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Krimi/Thriller: Die Rache: Psychothriller
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Titel:      Die Rache: Psychothriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      963
Autor:      John Katzenbach
ISBN-10(13):      3426503573
Verlag:      Knaur TB
Publikationsdatum:      2009-06-01
Edition:      Vollst. neu übers. Ausg.
Number of pages:      512
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Die Rache
   


Rezensionen
Braucht etwas, um in Fahrt zu kommen

22.09.2009 Bewertung:  3 Maren vergibt 6 von 10 Punkten

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Richter Thomas Pearson wollte nur seinen Enkel Tommy von der Schule abholen, doch dann werden beide gemeinsam Opfer einer Entführung. Wie sich herausstellt, ist die Entführerin Olivia eine alte Bekannte von Tommys Eltern Duncan und Megan; im Jahre 1968 gehörten sie alle einer Bande an, begingen einen Banküberfall, nur sie wurde geschnappt, saß achtzehn Jahre hinter Gittern und will sich nun rächen. Ihre Pläne sind ziemlich konkret: Duncan soll ihr Geld aus einem Banküberfall bringen, dann lässt sie die Entführten frei.
Duncan, inzwischen Banker und in leitender Position, hat damals viel Glück gehabt und seine Vergangenheit verdrängt, er ist ein anständiger Mann geworden. Nun aber sieht er sich gezwungen, zu handeln, denn Olivia lässt ihm keine Wahl.

Über John Katzenbachs Bücher habe ich zwar schon viel gehört, aber bis zu diesem noch keines gelesen. Die Rache – der Titel ist übrigens sehr passend – beschreibt auf fast 510 Seiten eine Entführung. Und zwar nur diese Entführung. Von den Rückblicken in die Vergangenheit abgesehen, gibt es keinen weiteren Handlungsstrang.
Das ist besonders zu Anfang schon ein Nachteil, da erst mal nur die verschiedenen Personen beschrieben werden und was sie dazu so denken. Ab etwa der Hälfte nimmt der Roman dann aber richtig schön an Tempo auf und besonders der Showdown zum Ende hin ist absolut superspannend und entschädigt für die eher langatmigen Passagen.
Mit dem Ende selbst war ich dann zwar nicht so ganz zufrieden, aber insgesamt doch ein gut zu lesender Roman, der zwar gut und gerne 150 Seiten weniger hätte haben dürfen, aber einmal in Fahrt gekommen dann zu fesseln weiß.
Trotz dem spannenden Thema geht der Autor nicht besonders ins Detail bei den Actionszenen, es wird zwar geschossen (und dabei mitunter auch getroffen), aber das ist weder gruselig noch eklig beschrieben, so dass sich auch zartere Gemüter an dieses Buch herantrauen können.
Sehr gelungen finde ich die Aufmachung; das Cover zeigt einen Mann mit verbundenen Augen und diese Augenbinde ist so gestaltet, dass sie auch fühlbar ist.


Maren hat insgesamt 176 Rezensionen angelegt.


Wenn die Vergangenheit erwacht

26.03.2010 Bewertung:  2.5 KimVi vergibt 5 von 10 Punkten

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Inhalt

 

Die Richards entsprechen genau dem Bild einer bürgerlichen amerikanischen Familie. Duncan arbeitet bereits seit achtzehn Jahren in einer Bank und hat sich dort Ansehen erworben. Trotz der drei gemeinsamen Kinder ist auch seine Frau Megan in ihrem Beruf als Maklerin erfolgreich und hat gerade wieder einen lukrativen Vertragsabschluss getätigt. Ihre beiden Zwillingstöchter Karen und Lauren besuchen die Oberstufe der Highschool und werden bereits im nächsten Jahr auf ein College wechseln. Nur die Entwicklung des Nesthäkchens Tommy bereitet der Familie Sorgen, da sich selbst die Experten nicht sicher sind, an welcher Krankheit der Junge leidet. Die Vermutungen gehen stark auseinander und Autismus, Kindheitsschizophrenie, Lernschwäche oder gar geistige Behinderung wurden von den Medizinern bereits in Betracht gezogen. Doch eine genaue Einstufung konnte nie getroffen werden. Trotz seiner Probleme ist Tommy ein vollwertiges Mitglied der Familie Richards. Er wird von seinen Eltern und Schwestern innig geliebt und so akzeptiert wie er ist. Ein ganz besonderes Verhältnis hat er auch zu seinem Großvater Richter Pearson. Megans Vater kümmert sich gern um ihn und verbringt viel Zeit mit ihm. Wenn beide Elternteile arbeiten, holt der Richter ihn aus der Schule ab. Eine typische amerikanische Familienidylle - doch der Schein trügt, denn hinter dieser Fassade steckt viel mehr verborgen, als selbst die engsten Familienmitglieder ahnen.

Meg und Duncan kennen sich bereits aus der Zeit ihres Studiums. Ende der sechziger Jahre hatten die beiden Studenten den Wunsch die Welt zu verbessern und schlossen sich deshalb einer radikalen Gruppe an. Im kalifornischen Lodi wurden sie gedrillt und im Umgang mit Waffen geschult. Die skrupellose Anführerin Olivia Barrows plante damals einen Überfall auf einen Geldtransporter und führte ihn mit der gesamten Brigade durch. Auch Meg und Duncan hatten ihren Beitrag zu leisten. Doch die Wachmänner des Transporters und der Bank verteidigten das Geld mit Waffeneinsatz und brachten die Brigade damit aus ihrem vorher ausgearbeiteten Konzept. Es kam zu Verwundungen und Todesfällen. Meg und Duncan waren von ihrer Anführerin Olivia dazu bestimmt worden die Fluchtfahrzeuge zu fahren. Doch als sie sahen, dass der Überfall scheiterte, ließen sie Olivia und den Rest der Brigade im Stich und retteten ihre eigene Haut. Olivia wurde gestellt und zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Obwohl ihr Vergünstigungen und Hafterleichterungen angeboten wurden, verriet sie Meg und Duncan nie als ihre Mittäter. Unbehelligt verließen die beiden Kalifornien und bauten sich mit der Hilfe von Megs Eltern ein neues Leben auf. Doch Olivias Hass auf die beiden Verräter lodert auch während der langen Haftstrafe mit unverminderte Kraft und die Jahre im Gefängnis nutzt sie zur Planung eines erbarmungslosen Rachefeldzugs.

Der Auftakt des Vergeltungsschlags trifft Megan und Duncan völlig unvorbereitet. Denn Tommy und der Richter kehren eines Nachmittags nicht von der Schule zurück. Duncan gefriert das Blut in den Adern, als er Olivias Stimme nach so vielen Jahren am Telefon erkennt. Sie hat den Rest der Brigade um sich versammelt und fordert einen Ausgleich für die abgesessene Haftstrafe und das Leben der Geiseln ist ihr Garant dafür. Ein Katz- und Mausspiel der Extraklasse beginnt und Olivia hält alle Fäden in der Hand und ist den verhassten Verrätern immer einen Schritt voraus...

 

Eindrücke

 

Da es sich um die Neuauflage eines bereits 1989 erstmalig erschienenen Romans handelt, spielt sich der Racheakt und die Entführung der beiden Familienmitglieder im Jahre 1986 ab. Hier wirft man zunächst einen Blick in die von Meg und Duncan geschaffene Familienidylle. Die Familie lebt den amerikanischen Wohlstandstraum und auch Megs Vater, der angesehene Richter, verschafft den beiden einen respektablen Familienhintergrund. Nichts deutet daraufhin, dass die beiden mal ganz andere Ansichten hegten und einer radikalen Gruppierung angehörten.

Zeitsprünge in die für diesen Psychothriller entscheidenden sechziger Jahre, liefern das nötige Hintergrundwissen und werfen ein anderes Licht auf die Hauptprotagonisten. Denn in den achtziger Jahren merkt man ihnen nichts mehr von ihrer ehemaligen Gesinnung an und niemand würde vermuten, dass sie in einen spektakulären Überfall verwickelt waren.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Sodass man die unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten betrachten kann. Meg und Duncans Gedanken und Gefühle, die Sicht und das Erschrecken der Zwillinge, der Hass und die Skrupellosigkeit der Entführer und die Angst und Verzweiflung der Entführten werden abwechselnd beschrieben und so erhält man einen guten Überblick auf das Gesamtgeschehen.

Die Akteure der Handlung werden vom Autor detailliert beschrieben und man erhält einige Informationen aus deren bewegter Vergangenheit. Zwei Extreme, nämlich die Bösen und die Guten, treffen in diesem Thriller aufeinander. Doch im Verlauf der Handlung gleichen sie sich einander an, denn die scheinbar so sanftmütige Megan wächst über sich hinaus und kämpft wie eine Löwin um ihren Sohn. Auch Duncan hat bei der Beschaffung des geforderten Lösegelds keine Skrupel. Denn der Gang zur Polizei ist dem Paar aus verständlichen Gründen unmöglich. Deshalb ist Selbsthilfe und -justiz gefragt.

Der Schreibstil des Autors ist gewohnt flüssig und deshalb liest sich die Handlung, trotz vorhandener Längen, beinahe von selbst.

 

Meine Meinung

 

Nach einer kurzen Vorstellung der Richards und einem kleinen Einblick in ihr idyllisches Familienleben, nimmt die Handlung Fahrt auf und nimmt durch die Entführung eine spannende Wendung. Langsam gerät man in den Sog der Ereignisse und möchte schnell erfahren, wie Meg und Duncan mit dem Schrecken aus ihrer Vergangenheit umgehen. Genauso interessant sind allerdings die Eindrücke der Geiseln und ihre Erlebnisse. Da auch die verbleibenden Mitglieder der ehemaligen Brigade nicht immer genau die Anweisungen ihrer Chefin befolgen, bleibt eine gewisse Spannung erhalten. Das wird natürlich auch durch die wechselnden Perspektiven begünstigt.

Trotz guter Beschreibung konnten mich die agierenden Personen nicht wirklich überzeugen. Denn ihr Verhalten erschien mir zuweilen doch recht unglaubwürdig. Gerade das Ehepaar Richards erscheint mir doch zu gut und edelmütig. Von einer bewegten und radikalen Vergangenheit merkt man kaum etwas und sie kommen mir geradezu langweilig vor. Die Reaktion der beiden Zwillingschwestern, auf die Enthüllung der Vergangenheit ihrer Eltern, kommt mir sehr unglaubwürdig vor. Denn als Teenager hätte ich sicher anders reagiert, wenn meine Eltern mir eröffnet hätten, Beteiligte eines bewaffneten Raubüberfalls gewesen zu sein.

Im Verlauf der Handlung kommt es zu einem Waffenkauf. Dieser wirkt auf mich völlig unglaubwürdig und wird vom Verkäufer mit einer Lässigkeit ausgeführt, die mir unbegreiflich ist. Dass die Zahlung auch noch mit Kreditkarte erfolgt macht den Vorgang nicht gerade glaubwürdiger. Vielleicht sehe ich diesen Teil der Handlung aber auch mit zu kritischen Augen, denn der Zeitpunkt der Handlung ist ja weit vor dem 11. September 2001 und vielleicht nahm man es da nicht so genau mit den Bestimmungen.

Der Showdown bzw. das große Finale der Handlung, in dem die Guten auf die Bösewichte treffen, beginnt zunächst sehr spannend. Doch auch hier kommt es meiner Meinung nach, zu Handlungsabläufen und Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Das Finale endet relativ abrupt und lässt viele Fragen offen. Ich hätte da durchaus noch Erklärungsbedarf gehabt.

Meine abschließende Meinung zu formulieren fällt mir nicht ganz leicht, da ich sehr unentschlossen in der Bewertung bin. Denn der Roman war flüssig zu lesen und trotz einiger Längen, durch ausschweifende und langatmige Erklärungen, auch relativ spannend. Doch Teile der Handlung und leider auch einige Protagonisten wirkten auf mich unglaubwürdig und konnten mich nicht überzeugen. Ich habe bisher alle Katzenbach-Romane die im Knaur Taschenbuchverlag erhältlich sind gelesen. Doch dieses gehört leider zu denen, die mir nicht so gut gefallen haben. Denn der Handlung fehlt leider die Raffinesse. Die Beschreibung eines Katz- und Mausspiels zwischen Täter und Opfer, ist ihm in anderen Romanen deutlich besser gelungen. Hier läuft alles auf eine plumpe Selbstjustiz hinaus, deren Folgen der zuständigen Polizei sicher schwer zu erklären sein dürften.  Deshalb bewerte ich Die Rache mit 5 von zehn Bewertungspunkten.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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