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Rattentanz
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Titel:      Rattentanz
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1324
Autor:      Michael Tietz
ISBN-10(13):      3937357378
Verlag:      Bookspot
Publikationsdatum:      2010-01-12
Edition:      3., Ungekürzte Originalausgabe
Number of pages:      840
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Dummejungenstreich entwickelt sich zum Super-Gau

17.05.2010 Bewertung:  4.5 Bellexr vergibt 9 von 10 Punkten

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Zwei Teenager haben nichts für Biologie und Geschichte übrig und entwickeln einen Virus, der am Tag der Prüfungen den Schulcomputer ihres Gymnasiums lahm legen soll. Allerdings unterläuft ihnen ein kleiner, aber schwerwiegender Fehler. Anstelle dem Virus für seine Verbreitung 40 Tage Zeit zu geben, verirrt sich noch eine Null an die Zahl und so aktiviert er sich erst nach 400 Tagen. Und somit hat er mehr als genug Zeit, sich in der ganzen Welt zu verbreiten, bis er am 23. Mai aktiv wird und das Stromnetz der gesamten Welt außer Kraft setzt.

Was für eine Idee! So einfach wie genial! Haben wir uns nicht alle schon mal überlegt, was passiert, wenn die Strom- und Wasserversorgung komplett ausfällt? Ohne Licht, Strom, Wasser, Handy, PC, Radio, Fernseher, Geld etc. auskommen zu müssen und somit auch ohne Nachrichten und Informationen zu sein und nicht zu wissen, was los ist? Welche Auswirkungen dies alles auf unser heutiges Leben hat? Genau diesen Alptraum schildert Michael Tietz in seinem Debütroman. Und dies mit einer Intensität, dass einem nur angst und bange werden kann.

Überdeutlich skizziert er ein Szenario, in dem die Spezies Mensch sich auf das einzige konzentriert, was wichtig ist: Um jeden Preis das eigene Überleben sichern. Eindringlich und erschrecken zeichnet er ein Bild des Chaos. Schon wenige Stunden nach dem Stromausfall beginnen die Plünderungen, ein Menschenleben zählt nicht mehr, die Polizei ist machtlos und was wir unter Zivilisation verstehen, existiert plötzlich nicht mehr. Allerdings zeigt er auch, dass trotzdem die Menschlichkeit noch zählt. So rücken die Menschen in ihrer Notlage enger zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Aber natürlich gibt es auch hier immer wieder welche, die nur ihre eigenen Interessen vor Augen haben.

Den \"roten Faden\" des Buches bilden die Einwohner des kleinen Dorfes Wellendingen im Schwarzwald. Ihre Charaktere beschreibt er so facettenreich und vor allem realistisch, dass man sich schnell in einzelne Personen hineinversetzen kann bzw. Charaktere erkennt, denen man selbst schon begegnet ist. Also Menschen, wie Du und Ich. Wirkliche Protagonisten in der Geschichte gibt es nicht wirklich, da einfach zu viele unterschiedliche Personen mitwirken. Das Hauptaugenmerk liegt aber meist bei Eva Seeger, ihrem Mann Hans und ihrer Tochter Lea. Eva arbeitet als Krankenschwester im benachbarten Donaueschingen und während ihre Tochter bei den Nachbarn gut aufgehoben ist, versucht sie mit Hilfe des Polizisten Joachim Beck sich zu Fuß die knapp 30 km nach Wellendingen durchzuschlagen. Was sich beileibe einfacher anhört als es ist. Ihr Mann Hans befindet sich dienstlich in Schweden und seine \"Reise\" nach Hause wird ebenfalls sehr eindringlich geschildert.

Alles in allem ein faszinierender, beklemmender und äußerst spannender Thriller, der uns ein ums andere Mal den Spiegel vorhält und nach Beendigung nachdenklich zurücklässt.


Bellexr hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Brillant

28.05.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Nach einer Leseprobe dieses Buches, musste ich es unbedingt haben, und meine Erwartungshaltung war von Anfang an sehr hoch. Ein Debüt mit über 800 Seiten noch dazu mit einem so brisanten Thema, ist sicher nicht leicht.
Aber in meinen Augen hat Michael Tietz ein brillantes Meisterwerk hingelegt. Drei Jahre Arbeit haben sich gelohnt und ich habe jedes Wort aufgesogen.

Bei der Dicke des Buches war ich zunächst etwas skeptisch, ob der Autor sich mit langen Erklärungen aufhält. Aber die Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet. Der Leser wird gleich mitten ins Geschehen gezogen und mit den Fakten konfrontiert. Im Gegensatz zu den Figuren, kennt der Leser die Ursache dieses ganzen Zusammenbruchs, und genau das hat mich so manches mal zu einer Pause gezwungen und ich habe mir immer Gedanken darüber gemacht, wie der Autor dieses oder jenes Problem zum Schluss hin gelöst hat. Oder zum Beispiel, wie ich selber reagieren würde, wenn es zu so einem Totalzusammenbruch kommen würde.

Allein der Gedanke, wie schnell der Mensch zum Tier wird und wie brutal und gefühlskalt der Hunger den Menschen werden lässt, hat mir eine Gänsehaut bereitet. Den Plünderern und Mördern stehen Tür und Tor offen, denn sämtliche Gesetze treten außer Kraft. Es gibt weder Schutz noch Sicherheit.

Michael Tietz springt von einem Szenario ins nächste und der Leser lernt wahnsinnig viele unterschiedliche Figuren kennen. Manche begleiten uns nur ein kurzes Stück, andere wiederum begleiten uns durch das ganze Buch hindurch. Aber sie alle haben etwas gemeinsam: Egal wie intensiv ich sie kennengelernt habe - sie haben mich, jeder auf seine Art, berührt - positiv wie negativ. Ich konnte mich keiner von ihnen entziehen.

Fasziniert hat mich die hervorragende Recherche des Autors. Das Ganze dann auch noch so spannend umzusetzen, wie es ihm gelungen ist, das schaffen nur wenigen Autoren. Für mich gehört der Roman eindeutig in die Bestsellerliste.
Ich musste die Geschichte erstmal ein paar Tage sacken lassen, bevor ich dazu etwas schreiben konnte und noch immer beschäftigt mich dieses Buch.
Ich würde gern noch so viel dazu schreiben, aber irgendwie fehlen mir die passenden Worte.

Danke, Michael Tietz! Den nächsten Roman werde ich mit Sicherheit auch lesen. Jede dieser 837 Seiten war ihr Geld wert!!! Fünf Sterne für einen herausragenden Roman!


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


die Welt im Chaos - wer hat das Recht zu überleben?

30.05.2010 Bewertung:  4 marreh vergibt 8 von 10 Punkten

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Michael Tietz: Rattentanz

Alles beginnt mit einem scheinbar harmlosen Schülerstreich. Zwei Teenager schleusen einen Computervirus ins System und lösen 400 Tage später ungewollt eine weltweite Katastrophe aus: Ohne Strom, ohne Wasser, ohne Telefon sind die Menschen plötzlich sich selbst überlassen. Flugzeuge stürzen ab, es besteht keine Kommunikationsmöglichkeit mehr nach außen.

Michael Tietz erzählt die Schicksale der Dorfbewohner in Wellendingen, einem kleinen Ort im Südschwarzwald, beschreibt den Überlebenskampf dort, geht aber auch weit darüber hinaus. Hans Seger kämft sich von Schweden aus, mit einem Floss über die Ostsee, zu Fuss quer durch Deutschland bis nach Hause, zu Frau und Kind in eben besagtem Dorf. In kurzen Episoden wird auch die weltweite Situation aufgezeigt. Die Welt steht in kurzer Zeit Kopf. Aus dem wohlbehüteten 21. Jahrhundert werden die Menschen plötzlich ins übelste Mittelalter zurückversetzt. Am Ende zählt das reine Überleben, der Kampf gegen Hunger und Tod. Hass, Gewalt, Mord, Vergewaltigung - aber auch Zusammenhalt, Mitgefühl und Selbstlosigkeit leben die einzelnen Figuren vor. Und am Ende überlebt die Dorfgemeinschaft, die zusammenhält und das Wohlergehen aller über das des Einzelnen stellt.

Unglaublich präzise und einfühlsam beschreibt der Autor die einzelnen Situationsstränge. Man fiebert  mit den einzelnen Figuren mit, kann - trotz der Länge des Buches - dieses nicht Beiseitelegen, bis man um das Ende weiss.

Dieses Buch hat mich fasziniert, vielleicht auch gerade wegen seiner Länge. Manche Episoden wirkten zwar auf mich etwas langwierig, so z. Bsp. die genaue Beschreibung des psychisch kranken Thomas, dessen Widerstreit mit seinen drei Stimmen. Auf der anderen Seite war ich als Leser aber dadurch so in dem Geschehen mit involviert, dass genau diese Gefühle, die die einzelnen Figuren untereinander auslösten, eins zu eins auch bei mir so ankamen. Und diese exakte Beschreibung der Situationen und der darin handelnden Figuren fesselte mich von der ersten bis zur letzten Seite.

Am Ende des Buches fragte ich mich, ob diese fiktive Geschichte tatsächlich so real ablaufen könnte. Wie weit würden Menschen gehen, wie weit würde ich gehen? Und in wieweit ist es verwerflich, um sich und die, die man liebt, zu retten, andere im Stich zu lassen oder sie gar zu töten?

Man braucht etwas Durchhaltevermögen für diese über 800 Seiten, aber es lohnt sich!!


marreh hat insgesamt 3 Rezensionen angelegt.


Ein postapokalyptischer Katastrophenthriller

11.08.2010 Bewertung:  3.5 lenchen vergibt 7 von 10 Punkten

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Zwei Schüler planen einen Computergag, um ein persönliches Desaster bei einer anstehenden Prüfung zu vermeiden. Das Ergebnis fällt aber weitaus katastrophaler aus, als geplant.
Im Katastrophenthriller „Rattentanz“ wird die gesamte Welt in den Urzustand versetzt. Internet- und Handynetze brechen zusammen, was heutzutage für beinahe jeden Menschen eine kleine Katastrophe bedeuten würde. Es kommt aber viel schlimmer, denn auch Strom und Wasserversorgung werden infolge des Computervirus lahmgelegt. Nicht nur die heimischen PC-Systeme lassen sich nicht mehr starten, die ganze moderne digitalisierte Welt funktioniert nicht mehr – inklusive verheerender Folgen wie beispielsweise Flugzeugabstürze.
Vor dem Hintergrund der globalen Katastrophe wird die Geschichte einer Familie explizit beleuchtet, die während dieser Katastrophe getrennt wird und deren Mitglieder sich wiederfinden und vereinen wollen.

Mir schien das Buch insgesamt gesehen zu irreal, alleine die Idee, dass ein einziger Computervirus das komplette Leben in allen Ebenen zerstören kann. Allein schon vor dem Gedanken, dass es schließlich unterschiedliche Betriebssysteme gibt, erscheint der Auslöser beinahe lächerlich.
Andererseits ist für einen SciFi-Roman dieser Gedanke vielleicht akzeptabel, handelt es sich doch um einen postapokalyptischen Katastrophenthriller, der genre-getreu sowieso mit Sciencefiction-Elementen geschmückt wird.
Umso weniger hat mir aber gefallen, dass der Autor alles zu schwarz sieht, selbst angesichts der verheerenden Katastrophe zu pessimistisch.

Alle Ärzte lassen ihre aufgeschnittenen schwerverletzten Patienten im OP liegen, auch die Polizisten gehen einfach nach Hause zu ihren Familien. Die Regierung funktioniert nicht mehr, nicht mal auf kommunaler Ebene, weil alle nach Hause gehen. Es gibt von keiner Seite Bestrebungen alles wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen, weder die Polizei noch die Bundeswehr bemühen sich, die Lage einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Im Hinblick auf den Handlungsort in Deutschland (Schwarzwald) wäre so eine Situation selbst nach einer Katastrophe eher unvorstellbar, da man immer versuchen würde irgendwie alles in den Griff zu bekommen, zumindest irgendwo einen Ansatz zu machen. Dafür werden alle Menschen auf einmal böse und egoistisch, rauben Geschäfte und Banken aus, klauen gar Pilzkonserven aus herrenlosen Haushalten.

Dabei ist alles zu ausführlich beschrieben, manche Charaktere, die nur einmal in der kompletten Handlung auftauchen, werden von allen Seiten beleuchtet, quasi von der Geburt an. Deswegen ist der Roman teilweise schwer zu lesen, da er mir an manchen Stellen zu detaillastig scheint.
Die Geschichte der Familie Seger selber habe ich dagegen ziemlich interessant gefunden. Insgesamt ist der Roman in meinen Augen durchaus empfehlenswert, sofern man vom Umfang nicht abschreckt wird. Die Sprache ist flüssig, der Roman liest sich trotz der Länge leicht.
Gerade für die Freunde von SciFi-Romanen insgesamt also eine durchaus empfehlenswerte Lektüre.


lenchen hat insgesamt 58 Rezensionen angelegt.


Das neue Zeitalter

26.11.2010 Bewertung:  4.5 Bücherwurm82 vergibt 9 von 10 Punkten

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Inhalt:
Es beginnt mit 2 Schülern, bei denen in der Schule eine Prüfung bevor steht, die sie nicht schreiben möchten. In ihrem jugendlichen Leichtsinn, bekommen sie die Idee, einen Virus auf deren Lehramt Computer zu senden, damit keiner mehr an die Prüfungsunterlagen heran kommen, und somit der Tag gerettet wäre. Sie senden 3 Komponenten der Viren an unterschiedliche email  Adressen, damit sich am Ende alle Komponenten treffen , und die Systeme abstürzen. Die Prüfung sollte in 40 Tagen stattfinden, also gaben sie 40 Tage in das System ein. 
Doch womit sie nicht gerechnet haben: Es hat sich eine zweite 0 hineingeschlichen, somit hatte der Virus 400 Tage Zeit sich zu verbreiten. Was sie natürlich nicht geahnt und gewußt haben. Dies hat verhehrende folgen.
23. Mai
Jeder dachte der Tag wäre wie jeder andere Tag auch. Sie stehen auf, und beginnen ihren gewohnten Alltag. Doch nicht so heute um 7:00 Uhr. Es begann mit einem nicht ungewöhnlichem Stromausfall. Die Telefone und Radios lagen Tod. Doch plötzlich verdunkelte der Himmel, keine Vögel waren mehr zu hören. Dann geschah das Unglück. Flugzeuge stürzten aus unerklärlichen Gründen ab. Wasser konnte man auch kein´s mehr bekommen. Jeder fragte sich was das zu bedeuten hat, doch keiner bekam eine Antwort. Plünderungen aller Einkaufsläden standen auf dem Programm, viele Leute wurden zu Mörder, aus Angst um ihr Überleben und Kriminelle nutzten es aus, da es kein Vorschriften und Regeln gab, die sie an alles hintern könnten. Wie sollte es nur weiter gehen, irgendwann werden alle Vorräte von Lebensmitteln zu neige gehen. Jeder fragt sich: Wann wird es wieder Strom geben, oder wird es jemals überhaupt nochmal so werden wie vor dem 23. Mai. es geht um das nackte Überleben.
Eindruck:
Eine beeindruckende Geschichte die Michael Tietz zu Blatt gebracht hat, die einem zum Nachdenken anregt. Die Geschichte hat was ganz reales, was uns in der Wirklichkeit wirklich einmal  passieren könnte. Die Frage stellt sich ja wie reagiert die Menschheit unter sich wirklich in den Notsituationen.
Wird man sich gegenseitig helfen in der Not, oder wird jeder zu Rivalen, und kämpft um seine Habseligkeiten? Ich habe noch nie so eine reale Geschichte gelesen, wie die von Michael Tietz.
Auch wenn, wie von ihm im Epilog geschrieben, nicht alles so wahr werden könnte wie in seiner Geschichte.
Fazit:

 

Eine sehr lesenswerte Geschichte. Man ist gleich im geschehen drin. Ich finde auch sehr gut als Schullektüre geeignet.

Bücherwurm82 hat insgesamt 7 Rezensionen angelegt.


 
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