Interview mit Daniel Kohlhaas (Autor)

Daniel Kohlhass, AutorDaniel Kohlhaas wurde am 15. September 1979, in Hachenburg im Westerwald, geboren. Im Sommer 1999 machte er Abitur am Privaten Gymnasium Marienstatt, ohne recht zu wissen, was danach folgen sollte. Nach Wehrdienst und einem kurzen Engagement als Postbote, begann er 2001 eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Nach erfolgreichem Abschluss, wurde 2004 ein Studium auf Lehramt Gymnasium für die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften begonnen, welches 2009 erfolgreich mit dem 1. Staatsexamen beendet wurde. Seit September 2009 arbeitet er als Referendar an einem örtlichen Gymnasium.

Erste Kurzgeschichten und Gedichte verfasste er seit dem vierzehnten Lebensjahr. Im Jahr 2008 beendete er die Arbeiten an seinem ersten Romans "Adams Väter". 2009 unterschrieb er mit diesem Werk im Rücken einen Vertrag bei der Literaturagentur Scriptzz in Berlin. Im Februar 2010 wurde "Adams Väter" schließlich im AAVAA-Verlag in Berlin veröffentlicht.

Nebenher nimmt er erfolgreich an Ausschreibungen und Literaturwettbewerben teil und veröffentlichte Kurzgeschichten und Gedichte im Internet und in diversen Literaturzeitschriften oder Anthologien. Einige seiner Kurzgeschichten wurden von Sprechern vertont und unter dem Reihentitel "Innenansichten" ist eine kostenlose Veröffentlichung als Download geplant. 2009 gewann er einen ausgeschriebenen Wettbewerb des Droemer-Knaur Verlages, den so genannten Killerclub. Seine Gewinnergeschichte mit dem Titel "Wormser Gift" wurde von Matti Klemm vertont und ist im Internet kostenlos anzuhören. Daniel Kohlhaas lebt mit Frau und Katzen im Oberbergischen. (Text: www.daniel-kohlhaas.de)

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„Adams Väter“ ist Dein erster Roman. Seit wann geisterte die Idee dazu in Deinem Kopf herum?

Die Idee geisterte nach der Lektüre eines Artikels im Spiegel in meinem Kopf herum. Darin ging es um die Behandlung von Kinderkrankheiten im Uterus. Ich stellte mir vor, was passieren könnte, wenn man sein Wunschkind auf Bestellung bekäme und dabei etwas schiefgehen würde und so arbeitete ich an der Story. Angefangen zu schreiben, habe ich ungefähr 2007 und 2008 das Buch vollendet.



Letzte Seite geschrieben, das Wort ENDE steht drunter. Was war das für ein Gefühl? Warst Du erleichtert oder hättest Du noch weiter schreiben mögen?

Nein, man ist schon erleichtert. Es gibt immer Phasen, in denen es nicht wirklich voran geht und daher ist man froh, wenn man es geschafft hat. Meistens hat man ja auch schon neue Ideen im Kopf, die heraus wollen.

Bist Du ein großer Krimi-Fan oder hat es sich einfach so ergeben? Manche Autoren sagen ja, dass die Grundidee oft eine ganz andere war…

Ich bin ein Thriller-Fan. Ich fühle mich in diesem Genre sehr wohl und werde auch weitere Thriller schreiben.

Könntest Du Dir vorstellen, hauptberuflich zu schreiben, wenn sich großer Erfolg einstellt? Hast Du viele weitere Ideen für Romane? Phil und Zack sind doch scheinbar ein recht gutes Team.

Es gibt Ideen, aber nicht unbedingt für Phil und Zack. Ob und wie es für die Beiden weitergeht, kann ich an dieser Stelle noch nicht sagen. Aber die Charaktere gefallen mir schon. Das Schreiben ist derzeit ein Hobby, nicht mehr und nicht weniger. Wenn es mehr wird, nehme ich es gerne zur Kenntnis, aber es muss nicht zwingend so kommen. Ich bin in meinem derzeitigen Beruf sehr glücklich.

Das Kernthema im Buch ist ein ziemlich heikles, von dem seit Jahren gemunkelt wird, dass es schon längst Realität ist. Macht Dir das Angst? Du hast selbst Familie; welches Gefühl hast Du bei diesem Thema?


Ich habe selbst noch keine Kinder, aber das Thema finde ich persönlich sehr spannend. Ich denke wir können uns nicht vor dem Fortschritt verschließen. Die Grenzen der Ethik und des gesunden Menschenverstandes sollten vorher bedacht und auch beachtet werden, bevor man forscht. Aber wir alle wissen, dass wir eben nicht alles wissen!

Da der Roman in den USA spielt, war eine Recherche vor Ort, zumindest was die Polizeiarbeit angeht, sicher nicht möglich. Wie nah, glaubst Du, sind Deine beiden Protagonisten an echten Polizeibeamten in L.A. dran?

Ja, es gab keine Recherche vor Ort. Ich habe versucht im Internet und in Büchern, so weit es eben möglich war, die Recherche zu betreiben. Ich versuche schon realitätsnah zu schreiben und hoffe, dass es mir gelungen ist.

Welches waren für Dich der liebste und der schlimmste Charakter im Buch? Bei welchem passte einfach alles und wer wollte so gar nicht rund und stimmig werden? Oder hast Du einfach alle gleich gern?

Ich mag Phil und Zack sehr gerne. Sie sind ein gutes Team. Es gab eigentlich keinen Charakter, der nicht so wurde, wie ich ihn gerne haben wollte. Aber ich stehe auch noch am Anfang, da lernt man mit jeder Seite. Authentische Charaktere sind mir wichtig und ich mag es selbts, wenn diese in Büchern eine gewisse Tiefe vorweisen. Ich hoffe einfach, dass mir das selbst gelungen ist und man mit allen mal mehr und mal weniger mitfühlen kann.

Wie waren bzw. sind die Reaktion aus dem Lehrerkollegium und von Deinen Schülern oder wissen die meisten gar nichts davon? Unter einem Pseudonym hast Du ja auf jeden Fall nicht veröffentlicht. Wink

Es gibt mittlerweile erste Schüler die es gelesen haben, aber ich versuche die beiden Welten strikt zu trennen.

Die Meinungen zu Deinem Buch sind total unterschiedlich. Wie realistisch betrachtest Du Lob und wie gehst Du mit Kritik um? Gerade hier auf Rezi-Online wurde ja eine ziemlich heftige Rezension veröffentlicht.

Kritik ist hart und wiegt immer schwerer. Ich brauche pro schlechter Kritik mindestens drei gute Kritiken! Aber man braucht beide Arten, da man nur so die Stärken konservieren und die Schwächen bearbeiten kann. Die Kritik auf eurer Seite ist für mich natürlich nachvollziehbar, was die Qualität des Buches hinsichtlich des verlangten Preises betrifft. Jedoch sehe ich die Fehleranzahl nicht so schwerwiegend, wie es in der Rezension anklingt. Aber es nervt natürlich, dass Fehler im Buch zu finden sind. Da muss ich mich auf der einen und der Verlag auf der anderen Seite um mehr Professionalität bemühen, was in Zukunft auch geschehen wird. Was mir in der Rezension zu kurz kommt, ist die Meinung zur Story. Ich kann verstehen, dass die Fehler nerven, aber es geht ja bei einer Rezension vornehmlich um den Inhalt. Egal, jede Meinung ist subjektiv, jedoch hat ein berühmter Mensch einmal gesagt: Auch schlechte Publicity ist Publicity! Daher bin ich auch rezi-online für ihre Rezension dankbar. Wenn am Ende die Leute sagen, dass sie sich darüber selbst ein Bild machen wollen, dann habe ich ja auch Leser gewonnen. Die Meinungen sind ja auch, für mich zum Glück, in der Mehrheit bisher positiv.


Bekommt Dein Lektorat auch Anfragen bzw. Post oder landet alles bei Dir und Du kümmerst Dich selbst um die Beantwortung von Leserbriefen (so es denn welche gibt)?

Nein, das erledige ich selbst.

Apropos Lektorat: die Fehler sind ja nicht wegzureden; da ist bei Rechtschreibung, Grammatik und Wortwahl, stilistisch und bei der Zeichensetzung vieles im Argen. Wie kann so etwas in den Zeiten von Rechtschreibprüfprogrammen überhaupt passieren?

Ich habe das Buch in einem Textverabeitungsprogramm geschrieben, welches zwar eine Rechtschreibeprüfung hat, die jedoch nicht alle Fehlerbereiche abdeckt. Gerade Grammatik und Kommasetzung können nicht geprüft werden. Das adams_vaeterLektorat meines Verlages steckte zu Zeiten der Veröffentlichung noch in den Kinderschuhen. Ich weiß auch nicht, womit diese gearbeitet haben. Leider habe ich mich zu sehr auf die drei Personen, die es lektoriert haben, verlassen und mittlerweile habe ich noch einmal selbst Hand angelegt und die ersten 150 Seiten von Fehlern befreit, die nächsten sollen in den folgenden Tagen angegangen werden. Stellenweise sind die Fehler auch nicht von mir, was ich besonders komisch finde. Oftmals handelt es sich um Tippfehler, die nicht aufgefallen sind. Aber in jedem Buch finden sich Fehler und mein Verleger sagte mir, dass in seinem Debütroman über 200 Fehler zu entdecken sind, daher versuche ich in Zukunft stärker darauf zu achten. Wurmen tut mich es schon und ich bin sicherlich verärgert darüber. Die Freude über die Veröffentlichung hat eventuell dazu geführt, dass ich mit diesem Thema etwas zu sorglos umgegangen bin. Aber man sollte immer vorsichtig sein, einen Menschen danach zu beurteilen, denn in Zeiten von LRS oder Legasthenie kann man auch leicht ins Fettnäpchen treten.

Bleiben wir beim Verlag: warum ein e-book-Verlag? Wolltest Du explizit dorthin oder hat sich das mehr oder weniger ergeben?

Das hat sich ergeben. Das war so nicht geplant. Wobei wir sicherlich davon ausgehen können, dass der e-book-Markt in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, auch wenn ich selbst ein Freund des handfesten Buches bin.

Kannst Du einen Tip oder Ratschlag an andere junge Autoren weitergeben, der Dir selbst geholfen hat?

Man sollte immer an sich selbst glauben. Tipps können hilfreich sein, aber man muss sehen, welcher zu einem selbst passt und sich nie verbiegen.

Gibt es auch etwas, das man immer wieder hört und das einen überhaupt nicht weiterbringt?

Wenn man eine Schreibblockade hat, soll man einfach weiterschreiben! (Wie soll das gehen?)


Ich danke für die Möglichkeit des Interviews und freue mich darauf, euch das nächste Buch zukommen zu lassen. Ich brenne darauf es euch zu zeigen! Laughing



Weitere Informationen über den Autor und das Buch findet ihr auf der Homepage von Daniel Kohlhaas: www.daniel-kohlhaas.de


Interview (c) Wittgenstein, Daniel Kohlhaas, Rezi-Online

 

 

 


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