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Historischer Roman: Im Schatten der Königin: Roman
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Titel:      Im Schatten der Königin: Roman
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1163
Autor:      Tanja Kinkel
ISBN-10(13):      3426198177
Verlag:      Droemer
Publikationsdatum:      2010-02-15
Edition:      Hardcover
Number of pages:      432
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Aus der Amazon.de-Redaktion
Am 8. September 1560 wird Amy Robsart tot am Fuße einer Treppe aufgefunden. War es ein Unfall, Mord oder gar Selbstmord? Schnell verbreitet sich das Gerücht, ihr Mann Robert Dudley habe sie umbringen lassen, um Königin Elizabeth I. heiraten zu können, mit der er seit Jugendzeiten eng verbunden ist. Dieser Verdacht bringt nicht nur Robert sondern auch Elizabeth in Gefahr, die nach nicht einmal zwei Jahren auf dem Thron noch dabei ist, ihre Stellung zu konsolidieren. So ist beiden daran gelegen, möglichst schnell die Wahrheit über Amys Tod herauszufinden.

Tanja Kinkel rollt den historisch belegten Skandal um Amy Robsarts mysteriösen Tod neu auf und erzählt, wie es gewesen sein könnte. Der Roman spielt in einer einzigen Woche nach Amys Tod und wird aus der Perspektive von zwei Figuren erzählt, die in der Geschichtsschreibung nur am Rande erwähnt werden: Auf der einen Seite Thomas Blount, enger Freund und Vertrauter von Robert Dudley, der an den Unglücksort in Oxfordshire reist, um den tödlichen Treppensturz aufzuklären. Auf der anderen Seite Kat Ashley, die Gouvernante der Königin, die ihre Spitzel entsendet. Doch beide sind emotional enger in den Fall verwickelt, als es nach außen hin scheint.

Gekonnt zieht Kinkel die Fäden in diesem Ränkespiel um Liebe, Eifersucht, Rache und Macht und hält sich dabei eng an die historischen Fakten, die blendend recherchiert sind. Der Leser bekommt einen interessanten Einblick in die frühen Jahre von Elizabeths Herrschaft, auch wenn die Königin eigentlich nur eine Nebenfigur des Romans ist. Am Schluss des Buches findet man die Genealogien der drei beteiligten Familien und ein Nachwort der Autorin, in dem sie nochmals auf ihre Quellen verweist. Ein hervorragend geschriebener, atmosphärisch dichter und spannend zu lesender historischer Roman, der nicht nur Fans des elisabethanischen Zeitalters zu empfehlen ist.
- Alexandra Plath


   


Rezensionen
Mord oder Unfall?

26.03.2010 Bewertung:  4.5 KimVi vergibt 9 von 10 Punkten

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Inhalt

 

Am 8. September 1560 wird eine junge Frau tot am Fuße einer Steintreppe, in Cumnor Place aufgefunden. Es handelt sich um Amy Dudley, die Ehefrau von Robert Dudley, einem der engsten Vertrauten der Königin Elisabeth. Seit Elisabeths Thronbesteigung hält sich Robert stets bei Hofe, in der unmittelbaren Nähe der Königin auf. Seine Ehefrau Amy bekommt ihn in dieser Zeit nur selten zu Gesicht und deshalb wird Robert, trotz seiner Ehe, als möglicher Heiratskandidat für die Königin gehandelt.

Der plötzliche und geheimnisvolle Tod Amys, lässt die Gerüchteküche in ganz Europa kochen. Wurde Amy Dudley absichtlich aus dem Weg geräumt, um Robert eine Heirat mit der Königin zu ermöglichen? Auch über die Motive und Hintergründe des verhängnisvollen Sturzes gibt es die wildesten Spekulationen. Eine gerichtliche Jury soll den ungewöhnlichen Todesfall aufklären.

Da Robert nicht selbst nach Cumnor Place reisen kann, da er sonst schnell den Verdacht auf sich zöge, seine vermeintlichen Spuren zu verwischen, schickt er seine rechte Hand, Vetter Thomas Blount an den Unglücksort. Von ihm verlangt er, die Wahrheit herauszufinden und dabei keine Rücksicht auf das Ansehen der in den Tod verwickelten Person zu nehmen.

 

Meine Meinung

 

Dieser historische Roman, der sich mit dem bis heute nicht mit Sicherheit aufgeklärtem Todesfall von Amy Dudley befasst, wird in der Ich-Perspektive geschildert. Thomas Blount, der von Dudley nach Cumnor Place geschickt wird um den Tod der jungen Frau aufzuklären, ist der Erzähler der Handlung. Seine Erzählung wird durch einige Zwischenspiele unterbrochen, in denen ebenfalls die Ich-Form verwendet wird, allerdings aus der Sicht von Elizabeth Gouvernante Kat Ashley. Auch sie hat großes Interesse daran, die tatsächlichen Umstände des mysteriösen Todesfalls aufzuklären. Diese Abschnitte sind mit \"Zwischenspiel\" gekennzeichnet und heben sich durch eine andere Schriftform von Tom Blounts Schilderungen ab. Die Ich-Form aus Toms Sicht ermöglicht zwar eine uneingeschränkte Sicht auf die Ermittlungen, Erkenntnisse und Gedanken des Erzählers, doch eine umfassende Betrachtung der Nebenhandlungen ist nicht immer möglich. In den Zwischenspielen aus der Sicht der Gouvernante, erhält man nähere Informationen über die Königin und kann ihr Verhalten in der Zeit nach dem skandalösen Todesfall beobachten.

Trotzdem bleibt die Königin in diesem historischen Roman eher eine Randfigur. Die Handlung beschäftigt sich hauptsächlich mit dem traurigen Schicksal Amy Dudleys. Durch ihren Tod tritt sie aus dem Schatten der Königin heraus und die Untersuchung des Treppensturzes rückt ihre Figur in den Mittelpunkt.

Bei seinen Untersuchungen stößt Tom Blount auf einige Ungereimtheiten. Denn das Haar der Verunglückten, saß selbst nach dem tödlichen Sturz von der Treppe, noch wie frisch frisiert unter der Haube der Verstorbenen. Unklar ist Tom Blount auch, warum Amy Dudley am Unglückstag alle Dienstboten auf den Jahrmarkt schickte und allein blieb, obwohl sie sonst die Gesellschaft bevorzugte. Hatte sie eine geheime Verabredung getroffen? Ein Dienstbote, der genaueres angeben könnte, wird vor seiner Befragung zum Schweigen gebracht. Auch die Briefkorrespondenz scheint unvollständig zu sein und was verschweigt Amys Zofe? Amys Gastgeberfamilie auf Cumnor Place scheint auch Geheimnisse zu haben, die lieber unausgesprochen bleiben. Toms hartnäckige Nachforschungen bringen ihn in große Gefahren. Ausserdem macht Edith Odingsells, die ebenfalls zum Zeitpunkt des Unfalls auf Cumnor Place wohnte, ihm das Leben schwer. Diese Dame ist Tom bereits aus frühester Kindheit bekannt und selbst da bereitete es ihr großes Vergnügen, Tom mit ihren Äusserungen und Handlungen zu reizen. Bei seinen Ermittlungen wird Blount von Frobisher, einem Schauspieler, unterstützt. Da Frobisher allerdings erst auf dem Weg nach Cumnor Place in Blounts Dienste trat, kann es sich dessen Loyalität nicht sicher sein. Die Ermittlungen erfordern also einiges Fingerspitzengefühl, besonders als die gerichtliche Jury und der Bruder der Toten vor Ort eintreffen.


Trotz der manchmal etwas langatmig wirkenden Ermittlungsarbeit des Erzählers Tom Blount, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Figuren und Handlungsorte werden glaubhaft beschrieben, sodass die Geschichte zum Leben erwacht. Tom Blount wirkt sehr sympathisch und bei den Rededuellen, die er sich mit seiner Kindheitsplage Edith Odingsells liefert, leidet man förmlich mit ihm mit, da er ihr nicht gewachsen zu sein scheint. Dadurch wirken die Figuren lebendig und die Erzählung stellenweise humorvoll. Auch der Nebenakteur Frobisher bringt Thomas Blount gelegentlich zur Verzweiflung und sein Mitwirken bei den Nachforschungen haucht der Handlung frischen Wind ein.

Neid und Intrigen am Hofe führen dazu, dass fast jede Figur ein Motiv hätte, die arme Amy Dudley aus dem Weg zu räumen. Dadurch bleibt die Ermittlungsarbeit spannend und abwechslungsreich und das Buch liest sich quasi von allein. Auf einem Gerüst von historisch belegten Fakten und Persönlichkeiten basiert die Handlung des schon fast als Krimi einzuordnenden Romans. Gemischt mit fiktiven Akteuren und künstlerischer Freiheit, liefert Tanja Kinkel eine schlüssige Auflösung, die sich so tatsächlich zugetragen haben könnte.

Die Stammbäume der Familien Tudor, Dudley und Blount am Ende des Buchs helfen dabei die Personen und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen einzuordnen. Ausserdem kann man so historische von fiktiven Persönlichkeiten unterscheiden. Das im Stammbaum der Familie Blount mit 1559 angegebene Todesjahr vom Erzähler Thomas Blount verwirrt allerdings, da sich der Tod von Amy Dudley ja erst im Jahr 1560 ereignet hat. Im informativen Nachwort der Autorin wird auf diese Tatsache nicht eingegangen, doch in einem Lesekreis gibt sie eine einfache Antwort auf diese Frage. Denn es handelt sich um einen Tippfehler beim Abschreiben der Stammbaumtafel. Das tatsächliche Todesjahr von Thomas Blount war 1569. Das erklärt natürlich, warum er in diesem Roman quicklebendig die Ermittlungen für Robert Dudley durchführen kann.

Mir hat dieser historische Roman ausgesprochen gut gefallen und deshalb habe ich ihn innerhalb kürzester Zeit verschlungen und kann ihn deshalb guten Gewissens weiterempfehlen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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