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Klassik: Die Gedichte: Messer In stillen Nächten
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Titel:      Die Gedichte: Messer In stillen Nächten
Kategorien:      Klassik
BuchID:      10660
Autor:      Till Lindemann
ISBN-10(13):      3462047779
Verlag:      KiWi-Taschenbuch
Publikationsdatum:      2015-03-05
Number of pages:      224
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
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Rezensionen
Ebenso gewalttätig wie tiefgründig

19.06.2015 Bewertung:  3 Tialda vergibt 6 von 10 Punkten

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Klappentext:

So schön
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

Rezension:

Bei Till Lindesmanns „Die Gedichte: Messer | In stillen Nächten“ handelt es sich um ein zusammengefasstes Werk seiner beiden Gedichtbände „Messer“, welches 2005 erstmals erschien, und „In stillen Nächten“, erstmals 2013 veröffentlicht. Obwohl ich vor allem die Texte seiner Band „Rammstein“ sehr mag, war mir bisher nicht geläufig, dass er bereits 2 Gedichtbände herausgebrachte – ein perfekter Anlass, sich die zusammengefasste Ausgabe zuzulegen.

Unterteilt ist das Werk natürlich in die beiden ursprünglichen Bücher, die es beinhaltet – „Messer“ mit 55 Gedichten, „In stillen Nächten“ mit etwas mehr als 100, wobei die meisten davon, keine Seite füllen und sogar oft nur aus wenigen Zeilen bestehen. Abgerundet wird das Werk mit einfachen Zeichnungen in schwarz, welche Figuren in thematisch passenden Situationen darstellen und meist sehr roh dargestellt wurden – ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so viele selbstschädigende wie bizarre Handlungen sowie männliche Geschlechtsteile abgebildet sind.

Aber trotz der Rohheit, die sich auch in vielen der Gedichte wiederfindet, steckt mehr dahinter. Man sollte sich auf jeden Fall Zeit zum Lesen nehmen, da sich einem der Umfang der Bedeutung hinter den Sätzen teils erst nach mehrmaligem Lesen und ‚sacken lassen‘ erschließt.

Leider kann ich mit dieser Art von Literatur weniger anfangen als erwartet. Ich mag zwar Anspielungen und tiefgründige Sätze, von denen man in den Texten der „Rammstein“-Songs unzählige findet, jedoch bekommt man hier eher ungeschliffene Diamanten vorgesetzt, die man sich selbst erst in Gedanken zurechtschleifen muss. Teilweise ist mir dies zwar gelungen, aber insgesamt ist es nicht so ganz mein Fall.

Wer also eingängige Texte erwartet und mit Lyrik ansonsten wenig anfangen kann, bleibt enttäuscht zurück. Dieses Buch wird aber definitiv auch Liebhaber finden.

Fazit:

Kunst, die dem Leser ebenso gewalttätig wie tiefgründig ihr Herz offenbart – jedoch muss man für das Tiefgründige hinter der Gewalt selbst sein Herz öffnen.


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