Ab in den Vulkan

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Mal ehrlich, wer von euch hat in den letzten Jahren einen Fantasyroman gelesen und ihn mit den Worten „Das war jetzt aber mal was ganz neues“ beiseite gelegt. Wahrscheinlich werden die wenigsten bei dieser Frage den Finger heben, denn das Fantasy-Genre steckt schon seit einiger Zeit in einer Sackgasse.




Alle paar Jahre ändert sich der Inhalt der neu veröffentlichten Romane. Vor 20 Jahren war die High-Fantasy noch das Maß aller Dinge; heute findet man in diesem Sub-Genre kaum noch Neuveröffentlichungen. Die Romane waren alle nach dem gleichen Muster gestrickt. Eine Gruppe von Helden, zusammengesetzt aus Menschen, Zwergen, Elben und anderen Bewohnern einer fiktiven Welt, machte sich auf eine lange hdrpReise, um einen magischen Gegenstand zu finden, um ihn schließlich, nach einer großen Schlacht in einen, tief im Feindesland verborgenen, Vulkan zu werfen. Sicher, meine Darstellung ist stark vereinfacht, aber in den Grundzügen gleichen sich doch sehr viele Romane und irgendwie drängt sich immer der Vergleich zum Klassiker „Der Herr der Ringe“ auf.

 


Der Wandel kam als eine nahezu unbekannte britische Autorin ein Buch mit dem Namen „Harry Potter und der Stein der Weisen“ veröffentlichte. Mit einem Paukenschlag veränderte sich die Fantasy-Welt, die Grundelemente wie Rassen und Magie waren zwar noch vorhanden, sie wurden aber in einem völlig anderen Zusammenhang literarisch verarbeitet. Harry Potter locke Millionen neue Leser in die Fantasy-Abteilung der Buchläden und bescherte dem Buchhandel Traumgewinne. Fast täglich wurden Romane angekündigt, die einen jungen Zauberer, der gegen einen übermächtigen Feind kämpfen musste, angekündigt und veröffentlicht. Harry Potter und Konsorten waren in aller Munde und begeisterten Leser aller Altersschichten rund um den Globus.

 


die_zwergeDieser Trend lässt sich auch in anderen Genres beobachten. Besonders hart trifft es die Fans des klassischen Vampirromans. Waren Vampire früher mystische, Angst einflößende Wesen, so sind sie heute begehrenswerte Highschoolabsolventen, bei denen die weiblichen Teenager reihenweise in Ohnmacht fallen. Die Regale der Buchläden sind überfüllt mit Vampir-Liebesgeschichten, die sich inhaltlich kaum noch unterscheiden. Herz-Schmerz verdrängt Horror und Neuzeit verdrängt Mittelalter. Früher hingen die Blutsauger noch in alten Schlössern und Gewölben kopfüber von der Decke oder schlummerten gemütlich bis zur Abenddämmerung in ihrem Eichensarg. Heute dagegen bewohnen sie Luxusappartments, besuchen Discos und bekommen beim Anblick von Sonnenlicht bestenfalls noch einen leichten Sonnenbrand. Holzpflöcke sind außer Mode, Vampire sterben heute höchstens noch vor Kummer, weil sie von der Cheerleaderschönheit verschmäht werden.

 


Es ist nur eine Frage der Zeit bis dieser Trend wieder von einem neuen abgelöst wird – irgendwo wird irgend ein Autor gerade an irgend einem Buch schreiben, welches einen neuen Hype auslöst.

 

 

 

Kommentar (c) Rezi-Online

 



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