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Historischer Roman: Das Einstein-Mädchen: Roman
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Titel:      Das Einstein-Mädchen: Roman
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1811
Autor:      Philip Sington
ISBN-10(13):      3423247835
Verlag:      dtv
Publikationsdatum:      2010-07-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      464
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Das Einstein-Mädchen
   


Rezensionen
Spannende Verquickung von Historie und Fiction

06.01.2011 Bewertung:  3.5 Pharo72 vergibt 7 von 10 Punkten

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Die junge Alma Siegel sucht verzweifelt ihren Verlobten, den Psychiater Martin Kirsch. Er arbeitete an der Charité am Fall des Einstein-Mädchens, wobei es sich um eine junge Frau handelt, die ohne Gedächtnis im Caputher Wald, ganz in der Nähe von Albert Einsteins Sommerwohnsitz, fast ohne Kleidung gefunden wurde. Welchem Verbrechen fiel sie zum Opfer und hat ihre Geschichte etwas mit dem spurlosen Verschwinden von Martin Kirsch zu tun?

Der Roman wird als historischer Thriller beworben, wobei mir die Bezeichnung Thriller etwas übertrieben scheint. Vielmehr handelt es sich um ein Familiendrama in historisch brisanter Zeit kurz vor der Machtübernahme durch Hitler. Ich habe mich durch das Buch gut unterhalten gefühlt. Die gekonnte Verschleierung der Tatsachen bis auf die letzten Seiten des Buches hält den Leser in Bann. Die schlussendliche Erkenntnis, dass es sich um ein Buch im Buch handelt, bietet einen Überraschungseffekt.

Es werden einige schwierige Themen, wie die Syphilis-Erkrankung von Martin Kirsch, die menschenunwürdigen Experimente in der Psychiatrie bis hin zur Säuberungspolitik der Nazis mittels Euthanasie sowie auch die Judenverfolgung aufgegriffen. Einstein selber als historische Person kommt wenig sympathisch rüber, wobei jedoch unklar ist, inwieweit biografisch der Roman in dieser Hinsicht ist. Seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse werden angerissen und stellen für den weniger physikalisch bzw. mathematisch interessierten Leser sicher eine Hürde dar bzw. bremsen doch stark den Lesefluss.

Jedoch sind die Figuren, echte wie erfundene, großartig gezeichnet. Ein Hineinversetzen in sie gelingt mühelos, ebenso in das historische Setting, dass durch Beschreibungen von Tanzcafes, bestimmten Straßen und der tödlichen Bedrohung über allem durch die Nazis, lebendig wird.

Wer einen anspruchsvollen Roman im historischen Gewand mit einer packenden Familiengeschichte sucht, dem kann ich das Buch rückhaltlos empfehlen. Reine Thriller-Leser werden eher enttäuscht sein.


Pharo72 hat insgesamt 83 Rezensionen angelegt.


Gelungene Mischung aus Fiktion und Realität

06.09.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Im Berlin der dreißiger Jahre wird ein junge Frau im Wald bei Caputh bewusstlos aufgefunden. Als sie aus dem Koma erwacht, fehlen ihr sämtliche Erinnerungen. Selbst ihr Name ist aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Da man bei ihr nur einen Programmzettel, für einen Vortrag von Albert Einstein findet, wird sie von den Medien fortan als das \"Einstein-Mädchen\" bezeichnet. Die junge Frau wird in der Psychatrie der Charité behandelt. Der Psychiater Martin Kirsch beginnt sich deutlich mehr mit der Patientin zu befassen, als von ärztlicher Seite notwendig wäre. Er versucht ihre Identität zu lüften und gerät dabei in den Sog gut gehüteter Geheimnisse....

 

Meine Meinung


Die Geschichte um das Einstein-Mädchen wird in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Man begleitet zunächst Alma Siegel auf der Suche nach ihrem Verlobten Martin Kirsch. Dann springt die Handlung  einige Monate in der Zeit zurück. Nun kann man Martin Kirsch dabei beobachten, wie sein Interesse an der namenlosen Frau geweckt wird und wie er langsam immer tiefer in den Sog der Ereignisse gerät. Dabei wird dieser Teil der Handlung gelegentlich von Briefen und einer Erzählung in der Ich-Perspektive unterbrochen. Diese Einschübe heben sich durch ein anderes Schriftbild vom Rest des Geschehens ab. Zunächst bleibt ungewiss, wie sich diese Einschübe in das Gesamtbild einfügen, doch recht bald erlangt man dadurch ein umfangreicheres Hintergrundwissen und kann erste Schlüsse ziehen.

 

Historische Ereignisse fließen in die Handlung ein und spiegeln das Flair dieser Zeit wider. Man erfährt von den damaligen Behandlungsmethoden der Psychiatrie und vom Leben zwischen den beiden Weltkriegen. Langsam schleichen sich die Anfänge des Nationalsozialismus in die Handlung ein. Auch wenn diese nur den Rahmen für das  Hauptgeschehen bilden, tragen sie doch viel zur besonderen Atmosphäre der Geschichte bei. Historische Fakten verknüpfen sich in diesem Roman geschickt mit der künstlerischen Freiheit des Autors. Die Physik kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ausführlich wird auf die Arbeit und die Veröffentlichungen von Albert Einstein eingegangen. Diese Abschnitte sind zwar verständlich geschrieben, wirken aber trotzdem zuweilen recht langatmig und verführen dazu, mit den Gedanken abzuschweifen. Ein geringerer Anteil hätte den Lesefluss sicher gefördert.

 

Die Protagonisten wirken lebendig und ihre Handlungen nachvollziehbar. Martin Kirsch ist sympathisch und man folgt ihm deshalb gerne bei der Spurensuche. Sein gesundheitliches Manko wirft ihn dabei häufiger aus der Bahn, doch das lässt diese Figur noch glaubwürdiger wirken. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Handlungsorte und Personen erwachen zum Leben und die Atmosphäre der vergangenen Zeit ist beim Lesen deutlich spürbar. Die Suche nach dem Schlüssel zur Vergangenheit des Einstein-Mädchens ist zwar interessant, doch für einen historischen Thriller nicht spannend genug. Dafür sind einfach zu viele langatmige Passagen enthalten.

 

Obwohl mir die physikalischen Abhandlungen zu ausführlich waren und meinen Lesefluss etwas hemmten, konnte ich mich nur schwer von der Geschichte des Einstein-Mädchens lösen. Die Atmosphäre der Erzählung und die Mischung von Fiktion und Realität konnten mich überzeugen, auch wenn ich mir, aufgrund des Klappentextes, inhaltlich etwas anderes vorgestellt hatte.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Namenlos

03.09.2012 Bewertung:  3 coffee2go vergibt 6 von 10 Punkten

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Kurze Inhaltszusammenfassung:

Der Roman „Das Einstein-Mädchen“ spielt in Berlin im Jahre 1932. Eine junge Frau wird verwirrt und nackt in einem Wald in der Nähe von Caputh, wo auch Albert Einstein sein Wochenendhaus hat, aufgefunden, dadurch kommt der Verdacht auf, dass sie irgendeine Verbindung zu Einstein haben könnte. Die Frau wird in die Charité eingeliefert und dort gesund gepflegt und von Dr. Kirsch psychologisch behandelt. Das Mädchen kann sich an nichts erinnern, es weiß nicht einmal seinen Namen und Dr. Kirsch entwickelt immer mehr persönliches Interesse an dem hübschen Mädchen und dem außergewöhnlichen Fall.

 

Meine Meinung zum Buch:

Ich bin geteilter Meinung, wie mir das Buch gefallen hat. Einerseits haben mir die geschichtlichen Abhandlungen über Berlin in der Kriegszeit und die Einblicke in Albert Einsteins Leben und in das seiner Familienangehörigen sowie die Briefwechsel sehr gut gefallen, da sie das Buch lebendig gemacht haben. Auf der anderen Seite fand ich die Krankengeschichte und die Illusionen und Phantasien von Dr. Kirsch schon recht überzogen und auch nicht immer angemessen, dadurch hat sich das Buch wieder in die Länge gezogen. Gut nachvollziehbar fand ich auch das persönliche Dilemma vom Einstein-Mädchen, da sie aufgrund ihres Gedächtnisverlustes teilweise nicht wusste, wem sie vertrauen kann und wie ihr Leben vorher ausgesehen hat. Dies muss eine sehr schwierige Phase für sie gewesen sein. Nicht nachvollziehen konnte ich hingegen einige Aspekte aus Dr. Kirschs Leben, darunter der Umgang mit seiner Krankheit, das feige Lösen seiner Verlobung und teilweise auch seine beruflichen Ambitionen. Das Ende des Buches habe ich mir anders vorgestellt, es hat mich enttäuscht.

 

Cover und Titel:

Das Cover zeigt einen Teil des Gesichtes einer jungen Frau in schwarz-weiß gehalten, teilweise verdeckt durch einen Schleier, sodass ich das Cover optisch sehr ansprechend und auch passend zum Inhalt des Buches finde. Auch der Titel passt zum Buch und hat mein Interesse geweckt.

 

Mein Fazit:

Das Einstein-Mädchen ist eine Mischung aus historischem Roman, kombiniert mit Fiktion und persönlichen Lebensgeschichten einzelner Menschen, sodass der Roman sehr interessant zu lesen ist, aber zwischenzeitlich auch einige langatmige und chaotische Phasen hat.


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


 
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