Lesen ist Luxus

schaetzing_limitMan muss kein Prophet sein, um die Bestsellerlisten der nächsten Monate voraus zu sagen. Es wird ein heißer Herbst für Lesefreunde, heiß und vor allem teuer.

Auf dem Buchmarkt wird die preisliche Bescheidenheit gestrichen. Nachdem die  Preise für neue Hardcoverausgaben sich langsam, aber schmerzhaft bei 19,95€ bis 22,90€ eingependelt, hatten, kratzen diverse Verlage nun an einer neuen Obergrenze für zu erwartende Bestseller.

Die Neuerscheinungen von Dan Brown und Frank Schätzing sprengen mit jeweils 26€ ein tiefes Loch in den Geldbeutel und so wird sich sicherlich mancher Bücherfan überlegen, ob der neue Roman diese Investition wirklich wert ist. Frank Schätzing legt über 1300 Seiten vor und liefert den 26€ somit eine gewisse Grundlage, bei Dan Brown werden es wohl die Linzenzkosten sein, die den Preis nach oben treiben, aber muss es wirklich derart teuer sein.

meyer_seelenBücher von Stephenie Meyer stehen für 24,90€ im Laden und ich frage mich, ob sich die Zielgruppe diese Ausgabe noch leisten kann und will? Welcher Schüler oder Student hat mal eben 25 Euro übrig, um literarisch auf dem Laufenden zu sein. Bleiben noch die Bibliothek, das Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk oder der Glücksgriff bei Ebay. Aber wer will schon so lange warten?

Besonders bei Zyklen mit bösem Cliffhanger fällt das Warten besonders schwer und wenn noch die Sammelleidenschaft ausbricht, dann möchte man das Buch auch sein Eigen nennen. Im besten Fall noch in doppelter Ausführung, ein Buch zum Lesen und ein weiteres für das Bücherregal.

Das Warten auf das Paperback scheidet somit auch aus, zumal viele Bücher nur noch als hochpreisige Taschebuchausgabe im Großformat erscheinen. Auch hier sind 14-16€ für einen aktuellen Roman keine Seltenheit mehr.

heitz_albaeWer einen Heitz lesen möchte, der soll bitte schön tief in die Tasche greifen, denn schließlich ist lesen ein Genuss und wer genießen will, der soll auch dafür zahlen. Ob das immer in Sinne des Autors ist, das darf bezweifelt werden, denn wem nützt die Aussage „ich würde das Buch gerne lesen, aber es ist mir noch zu teuer“? Was nützt die Preisbindung, wenn die Preise zwar überall gleich sind, aber auch überall gleich teuer?

Die Verlage sollten umdenken und ihr Geld lieber durch die Masse als durch die preisliche Exklusivität verdienen.

 

Lesen ist Luxus und Luxus kostet Geld.

 

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