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Weltgeschichtliche Betrachtungen
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Titel:      Weltgeschichtliche Betrachtungen
Kategorien:      Sachbuch
BuchID:      11072
Autor:      Jacob Burckhardt
ISBN-10(13):      3406718353
Verlag:      C.H.Beck
Publikationsdatum:      2018-03-15
Edition:      1
Number of pages:      301
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Geschichte – aktuelle Vergangenheit

16.04.2018 Bewertung:  4.5 ragantanger vergibt 9 von 10 Punkten

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Jürgen Osterhammels Nachwort zu dem Klassiker der Geschichtsschreibung ist aller Ehren wert, denn diese famose, herzlich persönliche Brandrede wird dem deutschsprachigen Meister der Historie gerecht. Sie umspannt den Bogen, beschreibt das Können, wie es auch die weit über 200 Seiten des Buches veranschaulichen, die der C.H.Beck-Verlag in einer formidablen Neuausgabe präsentiert.

Der Inhalt ist im klassischen Sinne nicht als Buch gedacht, sondern Teil von Vorlesungen, die Burckhardt Ende des 19. Jahrhunderts als Professor in Konstanz geschrieben hat. Dass sie es dennoch ins Literarische geschafft haben, liegt an der eindringlichen, nicht immer sympathischen, aber hoch intelligenten und kraftvollen Intention. So wie Geschichte in der Schule nicht vermittelt wird, nämlich als philosophische Exkurs, als Einbettung in die Realität, als subjektive Ausformung menschlicher Grandezza und Tragik.

Erinnert ein wenig an Egon Friedells muntere Geschichtsschreibung, aber nur da, wo es um das Subjektive geht. Friedell ist eher launig und chronologisch, Burckhardt verdingte sich schon vor über hundert Jahren interkulturell und interchronologisch – ihm geht es um die tieferen Zusammenhänge; tendenziell eher autokratisch und von oben herab. Aber das muss ja auch Geschichte sein, sonst gerät sie zum zögerlichen Fachiditotentum, wie es heute leider gang und gäbe ist. Oder warum gibt es keine großen Historiker mehr? Oder noch anders: man vergleiche den Text mit Osterhammels Nachwort. Allein an der Wortwahl oder politischen Korrektheit wird klar, was literarische Macht ermöglicht und was nicht.


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