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Schuld währt ewig: Kommissar Dühnforts vierter Fall
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Titel:      Schuld währt ewig: Kommissar Dühnforts vierter Fall
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2212
Autor:      Inge Löhnig
ISBN-10(13):      3548610692
Verlag:      List Taschenbuch
Publikationsdatum:      2011-11-10
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      448
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Schuldig?

29.11.2011 Bewertung:  5 KimVi vergibt 10 von 10 Punkten

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Der erfolgreiche Architekt Jens Flade wird in der Dämmerung überfahren. Obwohl das auf den ersten Blick kein Fall für den Münchner Kommissar Tino Dühnfort und sein Team zu sein scheint, gibt es Unklarheiten, durch die der Tod des Architekten nicht einfach als Unfall mit Fahrerflucht eingeordnet werden kann. Ein Anwohner, der sich in der Nachbarschaft nicht gerade beliebt macht, da er sämtliche Verkehrsverstöße notiert, mit der Kamera dokumentiert und an die zuständigen Behörden weiterleitet, gibt Dühnforts Team gegenüber an, ausgerechnet an diesem Tag nichts beobachtet zu haben. Jens Flades Tod bleibt rätselhaft. Als die Leiche einer jungen Frau an einem See gefunden wird und der Anwohner, der etwas beobachtet haben könnte, verschwindet, wird klar, dass die Fälle einen Zusammenhang haben müssen. Schon bald stellt sich heraus, dass die Opfer in ihrer Vergangenheit Schuld auf sich geladen haben. Versucht der Täter durch die Morde für Gerechtigkeit zu sorgen?


Meine Meinung


\"Schuld währt ewig\" ist bereits der vierte Fall der Krimireihe um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort. Da die Handlungen in sich abgeschlossen sind, können die Bände unabhängig voneinander gelesen werden. Bei kurzen Rückblicken auf vorangegangene Ereignisse aus den ersten Teilen, verrät die Autorin nicht zu viel, sodass man die Bände in beliebiger Reihenfolge lesen kann, ohne sich dabei die Spannung zu verderben. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen, und der Weiterentwicklung der Charaktere, empfiehlt sich allerdings die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge. Den aktuellen Ermittlungen kann man allerdings mühelos ohne diese Vorkenntnisse folgen.

Der Einstieg in den vierten Band gelingt ohne Probleme. Auch in diesem Teil der Reihe wird das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Durch die detaillierten, aber keinesfalls ausufernden, Beschreibungen der Protagonisten und der jeweiligen Handlungsorte, kann man sich die beschriebenen Szenen gut vorstellen und sich von Anfang an auf die Erzählung einlassen. Auch in diesem Fall gelingt es der Autorin mühelos ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Sie wirken authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar. Selbst Protagonisten, die auf den ersten Blick nicht gerade sympathisch wirken, dürfen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, sodass man auch deren Standpunkt nachvollziehen kann. Die Kriminalhandlung ist von Anfang an spannend. Täter, Motiv und die Zusammenhänge zwischen den Morden sind kaum vorhersehbar und deshalb tappt man bei den eigenen Ermittlungen lange Zeit im Dunkeln. Inge Löhnig legt geschickt ihre Fährten aus, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Überraschende Wendungen sorgen dann allerdings dafür, dass man sich beim Ergebnis der eigenen Vermutungen nicht sicher sein kann und den Täter nur schwer ausmachen kann. Dadurch ist die Spannung von Anfang an da und bleibt auch bis zur Auflösung durchgehend erhalten.

Schuld und Gerechtigkeit stehen im Zentrum der Handlung. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit oder eine unglückliche Verkettung von Ereignissen, kann dafür sorgen, dass man plötzlich große Schuld auf sich lädt und das Leben eines anderen Menschen aus der vorgesehenen Bahn wirft, oder, im schlimmsten Fall, sogar beendet. Inge Löhnig gibt in ihrem Krimi interessante Einblicke in die sogenannte schuldlose Schuld und zeigt dabei die Seite der Opfer, bzw. der trauernden Hinterbliebenden, und der vermeintlich Schuldigen auf. Es gelingt ihr hervorragend, die Gefühle beider Seiten zu beschreiben und glaubhaft zu vermitteln. Dieser Teil der Handlung regt definitiv zum Nachdenken an.

Das Privatleben der Ermittler kommt auch in diesem Teil der Dühnfort-Reihe nicht zu kurz. Aus Dühnfort und Gina ist mittlerweile ein Paar geworden. Um Komplikationen am Arbeitsplatz zu vermeiden, versuchen die beiden ihre Beziehung allerdings vor den Kollegen zu verheimlichen. Im aktuellen Fall erlebt man einen deutlich entspannteren Kommissar, der längst nicht so melancholisch wirkt, wie in den vorherigen Bänden. Die Beziehung scheint sowohl Dühnfort, als auch Gina gut zu tun. Im Ermittlerteam kommt es zwischen Alois und Dühnfort mal wieder zu Reibereien. Doch in diesem Band hat man die Chance Alois besser kennenzulernen und kann dadurch sein Verhalten besser nachvollziehen.

Ich habe bereits die vorangegangenen Fälle mit Begeisterung verfolgt und auch dieser Band konnte mich wieder durch eine durchgehend spannende Handlung, facettenreiche Charaktere und interessante und zum Nachdenken anregende Nebenhandlungen überzeugen. Von mir gibt es deshalb die volle Punktzahl und ich freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung der Reihe.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Krimi trifft auf Schiller

27.02.2012 Bewertung:  5 coffee2go vergibt 10 von 10 Punkten

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Kurze Inhaltszusammenfassung:

Kommissar Dühnfort ermittelt mit seinem Team an einer Reihe ungeklärter Mordfälle, in denen die Opfer vor längerer Zeit aufgrund einer Unaufmerksamkeit ihrerseits für den Tod eines anderen Menschen verantwortlich waren, aber aufgrund der Rechtslage von ihrer Schuld freigesprochen und nicht verurteilt wurden. Jetzt hat es ein/e TäterIn auf die „schuldlos Schuldigen“ abgesehen und möchte, dass diese auf die gleiche Weise sterben, wie damals die Person, deren Tod sie mitverursacht haben.

 

Meine Meinung zum Buch:

Sehr gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass es psychologisch anspruchsvoll gestaltet ist und dass auch wieder literarische Aspekte vorkommen, wie das bekannte Zitat von Schiller, das eine Kernaussage des Buches bildet. Die altbekannten Ermittler wie Kommissar Dühnfort, Gina oder Alois kommen auch wieder vor und sind jetzt im mittlerweile vierten Fall schon fast alte Bekannte geworden. Interessant war hier die Weiterentwicklung der persönlichen Beziehung zwischen Dühnfort und Gina. Aber auch die Charaktere, die in diesem Fall eine tragende Rolle spielen, waren sehr gut charakterisiert, v.a. Sanne, die nach dem Tod eines kleinen Jungen, der während ihrer Aufsichtspflicht gestorben ist, ein völlig zurückgezogenes und tristes Leben führt, hat mich sehr berührt.

Ebenfalls spannend fand ich, dass nicht ganz klar war, wer als Täter/in in Frage kommt und der Verdachtsmoment von einer Person zur nächsten weiter geschoben wurde, ohne zu viel preis zu geben. Wer ist schon ohne Schuld?

 

Titel und Cover:

Der Titel und das Cover finde ich sehr gut ausgewählt, sie passen auch perfekt zu den restlichen drei Büchern der Krimireihe.

 

Mein Fazit:

Ein sehr gelungener vierter Fall mit Kommissar Dühnfort, der meiner Meinung nach, die Vorgänger-Bücher sogar noch übertrifft. Ich habe mich schon sehr auf das Erscheinen dieses Buches gefreut und wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil: Ich bin sehr beeindruckt.


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


Wer frei von Schuld ist...

21.06.2012 Bewertung:  5 NiliBine70 vergibt 10 von 10 Punkten

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Inhalt:
Dühnfort ist wieder da! Und muss mit seinem Team gleich in dem Fall eines überfahrenen Architekten ermitteln. Zunächst scheint alles mehr als sonnenklar, doch es kommen Zweifel, ob es tatsächlich lediglich ein Unfall mit Fahrerflucht ist oder hat vielleicht doch jemand vorsätzlich gehandelt.

Dann ist da Sanne, sie lebt sehr zurückgezogen, arbeitet als Geigenbauerin und versucht, ein Erlebnis aus ihrer Vergangenheit zu vergessen, zu verarbeiten kann man das nicht nennen, bei dem ein Kind ums Leben kam und sie glaubt, irgendeine Schuld daran zu tragen, wobei sie sich nicht sicher ist, da sie im entscheidenden Augenblick einen Blackout gehabt hat. Zumindest glaubt sie das. Deshalb lebt sie zurückgezogen, lediglich Katzen können ihr Herz erweichen und an sie heran. Auf eine Beziehung zu

Und die Romanze zwischen Tino Dühnfort und Gina bekommt mehr Raum, doch nur in aller Heimlichkeit. Denn wenn die Geschichte groß herauskommt, ist eine berufliche Trennung der beiden unvermeidbar. Wenn da bloß nicht Alois wäre, der nach einigen Fehlschlägen sich beweisen muss…

Als dann ein weiterer suspekter Mordfall durch das Team zu bearbeiten ist, zeichnet sich ab, dass da ein Serienmörder aus erst mal nur für ihn erkennbaren Gründen wahllos Leute umbringt, bei denen keine Verbindung ersichtlich ist. Doch das täuscht. Sie alle waren einmal schuldlos am Unglück anderer beteiligt und nun sollen sie büßen…


Meine Meinung:
Ich hatte mich sehr auf den 4. Teil gefreut. Nach „So unselig schön“ konnte ich es kaum abwarten und demzufolge lag die Messlatte ziemlich hoch. Und ich muss gleich vorwegschicken, so ganz wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

Aus irgendeinem Grund störte mich ganz massiv der Kult um den Espresso. Ich finde, es hätte etwas weniger Kaffee-Wissen sein dürfen. Das hat mich so manches Mal ein wenig die Augen rollen lassen.

Was mich allerdings sehr berührt hat, war die Schilderung der Katzen, die in dem Buch ihre kleinen, aber wie ich finde feinen Rollen haben. Dafür möchte ich der Autorin danken!

Und ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass mein absoluter Unsympath Alois sich doch im Laufe des Buches rehabilitieren durfte. Sonst wäre ich dafür gewesen, dass Inge Löhnig ihn bitte im nächsten Buch sterben lässt! Aber wie gesagt, er hat sich rehabilitiert, seine Figur hat mehr Charakter bekommen.

Mehr Platz war auch dankenswerter Weise für die Beziehung zwischen Tino Dühnfort und der heißblütigen Gina. Schwierig schwierig die Situation und man darf gespannt sein, wie das weitergeht. Und ich bitte darum, dass die beiden als Paar und nicht nur als berufliche Partner eine Zukunft haben!

Ich weiß, dass alles macht keinen guten Krimi aus und es gab wahrlich auch sehr gute Krimi-Momente, nur irgendwas hat mir gefehlt, um mich wirklich komplett vom Hocker zu reißen, wie beim Vorgänger.

Der Punkt, dass ein Rächer sich aufschwingt, diejenigen bestrafen zu wollen, auf die gleiche Art und Weise, wie irgendwann sie das Ableben anderer schuldlos verursachten, ist nicht ohne Spannung und auch das Rätselraten, wer denn nun derjenige welche ist macht Spaß.

Ich werde aber auf gar keinen Fall nun aufhören, Inge Löhnig zu lesen, da ich der Meinung bin, dass bis zum schlechten Buch doch noch ein weiter Weg wäre und ich glaube definitiv, dass es bei der Autorin nicht so weit kommen wird.

Deshalb betrachte ich das Buch als guten Krimi, den man nett durchschmökern kann, der aber leider bei mir keine Nachwirkungen hinterlässt.


NiliBine70 hat insgesamt 188 Rezensionen angelegt.


Das Leben ist der Güter höchstes nicht, der Übel größtes aber ist die Schuld

28.12.2012 Bewertung:  5 metAlpAnda vergibt 10 von 10 Punkten

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Nachdem ich den dritten Fall vom Kommissar Dühnfort zugegebenermaßen etwas stark kritisiert habe, vor allem was die Figur des Ermittlers angeht, war ich vom vierten Band der Reihe angenehm überrascht.
Sowohl der Kriminalfall (bzw. -Fälle) an sich, als auch die Lösung haben im Vergleich zum Vorgänger an Stärke gewonnen und auch Kommissar Dühnfort bekam im wahrsten Sinne des Wortes ein neues Leben eingehaucht.
Die Grundsatzfrage des Romans, die Frage nach der Schuld - Kann Schuld verjähren? Wann ist eine Schuld beglichen? Und kann man als Betroffener dem Schuldiger wirklich vergeben? - ist sehr tiefgründig, steht doch die Vergebung der Schuld sogar im Buch aller Bücher. Inge Löhnig hat sich also eines einerseits globalen, doch andererseits sehr individuellen, einzelfallbezogenen Problem angenommen und daraus einen spannenden Fall gestrickt.

Ein Mann wird in der Abenddämmerung überfahren; eine Frau lebt abgeschottet von der ganzen Welt, nachdem ein Junge in ihrer Obhut ums Leben gekommen ist; ein gebrechlicher Mann, dessen ganzer Lebenssinn nach einem Unfall nur noch darin besteht, eine Kartei über Verkehrssünder in seiner Straße zu führen - was haben all diese und noch weitere Fälle miteinander zu tun? Das gilt es für den Kommissar Dühnfort rauszufinden. Dabei hat er auch einige private Probleme, an denen er mehr oder weniger stark zu knabbern hat. Zum einen hat er sich (endlich!) auf die Beziehung mit seiner Teamkollegin und Untergebenen Gina eingelassen, doch das muss er vor seinen Kollegen geheim halten. Zum anderen hat er mit einem gefährlichen "Geist" aus seiner Vergangenheit zu kämpfen, ein schuldig gesprochener Gegenüber Dühnforts aus einem seiner früheren Fälle. So verfolgt auch Tino Dühnfort die Frage der Schuld, ob die "kleine" moralische Schuld bei den Kollegen, den er sein Verhältnis verheimlicht, oder die Angst im Nacken, der Täter, bei dem er sich "schuldig" gemacht hat, indem er ihn hinter die Gittern gebracht hat, könnte sich nun rächen.
Die Figur Dühnforts gefällt mir in diesem Roman von allen vier Bänden am besten - er wirkt endlich so richtig lebendig, mit einer ganzen Bandbreite an Gefühlen. Auch der Figur seines Teamkollegen Alois wird in diesem Band eine nicht unerhebliche Rolle beigemessen, sodass man als Leser diesen vermeintlich arroganten Charakter plötzlich mit ganz anderen Augen sieht.
Die Autorin bleibt ihrem Schreibstil weiterhin treu, der für einen Kriminalroman grundsätzlich fast zu ausufernd, zu blumig, zu poetisch wäre - doch genau das macht einen echten Inge Löhnig-Krimi aus.

Das fünfte Buch der Reihe ist bereits erschienen und wurde von mir bestellt - ich freue mich auf ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Charakteren und hoffe, dass Frau Löhnig weiterhin ihrer Linie treu bleibt.


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


 
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