Interview mit Chiara Monte (Autorin)

skalpell_monteChiara Monte ist Mitte dreißig und lebt und arbeitet in Berlin und Italien. Ihre freche Frauenliteratur hat ihr nicht nur Freunde eingebracht, denn spätestens durch ihren Debütroman „Skalpell und Schwesternhäubchen“ sind die skurrilen Machenschaften in Berlins Krankenhäusern öffentlich geworden. Als Berliner Szene-Roman ist Chiaras Buch schon jetzt ein heißes Eisen, und wer neben Berliner Schnauze Lust auf süditalienische Leidenschaft hat, für den ist Chiaras Buch ein MUSS.

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Hallo Frau Monte, vielen Dank für Ihre Zeit.
Gerne!

Ihr Buch „Skalpell und Schwesternhäubchen“ klingt auch ein wenig nach Enthüllungsroman, wie viel Wahrheit und viel Fiktion steckt in der Geschichte?

 

Wie in allen Romanen steckt viel Wahrheit und viel Fiktion drin. Auch wenn es sich sehr autobiografisch liest, so ist er es zum größten Teil jedoch nicht.

 

Was glauben Sie, sind die Vorgänge übertragbar oder beschränken sich die Ereignisse auf die Berliner Szene?

 

Die Vorgänge sind sicher auf jedes Krankenhaus übertragbar, aber Berlin ist ein wundervoller Schauplatz.


 

Wie lange haben Sie an dem Roman gearbeitet?

 

Mit Pausen circa zwei Jahre. Immer, wenn ich nicht schlafen konnte, in den frühen Morgenstunden und auch in den späten Abendstunden und zwischendurch! Lach! Es hat mit viel Spaß gemacht Carina la Palmas Erlebnisse niederzuschreiben.

 

Wie stark musste das Lektorat eingreifen, waren einige Situationen zu skandalträchtig?

 

Das Lektorat musste nicht eingreifen (lach!). Je skandalträchtiger, desto besser!

 

Viele Frauen verbinden mit dem Beruf Krankenschwester eine Art Hassliebe, was ist das Tolle an diesem Beruf und was verdirbt einem den Arbeitstag?

 

Es könnte ein wirklich schöner Beruf sein, wenn man für das Zeit hätte, was AUCH wichtig ist: sich Zeit für den Patienten zu nehmen! Außerdem wird die Arbeit oft unterschätzt und ist somit chronisch unterbezahlt. Als Krankenschwester ist man leider oft der Fußabtreter des Arztes und muss Arbeiten erledigen, die eigentlich nicht zum Aufgabenbereich gehören. Das ist frustrierend und schafft dann Platz für Mobbing unter KollegInnen!     

 

Wie ist das Verhältnis zwischen Ärzten und Schwestern,  freundschaftlich oder doch eher distanziert und unterkühlt?

 

Das ist ganz unterschiedlich und kommt auf den Arzt an. Auf den Intensivstationen und in der Anästhesie eher freundschaftlich, auf den normalen Stationen eher hierarchisch strukturiert.

Mobbing ist auch im Krankenhaus ein großes Problem, haben Sie selbst schon Erfahrungen mit Mobbing gesammelt und wie sind Sie damit umgegangen?

 

Wie fast jeder einmal in seinem Leben, habe auch ich Mobbing kennengelernt. Ich habe es dann konstruktiv in diesem Roman verwertet! So hatte es etwas Gutes und die Leserin und ich können zusammen darüber lachen!

 

Gibt es einen signifikanten Unterschied in der Krankenhausszene zwischen Italien und Deutschland?

 

Wohl nicht. Es gibt überall Klatsch und Tratsch und übervolle Karriereleitern, wo man sich gegenseitig auf die Füße und in Fettnäpfe tritt!

 

Ich bin Anfang 40, absolut unromantisch und ein Mann. Sollte ich Ihren Roman lesen?

 

Ja, wenn Sie nichts gegen ein paar Lachfältchen mehr haben!

 

Wo ungefähr könnte Ihr Roman eingereiht werden?

 

Zwischen Ildikò von Kuerthy und Hera Lind!

 

Wie sieht die Zielgruppe für „Skalpell und Schwesternhäubchen“ aus?

 

Wo es heiter zugeht, gibt es keine Alternsbegrenzung. Besonders empfehlenswert ist das Buch jedoch für  Patienten, um schneller zu gesunden und natürlich Pflichtlektüre für Gesundheitspersonal!

 

Ist Carinas Geschichte beendet oder wird es eine Fortsetzung geben?

Carinas Geschichte geht als Krankenschwester auf Sizilien weiter. Aber es ist noch kein Erscheinungstermin geplant.

 

Was macht Chiara Monte, wenn sie nicht schreibt oder im Krankenhaus arbeitet?

 

Ich reise durch die Welt und sammle Stoff für neue Romane!

 

Können Sie sich vorstellen auch in einem anderen Genre Romane zu schreiben, wenn ja welche(s)?

 

Außer freche Frauenromane liebe ich den klassischen Liebesroman. Ich habe zwei angefangen, die unbedingt fertig geschrieben werden wollen!

 

Beschreiben Sie sich selbst mit fünf Wörtern.

 

Schokoladenabhängig, etwas chaotisch, oft viel zu nett zu Leuten, die es nicht verdienen, kinderlieb und hoffnungslos romantisch.

 

In „Skalpell und Schwesternhäubchen“ geht es auch um die Suche nach dem Traummann. Wie muss Chiara Montes Traummann aussehen, bzw. welche Eigenschaften muss er besitzen?

 

Ein Mann, ein Wort! Selbstbewusstsein, Verantwortungsbewusst, kinderlieb, fleißig, positiv, lustig, möglichst groß und eine tiefe, erotische Stimme.  

 

Was darf ein Mann auf gar keinen Fall haben/machen?

 

Ich mag keine Männer, die ihre Ansichten als Gesetz ansehen und ihre Bedürfnisse generell vor meine stellen.

 

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.

 

Danke, das wünsche ich Ihnen auch!


Weiter Informationen zu Chiara Monte und ihrem Roman „ Skalpell und Schwesternhäubchen“ findet ihr unter: Editon Riedenburg - Skalpell und Schwesternhäubchen

 

 

Interview (c) Jester, Chiara Monte, Rezi-Online

 



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