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Stürmischer als das Meer: Briefe aus England
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Titel:      Stürmischer als das Meer: Briefe aus England
Kategorien:      Sachbuch
BuchID:      11023
Autor:      Voltaire
ISBN-10(13):      3257070063
Verlag:      Diogenes
Publikationsdatum:      2017-09-27
Edition:      1
Number of pages:      368
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Bei der Geburt dabei

01.11.2017 Bewertung:  4 ragantanger vergibt 8 von 10 Punkten

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Bevor man sich in eine Schulklasse setzt, ein Lehrbuch goutiert oder sich einen Vortrag zum Thema anhört, sollte man ganz einfach dort nachschauen, wo die Kraft ihren gelebten Ursprung hat, wenn es um das schlichte, aber so bedeutungsvolle Wörtchen Aufklärung geht. Voltaire nämlich war der Oberaufklärer, der erste Initiator, der Dank seines Esprits, seines gewitzten Geistes und ganz nebenbei auch Dank seiner finanziellen Voraussetzungen in der Lage war, über all das zu berichten, von dem wir heute mehr oder weniger profitieren. Seine Briefe aus England, die von seiner Reise und seinen Beobachtungen in diesem damals (zu Beginn des 18. Jahrhunderts) höchst fortschrittlichen Landes zeugen, sind im eigentlichen Sinne keine Briefe, sondern Essays, die später in Frankreich herausgeben und direkt verboten worden sind. Zu aufrührerisch, zu fortschrittlich und vor allen Dingen zu antiklerikal waren diese Aussagen. Das ist auch gut 200 Jahre später noch lesenswert, inspirierend und in vielerlei Hinsicht bewegend. Der Diogenes-Verlag hat das Ganze sehr schön in eine DIN-A-7-Hardcover-Version gepresst, mit Leseband versehen und somit einen ultimativen Schatz für die Heimbibliothek vorgelegt. Etwas enttäuschend ist das tendenziell rein deskriptive Vorgehen im Nachwort von Rudolf von Bitter. Dort hätte man sich deutlich mehr Kritik an Voltaires Gedanken gewünscht, denn wenn man so will, sind Aufklärung und seine Briefe auch ursächlich für so manche technokratische Leib-Seele-zerstörende Wirkung der Moderne. Denn nicht alles was Aufklärung war, ist gut; es sei denn, man ist noch in der Gedankenwelt des frühen 19. Jahrhunderts stecken geblieben. Ach ja, wir vergaßen: das sind wir heutzutage ja leider immer noch. Das sollte dann eigentlich einen Punkt Abzug geben, aber neutral und nüchtern betrachtet und in dieser feinen Ausfertigung bleiben wir bei 5 Sternen – als Manifest einer Epoche, als zudem künstlerisch sehr hochwertiges Gesamtkonstrukt.


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