Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/rezionde/components/com_booklibrary/booklibrary.php on line 2910
Fantasy: Cassia & Ky 02. Die Flucht
  Print


Titel:      Cassia & Ky 02. Die Flucht
Kategorien:      Fantasy
BuchID:      2309
Autor:      Ally Condie
ISBN-10(13):      384142144X
Verlag:      Fischer Fjb
Publikationsdatum:      2012-01-20
Edition:      2
Number of pages:      464
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Die Flucht - Cassia & Ky 02

19.02.2012 Bewertung:  5 Seelchen vergibt 10 von 10 Punkten

Userpic
Einen Folgeband zu rezensieren erweist sich für mich nicht selten als schwerer, als es bei seinem Vorgänger der Fall war. Besonders schwer wird es, wenn man eine hohe Meinung von diesem Vorgänger hatte, dadurch den nächsten Band schon mit einer gewissen Erwartungshaltung in die Hand nimmt und während des Lesens automatisch anfängt Vergleiche zu ziehen. Im Nachhinein bin ich mir jedoch gar nicht so sicher, ob man Die Auswahl und Die Flucht wirklich mit einander vergleichen kann – zumindest ist es mir nicht gelungen. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Folgeband schlechter ist als sein Vorgänger, vielmehr ist er anders. Während sich in Die Auswahl vorwiegend darauf konzentriert wurde, dem Leser diese neue Welt nahezubringen und ihm die Umstände zu verdeutlichen, geht Die Flucht mehr in die Tiefe.
Ebenso wie Die Auswahl ist auch dieser Band in der Ich-Perspektive geschrieben, doch diesmal ist es nicht Cassia alleine, die den Leser durch die Geschichte führt. Unterstützung bekommt sie dabei von Ky, mit dem sie sich abwechselnd die Erzählerrolle teilt. Wenngleich die doppelte Ich-Perspektive am Anfang ein klein wenig verwirrend wirken kann, gelingt es doch recht schnell, sich daran zu gewöhnen und in die Geschichte abzutauchen. Auch sprachlich hat sich Die Flucht im Vergleich zum ersten Band ein wenig verändert. Diese eher nüchterne, teilweise auch steril und kalt wirkende Nuance, die die Schreibe im ersten Band mit sich brachte und gleichzeitig die strukturierten Lebensumstände nochmal betonte, sind hier ein bisschen verloren gegangen. Allerdings hat das der Geschichte nicht geschadet, sondern war für die Umgebung und die Situation, in der sich die Charaktere in diesem Buch befinden, genau richtig. Hier war kein Platz für klare Strukturen, für penibel kontrollierte Abläufe und Sterilität.
Die Auswahl hat dem Leser das Leben in der Gesellschaft nahe gebracht, ihn mit strengen Tagesabläufen, Regeln, der Bestimmung, wen man lieben und welchen Beruf man ausüben soll schockiert und manch einer mag sich bei dem Wunsch ertappt haben, dass diese Zukunftsvision niemals Realität werden wird. In Die Flucht geht Ally Condie auf das Für und Wider beider Seiten ein und zeigt dabei auf, dass weder die Gesellschaft noch das Leben außerhalb der Gesellschaftsmauern so perfekt oder wenig perfekt ist, wie man zunächst vielleicht meinen mochte. Auch Cassia und Ky müssen sich im Laufe der Geschichte immer mal wieder eingestehen, dass sie in der Vergangenheit vielleicht voreilig geurteilt haben und erkennen, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt. Doch nicht nur Für und Wider von Freiheit auf der einen und Kontrolle auf der anderen Seite ist Thema dieses Buches, nein, die Charaktere müssen sich mit einer ganzen Reihe von Gefühlen und Gedankensträngen auseinandersetzen.
Dank der doppelten Ich-Perspektive ist es dem Leser möglich, hinter Kys Fassade zu schauen, ihn und seine Vergangenheit ein bisschen besser kennenzulernen, seine Gedanken zu lesen, seine Beweggründe zu erfahren und in seine Gefühlswelt abzutauchen. Er lässt uns teilhaben an egoistischen Augenblicken, in denen sein Überlebenswille stärker ist, als jedes Gefühl von Anstand, in denen er lieber als Feigling gilt und sein Leben über das anderer stellt, anstatt einen hoffnungslosen Kampf zu führen und seinen Tod damit willkommen zu heißen. Er gesteht uns seine Angst davor, ersetzt zu werden, davor, dass sich Meinungen über ihn ändern, sobald man alles über ihn erfahren hat, fragt sich, welchen Preis man bereit ist für die Liebe zu zahlen und duldet uns als stumme Begleiter, während er für sich erkennt, dass man irgendwann an einen Punkt gelangt, an dem man seinen Frieden schließen, Fehler verzeihen und mit sich selbst ins Reine kommen muss.
Doch nicht nur Ky lernen wir besser kennen, sondern auch Cassia. Fernab von ihrer gewohnten Umgebung und den Strukturen erleben wir das junge Mädchen von einer anderen Seite. Von dem Willen geleitet, Ky aufzuspüren, geht sie unsagbare Risiken ein, zeigt Willenskraft und eine unglaubliche Stärke, während sie sich verbissen und ungeachtet ihrer bereits schwächelnden Gesundheit ihren Weg durch die äußeren Provinzen kämpft, nur getrieben von ihrer Hoffnung, den zu finden, den sie liebt. Die kräftezehrende Reise ist jedoch nicht das einzige, was Cassia verändert. Die Umstände um sie herum, die Denkweise und das Verhalten ihrer Gefährten, Traditionen und Legenden, die außerhalb der Gesellschaft auf sie niederprasseln und das Mädchen zum Nachdenken bringen, Vertrauensbrüche und die Erkenntnis, dass auch Liebe Raum braucht und man nicht alles über den anderen wissen muss, damit das Herz für ihn schlägt, lassen Cassia reifer werden und verleihen ihrem Charakter mehr Tiefe.
Auf ihrer Flucht vor der Gesellschaft und ihrer Suche nacheinander treffen unsere beiden Helden auf Eli, Vick und Indie, die ebenso von der Gesellschaft als Lockvögel in die äußeren Provinzen geschickt wurden, in dem Wissen, dass die Teenager diese Aufgabe wohl nicht überleben werden. Sie alle haben ihr Päckchen zu tragen, niemand traut dem anderen vollends über den Weg, keiner weiß, wie viel er von sich preisgeben darf und muss, um sein Ziel zu erreichen und so verschiedenen diese Charaktere auch sein mögen, sie alle haben eins gemeinsam: den Willen zu überleben. Die Reise führt sie durch Schluchten, Höhlen und Gewässer, sie konfrontiert sie mit dem Tod, lässt sie darüber nachdenken, wie man am besten Abschied nimmt, zeigt ihnen unterschiedliche Traditionen auf, schweißt sie mal mehr mal weniger zusammen und macht sie schlussendlich zu so etwas wie Gefährten.
Xander hingegen begegnet dem Leser nur zu Beginn des Buches persönlich, doch auch wenn er bis auf die paar Szenen am Anfang keine aktive Rolle während der Handlung inne hat, so hat er doch bleibende Spuren hinterlassen, die durch Gedanken und Gespräche der Protagonisten ihre Fäden durch die Handlung ziehen.
Neben den Charakteren, die schon allein durch ihre unterschiedlichen Schicksale und die aktuellen Umstände, mit denen sie sich konfrontiert sehen, den Leser zum Nachdenken bringen, hat Ally Condie auch dieses Mal wieder gezielt Gedichte in die Handlung eingefügt, ihnen eine große Rolle zuteil werden lassen und unterstreicht damit nochmals die nachdenklich stimmende Atmosphäre dieses Buches.

 


Fazit
Von Die Auswahl war ich damals völlig begeistert. Die Welt, die Charaktere, die Handlung, einfach alles an diesem Buch überzeugte mich und löste in mir den Wunsch nach mehr aus. Die Flucht gab mir mehr und zwar viel mehr, als ich mir erhofft hatte und ich kann es gar nicht erwarten, Band 3 endlich in den Händen zu halten und zu erfahren, wie die Geschichte um Cassia&Ky weitergeht!

Seelchen hat insgesamt 22 Rezensionen angelegt.


 
Joomla templates by a4joomla