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Krimi/Thriller: Wo die Zitronen blühen
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Titel:      Wo die Zitronen blühen
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      967
Autor:      Massimo Carlotto, Marco Videtta
ISBN-10(13):      3608502033
Verlag:      Klett-Cotta
Publikationsdatum:      2009-12
Edition:      2., Aufl.
Number of pages:      215
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
WO DIE ZITRONEN BLÜHEN
   


Rezensionen
Die unschönen Seiten Norditaliens

23.09.2009 Bewertung:  4 sassenach vergibt 8 von 10 Punkten

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Der Titel „Wo die Zitronen blühen“ und die Inhaltsangabe ließen mich eher ein Buch erwarten, das im Süden Italiens spielt. Doch die beiden Autoren beweisen eindrucksvoll, dass auch im Norden neben Zitronen ebenfalls Korruption und andere Verbrechen blühen, obwohl dieser wohlhabendere Teil Italiens gerne auf den Süden herabschaut.

Schauplatz ist ein italienisches Dorf, das von wenigen einflussreichen Familien beherrscht wird. Francesco Visentin gehört zu einer dieser Familien und er soll bald in die Anwaltskanzlei seines Vaters einsteigen. Dort arbeitet schon seine zukünftige Frau, die attraktive Giovanna. Doch dann kommt alles ganz anders als erwartet. Am Abend seines Junggesellenabschieds findet er Giovanna tot in der Badewanne – Mord – und ist zunächst Hauptverdächtiger. Gemeinsam mit Giovannas bester Freundin Carla versucht er den Mörder zu finden und landet tief im Sumpf der Korruption und gefährlicher Machtspiele.
 
Die beiden Autoren beschreiben deutlich, wie eng Industrie und illegale Organisationen miteinander verknüpft sind, wie groß der Einfluss dieser Organisationen auf Politik und Alltagsleben ist, welche Macht einzelne Familien besitzen. Manche Strukturen erinnern fast an die Verhältnisse im Mittelalter. Reich an Geld, aber anscheinend arm an moralischen Werten - zumindest in Bezug auf den beschriebenen Geldadel. Durch die Perspektive des anfangs noch etwas naiven Francesco erhält der Leser Einblick in die unschönen Seiten des Urlaubslandes Italien. Der Blick hinter die Fassaden ist sehr desillusionierend.
 
Sprachlich liest sich „Wo die Zitronen blühen“ sehr flüssig und das Ende des Buch war schnell erreicht. Über ein paar Seiten mehr hätte ich mich gefreut, denn manche Figuren blieben eher blass. Auf der anderen Seite hat „Wo die Zitronen blühen“ keinerlei Längen und fesselte mich bis zum Ende.
 
Ein spannender und Krimi, mit aktuellen Bezüge zu Politik und Gesellschaft, den ich bereits mehrfach weiterempfohlen habe. Auf weitere Werke des Autorenduos bin ich gespannt.


sassenach hat insgesamt 8 Rezensionen angelegt.


Nichts Neues aus dem italienischen Norden

27.09.2009 Bewertung:  3.5 goldfischli vergibt 7 von 10 Punkten

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Die beiden italienischen Autoren Carlotto und Videtta wollen in ihrem Buch \"Wo die Zitronen blühen\" auf einige der aktuellen Probleme Italiens aufmerksam machen. Korruption und Umweltskandale sind die Hauptthemen, die sie sich vorgenommen haben und sie stellen Politiker, Industrielle und Anwälte an den Pranger. 

Hauptfigur ist der junge Francesco Visentin, einziges Kind eines sehr einflussreichen Anwalts, der in wenigen Tagen seine Verlobte Giovanna heiraten wollte. Aber Giovanna liegt tot in ihrer Badewanne und Francesco muss nicht nur herausfinden, wer sie ermordete, sondern der Polizei beweisen, dass er nicht der Täter war. Hilfe bekommt er von Giovannas bester Freundin, Carla, und gemeinsam versuchen sie, Dinge aufzudecken, die mächtige Gegenspieler lieber geheim halten wollen. 

\"Wo die Zitronen blühen\" ist flüssig geschrieben und liest sich schnell durch. Das Dorfleben ist treffend geschildert und erinnerte mich tatsächlich streckenweise an eine moderne Fassung des Dorfes von Don Camillo und Peppone. Klatsch, Tratsch und Intrigen - allerdings ohne die liebenswerten Figuren, die alles wieder ins Lot bringen. Manche Figuren blieben ein wenig blass und wirkten etwas klischeehaft, wie z.B. Francescos Vater. Francesco selbst war mir manchmal etwas zu naiv. Wie konnte er so lange in diesem Dorf leben, im Haus seines Vaters, ohne wirklich mitzubekommen, was um ihn herum geschieht? 

Wer sich ein wenig für europäische Politik interessiert, wird in \"Wo die Zitronen blühen\" nichts Neues entdecken. Korruption gehört dort schon lange zum Alltag, Umweltverbrechen passieren wohl in allen europäischen Ländern und dass u.a. Industrielle dort sehr viel Einfluss besitzen können, war mir auch bekannt. Aber dieses Buch ist ja auch nicht als Sachbuch gedacht, sondern ist ein spannender Krimi mit zahlreichen aktuellen Bezügen.

Die Sachkenntnis des Autoren-Duos ist deutlich und macht diesen Roman so erschreckend realistisch. \"Wo die Zitronen blühen\" ist eine wohltuende Abwechslung zu all den Thrillern mit brutalen Serienmördern. Sollten die beiden Autoren noch weitere Krimis schreiben, werde ich sie sicher lesen, wünsche mir jedoch ein paar Seiten mehr, damit Handlung und Figuren etwas mehr an Tiefe gewinnen könnten.

P.S. Den deutschen Titel und das Titelbild finde ich ziemlich unpassend.


goldfischli hat insgesamt 7 Rezensionen angelegt.


Keine heile Urlaubswelt

01.10.2009 Bewertung:  2 silkedb vergibt 4 von 10 Punkten

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Inhalt:
Wir befinden uns in einem Dorf im Nordosten von Italien. Das gesellschaftliche Leben wird bestimmt von zwei alteingesessenen Familien. Es sind die Familien Visentin, denen eine Reihe erfolgreicher Anwälte entspringt, und die Calchi Renier, eine adlige Industriellen-Familie.
Die Hochzeit von Francesco Visentin, dem jüngsten Spross der Familie, mit Giovanna Barovier steht kurz bevor, als diese tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird. Francesco ist geschockt und gerät schließlich auch noch unter Mordverdacht. Sein Alibi ist lückenhaft und die Polizei ist davon überzeugt, dass Giovanna entweder von ihrem Verlobten oder einem Geliebten getötet wurde.
Für Francesco ist klar: Findet er den Liebhaber seiner Verlobten, so ist er auch dem Mörder auf der Spur. Doch wer ist der Unbekannte, der Giovannas Leben zerstörte?


Meine Meinung:
Ich hatte mir von „Wo die Zitronen blühen“ eindeutig mehr versprochen, als das Buch halten konnte.
Die ersten Seiten legten den Grundstein zu einem spannenden Krimi mit kleinen Rahmenepisoden die Neugier weckten und dem jungen Anwalt, der seine Verlobte ermordet auffindet.
Doch schon nach dem ersten Drittel des Romans war mir klar, wer hier der Mörder sein muss und die Geschichte driftete immer mehr in Klischees ab. Wirkliche Spannung kam überhaupt nicht auf und die „Lösung“ des Falls wirkte auf mich so, als hätte man einfach etwas um den offensichtlichen Täter herumgesponnen, das einigermaßen zur Person und ihren eventuellen Beweggründen passt.
Zwar ist es hier nicht die Camorra die Angst und Schrecken verbreitet, aber das ist auch schon der einzige Unterschied zu einem abgehalfterten Mafia-Roman. Die beiden Autoren haben es jedenfalls geschafft, auch den Nordosten von Italien von einem Urlaubsparadies in eine von krimineller Energie strotzende Zone zu verwandeln.
Der frei nach Goethe gewählte Buchtitel „Wo die Zitronen blühen“ ist normalerweise eher Sinnbild für Urlaub, Sonne und Freigeist. Ich finde ihn daher für einen Krimi nicht sonderlich passend. Besser wäre es hier gewesen, den italienischen Originaltitel lediglich in deutscher Sprache zu übernehmen („Nordost“).
Auch die Figuren des Romans konnten bei mir keine großen Sympathien wecken. Giovanna bleibt undurchsichtig, Francesco ist sehr wechselhaft in seinem Verhalten und seinen Stimmungen und konnte mich mit seiner Trauer nicht wirklich überzeugen. Die anderen Charaktere wirkten entweder überheblich oder farblos.
Stilistisch fand ich „Wo die Zitronen blühen“ jedoch sehr interessant. Episoden an denen Francesco beteilig war, wurden aus seiner Sicht geschildert, alle anderen Vorkommnisse jedoch aus allgemeiner Perspektive.
Nach den Vorankündigungen sollen die Autoren Carlotto und Videtta dafür bekannt sein, „die bittere Wahrheit über unsere korrupte Gesellschaft“ zu erzählen und einen Krimi abzuliefern, der „den Mythos der italienischen Familie schonungslos zerlegt“. Nun, wenn das die Absicht der Autoren war, dann hoffe ich mal, dass ihnen da einfach nur die Phantasie ein wenig durchgegangen ist. Die Zerstörung des Familienidylls ist ganz gut gelungen, aber von Gesellschaftskritik habe ich da nichts raus gelesen.
Ich werde wohl in Zukunft darauf verzichten weitere Romane des Autoren-Duos zu lesen.


Fazit:
Dieser Krimi versprach eindeutig mehr, als er halten konnte.


silkedb hat insgesamt 32 Rezensionen angelegt.


Thriller im Zwiebel-Look

03.10.2009 Bewertung:  3.5 hrafnaklukka vergibt 7 von 10 Punkten

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Francesco Visentin, junger Anwalt aus einer ehrbaren Familie, hat glänzende Zukunftsaussichten: in wenigen Tagen wird er die schöne Giovanna Barovier heiraten und nach der Hochzeitsreise in die angesehene Kanzlei seines Vaters eintreten. Seine Träume werden jäh zerstört, als er Giovanna am Morgen des Junggesellenabschieds tot auffindet. Wer hat die Schöne umgebracht? Und was wollte sie am Morgen wichtiges mit ihm besprechen? Zusammen mit ihrer besten Freundin Carla macht sich Franceso auf die Suche nach ihrem Mörder und stösst dabei auf ein Netz von Korruption und alten Freundschaften bzw. Feindschaften. Ist Giovannas Vater wirklich ein eiskalter Betrüger und Mörder? Ist die angesehene Gesellschaft wirklich so ehrenhaft?

„Wo die Zitronen blühen“ ist soviel mehr, als ich erwartet hatte: statt eines einfach gestrickten Krimis haben wir es hier mit einem aktuellen Thriller zu tun. Schon die ersten Seiten versprechen eine spannende Handlung, die die Autoren auch bis zum Schluss halten können. Viele zwielichtige Gestalten werden im Laufe der Geschichte eingeführt, was dem ganzen unerwartete Wendungen gibt und die Spannung erhält. Die Hauptcharaktere und Strukturen im dem recht fest gefahrenen Dorf lernen wir direkt am Anfang kennen, was im wesentlichen dazu beiträgt, verschiedene Handlungen zu durchschauen und die Beziehungen unter – und zueinander zu verstehen. Das Buch wurde zum Teil aus Francescos Sicht in Ich-Form erzählt, und die Lücken für den Leser von einem Erzähler aus der Beoabachter-Perpektive gefüllt. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist einfach und flott zu lesen, dabei kommt das Buch ohne blutige und reißerische Szenen aus.Die Autoren verstehen es meisterhaft, die einzelnen Schichten der machtvollen und angesehenen Familien zu entblättern wie bei einer Zwiebel - Schicht für Schicht, Kapitel für Kapitel versinkt der Leser weiter in einem Sumpf aus Korruption und Machtgier, die selbst vor Mord nicht zurückschrecken.Aktuelle Themen wie Umweltskandale, Müllentsorgung etc. werden mit Mafiaproblemen sowie „Dorfkrankheiten“ wie Kaltsch & Tratsch oder Inzucht gemischt. Heraus kommt ein Thriller, der sich wirklich sehen lassen kann. Aber vor allem ist nichts so, wie es scheint. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, und ich würde es jederzeit weiter empfehlen.

 


hrafnaklukka hat insgesamt 12 Rezensionen angelegt.


Hätte mehr erwartet

03.02.2010 Bewertung:  2 goat vergibt 4 von 10 Punkten

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Ich denke, in diesem Fall wäre es besser gewesen, es hätte nur ein Autor an dem Buch geschrieben. Der ganzen Story fehlt es an Tiefgang, was wohl auch daran liegt, dass die Figuren sehr blass geblieben sind. So fehlt der Bezug zu ihnen und die Spannung baute sich nicht so auf, wie es eigentlich bei einem guten Krimi der Fall sein sollte. Dabei hat die Geschichte soviel Möglichkeiten dafür geboten. Leider wurde vieles nur kurz angerissen und wenn man dachte, jetzt wird es spannend, gingen die Autoren wieder darüber hinweg.
Der Schluss ist zwar sehr überraschend, aber auch so schnell wieder abgehandelt, dass ich gedacht habe, die Autoren mussten sich beeilen, weil sie noch etwas anderes vorhaben.
Schade eigentlich, denn aus der Story hätte man einiges machen können. Ich kann leider nur zwei von fünf Sternen vergeben.


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


Italienische Verhältnisse

31.03.2010 Bewertung:  4 Toschi3 vergibt 8 von 10 Punkten

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Mitten hinein in das Geschehen und damit einen Sumpf aus Liebe, Mafia und Intrigen werfen die beiden Autoren die Leser ihres Buches. Kurz und knackig, fast schon gefühllos, reißen sie durch eine traurige Geschichte, die andere Autoren in doppelt so viele Seiten verpackt hätten. Keine Schnörkel, keine unwichtigen Nebenhandlungen. Auch wenn die klassischen „Klischees“ von Mafia, Rumänien und Italien perfekt bedient werden, sind die Verstrickungen der handelnden Personen so unglaublich, dass man sie schon wieder glauben muss. Und die Realität ist wahrscheinlich noch schlimmer... Der Krimi ist flüssig geschrieben, durch die Kürze lässt sich das Buch an einem Tag lesen. Die Autoren harmonieren gut und führen den Leser mal in die eine, mal in die andere Richtung. Und auch wenn man die Lösung erahnen sollte, ist sie doch ziemlich ernüchternd. Fazit: ein aufwühlender Krimi, in dem kaum ein Leser nur den Krimi sehen kann. Es ist eine gelungene Kritik an der (italienischen) Gesellschaft.


Toschi3 hat insgesamt 81 Rezensionen angelegt.


Tod einer Braut

04.04.2010 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

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Francesco Visentin lebt in einem Dorf im Nordosten Italiens. Er ist der Sohn eines angesehenen und wohlhabenden Anwalts. Auch Francesco führt die Familientradition weiter und ist Anwalt. Zwar ist sein Mandantenstamm nicht so elitär wie der seines Vaters, aber dennoch ist es ihm gelungen auf eigenen Beinen zu stehen. Sein Lebensweg liegt klar und deutlich vor ihm, denn in wenigen Tagen wird er seine grosse Liebe Giovanna zum Altar führen und auch sein Vater hält ihn nun für erfahren genug , in die angesehene familiäre Kanzlei einzusteigen.

Die Reize der Frau, die ihn auf seinem Junggesellenabschied im Nachtclub in Versuchung führen soll, lassen ihn ziemlich kalt. Denn Francesco liebt seine Braut und als Spross einer renommierten Familie lässt man gewisse Dinge lieber sein. Um etwas frische Luft zu schnappen verlässt Francesco den Nachtclub und trifft draussen auf den Menschen, den er am allerwenigsten sehen möchte - Filippo, den Ex-Geliebten von Giovanna. Filippo ist der einzige Sohn der Contessa Selvaggia, der wohl einflussreichsten Frau des Dorfes und hat die Trennung von Giovanna nie verwunden. Deshalb fordert er Francesco zu einem klärenden Gespräch vor der Hochzeit heraus und verlangt von Francesco, dass er Giovanna nicht heiraten dürfe. Denn seiner Meinung nach, würde Giovanna Francesco genauso betrügen, wie sie ihn einst betrogen hatte. Francesco machen die Worte des ehemaligen Rivalen einfach nur wütend und deshalb macht er sich auf den Weg in seine Wohnung und ertränkt dort seine Wut im Alkohol.

Am nächsten Morgen ist er ziemlich verkatert und erfährt telefonisch, dass Giovanna nicht auffindbar ist. Francesco macht sich zunächst keine Gedanken darüber, denn er vermutet, dass sie mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt ist. Doch Giovanna taucht auch im Laufe des Tages nicht wieder auf und ist auch telefonisch nicht zu erreichen. Deshalb fährt Francesco schließlich zu ihrer Wohnung. Erleichtert sieht er ihren Wagen dort stehen und betritt die Wohnung. Im Badezimmer macht er eine grauenvolle Entdeckung, denn Giovanna liegt tot in der Badewanne. Die Obduktion ergibt, dass sie ermordet wurde und kurz vor ihrem Tod Geschlechtsverkehr hatte. Für Francesco bricht eine Welt zusammen, denn er war nicht der letzte Liebhaber seiner Braut und gerät nun selbst unter Verdacht. Fanatisch macht er sich selbst auf die Suche nach dem Täter und deckt dabei dunkle Machenschaften auf, die die alteingesessenen Familiengefüge des Dorfes in ihren Grundfesten erschüttern. Francesco hat es mit einem mächtigen Gegner zu tun, der ihm durch Macht und Korruption immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

Der junge Anwalt Francesco erlebt einen wahren Alptraum, denn nicht nur seine geliebte Braut wird ihm durch einen brutalen Mord genommen, sondern auch das Bild, welches er sich bisher von den Familien des Dorfs gemacht hatte. Denn durch seine Ermittlungen gerät er in einen Sog aus Korruption, Machtgier und Lügen.

 

Meine Meinung

 

Die Autoren verwenden die Ich-Perspektive, aus der Sicht des jungen Anwalts Francesco. So erlebt man seine Gedanken und Gefühle. Hautnah ist man bei seinen Ermittlungen dabei und erhält Schritt für Schritt neue Informationen. Weitere Szenen erlebt man als Beobachter in der dritten Person und wird so auch Zeuge von Giovannas letzten Stunden und ihrer Ermordung. Nur die Identität des Mörders bleibt im Verborgenen. Durch die parallel verlaufenden Handlungsstränge kann man seine eigenen Rückschlüsse bei der Suche nach dem Täter ziehen.

Die Leseprobe konnte mich durch enormes Tempo und eine grosse Spannung überzeugen. Doch leider empfand ich die Spannung beim Lesen des gesamten Buches nicht als durchgehend, denn sie flaut nach dem rasanten Start deutlich ab. Aufgrund des veröffentlichten Auszugs hatte ich mir da etwas mehr erhofft.

Das könnte zum Teil auch an den Protagonisten der Handlung liegen. Denn sie bleiben vorwiegend blass und hölzern. Eine Ausnahme bildet allerdings der Hauptprotagonist Francesco, der durch die Ich-Perspektive Einblicke in seine Gedanken und Gefühle gewährt und dadurch menschlich wirkt. Der Schreibstil der Autoren beschränkt sich auf das Wesentliche, ist aber dennoch gut und flüssig lesbar.


Der Kriminalroman wurde von mir innerhalb weniger Stunden gelesen. Trotz der nicht durchgehend spürbaren Spannung konnte mich der Plot überzeugen. Denn er gewährt einen Einblick in die Abgründe der Familien am Rande der Legalität und die fortschreitende Korruption. Insgesamt gesehen habe ich mich gut unterhalten, doch das Ende hätte ich mir ein wenig ausführlicher gewünscht.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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