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Historischer Roman: Im Labyrinth der Fugger
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Titel:      Im Labyrinth der Fugger
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1948
Autor:      Rebecca Abe
ISBN-10(13):      3839211441
Verlag:      Gmeiner
Publikationsdatum:      2011-03-07
Edition:      4., 4., Aufl.
Number of pages:      469
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Im Labyrinth der Fugger
   


Rezensionen
Eine teuflische Intrige

02.04.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Augsburg, Ende des 16. Jahrhunderts 

Der mächtige Anton Fugger hat seinen Erben ein millionenschweres Vermögen hinterlassen. Dieses soll nun unter allen Nachkommen gleichmäßig aufgeteilt werden. Christoph Fugger ist allerdings der Ansicht, dass sein Bruder Georg viel zu viele Kinder in die Welt gesetzt hat. Somit ist die Anzahl der Erben beträchtlich und der Erbanteil Christoph Fuggers, seiner Meinung nach, viel zu gering. Um Abhilfe zu schaffen, schmiedet er einen teuflischen Plan. Er verbündet sich mit dem ehrgeizigen Jesuiten Petrus Canisius. Dieser soll dafür sorgen, dass die zahlreichen Nachkommen seines Bruders dem weltlichen Leben, und damit auch den Erbansprüchen, entsagen und den Rest ihres Lebens im Kloster verbringen. Pater Canisius weiß, dass dieser heikle Plan nur gelingen kann, wenn er Ursula Fugger, die Mutter der Kinder, beeinflussen kann. Mit ungewöhnlichen Mitteln verschafft sich Canisius Zugang zur Familie Fugger. Die Fugger Tochter Anna Jakobää ahnt, dass Canisius nichts Gutes im Schilde führt. Doch niemand hört ihr zu. Die Mutter erliegt den Reden des Paters und langsam verwandelt sich das vornehme Haus in einen kargen und freudlosen Ort. Der teuflische Plan scheint aufzugehen.... 

Meine Meinung

Der historische Roman ist in vier Hauptteile gegliedert. Diese Teile sind mit den Jahreszahlen und Orten der Handlung überschrieben. Ein Zitat und eine kleine Illustration runden den Einstieg in die vier Hauptteile der Erzählung ab. Der erste Buchstabe dieser Abschnitte ist ebenfalls wunderschön illustriert. Im Innern des Buchs findet man einen Ausschnitt aus einem Augsburger Plan. Hier sind Orte, die mit der Geschichte der Fugger verbunden sind, markiert. Da dieser Roman auf einer wahren Begebenheit beruht, ist dieser Aspekt besonders interessant. Man kann den Spuren von Anna Jakobäa Fugger dadurch mühelos folgen. Ein Nachwort der Autorin, Worterklärungen und eine Liste mit den historisch belegten Protagonisten der Romanhandlung runden die ansprechende Gestaltung ab. 

Die Ereignisse werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Im Mittelpunkt der Handlung steht Anna Jakobäa Fugger, deshalb nimmt das Geschehen rund um die Hauptprotagonistin einen großen Teil der Erzählung ein. Man erhält Einblicke in das Leben der mächtigen Familie und beobachtet argwöhnisch, wie sich der Jesuit Canisius dort Zugang verschafft und an Einfluss gewinnt. Unter dem Vorwand der Teufelsaustreibung gelingt es ihm, die Mutter auf den vermeintlich rechten Weg zu führen und somit den Grundstein für das Gelingen der hinterlistigen Intrige zu legen. Glaubhaft vermittelt Rebecca Abe den damit verbundenen Wandel zu einem kargen und freudlosen Leben innerhalb des Fuggerhauses. Anna leidet sehr darunter. Obwohl sie zu einer der mächtigsten Familien der Stadt gehört, kann sie nichts gegen den Geistlichen ausrichten. Als Tochter des Hauses hat sie sich unterzuordnen und Anweisungen zu folgen. Man leidet beim Lesen förmlich mit der Hauptprotagonistin und kann ihr lähmendes Entsetzen nachempfinden. Ein weiterer Handlungsstrang wird vom Leben des Kürschners Kellenbenz bestimmt. Dadurch bekommt man einen Einblick in das harte Leben des einfachen Mannes. Auch dieser Teil wird spannend erzählt und liefert eine interessante Nebenhandlung. 

Der Einstieg in die Erzählung wird durch das Auftauchen zahlreicher Fugger-Männer etwas erschwert. Es ist zunächst nicht ganz einfach diese zuzuordnen und die Übersicht innerhalb der verzweigten Familie zu behalten. Dennoch wird man von Anfang an in den Bann der spannenden Erzählung gezogen. Die Protagonisten und ihre unterschiedlichen Schicksale erwachen zum Leben. Sie wirken sehr lebendig und wecken sowohl Sympathie als auch spontane Abneigung. Man kann sich die Handlungsorte vorstellen und in die längst vergangenen Zeiten eintauchen. Durch eingestreute Details kann man dabei sogar noch etwas lernen. Realtiv kurze Kapitel, die gelegentlich mit spannenden Cliffhangern enden, laden zum Weiterlesen ein und machen das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. 

\"Im Labyrinth der Fugger\" hebt sich vorteilhaft aus der Masse der Genrevertreter ab. Denn man hat hier wirklich das Gefühl, einen gut recherchierten, historischen Roman zu lesen und keinen romantischen Liebesroman. Eine Heldin in Männerverkleidung und allzu herzergreifende Liebesverwicklungen braucht man hier nicht zu befürchten. 

Insgesamt gesehen habe ich spannende Lesestunden mit der Geschichte der Anna Jakobäa Fugger verbracht und empfehle das Buch deshalb gerne weiter. Ich bewerte es auf meiner persönlichen Skala mit vier von fünf Sternen. Den einen ziehe ich ab, da mich das Ende nicht ganz überzeugen konnte. Hier überschlagen sich die Ereignisse förmlich und der Schluss kommt, meiner Meinung nach, etwas abrupt. Hier hätte ich mir noch ein wenig mehr erhofft. Dennoch spreche ich eine ganz klare Leseempfehlung aus und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Die Fugger - Eine sehr einflussreiche Familie

09.02.2012 Bewertung:  4.5 allegra vergibt 9 von 10 Punkten

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In dem Buch „Im Labyrinth der Fugger“ erlebt der Leser das Leben im Augsburg des 16. Jahrhunderts an der Seite von Anna Jakobäa Fugger. Dabei lernt man sowohl das Leben der weniger privilegierten Bevölkerung aus der Sicht eines armen Kürschers, das Familienleben der wohlhabenden Familie Fugger sowie auch das Leben hinter Klostermauern kennen.

 

Der Jesuitenpater Canisius treibt ein teuflisches Spiel. Er verbündet sich mit Annas kinderlosem Onkel Christoph, der die Anzahl der Fugger-Erben dezimieren will. Christoph Fugger stellt Pater Canisius die Anerkennung des Jesuitenordens und Gründung eines Jesuitenkollegs in Augsburg in Aussicht.

Canisius gelingt es vor allem die Mutter, Ursula Fugger zu beeinflussen, so dass sie zum Katholizismus konvertiert und schlussendlich einwilligt, dass die Kinder ins Kloster gebracht werden, wo sie als Erben außer Gefecht gesetzt wären. Anna kommt diesen Machenschaften auf die Spur.

 

Auf den ersten Seiten wird einem schon sehr bald klar, dass es sich bei diesem Buch nicht ein einfaches Werk handelt, dass man so schnell nebenbei lesen kann. Man muss sich mit all seinen Sinnen auf die Geschichte einlassen. Immer mal wieder musste ich tief durchatmen, weil die detaillierten Schilderungen einen robusten Magen erfordern. Gerade das Augsburg, das wir an der Seite Kellenbenz’ präsentiert bekommen, riecht nicht immer nach Rosen. Auch gewisse Verhaltensweisen von Pater Canisius sind mehr als gewöhnungsbedürftig.

 

Sprachlich musste ich mich anfangs erstmal an den Stil gewöhnen. Aber so nach den ersten zehn Seiten hat es mich richtig weiter gezogen. Das Buch ist in authentischer Sprache verfasst und beinhaltet dementsprechend hin und wieder unbekannte Ausdrücke, die man leicht hinten im Anhang nachschlagen kann. Die Autorin schafft es, nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch die Wahl der sprachlichen Ausdrucksmittel die passende Atmosphäre zu unterstreichen.

 

Das Zusatzmaterial, eine Karte von Augsburg vorne und hinten ein Nachwort, ein Glossar, eine Liste der historisch verbürgten Personen sowie ausführliche Literaturangaben runden das Buch wunderbar ab, so dass man richtig in die Geschichte zu dieser spannenden Zeit der Gegenreformation eintauchen kann. Das Buch kann auch gut als Einstieg dienen, wenn man sich vertieft in das Thema einarbeiten möchte.


allegra hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.


 
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