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Krimi/Thriller: Der Metzger geht fremd
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Titel:      Der Metzger geht fremd
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      9966
Autor:      Thomas Raab
ISBN-10(13):      3492053084
Verlag:      Piper
Publikationsdatum:      2009
Edition:      Hardcover
Number of pages:      0
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      no-img_eng.gif



Beschreibung:      Durchaus mit Bewunderung für die Gründlichkeit der hiesigen Reinigungskräfte registriert Danjela Djurkovic die blitzblanken Fliesen des Kurschwimmbades. Es herrscht eine gespenstische Stille, denn außer ihr ist nur eine andere Person anwesend, die wie eine marmorne Statue am Grunde des Beckens liegt. Der Mann ist tot, daran besteht kein Zweifel. Mit seltener Gelassenheit alarmiert Danjela die Klinikleitung und schickt einen Hilferuf in Richtung ihres geliebten, eigensinnigen Willibald Adrian Metzger. Der sitzt in seiner fernen Restauratorenwerkstatt und bricht nur widerwillig in die Fremde auf. Doch bald schon nimmt ihn das Leben auf dem Land gefangen. Denn auch dort haben die Familien ihre Leichen im Keller.
   


Rezensionen
Krimi voller Esprit und Bonmots

09.09.2009 Bewertung:  5 Cabriofahrerin vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicThomas Raab erhielt 2008 für sein erstes Buch "Der Metzger muss nachsitzen" den Glauser-Preis in der Sparte "Debüt". Außerdem wurde er für den LITERAturpreis für Belletristik (2008) nominiert. Mit seinem dritten Buch "Der Metzger geht fremd" beweist Thomas Raab erneut sein Können. Im landschaftlich unberührten Schwabenländle lässt es sich Danjela Djurkovic im Kurhotel Sonnenhof gut gehen. Als ihr Lebensabschnittsgefährte, der Restaurator Willibald Adrian Metzger, einen Anruf von ihr erhält, in dem sie ihm von einer nackten Leiche im Schwimmbad berichtet, macht er sich sofort auf den Weg. Da nicht im Besitz eines Führerscheins, ist er auf Busse und Bahnen angewiesen. Für die nächsten Tage wird die Pension Regina seine Unterkunft; diese liegt leider fünf Kilometer vom Kurbad entfernt. Immerhin: Um seine Geliebte Danjela zu besuchen, darf er das Fahrrad des Hausherrn benutzen. So rast Metzger alsbald unter Lebensgefahr bergab (denn es ist ein Rad mit 21 Gängen ohne Rücktrittbremse, und er selbst ist wohlbeleibt ...). Zunächst hält er sich, "den Körper in Abfahrtsposition", doch schließlich landet er "im flüchtigen Handstand\ in einem Heuhaufen. Derweil lädt Prof. Dr. Winfried Berthold alle Gäste und Angestellte des Sanatoriums in den Speisesaal. In einer nie gekannten Art weist er seine disziplinlosen Patienten zurecht: Er besteht auf Einhaltung der Hausordnung. Nur bei strikter, pünktlicher Anwendung der Therapien könnten sie gesund und erholt nach Hause kommen. Und nicht tot, wie leider Herr August David Friedmann ... In diesem Kurbad erlebt man mehr Freud denn Leid. Hier treibt's jede mit jedem; sogar der Professor ist kein "Kostverächter", sondern ein "Lustmolch". Der Eindruck, eher in einem "Swingerclub" als in einem Kurhaus zu sein, verdichtet sich bei Adrian Metzger schnell, und deshalb würde er seine Geliebte gern mit nach Hause nehmen. Sie aber möchte lieber dreist herumschnüffeln, um Beweise für ihre Mord- und Totschlagtheorien zu finden. Nach einer abenteuerlichen Kletterpartie über die benachbarten Balkone dringt sie in das Zimmer des Toten August David Friedmann ein und findet unter dem Bett einige fragwürdige Gegenstände ... Ein paar Leichen, abgeschnittene Finger, Eheringe, die man nicht sogleich zuordnen kann, undurchschaubare Verhältnisse in der Familie Friedmann - all dies gibt dem Roman einen kriminalistischen Touch. Zwei Nebenschauplätze, die auch optisch (drucktechnisch) abgetrennt sind, bleiben dagegen inhaltlich lange unklar. So ist dieses Buch kein spannender Krimi, der nur so voll abstruser Gewaltszenen strotzt, sondern er brilliert mit anderen Qualitäten: Es ist das artistische Spiel des Autors, mit Worten und Sätzen zu jonglieren. Er bringt nahezu auf jeder Seite den Leser zum Lachen. Das schafft kaum ein Komödiant während seiner Abendveranstaltung. Ob es sich um die Beschreibung der Landschaft, des Frühstückbuffets, des zickigen Verhaltens der Damen handelt - nahezu alles ist ein wenig komisch beschrieben, ohne dabei lächerlich zu wirken. Verdrehte Redewendungen oder Vergleiche sind nicht zu toppen. Diesen Roman sollte man wie ein Dessert genießen: langsam lesen und jedes Wort auf der Zunge schmelzen lassen. Viel Vergnügen!

Cabriofahrerin hat insgesamt 6 Rezensionen angelegt.


Die Vergangenheit einer Familie kommt ans Licht

17.05.2010 Bewertung:  4 Bellexr vergibt 8 von 10 Punkten

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Mehr oder weniger genießt Willibald Adrian Metzger seine Strohwitwernschaft als ihn der Anruf seiner Freundin Danjela ereilt, die sich gerade von den Folgen eines Unfalls in einem idyllischen Kurhotel erholt. Denn in diesem hat sie im Wellnessbereich den toten August-David Friedmann friedlich im Schwimmbecken auf dem Boden treibend entdeckt. Die Neugier von Danjela ist geweckt und Metzger ahnt Schlimmes und so eilt er zu besagtem Kurhotel und wird kurzerhand in die Verstrickungen um den Tod des David-August Friedmann mit hineingezogen. Da geschieht ein weiterer „Unfall“ und die Neugier von Danjela und Metzger ist endgültig geweckt, was einer der Beiden in Lebensgefahr bringt.

 

Gemächlich, wortgewandt, witzig und stellenweise auch nachdenklich erzählt Thomas Raab seinen Krimi, der mit einem guten Schuss österreichischem Wortwitz und Dialekt gespickt ist. Dies ist zu wirklich jeder Zeit einfach nur unterhaltsam zu lesen und regt immer wieder zum Schmunzeln an. Die Story rund um die beiden „Unfälle“, die in den Augen von Danjela und Metzger keine sein können, sind zwar immer Bestandteil der Geschichte, jedoch legt der Autor mehr Wert auf das Zwischenmenschliche und so steht dies auch durchweg im Vordergrund des Krimis.

 

Seine Charaktere sind einfach nur herrlich aus dem Leben gegriffen, stellenweise etwas überzogen angelegt und menscheln sehr. Die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und ihre des Öfteren verdrehten Sätze der aus Kroatien stammenden Danjela sind zu jeder Zeit spritzig, erfrischend und manchmal herrlich auf den Punkt gebracht und stören in keiner Weise das Lesevergnügen. Witzig fand ich auch, dass hier Haie zu Wort kommen und diese aus ihrer Sicht ein wenig über das Leben an sich und vor allem über das Leben der Menschen im Wellnessbereich des Kurhotels fachsimpeln.

 

Da das Zwischenmenschliche im Vordergrund steht, ist der Krimi jetzt nicht unbedingt als spannend zu bezeichnen. Jedoch fühlt man sich zu jeder Zeit hervorragend unterhalten und zum Schluss überrascht die Geschichte mit einer überraschenden Wendung, die zwar zu erahnen ist, aber hier nimmt dann der Krimi noch mal richtig Fahrt auf und wird wirklich spannend.

 

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Krimi mit einem eigenwilligen, sehr sympathischen Protagonisten, der einfach nur Spaß macht zu lesen.


Bellexr hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Abgründigen Familiengeheimnissen auf der Spur

24.05.2010 Bewertung:  4 Pharo72 vergibt 8 von 10 Punkten

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Willibald Adrian Metzger sitzt vereinsamt in seiner Restauratorenwerkstatt und vermisst seine Liebste Danjela Djurkovic, welche sich einen Kuraufenthalt gönnt. Ihre Erholung wird jäh unterbrochen, als sie eine Leiche auf dem Grund des Schwimmbads findet, der schon bald eine weitere folgt. Mit detektivischem Spürsinn will sie das Verbrechen aufklären und bittet auch ihren Willibald um Hilfe. Immer tiefer verstricken sich beide in eine abgründige Familiengeschichte und geraten selbst in Lebensgefahr.

Nach „Der Metzger muss Nachsitzen\" und Der Metzger sieht rot\" ist dieser Roman des Wiener Autors Thomas Raab der dritte Teil seiner Reihe um den wohlbeleibten Restaurator Willibald Adrian Metzger und seine Freundin Danjela Djurkovic. Eher zufällig ins Geschehen geraten, hält sie doch ihre Neugierde nicht ab, immer tiefer in die Geheimnisse einer Familie einer kleinen österreichischen Gemeinde einzutauchen. Es werden ständig neue Spuren gelegt, was das Buch bis zum Ende spannend hält.

Der besondere Schreibstil von Thomas Raab ist dabei der größte Pluspunkt. Nicht immer ganz einfach zu lesen, aber durch eine unglaubliche Wortakrobatik versehen, versetzen diverse Passagen den Leser immer wieder in Heiterkeit. Der gebrochene Dialekt der Danjela ist einfach nur liebenswert, ebenso wie die einfließenden regionstypischen Bezeichnungen einen gewissen Charme versprühen. Ein abwechslungsreicher Lesefluss entsteht durch häufigen Wechsel der Perspektive zwischen den Hauptprotagonisten, einem anfangs nicht erkennbaren Mitglied der von den Verbrechen betroffenen Familie und zwei Haien, die unfreiwillig ihren Weg in ein viel zu kleines Aquarium gefunden haben und die auch für eine herrliche Schlusspointe verantwortlich zeichnen.

Insgesamt eine wunderbar verzwickte Kriminalgeschichte, die es weder an Humor und Spannung noch an charakterlich einzigartig gezeichneten Figuren fehlen lässt.


Pharo72 hat insgesamt 83 Rezensionen angelegt.


 
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