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Fantasy: Damian - Die Stadt der gefallenen Engel
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Titel:      Damian - Die Stadt der gefallenen Engel
Kategorien:      Fantasy
BuchID:      2268
Autor:      Rainer Wekwerth
ISBN-10(13):      3401065130
Verlag:      Arena
Publikationsdatum:      2010-05
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      418
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Beschreibung:      Product Description
Damian - Die Stadt der gefalle
   


Rezensionen
Damian - Die Stadt der gefallenen Engel

15.01.2012 Bewertung:  4 Seelchen vergibt 8 von 10 Punkten

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Viele unserer Vorfahren erlebten ihn in einer Zeit, in der der Glaube die Handlungen der Menschen stets penibel beeinflusst hat, er lehrte sie Furcht und Demut, verlieh ihnen Kraft und Hoffnung. Auch heute noch nimmt er in den Herzen und Köpfen vieler Menschen einen großen Teil ein, wenngleich wir ihm nicht mehr die Bedeutung zukommen lassen, die er vor unzähligen Jahren einmal inne hatte. Die Rede ist von dem Kampf zwischen Himmel und Hölle, zwischen dem Licht und dem Feuer. Der Autor Rainer Wekwerth bedient sich in „Damian – Stadt der Engel“ an genau diesem Kampf und schafft damit ein phantastisches Abenteuer voller Spannung, Geheimnissen und Gefühlen.

Handlungsort der Geschichte ist die deutsche Hauptstadt Berlin, die wir alle als Zentrum unserer Regierung täglich wahrnehmen, von der wir wissen, dass sie farbenfroh und multikulturell ist. Doch wovon wir nichts wussten ist, dass es neben dem Berlin, wie wir es kennen, noch ein anderes gibt – eines, in dem phantastische Wesen im Verborgenen einen uralten Kampf austragen.
Rainer Wekwerth hat einen angenehmen leichten und flüssigen Schreibstil, der dem Leser von der ersten Seite an ermöglicht, voll in die Geschichte hineinzutauchen. Durch einen ständigen Perspektivwechsel, der uns sowohl Einblicke in die Charaktere selber als auch in die unterschiedlichen Handlungen gewährt, gewinnen wir ein beinahe lebhaftes Bild von den einzelnen Dämonen, den Engeln und dem Kopf des Bösen: dem Teufel. Die Handlungen, die sich uns in diesen Sichtwechseln präsentieren, können dadurch, dass mit ihnen auch ein Wechsel des Handlungsortes einhergeht, anfangs leicht aus dem Kontext gerissen wirken, doch nach und nach wird das Bild klarer, es erschließen sich zusammenhänge und die Neugier auf das, was da noch kommen mag, wird schier ins Unendliche getrieben.
Wie in den meisten Jugendbüchern lässt auch „Damian – Stadt der Engel“, neben einer großen Ladung Spannung, die Liebe nicht missen. Doch wer ein prall gefülltes Buch voll Romantik erwartet irrt, denn wenngleich dieser Part durchaus wichtig ist, die Gefühle, die sich zwischen dem Namensgeber des Titels und Lara abspielen, sehr gefühlvoll, spannend und glaubwürdig an den Leser gebracht werden, steht dieser Teil der Handlung zu keiner Zeit der Geschichte im Vordergrund. Zentral steht der Kampf zwischen Licht und Dunkel, dem Zwiespalt, der sich durch die Liebe aufgetan hat und einem alten Familiengeheimnis.

Neben den unterschiedlichen Kreaturen der Hölle, die der Autor sehr detailliert und einzigartig beschrieben hat, hat er Charaktere erschaffen, in die sich der Leser gut hineinfühlen kann. So ist da die Hauptcharakterin Lara, die lernen muss, mit dem Schmerz ihres ersten Liebeskummers zurechtzukommen und dafür einen Ort wählt, der ihr durch all die neuen Eindrücke Ablenkung verspricht. Besonders schön finde ich hier, dass wir gemeinsam mit Lara alles kennenlernen, denn auch für sie sind ihre Großeltern fast Unbekannte, Berlin eine Stadt, die es von ahnungslosen Augen zu entdecken gilt. Den Kummer, den das junge Mädchen hier durchlebt und die Sehnsucht nach etwas, was ihn stillen kann, beschreibt der Autor so realistisch, dass es nicht schwerfällt, für Lara Verständnis entgegenzubringen und Sympathie für sie zu entwickeln. Dieser Liebeskummer wird jedoch bald von Damian abgelöst, der seinen Weg in Laras Herz gefunden hat und von unerklärlichen Gemütsschwankungen, die sie vor ein Familiengeheimnis stellen, dessen ganzes Ausmaß erst zum Ende hin klar wird und Lara in ein Chaos der Gefühle stürzt. Diese Achterbahn der Gefühle wirkt zu keiner Zeit unglaubwürdig, sondern völlig nachvollziehbar und sensibel ausgearbeitet.
Doch auch, wenn Lara ein Charakter ist, den ich im Laufe der Geschichte liebgewonnen habe und die durch und durch glaubwürdig erscheint, ist mir ihr männlicher Gegenpart deutlich mehr ans Herz gewachsen. Er ist düster und geheimnisvoll, sensibel und aufmerksam, zerrissen und voller Sehnsucht. Er ist es, der mir mit seinen Entscheidungen Tränen in die Augen steigen ließ und Gänsehaut bescherte. Die starke Sehnsucht, die er verspürt und die zum Ende hin beinahe schmerzhafte Ausmaße in ihm annimmt, hat der Autor ohne viel Drumherum genau auf den Punkt gebracht und dem Leser vor Augen gehalten, dass kein Fehler so schlimm sein kann als dass ihm nicht auch wieder verziehen werden könnte.
Ein wahrer Goldgriff ist Rainer Wekwerth mit dem Teufel höchstpersönlich gelungen. Er verkörpert das Böse und im Allgemeinen stellt man ihn sich als erschreckende und vielleicht sogar außerordentlich hässliche Kreatur vor, doch nicht in diesem Buch. Hier präsentiert sich der Teufel sowohl in der Gestalt einer attraktiven Frau, die sich die Nägel lackiert, als auch als Kind oder -wie er wohl in unseren Köpfen meistens zu finden ist- als Monster. Diese verschiedenen Gestalten und die kleinen Witze, die er stets von sich gibt, verleihen ihm, wenngleich er zugleich an tödlicher Grausamkeit nicht verliert, einen Hauch Menschlichkeit und ich bin mir auch jetzt noch nicht sicher, ob er vielleicht doch auch zur Liebe fähig wäre.
Laras Großeltern gehören zu der Sorte Charakteren, aus denen man lange Zeit nicht schlau wird. Sie sind herzlich und fürsorglich, doch schnell wird klar, dass sie etwas zu verbergen haben - und dieses Etwas muss für sie so schrecklich sein, dass sie dafür ihre Enkelin belügen. Erst gegen Ende hin wird hier klar, was hinter dem Familiengeheimnis steckt, welche Rolle sie selbst darin spielen und so schrecklich es auch ist – man kann ihre Beweggründe verstehen.

Für einen Liebhaber von Liebesgeschichten wird das Ende von „Damian – Stadt der gefallenen Engel“ nicht ganz so befriedigend sein, wie sie es sich erhoffen mögen, denn auf der einen Seite gibt es zwar ein Happy End, welches dieses Buch abschließt, doch auf der anderen Seite auch wieder nicht.


Fazit
„Damian – Stadt der gefallenen Engel“ ist voller Spannung und Geheimnisse, die sich erst zum Ende hin alle aufdecken. Es ist ein Buch, welches viele unvorhersehbare Abläufe hat, wunderbar natürliche Charaktere aufweist und Herzen berührt. Ein Buch, welches sich in rasantem Tempo zu einem Pageturner entwickelt.


Seelchen hat insgesamt 22 Rezensionen angelegt.


 
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