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Die Stadt der Träumenden Bücher: Ein Roman aus Zamonien von Hildgunst von Mythenmetz
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Titel:      Die Stadt der Träumenden Bücher: Ein Roman aus Zamonien von Hildgunst von Mythenmetz
Kategorien:      Fantasy
BuchID:      798
Autor:      Walter Moers
ISBN-10(13):      3492045499
Verlag:      Piper
Publikationsdatum:      2007
Edition:      13.
Number of pages:      464
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterläßt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.
Aus der Amazon.de-Redaktion
Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, womit sich Walter Moers, Schöpfer von ”Das kleine Arschloch” und ”Käpt’n Blaubär” in seiner knapp bemessenen Freizeit beschäftigt: Er übersetzt zamonische Literatur ins Deutsche. Soeben erschienen ist Die Stadt der Träumenden Bücher, ein autobiographisches Werk des legendären Hildegunst von Mythenmetz, dessen ”Mythenmetzsche Abschweifung” bereits in Ensel und Krete viele Leser an den Rand des Wahnsinns getrieben hat -- und darüber hinaus.

Hildegunst ist als junge Großechse auf der uneinnehmbaren Lindwurmfeste aufgewachsen, einem Ort, an dem jeder davon träumt, einmal ein ganz großer Schriftsteller zu werden und zu diesem Zweck von den Eltern mit einem ”Dichtpaten” ausgestattet wird. Hildegunsts Abenteuer nimmt seinen Anfang, als sein Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler das Zeitliche segnet und ihm ein Manuskript hinterlässt, das es in sich hat: Nur zehn Seiten umfasst es, aber es ruft beim Leser eine Vielzahl stärkster Empfindungen hervor wie kein anderer Text der zamonischen Literaturgeschichte.

Leider kennt Hildegunst den Namen des Autors nicht, denn Danzelot hatte die Erzählung von einem angehenden Schriftsteller erhalten und diesem empfohlen, sein Glück in der Bücherstadt Buchhaim zu versuchen. Und so macht sich Hildegunst auf den Weg in die Stadt der Träumenden Bücher, wo an jeder Straßenecke finstere Antiquariate auf Kunden lauern, magisch begabte Buchimisten ihr Unwesen treiben und auch sonst zahllose Gefahren die dem ahnungslosen Bücherliebhaber drohen ...

Um es gleich zu sagen: Moers’ Übersetzung aus dem Zamonischen ist vorzüglich gelungen. Mit großer Sprachgewalt beschwört er die exotische Bücherstadt mit all ihren merkwürdigen Lebensformen herauf. Ob gepanzerte Bücherjäger, Nebelheimer Trompaunenkonzerte oder Katakomben voller Erstausgaben und ”Gefährlicher Bücher” -- das vorliegende Werk ist eine Großtat der Völkerverständigung. Nicht nur die gekonnt ins Deutsche gerettete Makrostruktur des Buches und die zahllosen Illustrationen legen Zeugnis ab von Moers’ Kunst, auch im Detail hat er Herausragendes geleistet. Überaus staunenswert sind vor allem die herrlichen Alliterationen in Sätzen wie ”Eine Weile lauschte ich den beängstigenden Lauten der Labyrinthe ...” -- man kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Die Stadt der Träumenden Bücher ist ein Roman, der auch in Buchhaim für größtes Aufsehen sorgen würde, und das will etwas heißen! --Hannes Riffel

   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicAuf dem Totenbett legt Danzelot von Silbendrechsler seinem Schützling einen Brief mit einem Manuskript ans Herz, den er selbst vor vielen Jahren bekommen hatte. Und so verläßt Hildegunst von Mythenmetz die Lindwurmfeste und begibt sich in die Stadt der Bücher, das legendäre Buchhaim. Es dauert auch gar nicht lange, da hat sich der etwas naive Lindwurm durch Vorzeigen des Manuskriptes mächtige Feinde gemacht. Diese verbannen ihn schließlich in die Katakomen unterhalb der Stadt, wo sich Hildegunst vielen Gefahren gegenübersieht. Als einzige Hilfe kann er auf das Wissen von Colophonius Regenschein, seinerzeit der berühmteste aller Bücherjäger, zurückgreifen, der vor Jahren schon die Katakomben und Labyrinthe unter der Stadt gesehen und in einem Buch beschrieben hatte. Er muß vor den gefürchteten Bücherjägern fliehen und stößt schließlich auf die Buchlinge, der Erzählung nach furchtbare und blutrünstige Monster. Nachdem er einen unverhofften Verbündeten findet, der ihm außer so manchem anderem auch noch erklärt, daß er seit 77 Jahren mit der falschen Hand schreibt, machen sich die ungleichen Partner wieder auf den Weg an die Oberfläche, um sich an Phistomefel Smeik und Claudio Harfenstock zu rächen, die sie beide hier herunter verbannt hatten und so ganz nebenbei alle Künstler Zamoniens ausrotten wollen...

Da dies mein erster Moers-Roman war, war ich, was Zamonien und seine Geschöpfe angeht, vollkommen unbedarft. Aber selten habe ich so ein vergnügliches Buch, geschrieben explizit für Bücherfans, gelesen. Bücherfan meine ich in dem Sinne, ein Buch nicht des Inhaltes, sondern des physischen "Dings" Buch wegen zu lieben: den Geruch, das Geräusch der Seiten beim Umblättern, wie sich ein Einband anfühlen kann... Die Phantasie zusammen mit dem ziemlich abgefahrenen, aber niemals platten Humor Moers' springen einem aus diesem Buch förmlich entgegen, bevor man die erste Zeile gelesen hat. Die Zeichnungen im Buch sind sehr unterhaltsam und mehr als treffend.
Oder hättet Ihr gewußt, wie eine Haifischmade aussieht? (Meiner Meinung nach einer der besten Charaktere übrigens). Normalerweise ist es nicht so mein Ding, als Leser eine Figur o.ä. vorgegeben zu bekommen, da die Autoren meist nicht selbst zeichnen und die Skizzen im Buch leider oft überhaupt nicht dem Bild oder gar dem Cover entsprechen. Soviel zum "Äußeren". Das Buch hat es aber auch "in sich". Die Geschichte vom übergewichtigen Lindwurm H.v.Mythenmetz, der als Chronist auftritt, ist mit viel Selbstironie erzählt. Das Buch läßt einen laut lachen (ich denke da nur an Buchtitel wie "Wie man ein Huhn kämmt" oder "Prähistorische Insektenmumifizierung in subtropischen Kohlesümpfen (in 24 Bänden)" und es läßt einen schaudern, wenn man miterlebt, was Bücher alles beinhalten können: Fallen, Gifte, Leben. Apropos Gift: wer sich nicht die Mühe machen möchte zu zählen - in dem Buch findet sich der Satz "Sie wurden soeben vergiftet." genau 686 mal. Sehr gut hat mir trotz aller Komik gefallen, mit welch großem Respekt die Charaktere bzw. der Autor von Büchern an sich sprechen. Das bringt Herrn Moers neben Inhalt, Ausstattung und Witz die volle Punktzahl für "Die Stadt der Träumenden Bücher".

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Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers

14.10.2010 Bewertung:  5 steffchen3010 vergibt 10 von 10 Punkten

Userpic

\"Hier fängt die Geschichte an.\"

\"Sie erzählt, wie ich in den Besitz des Blutigen Buches kam und das Orm erwarb. Es ist keine Geschichte für Leute mit dünner Haut und schwachen Nerven - welchen ich auch gleich empfehlen möchte, dieses Buch wieder zurück auf den Stapel zu legen und sich in die Kinderbuch-Abteilung zu verkrümeln.

Husch, husch, verschwindet, ihr Kamillenteetrinker und Heulsusen, ihr Waschlappen und Schmiegehäschen, hier handelt es sich um eine Geschichte über einen Ort, an dem das Lesen noch ein echtes Abenteuer ist!\"

 

~~Man sagt, Bücher können alles, sogar töten...~~

Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz lebt auf der Lindwurmfeste. Lindwürmer sind Drachen und Hildegunst zählt bisher ein noch \"junges\" Alter von 70 Jahren. Sein Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler konnte man mit seinen mehr als 800 Jahren schon als Lindwurmfeste-Urgestein bezeichnen.
Als der stirbt, erbt er von ihm ein Manuskript von einer derartigen Makellosigkeit, dass es den Leser in eine Reihe ungewöhnlicher Gemütsschwankungen versetzt.

Vom Zustand fiebriger Ausgelassenheit...in hysterisches Lachen...vor Begeisterung mit den Füßen trampelnd...im nächsten Moment aber schluchzend & tränenüberströmt...weitere Lachkrämpfe folgend...endend mit einer beängstigenden Kälte und Trostlosigkeit.

Da ihm sein Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler am Sterbebett nahegelegt hat, dem Geheimnis dieses Manuskriptes & dessen Schreibers auf den Grund zu gehen macht er sich also auf nach Buchhaim, der Stadt der träumenden Bücher.

Als Hildegunst Buchhaim betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen.
Die Stadt ist erfüllt vom anregenden Aroma von altem Leder und dem scharfen intelligenten Parfum von Druckerschwärze.

Er wird vom Sog der buchverrückten Stadt in die unterirdischen Labyrinthe befördert und findet sich auf seinem Weg in den obskurresten, verrücktesten, gefährlichsten & atemberaubsten Situationen wieder und lernt eine Menge unterschiedlichster Lebewesen kennen, wie die gefährlichen Bücherjäger & die \"schrecklichen\" Buchlinge und entdeckt die Welt des sagenumwobenen Schattenkönigs.

Nähere Details bleiben von meiner Seite her aus, denn ich finde, sonst wird zuviel verraten.

Nur wer glaubt, ein Buch kann man einfach nur lesen, der irrt gewaltig, denn es vermag zu viel mehr als das...

In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo Schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träumen träumen
Von Zeiten, als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist´s, wo jener Geist regiert
Den man den Schattenkönig nennt

 

~~Mein Eindruck~~

Schon seit geraumer Zeit kannte ich das Cover des Buches. Jedes Mal wenn ich eine Buchhandlung betrat, sprang es mir sprichwörtlich entgegen. Ein riesiges Regal von Büchern mit so ner lustigen Kreatur dazwischen. Wenn das allein, einen nicht schon neugierig macht.
Nun und wie es so kommen musste, hab ich ein bisschen recherchiert und rausgefunden, dass es ne Menge anderer Leser begeistert hat. Also warum nicht auch mich? Also schnappte ich mir das Buch beim nächsten Besuch in meiner Buchhandlung und begann schon kurz darauf in der Bahn mit dem Lesen...

Also ich muss sagen, die einleitenden Worte, die ihr bereits am Anfang lesen konntet, fand ich total genial.
Es ist sogesehen eine Einladung, das Buch zu lesen und eine Warnung zugleich, für die, die sich dem nicht gewachsen fühlen...denn es befördert dich direkt in die Geschichte, in das Abenteuer von Hildegunst von Mythenmetz. Und denk ja nicht, dass du da so schnell wieder rauskommst!
Obwohl ich zugegeben anfangs doch meine Zeit brauchte um mich in die Geschichte reinzufuchsen...nicht weil es kompliziert oder schwer zu lesen wäre, sondern weil es eben so eine ganz andere Welt ist, von Phantasiewesen und ausgefallenen Orten.

Ich denke aber genau DAS, ist das, was einen so erpicht, weiterzulesen.
Walter Moers besitzt einen wahnsinnig fesselnden und absolut genialen Schreibstil. Er schaffte mit diesem Buch eine großartige Phantasie-Welt mit den wohl verrücktesten Figuren. Ein Feuerwerk von Emotionen, Witzen, aber auch Ängsten und großartigen Eindrücken.
Er flachst eben noch rum und im nächsten Moment macht er eine Exkursion in die Welt der Literatur. Es ist spannungsgeladen und im nächsten Moment wieder fröhlich und ausgelassen. Man meint eben noch, man weiß, wie eine Situation ausgeht und auf der nächsten Seite wird man total überraschend vom Gegenteil überzeugt.

Und zu alledem illustriert er sein Meisterwerk noch selber. Alle Zeichnungen, die man im Buch findet stammen von ihm. Sie ermöglichen fast schon, sich in einer Art Film wiederzufinden...es ist nicht nur eine Erzählung sondern auch eine Anreihung von skurrilen & kreativen Illustrationen, die wie eine Art Bildergalerie den Roman begleiten.

Und obwohl \"die Stadt der träumenden Bücher\" der 4.Teil der Zamonien-Reihe ist, kann man dieses Buch ohne weiteres als alleiniges lesen und alles verstehen. Man findet immer wieder Randbemerkungen, die den bisher Unerfahrenen aufklären und auf andere Werke verweisen. Doch für mich steht fest, dass auch die anderen Bücher daran glauben müssen.

Walter Moers hat es geschafft, dass ich mich sprichwörtlich nach seinen Geschichten sehne. Und ich muss feststellen, dass er wohl auch mich in seinen phantastischen Bann gezogen hat.


steffchen3010 hat insgesamt 15 Rezensionen angelegt.


 
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