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Horror: Der Widersacher
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Titel:      Der Widersacher
Kategorien:      Horror
BuchID:      403
Autor:      Wolfgang Hohlbein
ISBN-10(13):      3785707657
Verlag:      Bastei Lübbe
Publikationsdatum:      1995
Edition:      2
Number of pages:      512
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
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Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

Userpic"Der Widersacher" Was für ein Titel für ein Buch. Wer das Buch zum ersten Mal in den Händen hält, ohne den Klappentext gelesen zu haben, dem fahren die wildesten Gedanken durch den Kopf. Wer ist der Widersacher? Geht es hier um den Ewigen Kampf Gut gegen Böse? Oder muß sich jemand seinem ärgsten Feind stellen? Dazu kann man nur sagen: "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt..."

"Und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel. Er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen...
...und viele Menschen starben an den Wassern, weil sie bitter geworden waren." (Apk. 8,10.11)
"Dann sehen Leute... ihre Leichname drei und einen halben Tag, dulden aber nicht, daß ihre Leichname in ein Grab gelegt werden... aber nach dreieinhalb Tagen kam Lebensgeist in sie... und große Furcht befiel die, die sie sahen." (Apk. 11,9.11)
"Und ich sah vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde... und der eine Engel sprach: Beschädigt die Erde nicht, noch das Meer noch die Bäume." (Apk. 7,1.3)
"Und der siebente Engel goß aus seiner Schale in die Luft, und es ging aus eine Stimme vom Himmel... die sprach: Es ist geschehen." (Apk. 16,17)

Hohlbein erzeugt anhand dieser wenigen Sätze die Grundfestung für das Buch, auch wenn das Thema in der Gegenwart spielt. Es wirkt wie ein Manifest, wie er das Thema angeht. Das erste Kapitel erzeugt eigentlich die Grundstruktur, den Sockel, auf den er das Buch aufbaut. Er beschreibt hier noch die Personen und die Landschaft mit gewissen Farbnuancen, doch schon zum Ende des Kapitels deutet sich an, daß sich hinter dem Titel nicht das verbirgt, was er verspricht. Mit dem Titel "Widersacher" verbindet man eher jemanden, der sich gegen einen stellt oder zumindest nicht Gutes im Sinn hat. Doch das Ende dieses Kapitels zeichnet ein anderes Bild. Eher ein gutmütiges. Man muß dieses nicht gleich mit dem Titel verbinden, doch es macht den Leser stutzig.
Das zweite Kapitel hingegen zeichnet ein wesentlich dunkleres Bild. Es beginnt zwar in einer hellen, sterilen Krankenhausumgebung, geht aber die die Auferstehung der Toten über. Hohlbein bringt hier zwei Menschen zusammen, die eigentlich nur Gegensätze und keine Gemeinsamkeiten haben. Doch Hohlbein läßt nicht nur die Menschen wiederauferstehen. Im dritten Kapitel läßt er ganz andere Kreaturen wiederauferstehen: Ungeziefer. Das Warum und Wieso will ich jetzt hier nicht weiter erklären. Und schließlich im letzten Teil läßt er einen Widersacher erscheinen, wie man ihn sich in seinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können.

Mit diesem Buch hat Hohlbein einen Meilenstein in seiner Zunft geschaffen. Das Thema und der Inhalt dieses Buches sind so erschreckend, da sie genau so gut real sein könnten. Dabei ist es keine billige Effekthascherei, sondern vielmehr eine kritische Auseinandersetzung mit der Bibel und ihrer übertragung in die Neuzeit. Und durch die verwendeten Hauptpersonen ist Hohlbein heute näher am Puls der Zeit, als Hohlbein damals glauben mochte. "Der Widersacher" ist das wohl unheimlichste und zugleich das faszinierendste Werk, das Hohlbein in der Real-Fantasy Reihe geschrieben hat. Er jongliert in diesem Bibel mit der Bibel und überträgt sie in die Gegenwart, wie Thomas Harris mit Hannibal Lecter in die Tiefen der menschlichen Perversionen führt.rnHohlbein hat mit "Der Widersacher" seine eigene Apokalypse geschaffen und hat sich dabei auf einem sehr schmalen Pfad zwischen Bibel und freier Interpretation bewegt. Er zeichnet mit den Ausschnitten aus der biblischen Apokalypse ein surrealistisches Bild des Weltuntergangs, wie er in jedem Moment passieren könnte.

Doch jene, die an die Unverrückbarkeit der biblischen Inhalte glauben, seien gewarnt: Hohlbein hält am Ende eine ganz besondere überraschung parat, die einen Bischof zur Bücherverbrennung aufrufen lassen könnte. Denn in diesem Buch zeichnet er mit dem Stift der Angst und des Todes ein Bild dessen, was ein Alptraum von uns allen sein könnte.

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