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Historischer Roman: Die Hure des Kaisers: Historischer Roman
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Titel:      Die Hure des Kaisers: Historischer Roman
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1394
Autor:      Kate Quinn
ISBN-10(13):      3548281702
Verlag:      Ullstein Taschenbuch
Publikationsdatum:      2010-07-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      528
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Die Todgeweihten grüßen dich

13.06.2010 Bewertung:  4 Bellexr vergibt 8 von 10 Punkten

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Rom im Jahr 81 n. Chr. Zu Ehren der Thronbesteigung von Kaiser Domitian finden im Kolosseum Gladiatorenkämpfe statt. Zu diesem Ereignis muss die 14-jährige Sklavin Thea ihre gleichaltrige, verwöhnte Herrin Lepida begleiten, obwohl sie Gewalt jeglicher Form verabscheut. Für Thea ist die Arena nur eine riesige Leichenhalle, viel lieber würde sie in ein Theater gehen, um dort der Musik zu lauschen. Während einer Vorführung wiedersetzt sich ein Gefangener den Befehlen seiner Wächter und wird niedergeschlagen. Seit Mut weckt das Interesse des Kaisers und so wird er von ihm begnadigt, um fortan als Gladiator in der Arena zu kämpfen. Und auch das Interesse von Thea an dem jungen Arius ist geweckt.

 

Interessant und unterhaltsam beschreibt die Autorin das Leben in Rom voller Intrigen und Oberflächlichkeit. So gibt sie ihren Lesern einen guten Einblick in das Leben einer Sklavin, vermittelt sehr gut die Machtlosigkeit gegenüber der Willkür ihrer Besitzer und zeigt auch auf, dass die Macht des Cäsars über allem steht, er nach Gutdünken über Leben und Tod entscheiden kann und diese Macht auch nur zu gerne ausübt. Auch den Gladiatorenkämpfen im Kolosseum gewährt Kate Quinn stellenweise viel Raum, sodass man sich die Brutalität dieser Spiele gut vorstellen kann, ohne dabei langatmig zu werden. Und so gelingt es ihr schon nach kurzer Zeit, einen in das Leben der damaligen Zeit eintauchen zu lassen.

 

Die Geschichte von Thea und Arius, sowie von Lepida und deren Familie umfasst eine Zeitspanne von rund 15 Jahren. Und das ereignisreiche, gefahrvolle Leben dieser Figuren ist durchweg atmosphärisch dicht umgesetzt und stellenweise auch richtig spannend erzählt, besonders zum Ende hin. Der Schreibstil der Autorin ist prall, farbenprächtig, schnörkellos und sehr modern gehalten.

 

Ihre Figuren lässt sie abwechselnd immer selbst zu Wort kommen. So erlebt man die Welt Roms zur damaligen Zeit mal aus Sicht von Thea, dann wieder aus Sicht von Lepida, wobei dieser anfangs viel Raum zuteilwird. Erst zur Mitte hin überwiegt die Geschichte von Thea und Arius wieder, wobei die Handlungsstränge sich immer wieder verknüpfen und man ständig über das weitere Leben der einzelnen Figuren informiert ist.

 

Thea ist ein junges, musikbegabtes, intelligentes Mädchen jüdischer Herkunft, welches bereits in ihrem kurzen Leben schon viel Schlimmes erleben musste, sodass sie erfahren und abgeklärt wirkt, aber auch ihre Verletzlichkeit ist durchweg zu spüren. Der junge Brite Arius ist ein sehr verschlossener, ungestümer, wilder, junger Mann, dem über weite Strecken des Buches hin ein Hauch der Unsterblichkeit anhaftet, was manchmal schon etwas unglaubwürdig wirkt.

 

Neben diesen beiden Figuren gibt es natürlich auch die entsprechende Gegenspielerin. Diese Rolle hat die junge Lepida Pollia inne. Die Wege von Thea und der intriganten, machthungrigen Ehefrau des Senators Marcus Norbanus kreuzen sich immer wieder und Lepida lässt kaum eine Möglichkeit aus, Thea zu schaden. Zusätzlich gibt es noch einen Nebenstrang, in dem Julia, die Nichte des Kaisers Domitian, zu Wort kommt. Inwieweit diese, scheinbar nicht recht zur Geschichte passende Nebenhandlung, zum Roman gehört, erfährt man erst ziemlich zum Schluss. Auch die weiteren Figuren, angefangen vom freundlichen, weisen Senator Marcus Norbanus, wie auch dessen ehrenhafter, treuer Sohn Paulinus (Präfekt der Prätorianergarde) und ganz besonders die Figur von Kaiser Domitian, sind durchweg sehr facettenreich und lebendig angelegt und überzeugen von Anfang an.

 

Fazit: Kate Quinn ist mit ihrem Debüt ein opulenter, unterhaltsamer und modern erzählter Roman gelungen, der von der ersten Seite an wunderbar unterhält.


Bellexr hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Eine Liebe im alten ROM - unterhaltsam aber teils gefühllos

15.07.2010 Bewertung:  3.5 Purpurfalter vergibt 7 von 10 Punkten

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Inhaltlicher Überblick:

Der historische Roman „Die Hure des Kaisers“ von Kate Quinn erzählt eine Liebesgeschichte, die aufgrund von Eifersucht, Gefangenschaft und Unterdrückung kaum eine Chance hat.

 Rom, 82 nach Christus: Obwohl die junge Sklavin Thea grausame und blutige Gladiatorenkämpfe verabscheut, muss sie ihre Herrin Lepida Pollia immer wieder dazu begleiten.

Bald trifft der Leser auf Arius, den neuen und sehr mutigen Gladiator, der die Zuschauer mit außergewöhnlichem Kampfgeist und einer umwerfenden Ausstrahlung fasziniert.

Auch Thea und Lepida können sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen und entflammen für ihn. Für Lepida ist es nur ein Spiel, auf das Arius jedoch absolut nicht eingeht – Lepida ist frustriert. Für Thea jedoch ist Arius ihr Seelenverwandter und es entwickelt sich zwischen den beiden bald eine wahre, leidenschaftliche Liebesbeziehung.

Doch was haben eine Sklavin und ein Gladiator für eine Zukunft? Wäre das nicht kompliziert genug kommt erschwerend hinzu, dass Lepida Arius für sich will.

Das Glück der beiden währt nicht lange. Theas eifersüchtige Herrin Lepida verkauft Thea kurzerhand an ein Bordell im Süden und lässt Arius glauben, sie sei tot. Dieser, dem nun nichts mehr lieb ist, stürzt sich in die Gladiatorenkämpfe…

Eigene Stellungnahme:

Zuerst einmal ist es an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, dass die Geschichte eine Zeitspanne von ca. 15 Jahren umfasst.

Nun kurz ein paar Worte zu den beiden Hauptcharakteren:

*Thea bzw. Athena*
Sie ist ein junges Mädchen jüdischer Herkunft, musikbegabt und sehr intelligent. Ihre Familie verlor sie schon in jungen Jahren und wurde mit 14 Jahren der gleichaltrigen Lepida Pollia als Sklavin geschenkt.

*Arius*
Arius ist Brite, sehr verschlossen und zurückhaltend – aber auch wild und kampfgeübt. Er verlor seine Familie ebenfalls sehr früh und wurde nach harter Arbeit in Salzminen zum Gladiator ausgebildet.

Der Roman ist interessant aufgebaut und verfasst worden. Der Leser kann sich sehr gut in Thea und Arius hineinversetzen, da sie als Personen überzeugen und nicht falsch oder aufgesetzt wirken.

Dass Thea und Arius Schicksalsgenossen, ja sogar Seelenverwandte, sind wird dadurch deutlich hervorgehoben, dass beide Gefangene sind, sie eine schwere Vergangenheit prägt und beide physische wie auch psychische Wunden aufweisen. Was sie jedoch bald am meisten verbindet ist ihre Liebe.

Aber nicht nur die zwei Hauptprotagonisten sind der Autorin gut gelungen, auch zahlreiche Personen in deren Umfeld überzeugen durch deren Facettenreichtum und Glaubwürdigkeit.

Die Rolle der jungen Lepida Pollia ist klar definiert: Sie ist das Gegenteil von Thea: ungebildet, machthungrig, vollkommen selbstverliebt und falsch. Durch ihre intriganten und skrupellosen Spielchen schadet sie nicht nur Thea und Arius, sondern auch Marcus, ihrem alten Ehemann, den sie wegen dessen Titel geheiratet hat.

Die Autorin gewährte den Gladiatorenkämpfen im Kolosseum teilweise viel Raum, was man mögen muss. Für mich persönlich war es in Ordnung, aber für manche könnte es zu langatmig werden.

Der Schreibstil von Kate Quinn ist sehr modern, besonders für einen Roman dieser Zeit, aber vielleicht auch gerade deshalb lässt sich das Buch sehr schnell und leicht lesen.

Die wörtliche Rede ist recht präsent und angenehm. Es wird abwechselnd aus Sicht von Thea oder Lepida berichtet, was sehr erfrischend und abwechslungsreich ist.

Leider sind viele Szenen bzw. Handlungen sehr oberflächlich beschrieben, gehen nicht in die Tiefe. Dies ist sehr schade, denn ich hätte mir gewünscht, dass zumindest die Beziehung von Thea und Arius mehr ausgeschmückt wird. Man erfährt viel zu wenig von ihren Gefühlen zueinander, über Liebesszenen wird zu schnell weggegangen. Man erfährt die Leidenschaft zwischen den beiden Hauptcharakteren nicht während des Lesens.

Auch die Beziehung oder Handlung zwischen dem Kaiser Domitian und Thea konnte man sich teilweise nur zusammenreimen.

Desweiteren gab es einige Passagen, gerade in der ersten Hälfte des Buches, wo ich den Roman am liebsten weggelegt hätte. Es war nicht mehr so spannend und die Handlung zog sich etwas dahin. Dies war hauptsächlich in der Zeit, nachdem Thea aus Rom fortgebracht wurde.

Noch eine interessante Anmerkung zum Schluss: Kate Quinn studierte Gesang an der Universität von Boston und schrieb währenddessen diesen Roman als Debüt. Diese Liebe zum Gesang hat sie in ihrem Buch eingebracht: Thea hat eine große musikalische Begabung, wird im Buch sogar entdeckt und darf vor dem Kaiser singen. Eine tolle Parallele zu dem Leben der Autorin.

Fazit:

Kate Quinn hat es zum Teil geschafft, den Leser in das damalige Leben in Rom, mit seinen Intrigen – aber auch seiner Liebe, zu entführen. Sie schreibt modern, unterhaltsam und flüssig. Teilweise hat jedoch die Spannung gefehlt und vor allem mangelte es an den wichtigen, interessanten Stellen an Detailreichtum und Gefühlen.


Purpurfalter hat insgesamt 11 Rezensionen angelegt.


Überzeugendes Debüt

16.11.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Die Sklavin Thea dient im Haushalt von Quintus Pollio. Ihre eigentliche Herrin ist die Tochter des Hauses, die vierzehnjährige Lepida Pollia. Lepida ist ziemlich verwöhnt und egoistisch. Sie möchte stets im Mittelpunkt stehen und die sofortige Erfüllung all ihrer Wünsche ist für Lepida eine Selbstverständlichkeit. Thea hat oft unter den Launen ihrer herrschsüchtigen jungen Herrin zu leiden.

Bei Gladiatorenwettkämpfen zieht der scheinbar unbesiegbare Kämpfer Arius das Interesse von Lepida auf sich. Lepida versucht ihn in ihren Bann zu ziehen. Sie schreibt ihm Briefe und beauftragt Thea damit, diese zu überbringen. Doch all ihre Verführungskünste zeigen bei dem Gladiator keine Wirkung. Er wagt es tatsächlich ihr die kalte Schulter zu zeigen. Wutentbrannt stellt Lepida fest, dass der Gladiator und ihre Sklavin Thea sich durch die Zustellung ihrer Briefbotschaften näher gekommen sind. Diese Niederlage kann Lepida nicht auf sich sitzen lassen. Sie verkauft Thea in ein Bordell und trennt die Liebenden voneinander.

 

Bald stellt Thea fest, dass sie ein Kind von Arius erwartet. Dadurch kann sie dem Leben im Bordell bereits nach wenigen Monaten entgehen, denn Huren mit gerundeten Bäuchen sind bei der Kundschaft nicht gerade beliebt. Ihr neuer Herr erkennt Theas Gesangstalent und bildet ihre Stimme aus. Sie steigt zur gefeierten Sängerin auf und weckt das Interesse des Kaisers. Er wählt Thea zu seiner Geliebten aus. Die mittlerweile verheiratete Lepida, glaubt ihren Augen nicht zu trauen, als sie die verhasste Rivalin an der Seite des mächtigsten Mannes im Reich entdeckt. Sie selbst würde nur zu gerne Theas Platz einnehmen. Hasserfüllt beginnt sie gegen Thea zu intrigieren....

 

Meine Meinung


Die Handlung beginnt im Jahre 81 n. Chr. mit einem Prolog aus der Sicht der Sklavin Thea. Das folgende Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Es gibt Passagen, die aus der Sicht eines Erzählers beschrieben werden, aber auch Szenen, bei denen man in die Protagonisten selbst schlüpft und die Ereignisse in der Ich-Form, aus der jeweiligen Sicht, miterlebt. Diese Form der Erzählung ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, doch da der Anfang der Perspektivenwechsel mit dem Namen der jeweiligen Personen überschrieben ist, kann man sich gut orientieren. Die wechselnden Perspektiven lassen die Erzählung lebendig wirken. Durch die Verwendung der unterschiedlichen Ich-Formen kann man außerdem in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten eintauchen und bekommt nicht nur einen Einblick in ihr Inneres, sondern auch noch einen Eindruck davon, wie sie auf die anderen Personen wirken.

 

Viele verschiedene Charaktere hauchen der Handlung Leben ein. Es gibt Personen, die dem Leser sympathisch sind und andere, die sofort gegenteilige Gefühle auslösen. Besonders die verwöhnte Lepida, mit ihrem grenzenlosen Egoismus und ihrer Vorliebe für Intrigen, dürfte die Gemüter erhitzen. Es fällt leicht, sich in die Personen hineinzuversetzen und ihren Handlungen zu folgen. Die lebendigen Akteure erzählen ihre Geschichte vor einer detailliert und gut beschriebenen historischen Kulisse. Das alte Rom erwacht zum Leben, sodass man schon fast vermeint die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren oder den tosenden Beifall in der Arena zu hören. Sitten und Gebräuche fließen ganz nebenbei in die Handlung ein und auch geschichtliche Daten kommen zur Erwähnung. Sie werden Teil der Geschichte und lassen sie somit noch glaubhafter wirken.

 

Die Liebesgeschichte zwischen Thea und dem Gladiator Arius ist, meiner Meinung nach,  nicht zu romantisch und überladen. Die Liebe der beiden ist zwar für den Leser spürbar, doch sie drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern lässt genug Raum für die spannende historische Unterhaltung. Man kann das Ende zwar erahnen, doch bis dahin hält das Schicksal noch einige Überraschungen bereit.

 

Mein Fazit


Ich lese sehr gerne historische Romane. Doch bisher habe ich das antike Rom dabei vernachlässigt, da ich nicht dachte, dass mich Erzählungen vor diesem Hintergrund interessieren könnten. \"Die Hure des Kaisers\" hat mich allerdings eines Besseren belehrt. Kate Quinns Erzählung konnte mich durch eine durchgehend spannende Handlung, facettenreiche Charaktere und eine lebendige historische Kulisse überzeugen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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