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Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
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Titel:      Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10329
Autor:      Simon Beckett
ISBN-10(13):      3499241951
Verlag:      Rowohltbuch
Publikationsdatum:      2008-08-01
Number of pages:      432
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Amazon.de
Merkwürdig sieht die verbrannte Leiche aus, die der forensische Anthropologe David Hunter auf der abgelegenen Hebriden-Insel Runa zu Gesicht bekommt. Durch die unglaubliche Hitze des Feuers ist sie fast gänzlich zu Asche zerfallen -- bis auf Beine und Füße, die fast unversehrt in den Raum ragen. Auch in der Umgebung des unmittelbaren Tatorts hat das Feuer kaum Schaden angerichtet: anders als wenig später, als das Gemeindehaus der Insel, ein Wohnwagen mitsamt des darin wachenden Polizisten und ein Boot inklusive einer allzu neugierigen Reporterin in Flammen aufgehen. Denn auf Runa treibt ein unheimlicher Mörder sein Unwesen, der im Schatten des Rauchs seine dunkle Vergangenheit verbergen will. Bei der Suche nach der Wahrheit sind David Hunter, der Dorfpolizist und sein pensionierter Kollege ganz auf sich allein gestellt. Nach einem Sturm ist Runa von der Außenwelt abgeschnitten...

„Konzentriere dich auf das Rätsel!“ lautet ein Motto Hunters. Simon Beckett, der mit dem Bestseller Die Chemie des Todes einen sensationellen Durchbruch erlebte, hält sich in Kalte Asche nicht an diese Devise. Viel Zeit braucht er, bis seine Geschichte in die Gänge kommt. Und viel Zeit braucht er auch, um seine Figuren zu entwickeln: So lange, bis sie dem Leser -- ebenso wie Hunter -- sympathisch oder eben unsympathisch geworden sind.

Diese Taktik erweist sich im Verlauf der Handlung als geschickter Schachzug. Denn auf diese Weise kann man quasi hautnah miterleben, wie schwer dem Forensiker, der schon in Die Chemie des Todes der Hauptheld war, diesmal die Ermittlungen fallen. Denn die Leichen sind eben keine bloßen Leichen mehr, die er auf den Seziertisch bekommt, sondern sie waren einmal, wenn auch entfernte, Bekannte. So raubt die Geschichte, die Elemente des Kammerspiels und des Schauerromans mit einbezieht, bis zum dramatischen Ende ihren Lesern doch das ein oder andere Mal den Atem. Kalt jedenfalls lässt der spannende Roman einen nicht. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

   


Rezensionen
Hunters zweiter Fall

28.10.2013 Bewertung:  4.5 mr.matze vergibt 9 von 10 Punkten

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„Kalte Asche“ ist nach „Die Chemie des Todes“ das zweite Werk von Autor Simon Beckett aus der Reihe um David Hunter, dem forensischen Anthropologen, der nach dem Unfalltod seiner Frau und seines Kindes im ersten Teil auf das beschauliche englische Hinterland zog und auch dort nicht umhin kam, seine Fähigkeiten in der Auflösung einer Mordserie einzusetzen.

 

Trotz seiner funktionierenden, aber schwierigen Beziehung zu seiner Freundin Jenny nimmt David Hunter einen Auftrag der Polizei in Inverness an, die ihn  für ein oder zwei Tage auf eine abgelegene Insel bestellt um eine entdeckte Brandleiche zu untersuchen. Obwohl er sich bewusst ist, dass dies die Beziehung zu Jenny belasten wird, nimmt er den Auftrag an und macht sich auf den Weg. Dabei wird er von Sergeant Fraser und dem Constable Duncan McKinney begleitet. Auf der Insel angekommen, zeigt der  frühere Polizist Andrew Brody die Leiche, von der Hunter nur wenig später herausfindet, dass kein anderer Schluss als „Mord“ in Frage kommt. Die beschauliche Idylle der kleinen Insel mit seinen wenigen Inselbewohnern, die aus unterschiedlichsten Gründen das abgeschiedene Leben der Insel gewählt haben, bekommt schnell Risse. Neben weiteren Morden, die die Grausamkeit des Mörders, der im Kreise der Bewohner gesucht werden muss, muss auch David Hunter um sein Leben fürchten, denn auch ihm gelten Anschläge, die ihm nach dem Leben trachten.

 

Ins Visier der Polizei gerät schnell der Großinvestor Michael Strachnan, der mit seiner Frau der Insel mit vielen Projekten und Spenden auf die Beine geholfen hat, aber auch um Brody selbst und eine Journalistin geraten immer wieder ins Zwielicht. Der Mord an der verbrannten Leiche entpuppt sich als Mord an einer Prostituierten vom Festland, was zunächst mehr Fragen als Antworten aufwirft. Der Showdown des Falles involviert noch einmal Hochspannung und Gefahr und auch wenn man denken mag, dass sich alles zum Guten wendet, so bleibt auch David Hunter bis zum bitteren Ende keine Gefahr erspart ...

 

Das Buch ist in der Kontinuität des ersten Bandes ebenfalls ein gelungenes Maß an Spannung, die sich mit angenehm leichter Lektüre verbindet. Kein hochklassischer Roman, der in die Tiefen der Psyche der Protagonisten führt, sondern eher die Vorlage für einen Fernsehfilm, der sich vor meinem inneren Auge als durchaus sehenswert abzeichnet. Ich denke da erneut an die Analogie von Mankells Wallander ... nur eben auf englisch, was schon die Schroffheit der schottischen Küste zeigt, an der sich Hunter dieses Mal in seinem Fall in wesentliche Verflechtung der Dorfbewohner verstrickt.

 

Die Insel Runa entpuppt sich als begrenzter Raum, in dem die Dorfbewohner sich einig verschlossen zeigen. Das wirkt glücklicherweise nicht konstruiert, sondern kommt ehrlich herüber. Hunter bedarf es keiner Übersinnlichkeit, erneut wird dem Leser Forensik für den Hausgebrauch präsentiert. Gerade so viel, dass man mitkommt, aber nicht genug, um abgeschreckt zu werden. Es ist dies, was die Hunter-Romane ein wenig von anderen abhebt, und was einen 432 Seiten lang gerade so fesselt, dass man das Buch immer wieder für ein weiteres Kapitel nicht aus der Hand legen mag.

 

Für Freunde britischer Kriminalroma sind es 9,99 Euro, die sich durchaus lohnen!

 


mr.matze hat insgesamt 37 Rezensionen angelegt.


 
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