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Krimi/Thriller: Verstummt
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Titel:      Verstummt
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1205
Autor:      Karin Slaughter
ISBN-10(13):      3442372216
Verlag:      Blanvalet
Publikationsdatum:      2009-12-08
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      528
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
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Beschreibung:      Product Description
Verstummt
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Nachbarin von Michael Ormewood war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Sonst nämlich wäre sie wohl kaum auf den pathologischen John Shelley getroffen, die den zwielichtigen Polizisten vom Atlanta Police Departement für sein ganzes verpfuschtes Leben verantwortlich macht. Jahrelang hat John wegen des Mordes an der fünfzehnjährigen Mary Alice Finney hinter Gittern gesessen, den er im Drogenrausch begangen haben soll, hat sich verhöhnen und unter den gefangenen Vergewaltigern und Pädophilen der Anstalt hin und her reichen lassen. Jetzt sieht er seine Chance gekommen. Denn die Nachbarin überrascht John, als er in Michaels Ormewoods Wohnung einbricht, und stürzt tödlich, als dieser sie verfolgt. Also schneidet John der toten Frau die Zunge heraus -- genauso, wie es der Mörder von Mary Alice Finney getan hat. Oder, genauer, fast genau so: Denn dem Mädchen war damals die Zunge herausgebissen worden, damit sie nicht mehr reden konnte...

Immer enger zieht Besteller-Autorin Karin Slaughter in Verstummt die Schlinge in ihrer Geschichte um den wahren Täter -- wobei bis zum Schluss unklar bleibt, welche Rolle John Shelley und Michael Ormewood in dem grausigen Schauspiel spielen. Aber Special Agent Will Trent und die Polizistin Angie Polanski, die Ormewood hasst und auf den Fall angesetzt ist, bringen schließlich die Wahrheit ans Licht, wobei letztere sich in tödliche Gefahr begibt.

Schier unerträglich ist dabei das schreckliche Schicksal fast aller Protagonisten in Slaughters Roman, in dem es von brutalen und drogensüchtigen Eltern, Schicksalen in Waisenhäusern und sexuellen Missbrauchsfällen nur so wimmelt. Hartgesottene Leser aber kommen in Verstummt garantiert auf ihre Kosten. Denn Slaughters Buch ist harte, aber gute Thriller-Kost: spannend bis zur letzten Seite -- und einfach gut geschrieben. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de

   


Rezensionen
Ohne Zunge kann man nicht sprechen

21.03.2010 Bewertung:  5 antjemue vergibt 10 von 10 Punkten

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Die amerikanische Autorin Karin Slaughter (geb. 1971) aus Atlanta überzeugte mich bislang ja schon mit ihrer mittlerweile 6-teiligen Grant County Reihe und der kleinen Thrillerparodie „Unverstanden“ von ihrer Vielseitigkeit. Als ich im vorigen Jahr von ihrem Buch „Verstummt“ erfuhr, welches wohl der Auftakt zu einer neuen Serie ist, war das natürlich ebenfalls ein Fall für meine Merkliste. Da ich jedoch immer genügend Lesestoff vorrätig habe, wollte ich nicht die teure gebundene Ausgabe kaufen, sondern wartete auf das Taschenbuch.

Eigentlich war ich Anfang Dezember ja auch nur in der Thalia-Buchhandlung um ein Geschenk zu kaufen. Als ich jedoch die druckfrischen Taschenbücher liegen sah, die auch noch mit einem Magnetlesezeichen versehen waren, konnte ich einfach nicht vorbei gehen und machte auch mir selbst wieder einmal ein Buchgeschenk. Da ich auch gerade wieder mit einem anderen Buch fertig war, stellte ich das, von mir schon bereit gelegte, Neue zurück ins Regal und zog „Verstummt“ einfach vor.

===Der Mörder beißt die Zungen ab===

Detective Michael Ormewood vom Atlanta Police Department wird zu einem Mordschauplatz in den Grady Homes – einem verrufenen Viertel mit Sozialwohnungen - gerufen. Die Prostituierte Aleesha Monroe wurde auf brutalste Weise ermordet. Es ist schon schlimm, die tote Frau so übel zugerichtet liegen zu sehen, als ihm sein Kollege Leo dann auch noch einen Beweisstückbeutel zuwirft, der die abgebissene Zunge des Opfers enthält, wird ihm regelrecht schlecht.

Special Agent Will Trent, wird als Berater zu den Ermittlungen hinzu gezogen. Vor einigen Monaten gab es bereits zwei Vorfälle, in denen Opfern von einem schwarz maskierten Mann die Zunge abgebissen wurde. Alles deutet daher auf einen Serienmörder hin. Ormewood muss notgedrungen mit Trent zusammen arbeiten. Doch auch die verdeckte Ermittlerin des Sittendezernates - Angie Polaski – kann wertvolle Hinweise liefern…

===Die Hauptfiguren===

Michael Ormewood ist Mitte 40, verheiratet und Vater eines behinderten Sohnes. Doch die Ehe ist nicht mehr glücklich und die Schwiegermutter auch ganz klar gegen ihn. Daher ist er auch hin und wieder „handwerklich“ bei der Nachbarin zu Gange, mit schlechtem Gewissen, versteht sich.

GBI Special Agent Will Trent, der Ormewood als Berater zugeteilt wird, kommt erst einmal als komischer Kauz daher. Total verschlossen, groß, schlaksig und von Narben übersät. Ormewood ist von der Einmischung des Agenten nicht begeistert, fügt sich jedoch widerwillig.

Angie Polaski, Ormewoods ehemalige Kollegin bei der Sitte, arbeitet derzeit bei den Huren am Tabakladen als verdeckte Ermittlerin. Ormewood und sie haben keineswegs ein gutes Verhältnis zueinander, trotzdem ist sie bereit, ihm im Fall der ermordeten Prostituierten Aleesha Monroe zu helfen. Als sie und Trent das erste Mal in Gegenwart von Ormewood zusammentreffen, gibt es keinerlei Anzeichen, dass sie sich bereits kennen.

John Shelley wurde vor 20 Jahren für den Mord an der damals gleichaltrigen Mary Alice Finney verurteilt. Er wurde vor kurzer Zeit aus dem Gefängnis entlassen und arbeitet seit 2 Monaten sehr fleißig in einer Autowaschanlage. Er möchte sich einen eigenen Fernseher kaufen und hat tierische Angst vor einer Ablehnung seines Kreditantrages. Doch welch Wunder, nach Erhalt der Kreditauskunft wandelt sich das Verhalten des Verkäufers zu einer ungewöhnlichen Höflichkeit. Ihm wird sogar der teuerste Apparat angeboten. John ist so verunsichert, dass er von einem Kauf erst einmal ganz Abstand nimmt. Da ihm die ganze Angelegenheit jedoch keine Ruhe lässt, besorgt er sich die Kreditauskunft und stellt fest, dass jemand anders mit seiner Identität arbeitet. Kurze Zeit später entdeckt er auch wer.

===Damals und heute===

Die Autorin bedient sich in ihrer flüssig zu lesenden, haarsträubenden Geschichte, nicht nur verschiedener Handlungsstränge, sondern auch verschiedener Zeiten.

So beginnt das Buch z. B. mit einem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1985. Die fünfzehnjährige Mary Alice Finney aus Decatur wurde von ihrer Mutter, die sie zum Kirchgang wecken wollte, brutal ermordet und verstümmelt aufgefunden. Danach springt die Autorin in die Jetztzeit - 21 Jahre danach - wo Detective Michael Ormewood zum Mordschauplatz von Aleesha Monroe gerufen wird. Später lässt sie immer wieder Zeitungsartikel des damaligen Falles oder andere Rückblenden in das Geschehen einfließen.

Anfangs waren die Zeitungsartikel und Rückblicke für mich sehr irritierend, da ich zu dem eigentlichen Geschehen noch keinerlei Zusammenhang entdecken konnte. Doch irgendetwas musste sich Karin Slaugther ja dabei gedacht haben, so nahm ich es erst einmal hin und las mich doch in relativ kurzer Zeit in das Buch ein.

Schnell faszinierte mich dann, wie die Autorin nicht nur mit den Zeiten – Gegenwart und Erinnerungen der Hauptpersonen – spielte, sondern auch mit mir als Leser. So lenkte sie gekonnt meine Sympathien und Antipathien. Sie spielte mir auch den einen oder anderen Streich bei Geschehnissen, in dem sie wichtige Kleinigkeiten im Vorfeld weg ließ und diese dann später dort offenbarte, wo sie mich echt verblüfften und alles in einem anderen Licht erscheinen ließen.

Die Hauptfiguren tragen alle ein mehr oder weniger großes Päckchen mit sich herum. Die Schicksale der einzelnen Charaktere sind teilweise so heftig, dass es erst einmal gar nicht so ins Auge fällt, dass die preisgegebenen Informationen nur von der einen Person noch nicht so lange zurückliegen. Als dann auch schon in der Mitte des Buches klar wird, wer das wirkliche Monster ist, will man es lange Zeit einfach nicht glauben.

Der Spannungsbogen wird davon jedoch in keiner Weise beeinträchtigt. Im Gegenteil, je mehr sich bei mir als Leser der Verdacht auf die bestimmte Person erhärtete, desto begieriger wollte ich dann auch wissen, wieso, weshalb, warum! Damit ist der Autorin meiner Meinung nach eine wirkliche Gratwanderung gelungen, denn andere Bücher mit der Bezeichnung Thriller habe ich allein aus diesem Grund als unspektakulär zur Seite gelegt. Hier musste ich einfach weiter lesen.

„Verstummt“ ist ein durch und durch spannender Thriller, der diesen Namen wirklich verdient. Er beleuchtet Abgründe der menschlichen Seele, die hinter biederen Fassaden verborgen sind und bringt Sympathien für Menschen hervor, die die meisten Leute zum Abschaum der Gesellschaft zählen würden. Die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt. Ein grandioser Mix aus Spannung, Manipulation, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit. Es gibt sehr brutale Stellen, teilweise wird von der Autorin auch die Fäkalsprache als Ausdrucksmittel verwendet. Dies schockiert zwar hin und wieder, ist aber an den Stellen durchaus passend.

Wer sehr zart besaitet ist, dem rate ich also die Finger davon zu lassen. Allen Thrillerfreunden jedoch spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus und hier und jetzt vergebe ich auch die Höchstpunktzahl.

Blanvalet Verlag 2009
Übersetzung: Klaus Berr
ISBN: 9783442372218
527 Seiten
Im deutschen Buchhandel als Taschenbuch für 9,95 € erhältlich. Die gebundene Ausgabe kostet 19,95 €.


antjemue hat insgesamt 45 Rezensionen angelegt.


 
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