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Historischer Roman: Das Haus zur besonderen Verwendung
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Titel:      Das Haus zur besonderen Verwendung
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1509
Autor:      John Boyne
ISBN-10(13):      3716026425
Verlag:      Arche Verlag
Publikationsdatum:      2010-08-30
Edition:      Hardcover
Number of pages:      560
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Roman
Erscheinungsjahr: 2010
2. Aufl.
Übersetzung: Schneider, Fritz
Gewicht: 722 gr / Abmessung: 21 cm
Von Boyne, John / Übersetzt v. Schneider, Fritz

"Ein aufwühlendes, atemberaubendes Epos über das Schicksal des letzten russischen Zaren und seiner Familie."
The Times
Der neue große Roman vom Autor des Weltbestsellers Der Junge im gestreiften Pyjama.
Russland 1915: In einem kleinen Dorf verhindert der sechzehnjährige Bauernsohn Georgi mit Glück und Geistesgegenwart ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie. Zar Nikolaus II. ruft Georgi daraufhin nach Sankt Petersburg, wo er ihn zum Leibwächter seines einzigen Sohnes ernennt, der nicht nur als Thronfolger in ständiger Lebensgefahr schwebt. Georgi weicht dem kleinen Zaren fortan nicht mehr von der Seite und findet in ihm einen Freund. In den prunkvollen Sälen des Winterpalais begegnet er auch der Zarentochter Anastasia. Sie verlieben sich, wohl wissend, dass diese Liebe nicht sein darf. Doch Georgi ist entschlossen, für Anastasia bis zum Äußersten zu gehen. Aber dann erhebt sich das Volk gegen den Zaren; das ganze Land taumelt dem Abgrund der Revolution entgegen. Anastasia und ihre Familie werden an einen geheimen Ort verschleppt ins "Haus zur besonderen Verwendung".
Mit diesem außergewöhnlichen Roman hat John Boyne den Menschen, die eine der dramatischsten Epochen Russlands erlebt und erlitten haben, ein Denkmal gesetzt. Die Geschichte vom tapferen Georgi, seinem kleinen Schützling und seiner großen Liebe ist eine Geschichte, die man nie mehr vergisst.
Fotos und Hintergründe: www.zurbesonderenverwendung.de

   


Rezensionen
Große Gefühle

15.08.2010 Bewertung:  5 KimVi vergibt 10 von 10 Punkten

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Über sechzig Jahre ist es her, dass der mittlerweile 82-jährige Georgi Daniilowitsch Jatschmenew seinem Heimatland Russland, gemeinsam mit seiner Ehefrau Soja, den Rücken kehrte. Sojas Lebensweg nähert sich nach all den Jahren dem Ende, denn sie ist unheilbar an Krebs erkrankt. Deshalb lässt Georgi die Vergangenheit noch einmal Revue passieren und blickt dabei auf ein ereignisreiches Leben zurück. Obwohl Georgi als Sohn einer einfachen Bauernfamilie geboren wurde, gelangte er in das unmittelbare Umfeld der letzten Zarenfamilie. Im Alter von sechzehn Jahren konnte er ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie verhindern und wurde deshalb nach St. Petersburg berufen, um dort in der Leibgarde zu dienen. Bereits bei seiner ersten Begegnung mit den Töchtern des Zaren, verlor er sein Herz an Anastasia.

 

 

Meine Meinung

 


Das Haus zur besonderen Verwendung ist eine fiktive Erzählung. Die Handlung beschäftigt sich mit dem Schicksal der letzten Zarenfamilie. Dazu wird die Ich-Perspektive, aus Georgis Sicht, verwendet. Im Jahre 1981 muss der 82-jährige Georgi  von seiner Ehefrau Soja Abschied nehmen, da sie unheilbar an Krebs erkrankt ist. Seine Gedanken schweifen in die Vergangenheit. Stück für Stück blickt er dabei immer weiter zurück, lässt wichtige Stationen im gemeinsamen Leben Revue passieren, um sich schließlich  an den Beginn ihres gemeinsamen Lebens zu erinnern. Unterbrochen werden diese Rückblicke durch die Erinnerungen des ganz jungen Georgi, der, durch sein beherztes Eingreifen, ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie verhindern konnte und damit sein ganzes Leben änderte. Dieser Erzählstrang beginnt im Jahre 1915 und endet mit der Ermordung der Zarenfamilie im Jahre 1918. Die beiden Handlungsstränge wechseln ab, um am Ende zusammenzulaufen.

In den Erinnerungen des jungen Georgi kann man zunächst einen Blick auf das ganz normale, harte Leben einer russischen Bauernfamilie werfen und erfährt, wie es in den Dörfern zuging und welche Stimmung dort herrschte. Nach seiner Aufnahme in die Leibgarde des Zaren lernt Georgi die andere Seite Russlands kennen. Die Zarenfamilie lebt im Reichtum und wohnt in prächtigen Palästen. Der Erzähler Georgi wirkt sehr sympathisch und schildert die Begebenheiten und Handlungsorte so detailliert, dass man sich die prunkvolle Kulisse gut vorstellen kann. Da Georgi der Zarenfamilie vollkommen ergeben ist und man das Geschehen mit seinen Augen betrachtet, zeichnet er ein freundliches und angenehmes Bild der Familie und stellt ihre Lebensweise nicht in Frage. Er wagt allerdings nicht daran zu denken, was der Zar mit ihm tun würde, wenn er von seiner Liebe zu Anastasia erführe. Der Starez Grigori Rasputin und sein unheilvoller Einfluss auf die Zarin, wird von Georgi äusserst misstrauisch betrachtet. Die historische Ereignisse der damaligen Zeit verschmelzen mit Georgis Erinnerungen und werden so in die Handlung eingeflochten.

Die Rückblicke des alten Georgi beschreiben das Leben im Exil und die gemeinsamen Jahre mit seiner Ehefrau Soja. Die beiden haben schon einiges überwunden und besonders Soja scheint vom Schicksal arg gebeutelt. Die Liebe des Ehepaars zueinander ist dabei allgegenwärtig und beim Lesen spürbar. Die beiden abwechselnden Handlungsstränge lassen die Erzählung durchgehend interessant wirken und machen neugierig auf die Auflösung.

Durch John Boynes wundervollen Schreibstil fällt es leicht in das ereignisreiche Leben Georgis einzutauchen und seine große Liebe zu Soja nachzuempfinden. Lange Zeit hat mich kein Buch so sehr gefesselt wie Das Haus zur besonderen Verwendung . Dem Autor gelingt es die großen Gefühle glaubhaft zu vermitteln, ohne dabei zu dick aufzutragen.  Obwohl man weiß, welches Schicksal die Zarenfamilie im Haus zur besonderen Verwendung erwartet, hofft man beim Lesen auf ein Wunder. Ich vergebe begeisterte zehn Bewertungspunkte und empfehle die Lebensgeschichte von Georgi, Anastasia und Soja gerne weiter.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Russische Geschichte faszinierend aufbereitet!

17.08.2010 Bewertung:  5 Nordlicht vergibt 10 von 10 Punkten

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\"Das Haus zur besonderen Verwendung\" des irischen Schriftstellers John Boyne (*1971) erzählt in zwei alternierenden Handlungssträngen die Lebensgeschichte des russischen Bauernsohns Georgi Daniilowitsch Jatschmenew.

Im Jahr 1915 rettet der sechzehnjährige Georgi dem Vetter des Zaren Nikolaus II das Leben, indem er er ein Attentat vereitelt. Zur Belohnung wird er in die Leibgarde des Zaren aufgenommen und als Begleiter, bzw. Beschützer des elfjährigen Zarewitsch Alexei eingeteilt. Georgi lernt auch die vier Töchter des Zaren kennen und verliebt sich in die jüngste, Anastasia. In Russland bahnt sich infolge der zunehmenden Unzufriedenheit des darbenden russischen Volkes ein gesellschaftlicher Wandel an, es kommt zur Revolution und Absetzung des Zaren durch die Bolschewiken. Die Zarenfamilie schwebt in höchster Gefahr.

Der zweite Erzählstrang setzt im Jahre 1981 ein und bewegt sich durch gut sechs Jahrzehnte zurück bis ins Jahr 1919, als Georgi und seine ebenfalls aus Russland stammende Frau Soja heirateten.Der Leser gewinnt nach und nach das Bild eines unsteten Lebens, das das Ehepaar Jatschmenew über Paris schließlich nach London geführt hat, wo Georgi und Soja trotz einiger Schicksalsschläge ein weitgehend zufriedenstellendes Leben führen, auch wenn ihr Heimweh niemals ganz erlischt.

Der Aufbau des Romans mit den zwei sich aus gegensätzlichen Richtungen aufeinanderzubewegenden Erzählungen ist genial und hält das Interesse des Lesers wach, da man unbedingt wissen möchte (oder auch bereits ahnt), wie die verschiedenen Lebensabschnitte des Protagonisten zusammenhängen.

Die Charakterisierung der Figuren ist sehr gelungen: Sie werden facettenreich mit ihren guten und weniger guten Eigenschaften dargestellt. Der Leser kann sich gut einfühlen.

Der Erzählstil ist ansprechend und flüssig zu lesen, an dieser Stelle gebührt nicht nur dem Autor, sondern auch dem Übersetzer Fritz Schneider ein Lob.

\"Das Haus zur besonderen Verwendung\" ist ein anspruchsvoller historischer Roman der Extraklasse, den ich geschichtlich interessierten Lesern dringend empfehlen möchte.


Nordlicht hat insgesamt 44 Rezensionen angelegt.


 
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