus dem skandinvischen Norden. --Barbara Wegmann

   


Rezensionen
Tod im Hochsitz

24.05.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Ihre morgendliche Laufrunde führt die junge Försterin Diana Westermann zum Erlengrund. An einem Hochsitz wundert sie sich über einen Schwarm Krähen. Um nach dem Rechten zu sehen, steigt sie die Leiter empor und entdeckt dort eine von den Krähen bereits stark angefressene blonde Männerleiche.

Die Kölner Kriminalpolizei wird in das entlegene Tal im Bergischen Land gerufen, um dort mit der Spurensicherung und den Ermittlungen zu beginnen. Die Kommissarin Judith Krieger soll gemeinsam mit Manni Korzilius die Identität des Opfers klären und nach dem Täter fahnden. Für Judith Krieger ist dieser Fall die letzte Chance wieder an ihre früheren Ermittlungserfolge anzuknüpfen. Denn bei einem Polizeieinsatz vor zwei Jahren verlor sie ihren besten Freund und Kollegen Patrick. Dieser war ganz spontan für sie eingesprungen, da sie selbst damals mit einer Erkältung kämpfte. Bei diesem Einsatz, der ja eigentlich ihr eigener gewesen wäre, wurde Patrick getötet. Schuldgefühle und Erinnerungen quälen die Kommissarin seitdem und nun soll sie ihrem Chef beweisen, dass sie ihrem Beruf noch gewachsen ist.

Judith Kriegers Ermittlerinstinkt lässt sie den Täter innerhalb der näheren Umgebung des Tatorts vermuten. Sie konzentriert sich deshalb auf das Revier der Försterin und stösst dort auf den \"Sonnenhof\". Dieser Hof ist ein Ashram. Gäste und Dauerbewohner leben hier in einer offenen Gemeinschaft und besuchen Yoga-Stunden und Meditiationskurse. Doch niemand scheint hier das blonde Opfer aus dem Hochsitz zu kennen.

Nach der Identifizierung des Toten ermittelt Manni Korzilius jedoch ganz klassisch im Verwandtenkreis des Toten. Bald kommt es zu ersten Erfolgen. Judith Krieger ist damit allerdings nicht zufrieden, denn ihr Instinkt führt sie immer wieder ins Schnellbachtal. Doch bei ihren eigenen Ermittlungen unterlaufen ihr Fehler und so wird sie vom Fall abgezogen und beurlaubt.

Zu Hause wird Judith Krieger von der völlig verängstigten Försterin angerufen. Denn diese fühlt sich bedroht und ständig beobachtet. Obwohl Judith Krieger beurlaubt ist, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln und bald wird eine weitere Leiche im Tal gefunden.

 

Meine Meinung

 

Aus der Erzählperspektive verfolgt man mehrere Handlungsstränge. Judith Kriegers Schuldgefühle, daraus resultierende Alpträume und ihre Ermittlungsarbeit bilden einen großen Teil der Handlung. Auch die zunächst nicht sehr harmonische Teamarbeit der Ermittler Krieger und Korzilius wird geschildert.

Es gelingt der Autorin hervorragend ihre Spuren zu legen. So wird man in das entlegene Tal der Försterin Diana entführt und kann förmlich die Augen des heimlichen Beobachters spüren, der sie in Angst und Schrecken versetzt. Gerade in diesem Teil der Erzählung kann man das Schweigen des Waldes nachempfinden und eine beängstigende Spannung macht sich breit. Hat der Täter sich etwa vertan und sollte vielleicht die ebenfalls blonde Försterin sein Opfer sein?
Doch auch im Ashram geht es nicht mit rechten Dingen zu und eine merkwürdige Stimmung ist dort zu spüren. Auch die Bewohner und ihre einzelnen Schicksale geben Rätsel auf. Stück für Stück kommt das Leben des Toten vom Hochsitz ans Tageslicht und das könnte ebenfalls ein Mordmotiv sein. Die unterschiedlichen Handlungsfäden laufen langsam zusammen und lassen am Ende ein überzeugendes Gesamtbild entstehen.

Ich empfand die Handlung als spannend und den Schreibstil der Autorin sehr flüssig. Deshalb hatte ich auch keine Schwierigkeiten der Erzählung zu folgen. Allerdings konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen, da ich die Zusammenhänge unbedingt erfahren wollte.

Die Protagonisten der Handlung sind detailliert mit allen Fehlern und Schwächen beschrieben. Obwohl mir die Kommissarin Judith Krieger zunächst nicht sehr sympathisch war, da mich ihr schlampig beschriebenes Äusseres und auch ihre Nikotinsucht nervte. Doch innerhalb der Erzählung wuchs sie mir ans Herz und dann konnte ich ihr auch das ständige Drehen und Rauchen ihrer Zigaretten nachsehen.

Mir hat der erste Band dieser deutschen Krimiserie jedenfalls sehr gut gefallen und deshalb werde ich mit Sicherheit auch zu den Folgebänden greifen.


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