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Goth Chic
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Titel:      Goth Chic
Kategorien:      Sachbuch
BuchID:      2046
Autor:      Gavin Baddeley
ISBN-10(13):      3868520074
Verlag:      Heel
Publikationsdatum:      2009-02-05
Edition:      1., Aufl.
Number of pages:      288
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

2.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
In die irre führender Buchtitel - kein Inside-Guide

29.06.2011 Bewertung:  2.5 Tialda vergibt 5 von 10 Punkten

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Rezension:

Gleich zu Anfang einmal was dieses Buch nicht ist: Ein Inside Guide über die schwarze Szene. Der Autor, Gavin Baddeley, schreibt normalerweise über die Verbindung von Satanismus und Rock ‘n’ Roll und gilt als Experte für die Geschichte des Okkulten. Es ist nicht bekannt, ob er der Gothic-Szene angehört – aber wenn man „Goth Chic“ liest, bekommt man den Eindruck, dass dem nicht der Fall ist, da die Lebensphilosophie des Schwarzvolks, was den meisten am wichtigsten ist, nicht behandelt wird.

 

Aber zunächst ganz von vorne. Schlecht ist „Goth Chic“ eigentlich nicht – es wurde gut um die schwarze Szene herum recherchiert. Von Literatur, über Film bis hin zu den Anfängen der Musik – alles wird interessant erklärt und beschrieben. Der Schreibstil ist auch ganz angenehm zu lesen und viele schwarz-weiß Bilder, die zu den jeweiligen Kapiteln passen, runden das Gesamtbild der Hochglanzseiten mit schwarz-gemustertem Seitenstreifen ab. Was aber fehlt, sind die Ansichten und Gedanken von „Lord und Lady Gothic“ und so entsteht für Außenstehende ein falscher Eindruck der Szene und für den Insider ein unvollständiges Bild.

 

So gibt es beispielsweise das Kapitel „Gothic Mode“, in dem lediglich gemutmaßt wird, wer den „Szene-Trend“ mit der schwarzen Kleidung angefangen hat – es handelt sich dabei übrigens um Siouxsie Sue, Sängerin von Siouxsie and the Banshees. Es wird leider nichts über die Vielfalt der Gothic-Mode geschrieben, was richtig interessant gewesen wäre, einmal den Großteil der Stile aufgefächtert zu sehen.

Genauso unbefriedigend ist das Kapitel „Der moderne Gothic – Sensibilität & Sinnlichkeit“. An dieser Stelle erwartet man eigentlich Tiefgang, man erhofft sich einen Blick auf die Lebensphilosophie, vielleicht Interviews mit verschiedenen Szenemitgliedern. Aber im Endeffekt geht es nur um Lack, Leder und Blut. Dies erweckt, wie schon gesagt, für Außenstehende einen völlig falschen Eindruck . Es sieht so aus, als ginge es in der schwarzen Szene hauptsächlich um Fetisch, Sex und Vampir-Spielchen – ein Bild das sicher die wenigsten Goth’s darstellt.

 

Wie schon erwähnt, gehen so gut wie alle restlichen Kapitel über Literatur und Film, was durchaus interessant ist. Es werden die Anfänge des Schauerromans bzw. -films beschrieben. Es geht um europäische Autoren wie Mary Shelley („Frankenstein“), Bram Stoker („Dracula“) und Edgar Allan Poe (am bekannteste wurde er wohl durch das Gedicht „Der Rabe“) und in einem anderen Kapitel um amerikanische Autoren unserer Zeit, wie Anne Rice („Die Chroniken der Vampire“) oder dem allseits bekanntem Stephen King. Zudem wird noch in einem Extrakapitel der Horror-Comic behandelt.

 

Bei den Film-Kapiteln werden frühe Filme, wie „Nosferatu“ mit Max Schreck, „Dracula“ mit Bela Lugosi und „Frankenstein“ mit Boris Karloff beleuchtet und auch hier gibt es ein weiteres Kapitel mit neuern Filmen, in dem es z.B. um Werke von Tim Burton („The Nightmare before Christmas“) und Roman Polanski („Tanz der Vampire“) geht. Und weil dies noch nicht reicht, schrieb Gavin Baddeley auch noch ein Kapitel über Gothic in Fernsehn und Radio, worin es um Hörspiele und Serien wie „Buffy im Bann der Dämonen“ und „Akte X“ geht. Klar finden solche Serien in der schwarzen Szene wohl eher Anklang als „Rosamunde Pilcher“, aber wenn man nur lange genug darüber redet, kann man sicher auch vom Kieselstein in der Auffahrt eine Verbindung zu Gothic herstellen.

 

Der letzte Kapitel-Block geht um die Musik und beschränkt sich diesmal auf die Klassiker. Fleißig wird über Größen wie David Bowie, Bauhaus, The Cure, Siouxsie and the Banshees und Sisters of Mercy referiert und dabei werden möglichst viele Bandnamen und Personen genannt, die irgendwie in Verbindung zueinander stehen und der teilweise verwirrte Leser mit Klatsch vollgestopft.

 

Trotz derart vieler Namen hofft man vergebens auf ein Personen-, Bücher-, Film- und Bandregister und die Übersicht lässt auch zu wünschen übrig. So gibt es ein Literaturkapitel, ein Filmkapitel, ein Literaturkapitel und wieder eins über Filme. Besser wären Themenblöcke gewesen.

 

Fazit:

Eine brisante Mischung aus beinahe fanatisch zusammenrecherchierten Infos, einer schönen Aufmachung und völliger Unwissenheit da, wo es eigentlich am wichtigsten wäre, wenn man dem Buchtitel Beachtung schenkt. Sehr interessant sind die Entwicklung vom Schauerroman/-film zum Horrorgenre und die frühen Anfänge des Dark Wave. Doch für einen „Inside-Guide über die schwarze Szene“ reicht das leider bei Weitem nicht.

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Meine Originalrezension ist unter necroweb.de zu finden.


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