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Horror: Die Berufene: Roman
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Titel:      Die Berufene: Roman
Kategorien:      Horror
BuchID:      10571
Autor:      M. R. Carey
ISBN-10(13):      342651513X
Verlag:      Knaur TB
Publikationsdatum:      2014-10-01
Number of pages:      512
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Zwischenmenschliches, Endzeitstimmung und latenter Horror

19.11.2014 Bewertung:  5 Tialda vergibt 10 von 10 Punkten

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Klappentext:

Nicht jede Gabe ist ein Segen

Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein grauenhafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert und bedrohen die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Schar Kinder, die anders auf den Erreger reagieren. Auf einer entlegenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie gefangen – zu allem entschlossen, um ihnen ihr biologisches Geheimnis zu entreißen. Doch es läuft nicht alles nach Plan …

Rezension:

Der Titel von M. R. Careys Buch – “Die Berufene” – sagt auch in Verbindung mit dem Cover und dem Klappentext nur wenig darüber aus, worum es in der Geschichte genau geht. Jedoch war es für mich gerade genug, um mich richtig neugierig darauf zu machen.

In 72 Kapiteln wird aus der dritten Person meist über die 10-jährige Protagonistin Melanie berichtet, wobei der Leser auch manchmal in andere Szenen eintauchen kann, in denen Melanie nicht dabei ist, was für einen perfekten Überblick sorgt. Der Schreibstil fesselte mich von der ersten Seite an. Die Sätze sind prägnant und kommen auf den Punkt, es gibt kein lückenfüllendes ‘Bla-bla’ – der Autor hat etwas zu erzählen.

Die Geschichte beginnt in einer alten Militärbasis. Wir lernen Melanie kennen. Sie sitzt, wie weitere Kinder, in einer Einzelzelle und hat auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu reagieren, wenn man sie herausholt. Sie ist intelligent, denkt viel weiter, als ein normales 10 Jahre altes Kind – man merkt: Sie ist etwas Besonderes. Nur stellt man sich schnell die Frage, wieso sie nur unter extremen Sicherheitsvorkehrungen aus ihrer abgeriegelten Zelle geholt wird – selbst ihr Kopf wird fixiert.

Nach und nach stellt sich heraus, was auf der Welt in den letzten Jahren geschehen ist und was es mit den Kindern auf sich hat, deren Leben auf dem Stützpunkt in allen unschönen Einzelheiten beschrieben wird. Großbritannien liegt in Trümmern, teils hat sich die Natur Städte bereits zurückgeholt. Der im Klappentext beschriebene Parasit zerstört das Gehirn seines Opfers, bis dieses nur noch eines spürt: Hunger! Jedem, der schon einmal etwas von Zombies gehört hat, dürfte nun klar sein, von welcher Art Erreger die Rede ist.

Dummerweise bleibt die Militärbasis nicht unentdeckt und nur wenige – die Lehrerin Miss Justineau, die leitende Wissenschaftlerin und einige Sicherheitsmänner – schaffen es, zu fliehen. Im Schlepptau haben sie Melanie und wollen in eine Stadt, in der sie Hilfe vermuten. Soviel sei gesagt: Die Reise wird kein Zuckerschlecken und man hat als Leser viel Zeit, sich mit den sehr gelungenen Hauptcharakteren anzufreunden – oder sie hassen zu lernen.

Ich habe bei weitem nicht erwartet, dass ich eine dermaßen geniale Geschichte in “Die Berufene” finden würde. Zwar habe ich für das Buch aus persönlichen Gründen etwas länger gebraucht – am liebsten hätte ich es aber in einem Rutsch gelesen, da dem Leser ein stimmiges Bild mit zwischenmenschlichen Beziehungen, Endzeitstimmung und unterschwelligem Horror geboten wird, und dabei einzigartig bleibt.

Fazit:

Zwischenmenschliches, Endzeitstimmung, latenter Horror – eine Zombiestory, die sich mit dem gewissen Etwas von der Masse abzuheben weiß.


Tialda hat insgesamt 386 Rezensionen angelegt.


Die Berufene

26.04.2015 Bewertung:  3 Astrid vergibt 6 von 10 Punkten

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Dieser Roman spielt im Großbritannien der Zukunft, in der die Menschheit gegen einen Parasiten zu kämpfen hat, der sie in "Gesunde" und "Hungernde" teilt. Dieser Parasit hat bereits einen großen Teil der Menschheit befallen und bedroht nun auch die restlichen Menschen. Nachdem ein Mensch sich mit diesem Parasiten infiziert hat, verliert er sein Bewusstsein und wird nur noch von dem Parasiten kontrolliert. Anders verhält es sich jedoch bei einigen Kindern, die scheinbar weniger stark von den Parasiten gesteuert werden und aus diesem Grund auf einer Militärbasis gefangen gehalten werden. Dort müssen sich die Kinder grausamen Tests unter der Leitung der Wissenschaftlerin Dr. Caldwell unterziehen, die wie besessen versucht, einen Weg zu finden, den Parasiten auszurotten. Als die Militärbasis von so genannten Schrottwühlern angegriffen wird, gelingt es Dr. Caldwell zusammen mit einem der Kinder, der zehnjährigen Melanie, einer der Lehrerinnen, Miss Justineau, und zwei Soldaten zu fliehen. Ein weiter und gefährlicher Weg liegt vor den fünf Protagonisten...

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht dieser Protagonisten geschildert, wobei der Schreibstil der Persönlichkeit der erzählenden Personen angepasst ist. Dies hat mit persönlich gut gefallen, da der Leser auf dieser Weise einen noch tieferen Einblick in die Gedankenwelt dieser Personen erhält. Dabei offenbaren sich einige menschliche Abgründe, die zeigen dass es um die geistige / seelische Gesundheit der „Gesunden“ auch nicht besonders gut steht.

Das Cover spricht mich persönlich nicht besonders an, da es mir zu einfach gehalten ist. Es passt allerdings meiner Meinung nach gut zur Rolle von Melanie, die sie im Laufe des Romans spielen soll. Die Thematik einer Seuche, die die Menschheit in naher Zukunft befällt, ist nicht neu, aber in diesem Roman interessant neu interpretiert! Dennoch würde ich dem Zitat aus dem Guardian auf dem Klappentext des Buches, es handele sich um einen der originellsten, spannendsten und stärksten Romane der letzten Zeit nur bedingt zustimmen. Meiner Meinung nach ist die Handlung zeitweise zu abwegig und stellenweise auch etwas zu makaber. Auch bleibt zwischenzeitlich die Spannung der Geschichte etwas auf der Strecke.

Außerdem stellt sich mir die Frage, warum der Fokus dieses Romans so sehr auf der „Gabe“ Melanies liegt, da es offenbar noch viele weitere Kinder wie sie gibt. Viel stärker wäre hier der Einfluss ihrer Lehrerin Miss Justineau hervorzuheben, die sich trotz der Gefahr, die von den Kindern ausgeht, liebevoll um diese kümmert. Ob dieses Verhalten wirklich als so edelmütig einzuschätzen ist, ist allerdings fraglich, da sie anscheinend von einem schlechten Gewissen geplagt wird. Zudem hätte sie sich bereits im Vorfeld stärker für die Kinder einsetzen können.

Insgesamt handelt es sich hier um einen interessanten Dystopie-Roman, der zwar lesenswert, aber stellenweise etwas langatmig und schwer nachvollziehbar ist.


Astrid hat insgesamt 7 Rezensionen angelegt.


 
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