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Die Stadt der verschwundenen Kinder: Roman
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Titel:      Die Stadt der verschwundenen Kinder: Roman
Kategorien:      Fantasy
BuchID:      1963
Autor:      Caragh O'Brien
ISBN-10(13):      345352800X
Verlag:      Heyne Verlag
Publikationsdatum:      2011-01-24
Edition:      Hardcover
Number of pages:      464
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Die Stadt der verschwundenen K
   


Rezensionen
Eine Chronik des Verlusts

15.04.2011 Bewertung:  5 Callisto vergibt 10 von 10 Punkten

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Gaja ist erst sechzehn Jahre alt, jedoch zusammen mit ihrer Mutter eine der wichtigsten und angesehensten Personen ihrer Gemeinschaft: Sie ist Hebamme oder zumindest die Assistentin einer Hebamme. Als Gaias Eltern unerwartet verhaftet werden, muss sie schlagartig die Rolle ihrer Mutter übernehmen und die ist hart. Jeden Monat muss Gaja die ersten drei neugeborenen Kinder an der Mauer zur Stadt abgeben. Fluch und Segen zugleich, denn in der Stadt, der sogenannten Enklave, geht es den Kindern materiell gesehen deutlich besser als in Wharfton vor den Toren der Stadt, wo die Menschen ohne fließend Wasser und ohne technische Hilfsmittel mehr schlecht als recht um ihr Überleben kämpfen, zumindest dachte das Gaja immer. Als sie sich in die Stadt schleicht, um ihre Eltern zu befreien, muss sie erkennen, dass die Welt hinter der Mauer grausam und verführerisch zugleich ist.

Eine Konstellation, die einem aus der Realität mehr als bekannt vorkommt. Eine reiche Stadt, eine Stadt voller materieller Güter, voller Reichtum und Sinnesfreuden, abgeschottet von den Armen vor ihrer Mauer, die jedoch reich sind an dem was der Stadt fehlt: Kinder. Eine Parabel auf eine aktuelle Situation in den Industriestaaten, in denen die Menschen alles haben, aber keine Kinder mehr bekommen können oder wollen und sich ihre Kinder aus Drittweltstaaten adoptieren ohne einen Gedanken an die Gefühle der Eltern zu verschwenden, die diese Kinder geboren haben. Das gepaart mit Anklängen an Euthanasie und Genetische Auswahl zur Optimierung und Erhaltung der Spezies ist harter Tobak für ein Kinder - und Jugendbuch.
Obwohl die Themen sehr sozialkritisch sind die angesprochen werden, sind diese jedoch so kindgerecht aufgearbeitet, dass sie sich nicht aufdrängen, sondern eher zwischen den Zeilen anklingen. Die Autorin lässt den Leser diese geheimnisvolle Stadt mit Gajas Augen erforschen. Sie ist so ahnungslos wie der Leser und gemeinsam mit ihr macht der Leser erste Schritte in dieser fremden Welt, erforscht mit Gaja wie die Stadt funktioniert und welche Ziele verfolgt werden.
Diese Art des Erzählens und der doch sehr kritischen Themen erinnert stark an die Kinderbücher aus den frühen 80er Jahren von John Christopher, wie Die Wächter oder Leere Welt.. Man wird in die Handlung hineingezogen, und man kann das Buch nicht zur Seite legen, über das ganze Buch wird ein kontinuierlicher Spannungsbogen gehalten. Die Geschichte ist nicht so seicht wie viele der modernen Kinderbücher, sondern schlägt wie Battle Royale oder \"Tribute von Panem\" einen härteren Ton an, wie er vor 20 Jahren durchaus üblich war.
Dennoch fehlt auch hier die Romantik nicht, aber sie ist nicht Selbstzweck sondern ein dezenter, realistischer und wichtiger Teil der Geschichte.
Schade jedoch ist, dass die Autorin zwar grundlegende Ahnung von Genetik hat und diese auch mit Löffeln halbwegs Kindgerecht zu erklären vermag, die Idee eines Gens, das gegen Hämophilie wirkt jedoch ist absurd, besonders im geschilderten Beispiel. Das lässt sich aber soweit verschmerzen, wenn es auch ein wenig bedauerlich ist.
Irritieren ist auch, dass das Cover binnen nicht einmal eines Jahres für zwei unterschiedliche Bücher verwendet wurde (Glimmerglass), sind die Grafiker ausgestorben?
Auch was den deutschen Titel angeht bin ich verwundert. Wie konnte aus Birthmarked - Die Stadt der verschwundenen Kinder werden. Hier hat der Titel nichts mit dem Inhalt zu tun.
Ein Lob muss man diesmal dem Übersetzer aussprechen. Oliver Plaschka, selber Autor, hat hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet.

Fazit: gelungener Auftakt einer vielversprechenden Reihe. Nicht platt und belanglos wie viele der heutigen Jugendbücher, sonder zwischen den Zeilen sehr sozialkritisch. Die Handlung ist teils vorhersehbar, teils jedoch selbst für den erwachsenen Leser überraschend. Noch ist schwer zu sagen ob es eine Trilogie wird oder mehr Bände, darüber konnte ich nichts finden. Dieses Buch ist jedoch nicht in sich abgeschlossen. Viele (teils leider recht vorhersehbare) Handlungsstränge bleiben offen.


Callisto hat insgesamt 33 Rezensionen angelegt.


Ein gutes Jugendbuch

15.04.2011 Bewertung:  3.5 filfil67 vergibt 7 von 10 Punkten

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\'Die Stadt der verschwundenen Kinder\' ist eine sogenannte Dystopie. Darunter versteht man laut Wikipedia eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat. Das Buch wird von vielen mit Suzanne Collins Buch „Die Tribute von Panem“ verglichen und schneidet bei dem Vergleich meistens schlechter ab. Ich finde diesen Vergleich ziemlich ungerecht. Gemein habe die beiden Bücher, dass es sich um Dystopien handelt. Dabei hört für mich die Gemeinsamkeit aber auch schon auf.
Leider konnte mich „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ nicht von Seite eins an fesseln. Da ich einen riesigen SUB (Stapel ungelesener Bücher) auf Halde habe, muss ich mich immer zwingen, Bücher, die mich nicht gleich packen auch weiterzulesen. Hier habe ich es geschafft und es hat sich auch gelohnt.

Richtig spannend ist die Geschichte um Gaia für mich erst geworden, als sie in die Enklave eingedrungen ist. Ihre Interaktion mit den eingesperrten Ärztinnen und ihre \'Beziehung\' zu Sergeant Gray geben Gaia mehr Persönlichkeit/mehr Tiefe. Vorher fand ich sie blass. Außerdem werden nach und nach ein paar \'Geheimnisse\' gelüftet. Und interessanterweise macht das Lüften der Geheimnisse die Geschichte wieder interessanter. Schon komisch, wie das manchmal funktioniert.

Das Buch hat im übrigen ein offenes Ende. Das sollte man wissen, bevor man es anfängt.

Insgesamt kann ich dem Buch keine volle Punktzahl geben. Der Anfang war etwas schleppend und es hat gedauert, bis die Geschichte Tempo aufgenommen hat.


filfil67 hat insgesamt 11 Rezensionen angelegt.


 
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